Die Bikes in diesem Vergleich bilden die Speerspitze der E-Mountainbike-Entwicklung. Sie begeistern mit einem grandiosen Handling, sind super edel, aber leider auch sündhaft teuer. Wer so viel Geld für ein Fahrrad ausgibt, erwartet Perfektion. Doch bekommt man die auch überall?

Bevor wir in den Testbericht einsteigen, möchten wir dich noch kurz auf unsere Sommer-Aktion hinweisen: Mit dem Gutschein-Code "E-MTB-SOMMER" erhälst du noch für kurze Zeit 20% Rabatt auf unsere aktuelle Jahresausgabe. Auf über 200 Seiten bietet sie dir Inspiration, eine riesige Wissensbasis sowie Tests der spannendsten und wichtigsten Bikes. Sichere dir jetzt dein Exemplar! (neues Fenster)

Was macht das perfekte E-Mountainbike aus?

E-Mountainbikes sprechen eine extrem breite Zielgruppe an: Manche nutzen ihr E-Mountainbike zum täglichen Pendeln, andere für Feierabend- oder Wochenendausflüge über gemäßigte Schotterstraßen und wieder andere planen ihren elektrifizierten Alpencross oder gar einen Besuch im actiongeladenen Bikepark. Die gute Nachricht: Viele E-Mountainbikes sind eierlegende Wollmilchsäue, die einen sehr breiten Einsatzbereich abdecken. Andere enttäuschen mit schlecht durchdachter Ausstattung oder unsicherer Fahrperformance.

Wie wurden die Bikes getestet?

Unser zwölfköpfiges Test-Team hat die spannendsten E-Mountainbikes der neuen Saison Anfang 2018 nicht nur wochenlang im kalten deutschen Winter erprobt, sondern ist mit ihnen auch für zwei Wochen nach Südfrankreich gefahren (Matschfotos ersparen wir euch an dieser Stelle). Wir haben mit diesen Bikes Gipfel erklommen, uns durch tiefen Matsch gewühlt, sind über unzählige Wurzelteppiche bergauf und noch mehr bergab gefahren, wir haben gelacht, geflucht, etliche unvergessliche Momente erlebt und die Bikes – wie manchmal auch uns – ans Limit gebracht.

Im Test-Team finden sich Ex-Racer und Ingenieure genauso wie Hobbyfahrer und E-Mountainbike-Neulinge, um ein umfassendes Urteil zu jedem Bike zu fällen. Auch wenn wir die Trail-Performance der Bikes bis ans Limit ausloten, legen wir genauso viel Wert auf die Alltagstauglichkeit. Denn ein potentes und ausbalanciertes Bike, das auf anspruchsvollen Singletrails mit viel Fahrspaß glänzt, funktioniert auch auf gemäßigteren Wegen. Und selbst wenn man nicht so extrem fährt, ist es gut zu wissen, dass das Bike für jede Situation gewappnet ist.

Das Test-Team

Was macht ein gutes E-Mountainbike aus? Wir haben unser facettenreiches Test-Team gefragt, worauf es für welchen Einsatzbereich ankommt.

Die Bewertung – warum Schulnoten sinnlos sind

E-Mountainbikes sprechen eine sehr breite Zielgruppe an, entsprechend wird in der Praxis ein und dasselbe Modell auf sehr unterschiedliche Weise benutzt. Eine abschließende Bewertung nach Schulnoten wird dem individuellen Charakter der Bikes nicht gerecht und gibt keine ausreichend fundierte Orientierung für den Kauf. Doch genau das ist unser Anspruch. Aus diesem Grund gibt es für jedes Bike im Vergleichstest einen separaten Artikel, um im Detail auf die wichtigsten Punkte einzugehen und euch umfassend über die Vor- und Nachteile sowie den idealen Einsatzzweck zu informieren. Darüber hinaus gibt es zur einfachen Übersicht je fünf Sterne-Ratings, die schnell Aufschluss über den Charakter eines Bikes bieten.

Testsieger und Kauftipp ergeben sich nicht aus der Summe der Sterne-Ratings, sondern durch die Einschätzung des gesamten Test-Teams unter Berücksichtigung des Gesamtkonzepts des Bikes. Es wäre methodisch falsch, das Sterne-Rating zu addieren, um über ein Punktesystem ein absolutes Urteil zu fällen. Denn zu sagen, dass etwas „gut“ ist, bringt niemanden weiter, wenn man nicht weiß, wofür und für wen es „gut“ ist. Deshalb geben wir in jedem Test-Fazit eine klare Empfehlung, für welchen Fahrertyp und Einsatzzweck sich das Bike eignet und für welchen nicht. So individuell wie die Bikes sind auch die Biker selbst – wir wollen euch lediglich alle notwendigen Informationen bereitstellen, damit ihr eine fundierte Kaufentscheidung treffen könnt. Für langanhaltenden Fahrspaß!

Die wichtigsten Erkenntnisse

Beim E-Mountainbike gelten andere Kriterien als beim klassischen Mountainbike: Gewicht, Federweg und Effizienz spielen eine deutlich geringere Rolle.

Welche Rolle spielt die Akku-Reichweite?

Unsere langjährige Erfahrung zeigt deutlich: Eine realitätsnahe Angabe der Reichweite ist nicht möglich! Die Reichweite eines E-Mountainbikes hängt von unzähligen Faktoren ab, wie z. B. der Unterstützungsstufe, dem Gelände, dem Fahrergewicht, Umwelteinflüssen und der Trittfrequenz. Wer viel Leistung vom Motor fordert, verbraucht viel Energie. Wer weit fahren will, muss Akku sparen. Mehr zum Thema erfahrt ihr in unserem Artikel: Die Wahrheit über Labortests.

Wie wichtig ist der Motor tatsächlich?

„Ich hätte gern ein Bosch-Bike!“ Das hören Fahrradfachhändler mehrmals täglich von Neukunden. Dabei ist das der größte Fehler, den man beim Bike-Kauf machen kann. Klar, der Motor ist wichtig. Doch ein Auto kauft man ja auch nicht wegen seines Motors. Wer mit seinem E-Mountainbike langfristig glücklich werden will, muss ein Bike als Gesamtkonzept betrachten. Dieser Vergleichstest hilft bei der Orientierung, welches Bike für welchen Fahrertyp und Einsatzzweck das beste ist. Denn mittlerweile funktionieren die Motoren der gängigen Big Player alle auf einem hohen Niveau, unterscheiden sich jedoch beim Einsatzzweck und in der Funktionalität.

  Ein Bike auf seinen Elektromotor zu reduzieren ist falsch, man kauft ja auch kein Auto nur wegen seines Motors.

Wie viel wiegt ein gutes E-Mountainbike?

Aufgrund des hohen Gesamtgewichts von über 20 kg spielt es bei modernen E-Mountainbikes keine Rolle, ob die Waage bei 21,44 kg oder 22,2 kg stehen bleibt. In unserem Test lag zwischen dem leichtesten und dem schwersten Rad eine Differenz von knapp 4 kg. Das ist zwar nicht zu vernachlässigen, doch etwas Mehrgewicht in Form funktionaler, stabilerer Komponenten ist deutlich besser investiert als ein auf Leichtbau getrimmtes E-Bike, mit dem man auf Touren von Pannen geplagt wird.

Integrierte Akkus sehen schön aus …

… aber bieten aktuell nur wenige Vorteile wie ein cleaneres Design und die Option, einen Flaschenhalter im Rahmendreieck zu montieren. Wer auf Tour einen Ersatzakku im Rucksack verstauen möchte, wird mit den größeren Dimensionen der integrierten Akkus kämpfen bzw. gar nicht die Möglichkeit haben, einen mitzunehmen. Je nach Integration ist die Handhabung des integrierten Akkus (z. B. Anschaltknopf bei Shimano-Intube) umständlich. Obendrein erhöht der längere Akku den Schwerpunkt des Bikes. Hier sind die Hersteller gefordert, eine optimale Gewichtsverteilung zu realisieren. Fakt ist: Es gibt gute Gründe, weiterhin einen Standardakku zu verbauen.

Dicke Reifen – ein Plus an Sicherheit!

Bei einem E-Mountainbike sind breite Reifen absolut Pflicht. Sie bieten mehr Traktion, liefern ein Plus an Fahrkomfort, erhöhen die Sicherheit und sehen obendrein cooler aus. Als ideale Größe haben sich Reifen mit 2,5”–2,8” Breite erwiesen. Besonders beeindruckend ist die Performance der MAXXIS Minion-Reifen. Sie liefern den besten Grip und die höchste Stabilität. Um die optimale Performance zu erhalten, sollten die Reifen mit ca. 1,2–1,6 bar Luftdruck gefahren werden.

Ist es vernünftig, sich ein E-Mountainbike für weit über 5.000 € zu kaufen? Vermutlich nicht. Ist es geil, sich eins dieser Bikes zu kaufen? Aber so was von! Diese Räder sind die Supercars und Luxusmodelle unter den E-Mountainbikes, hier haben die besten Bikehersteller der Welt in Sachen Design, Detaillösungen und technischer Raffinesse alle Register gezogen. Doch während manche beim Handling eher an einen 911er erinnern, fahren sich andere wie ein Hummer H2 – das Preisschild allein sagt noch nichts über die tatsächliche Performance eines Bikes aus. Auf der Suche nach dem besten E-Mountainbike 2018 haben wir die 12 vielversprechendsten Modelle getestet.

Die Bikes im Test

Bike Preis Gewicht Antrieb Akku
BMC Trailfox AMP LTD 11.999 € 22,57 kg Shimano 500 Wh
BULLS E-CORE EVO EN Di2 6.499 € 23,27 kg Shimano 378 Wh
FANTIC XF1 Integra Enduro 160 5.190 € 24,92 kg Brose 630 Wh
FOCUS SAM² PRO 7.699 € 20,96 kg Shimano 378 Wh
Giant Full-E+ 0 SX Pro 5.999 € 23,15 kg Yamaha 500 Wh
Haibike XDURO Nduro 10.0 6.499 € 24,54 kg Bosch 500 Wh
Moustache Samedi Race 11 8.599 € 21,61 kg Bosch 504 Wh
ROTWILD R.E+ ULTRA 7.799 € 22,57 kg Brose 648 Wh
SCOTT E-Genius 700 Tuned 7.199 € 23,58 kg Shimano 504 Wh
Specialized Turbo Levo S-Works Carbon 9.999 € 21,23 kg Brose 504 Wh
Thömus Lightrider E1 – Team Di2 10.015 CHF 21,75 kg Shimano 500 Wh
Trek Powerfly 9 LT Plus 5.999 € 23,41 kg Bosch 500 Wh

BMC Trailfox AMP LTD
150/150 mm (v/h) | 22,57 kg | 11.999 €

BULLS E-CORE EVO EN Di2
180/180 mm (v/h) | 23,27 kg | 6.499 €

FANTIC XF1 Integra Enduro 160
160/160 mm (v/h) | 24,92 kg | 5.190 €

FOCUS SAM² PRO
170/170 mm (v/h) | 20,96 kg | 7.699 €

Giant Full-E+ 0 SX Pro
160/140 mm (v/h) | 23,25 kg | 5.999 €

Haibike XDURO Nduro 10.0
180/180 mm (v/h) | 25,54 kg | 6.499 €

Moustache Samedi Race 11
160/160 mm (v/h) | 21,61 kg | 8.599 €

ROTWILD R.E+ ULTRA
160/160 mm (v/h) | 22,57 kg | 7.799 €

SCOTT E-Genius 700 Tuned
150/150 mm (v/h) | 23,58 kg | 7.199 €

Specialized Turbo Levo S-Works Carbon
150/135 mm (v/h) | 21,23 kg | 9.999 €

Thömus Lightrider E1 – Team Di2
150/150 mm (v/h) | 21,57 kg | 10.015 CHF

Trek Powerfly 9 LT Plus
150/150 mm (v/h) | 23,41 kg | 5.999 €

Ist mehr Akkukapazität wirklich immer besser?

Diese Frage stellen sich FOCUS und BULLS in diesem Vergleichstest. Statt ihre Räder serienmäßig mit klassischen 500-Wh-Akkus zu versehen, haben beide jeweils ein ausgeklügeltes Akkusystem entwickelt. Die Idee: Statt unnötig große Akkus und damit unnötiges Gewicht auf kurzen Touren herumzufahren, haben sie nur einen kleineren 375-Wh- bzw. 378-Wh-Akku im Rad integriert. Wem die Leistung auf langen Touren nicht reicht, der kann bei beiden Rädern die Reichweite mit einem Zusatzakku auf satte 750 Wh verdoppeln. Während der zweite Akku beim FOCUS im Rahmendreieck befestigt wird, verschwindet er beim BULLS seitlich im Unterrohr. In der Praxis benötigt man bei beiden Rädern den zweiten Akku relativ häufig und sollte auf jeden Fall die 499 € Zusatzkosten bei der Anschaffung mit einkalkulieren.

Braucht es Carbon am E-Mountainbike?

Ein Carbonrahmen spart natürliche einige Hundert Gramm Gewicht. Doch das ist beim E-Mountainbike eher irrelevant. Die beiden großen Vorteile von Carbon bei E-Mountainbikes sind zum einen die größere Freiheit beim Optimieren des Rahmendesigns, und zum anderen die erhöhte Steifigkeit. Dank Carbon lassen sich fließende Übergänge realisieren und auch die Integration von Motor und Akku wird erleichtert. Doch der schwarze Zauberstoff hat nicht nur Vorteile. So besitzt Carbon eine schlechtere Wärmeleitfähigkeit, wodurch Hitze von einem voll integrierten Motor schlechter abtransportiert wird und auch beim Thema Steifigkeit heißt steifer nicht unbedingt besser. Rahmen und Laufräder benötigen einen gewissen Flex, um komfortabel zu sein und mehr Traktion in Kurven zu generieren. Ein Carbonbike kauft man daher derzeit eher aus optischen als aus funktionalen Gründen.

Wie viel Federweg braucht ein E-Mountainbike?

Grundsätzlich gibt es keinen Grund, ein E-Mountainbike mit weniger als 130 mm Federweg zu fahren. Während bei klassischen Fahrrädern mehr Federweg meist auch gleichzeitig weniger Effizienz und schlechtere Klettereigenschaften bedeutet, stimmt das bei E-Mountainbikes nicht – zumindest nicht bis zu einem gewissen Punkt. Bestes Beispiel ist das Specialized Turbo Levo, das mit seinen 135 mm Federweg am Hinterbau deutlich besser funktioniert als die meisten anderen Modelle im Vergleichstest mit mehr Federweg. Zudem verlieren E-Mountainbikes ab 180 mm Federweg häufig spürbar an Effizienz bergauf. Das wird in diesem Test beim Haibike XDURO Nduro deutlich. Bei gleicher Unterstützungsstufe ist man mit ihm – bei gleichem Motor – deutlich langsamer bergauf unterwegs; Ähnliches erfährt man auch bei langhubigeren Modellen anderer Bikehersteller. Besser macht sich das BULLS E-CORE EVO EN Di2: Es klettert im Vergleich deutlich effizienter, obwohl es ebenfalls 180 mm Federweg hat. Als idealer Kompromiss zwischen Uphill- und Downhill-Performance hat sich in der Regel ein Federweg zwischen 130 und 160 mm herausgestellt.

Tops & Flops

Oftmals sind es die Details, die den Unterschied machen: gelungene Integration, erstklassige Ergonomie und mit bedacht gewählte Komponenten. Hier findet ihr alle Tops und Flops der Bikes aus unserem großen Vergleichstest.

Tops

Startknopf
Kein E-Bike lässt sich besser einschalten als das FOCUS SAM² PRO. Der im Oberrohr integrierte Power-Button ist ein haptischer Traum.
Ultimativer Grip
Der Name des von Moustache entwickelten Ultimate Grip Control-Dämpfers ist Programm. Das Rad begeistert bergauf und bergab mit massig Traktion.
Eineiige Zwillinge
Im Unterrohr des BULLS finden zwei herausnehmbare 375-Wh-Akkus Platz. Die insgesamt 750 Wh Kapazität sorgen für maximale Reichweite.
Clever
Das Minitool steckt beim Specialized Levo im Steuerrohr und kann innerhalb von Sekunden entnommen werden

Flops

Überladen
Die vielen Hebel am Lenker des SCOTT Genius sind verwirrend und erfordern eine lange Eingewöhnungszeit
Ineffizient
Das Fahrwerk des Haibike XDURO Nduro schluckt viel Energie, was dazu führt, dass man immer in einer Unterstützungsstufe höher fährt als bei anderen Bikes
Zu klein
ROTWILD verbaut hinten eine Bremsscheiben mit 180 mm, die in Kombination mit dem Zwei-Kolben-Bremssattel bei Abfahrten schnell ans Limit gerät
Störend
Der KnockBlock des Trek Powerfly LT limitiert den Lenkeinschlag und verhindert so das Anschlagen der Federgabel am Rahmen. Er stört allerdings beim Verladen des Bikes ins Auto.

Welches E-Mountainbike ist nun das Beste?

Die Anforderungen an das beste E-Mountainbike sind hoch. Es muss effizient bergauf klettern, viel Fahrkomfort bieten, hohe Fahrsicherheit bieten und obendrein bergab jede Menge Spaß machen. Außerdem müssen Integration, Nutzerfreundlichkeit und Motorperformance Benchmark-Niveau besitzen. Zwar sind alle Antriebe auf einem hohen Niveau, mit seinem hohen internen Widerstand über 25 km/h kann der Bosch Performance CX jedoch nicht mit der Konkurrenz mithalten. Das ist schade für das Moustache Samedi Race 11. Es ist das mit Abstand beste Bosch-Bike, das wir je gefahren sind, wird durch den Antrieb aber in seiner Leistung gebremst. Mit einem Preis von 5.999 € punktet das Trek Powerfly 9 LT Plus mit einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis. Es klettert zwar sehr gut bergauf, wird aber bergab von den schlechten Reifen und seinem behäbigen Handling gebremst – hier sollte man weiteres Budget einkalkulieren. Das Haibike XDURO Nduro läuft bergab zwar wie auf Schienen, muss die Konkurrenz bergauf aber leider ziehen lassen. Mit seinem langen Federweg und dem hohen Gewicht (24,54 kg) fährt es sich außerdem behäbig bergab.

Mit seinem steilen Sitzwinkel und dem starken Antrieb meistert das Rotwild E+ Ultra selbst die steilsten Anstiege. Sein hoher Schwerpunkt macht sich jedoch bergab negativ bemerkbar. Das GIANT FULL E+ 0 ist ein sehr ehrliches E-Mountainbike ohne versteckte Mängel, ist mit seiner eher hecklastigen Sitzposition und dem bauchig-unschönen Design alles andere als ein Hingucker. Anders das FOCUS SAM²: Mit seiner sehr cleanen Silhouette ist es ein Bike für Design-Liebhaber. Allerdings nur, wenn einem der kleine Akku ausreicht. Sobald man den Zusatzakku montiert, leidet nicht nur die Optik, sondern auch das Handling. Das BMC Trailfox AMP leistet sich kleinere Schwächen bei der Ausstattung, der Verarbeitung und dem Handling bergab – bei einem Preis von 12.000 € haben wir uns hier deutlich mehr erwartet. Besser macht es das Thömus Lightrider E1. Zwar auch kein Schnäppchen, dafür ist das Handling herausragend. Schade nur, dass dieses Bike außerhalb der Schweiz nur schwer zu bekommen ist. Ein Exot ist außerdem das FANTIC XF1 Integra Enduro 160. Das Bike der italiensichen Motorradmarke kann seine Wurzeln nicht verleugnen, es besitzt eine ungeheure Laufruhe im Downhill, kann bergauf aber nicht mit der Konkurrenz mithalten – die 180 mm Variante des Fantic ist deutlich besser.

Zwei Bikes konnten sich klar vom restlichen Testfeld absetzen: das brandneue BULLS E-CORE EVO EN Di2 und das Specialized Turbo Levo S-Works Carbon. Beides riesige Player mit großer Innovationskraft, und das merkt man den Bikes an. Das BULLS begeistert mit seinem durchdachten modularen Akkukonzept, einer edlen und voll durchdachten Ausstattung und einem sehr ausbalancierten Handling. „Aufsteigen und wohlfühlen“ lautet hier die Devise. Dank der 180 mm Federweg besitzt das Rad sehr große Reserven und fährt sich dennoch sehr wendig und agil. Mit diesem grandiosen Gesamtpaket sichert sich das 6.499 € teure BULLS den begehrten Kauftipp!

Wer auf der Suche nach noch mehr Performance und einem noch edleren Rad ist, wird beim Specialized fündig. Das Bike verkörpert den Firmenslogan „Innovate or Die“ in perfekter Art und Weise und steckt voller smarter Lösungen. Viele davon, wie die eigens entwickelte App zur Steuerung des Motors, die Integration des Akkus oder der kleine Remotehebel zum Wählen der Unterstützungsstufe, sind offensichtlich. Einige werden hingegen erst beim genauen Betrachten klar, wie z. B. das Auto-SAG-Ventil am Dämpfer zum vereinfachten Setup oder der Verzicht auf einen Speichenmagnet. Darüber hinaus begeistert das Levo natürlich mit herausragenden Fahreigenschaften. Es bietet viel Komfort, klettert schnell und effizient und besitzt genau den richtigen Mix aus Agilität und Fahrstabilität. Es ist eine ultimative Maschine, die jedem Fahrer nach wenigen Metern ein riesiges Grinsen ins Gesicht zaubert – egal ob Beginner oder Profi. Das Specialized Turbo Levo S-Works Carbon ist das E-Mountainbike mit dem aktuell besten Gesamtpaket und somit der verdiente Testsieger! Das beste E-Mountainbike der Saison 2018!

Alle Bikes im Test: BMC Trailfox AMP LTD | BULLS E-CORE EVO EN Di2 | FANTIC XF1 Integra Enduro 160 | FOCUS SAM² PRO | Giant Full-E+ 0 SX Pro | Haibike XDURO Nduro 10.0 | Moustache Samedi Race 11 | ROTWILD R.E+ ULTRA | SCOTT E-Genius 700 Tuned | Specialized Turbo Levo S-Works Carbon | Thömus Lightrider E1 – Team Di2 | Trek Powerfly 9 LT Plus


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Text: Christoph Bayer Fotos: Christoph Bayer, Valentin Rühl

Über den Autor

Christoph Bayer

Abwechslung – das ist für Christoph das Wichtigste. Sowohl auf dem Bike als auch bei seiner Tätigkeit für das E-MOUNTAINBIKE Magazin. Er koordiniert das Magazin und ist dort gleichzeitig Fotograf und Redakteur. Auf dem Rad trifft man ihn vor allem im alpinen Terrain an, wo er neben flowigen Trails auch gerne mal eng verwinkelte oder verblockte Strecken in Angriff nimmt.