Teuer, teurer, BMC Trailfox AMP. Der Preis des Carbonbikes aus der Schweiz treibt einem die Tränen in die Augen. Wer knapp 12.000 € für ein E-Mountainbike ausgibt, kann und muss Perfektion erwarten. Kann das Rad die hohen Erwartungen erfüllen?

Bevor wir in den Testbericht einsteigen, möchten wir dich noch kurz auf unsere neue Print-Edition hinweisen. Auf über 200 Seiten bietet sie dir Inspiration, eine riesige Wissensbasis sowie Tests der spannendsten und wichtigsten Bikes. Klicke hier für mehr Infos! (neues Fenster)

Einen Überblick über diesen Vergleichstest erhaltet ihr hier: Das beste E-Mountainbike 2018 – Zwölf Traumbikes im Test

BMC Trailfox AMP LTD | 150/150 mm (v/h) | 22,57 kg | 11.999 €

Dem BMC Trailfox AMP sieht man auf den ersten Blick seinen Preis nicht an. Nur Kenner bemerken sofort die feinen Anbauteile wie z. B. eine FOX 36 FLOAT Factory-Federgabel oder die DT Swiss HXC 1200-Carbonlaufräder. Herzstück des Bikes ist ein Carbon-Hauptrahmen mit Aluminium-Hinterbau. Dieser besitzt 150 mm Federweg und wird von einem Shimano STEPS E8000-Antrieb mit integriertem 500-Wh-Akku angetrieben. Trotz des klobigen Akkus ist es BMC gelungen, dem Rad eine verhältnismäßig schlanke Silhouette zu verleihen. Wie man es für den Preis erwarten kann, besitzt das Trailfox AMP eine Shimano XTR Di2-Schaltung. Die ist für den Einsatz am E-Mountainbike aufgrund der hohen Belastungen aber eigentlich viel zu schade. Der DB-Inline-Dämpfer stellt zwar dank seines effektiven Climb-Switch das Fahrwerk souverän ruhig und bietet dennoch viel Traktion, erfordert durch seine vielen Einstellmöglichkeiten beim Setup aber viel Geduld und Know-how. Auch der flach profilierte MAXXIS Rekon-Hinterreifen und die wackelige Race Face Turbine-Teleskopstütze passen leider nicht ins Gesamtbild.

  Wendig und direkt, das beschreibt den Charakter des Trailfox AMP am besten

Für BMC steht die Trailperformance ihrer Bikes an oberster Stelle. Und was die Entwicklung des Rahmens angeht, ist das den Schweizern auch gelungen. Die Sitzposition ist sehr zentral, die Geometrie modern und ausgewogen. Man sitzt angenehm aufrecht und hat auch in steilen Anstiegen immer genug Druck auf dem Vorderrad – top! Auch der Fahrkomfort und die Traktion des Fahrwerks sind gut. Leider fehlt es jedoch dem Hinterreifen bereits bergauf an Grip. Noch unpassender ist er allerdings in der Abfahrt. Durch die flachen Stollen fehlt es nicht nur an Bremstraktion, sondern auch an Kurvengrip. Hier ist ein Upgrade auf einen HighRoller II wie am Vorderrad absolut empfehlenswert. Das Fahrwerk arbeitet sehr definiert und ist eher straff abgestimmt. Das verleiht dem Rad ein direktes Handling und unterstützt die ohnehin hohe Agilität. In Kurven zeigt sich das Trailfox AMP von seiner ausgewogenen Seite. Es fährt sich sehr berechenbar und erfordert wenig Körpereinsatz. Bei hohen Geschwindigkeiten und im verblockten Gelände hätten wir uns etwas mehr Federweg an der Gabel gewünscht. Zwar bleibt das Rad stets sicher auf Kurs, erfordert dann aber mehr Kraft und leitet mehr Schläge an den Fahrer weiter.

Helm POC Tectal | Jersey POC Resistance Enduro Jersey | Short POC Resistance Enduro Light Shorts

Das BMC Trailfox AMP LTD im Detail

Federgabel FOX 36 FLOAT Factory 150 mm
Dämpfer Cane Creek DB Inline 150 mm
Motor/Batterie Shimano STEPS E8000 500 Wh
Schaltung Shimano XTR Di2
Bremsen Shimano SAINT
Sattelstütze Race Face Turbine Dropper 150 mm
Vorbau Race Face Turbine R 45 mm
Lenker Race Face Next R 780 mm
Laufradsatz DT Swiss HXC 1200
Reifen Maxxis Highroller II/Rekon 2,8″

Mehr wäre mehr
Die FOX 36 FLOAT Factory überzeugt zwar mit einer sehr guten Performance, mit einem Zentimeter mehr Federweg wäre sie aber noch besser
Komplex
Das Setup des Cane Creek DB Inline erfordert viel Geduld und Know-how
Überteuert
Der Alu-Hinterbau wird dem Preis des Bikes nicht gerecht. Die Shimano Saint-Bremse überzeugt dagegen mit sehr guter Performance.
Unnötig
Die DT Swiss HXC Hybrid-Carbonlaufräder sind super edel, angenehm steif und sehr leicht. Allerdings spielen all diese Vorteile am E-Mountainbike nur eine untergeordnete Rolle.

Die Geometrie des BMC Trailfox

Größe S M L
Sattelrohr 400 mm 440 mm 480 mm
Oberrohr 573 mm 616 mm 645 mm
Steuerrohr 91 mm 103 mm 118 mm
Lenkwinkel 66° 66° 66°
Sitzwinkel 74° 74° 74°
Kettenstrebe 445 mm 445 mm 445 mm
Tretlagerabsenkung 17 mm 17 mm 17 mm
Radstand 1162 mm 1207 mm 1238 mm
Reach 405 mm 445 mm 469 mm
Stack 595 mm 606 mm 620 mm

Fazit

Das BMC Trailfox AMP ist ein E-Mountainbike für Kunden mit dicken Geldbeuteln, die auf der Suche nach einem Statussymbol sind. Die Fahrperformance ist sehr gut, liegt aber nicht über dem Niveau deutlich günstigerer Bikes. Edle Komponenten machen viel her, bringen im Gelände aber kaum spürbare Vorteile. Für die Vernünftigen unter uns: Wenn Trailfox AMP, dann die Version ONE oder TWO.

Stärken

– direktes, agiles Handling
– schickes Design und gelungene Integration
– gute Klettereigenschaften

Schwächen

– super teuer
– aufwendiges Dämpfersetup
– Hinterreifen unterdimensioniert

Uphill Downhill Laufruhe Agilität Preis-Leistung 


Mehr Infos unter: bmc-switzerland.com

Das Testfeld

Einen Überblick über diesen Vergleichstest erhaltet ihr hier: Das beste E-Mountainbike 2018 – Zwölf Traumbikes im Test

Alle Bikes im Test: BULLS E-CORE EVO EN Di2 | FANTIC XF1 Integra Enduro 160 | FOCUS SAM² PRO | Giant Full-E+ 0 SX Pro | Haibike XDURO Nduro 10.0 | Moustache Samedi Race 11 | ROTWILD R.E+ ULTRA | SCOTT E-Genius 700 Tuned | Specialized Turbo Levo S-Works Carbon | Thömus Lightrider E1 – Team Di2 | Trek Powerfly 9 LT Plus


Übrigens: Kennst du schon die E-MOUNTAINBIKE Print-Edition? Auf über 200 Seiten bietet sie dir Inspiration, eine riesige Wissensbasis sowie Tests der spannendsten und wichtigsten Bikes. Der Themenmix richtet sich gleichermaßen an erfahrene E-Mountainbiker und Einsteiger. Kaufberatung, Testberichte, Urlaubstipps, Reparaturhilfen, Firmenporträts, Trail-Knigge … die Liste der Artikel ist lang! Klicke hier für mehr Infos!

Text: Christoph Bayer Fotos: Christoph Bayer, Valentin Rühl

Über den Autor

Christoph Bayer