Der E-MTB-Markt wirkt 2026 so technologisch aufgeladen wie nie. Technisch hat die Kategorie in den letzten Jahren enorme Sprünge gemacht: Motoren liefern mehr Leistung, Akkus haben höhere Kapazitäten bei gleichem oder geringerem Gewicht, Fahrwerke sind feiner abgestimmt, Carbon-Layups werden leichter bei gleicher Steifigkeit und der Zuwachs an elektronischer Vernetzung rückt manche Bike näher an ein Smartphone ran als an ein E-Mountainbike. Viele Bikes sind im gleichen Zug auch noch schlanker und formschöner geworden. Auf dem Papier waren E-Mountainbikes selten so beeindruckend.
Inhaltsverzeichnis
- Unsere Vision für den E-MTB-Vergleichstest 2026
- Rider Experience First, Technology Second
- Was und wie wir im E-Mountainbike-Vergleichstest 2026 getestet haben
- Test-Realität: 3 Wochen Tremp, Schweiß und harte Daten
- Erkenntnisse I – Usability, Rideability & der Händler-Gap
- Erkenntnisse II – Technik, Kosten und die Avinox-Ära
- Erkenntnisse III – Ownership, Community & Herkunft
- Was ist das beste E-Mountainbike 2026? Die 30 E-Mountainbikes im Einzel-Fazit
- AWARDS & Gewinner
- Fazit zu unserem E-Mountainbike-Vergleichstest 2026
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30 getestete E-MTBs im direkten Vergleich |
26.000 hm im Reichhöhen-Test |
4.500–15.000 € Preisspanne im Testfeld |
Die E-MTB-Entwicklung rast jedoch in eine Richtung, in der Hersteller zunehmend um Superlative ringen und sich um scheinbare Innovationen schlagen. Inmitten dieser Jagd nach Trends, verlieren viele das Wesentliche aus den Augen: echte Differenzierung, Souveränität und am schlimmsten – den Kunden. Auch wir haben uns zeitweise mitreißen lassen. Deshalb ist es jetzt höchste Zeit, den Kurs zu korrigieren und damit auch die Art und Weise, wie wir Bikes testen und worüber wir schreiben. Packt das Popcorn aus und macht euch bereit für einen längst überfälligen Perspektivwechsel!
Hype oder Realität? Warum das beste E-MTB nicht mehr gut genug ist
Auf dem Papier waren E-Mountainbikes noch nie so gut wie heute. Motorsysteme die funktionsreicher werden, kraftvoll sind und gleichzeitig immer schlankere Bikes ermöglichen. Akkus, die mehr Energie speichern als je zuvor und das bei gleich großer Bauform. Fahrwerke, die feiner abgestimmt werden können, Carbon-Layups, die leichter und steifer werden, und ein Zuwachs an elektronischer Vernetzung, der manches Bike näher an ein Smartphone ranrückt als an ein E-Mountainbike. Technisch ist der Fortschritt beeindruckend.
Mit dem technischen Fortschritt ist ein Markt entstanden, der sich immer stärker an dem orientiert, was sich gut zählen, vergleichen und vermarkten lässt, nicht zwangsläufig an dem, was das Fahren wirklich besser macht. Der Wettbewerb zwischen Marken wird seit jeher über Spezifikationslisten ausgefochten, über Drehmoment-Claims in Pressemitteilungen und über Akku-Kapazitäten: je größer, desto besser, je extremer, desto glaubwürdiger.
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Mehr Drehmoment. Mehr Leistung. Weniger Gewicht. Mehr Features. Solche Werte sind dankbar, denn sie passen super in Headlines, Launch-Claims und Verkaufsgespräche. Aber sie sagen noch lange nicht, ob ein Bike auf dem Trail wirklich überzeugt. |
Kaum ein Thema bestimmt die Gespräche zwischen Produktmanagern, Marken und Medien im Jahr 2026 so stark wie Avinox. Das DJI-eigene Motorsystem hat innerhalb kürzester Zeit eine Sogwirkung entwickelt, die den gesamten Markt erfasst hat. Nahezu jeder Hersteller, der etwas auf sich hält, hat entweder bereits ein Avinox-Modell im Portfolio oder steht kurz davor. Für viele wirkt es beinahe so, als hätte man ohne entsprechendes Modell im Portfolio schlechte Karten. Für die Marken scheint sich der Markt dabei paradoxerweise zu verengen: Da das System zur fast zwingenden Option geworden ist, um die aktuelle Nachfrage zu bedienen, sinkt die Differenzierung über den Antrieb.
Für die Konsumenten hingegen bietet diese Entwicklung eine neue Form der Marktöffnung. War die Auswahl im vergangenen Jahr noch auf wenige Modelle begrenzt, bei denen das Motorsystem alleinige Kaufentscheidung war, ermöglicht die aktuelle Modellvielfalt wieder einen Fokus auf das eigentliche Rad. Da das Antriebssystem nun bei vielen Herstellern als gesetzt gilt, rückt es als alleiniges Verkaufsargument zunehmend in den Hintergrund. Käufer können sich somit wieder verstärkt auf Geometrie, Fahrwerk und das individuelle Einsatzgebiet konzentrieren, um das für sie passende Gesamtpaket zu finden. Trotz dieser starken Präsenz ist der Markt jedoch weit von einem Monopol entfernt. Das Angebot an Alternativen bleibt bestehen und für das kommende Jahr kündigen sich bereits neue Motorsysteme mit eigenständigen Alleinstellungsmerkmalen an, die den Wettbewerb weiter diversifizieren werden.
Klar ist: Auch der Motor allein macht noch kein gutes Bike. Das hat sich auch im Test gezeigt: AMFLOW macht auf dem Papier mit ihren Bikes extrem vieles richtig, dennoch gibt es zahlreiche andere Bikes, die auf dem Trail eine bessere Gesamtperformance abliefern. Entscheidend ist, wie stimmig ein Bike als Ganzes funktioniert. Wie es seine Leistung auf den Trail bringt, wie zugänglich es seine Performance macht, wie durchdacht Integration, Bedienung und Fahrverhalten zusammenspielen und wie gut dieses Gesamtpaket auch über Zeit trägt. Gerade hier – in Sachen Haltbarkeit, Zuverlässigkeit, Detailqualität und echter Fahrqualität – zeigen sich die wirklichen Unterschiede zwischen guten und verdammt starken Bikes. Und manchmal auch zwischen teuren und wirklich sinnvollen.
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SPOILER: Je nach Anspruch, Fahrstil und Einsatzbereich können andere Konzepte und Motorsysteme die bessere Wahl sein. Entscheidend ist nicht, welcher Name auf dem Antrieb steht, sondern welchen Charakter ein Bike mitbringt und wie überzeugend das Gesamtpaket am Ende funktioniert. |
Unsere Vision für den E-MTB-Vergleichstest 2026
Als Magazin sind wir Teil dieses Systems. Über Jahre wurden Konsumenten mit Leistungswerten bombardiert. In Headlines, Videos und Newsletter. Das Ergebnis ist ein verzerrtes Bild von Qualität und dem, worauf es ankommt. Hersteller werben damit, Influencer und Medien sprechen darüber: isolierte Kennwerte oder Komponenten. Der Blick für das Verwendungsganze und alles was vor und nach dem Kauf (Stichwort Service und Experience) passiert, kommt dabei zu kurz.
Die Ironie dabei: Viele Hersteller wollen dieses Wettrüsten gar nicht – allen voran Bosch und andere Motorenhersteller. Und trotzdem ziehen sie nach, pushen per Software Leistung und Drehmoment. Auch bei vielen Bike-Brands herrscht Unsicherheit. Sie fühlen sich den Komponententrends ausgeliefert – und schwächen damit ihre eigene Marke. Unser letzter Think Tank in Brixen hat die Brixen Papers hervorgebracht. In elf unbequem ehrlichen Papern legen wir offen, was in der Bike-Branche nicht mehr funktioniert – und nicht mehr akzeptabel ist.
Die E-MTB Award Night in Leonberg – Wendepunkt für die Bike-Welt
April 2026. Wir sind zurück in den Staud Studios, dem Ort, an dem die Branche traditionell zusammenkommt. Unter den seidenen Tüchern warteten sie bereits: die Siegerbikes des großen Vergleichstests 2026. Doch so beeindruckend die in Szene gesetzten Bikes auch waren, der Fokus lag dieses Jahr auf größeren Themen.
Parallel zur Präsentation der Vergleichstest-Gewinner fand der 41 Leadership Summit statt. Zwischen Scheinwerfern und Carbon wurde schnell klar, dass die Bike-Welt vor tiefergehenden Fragen steht als nur dem nächsten Newtonmeter-Update. Es wurde diskutiert, hinterfragt und neu gedacht. Und erste Schritte in eine neue Richtung unternommen.
Einen tieferen Einblick in die Debatten und Ergebnisse des Summits findet ihr im ausführlichen Report in dieser Ausgabe.
Und ja, als Magazin könnten wir sagen: Job done. Aber predigen, ohne zu handeln, ist keine Option für uns. Deshalb ändern wir, was in unserer Kontrolle liegt: Wie wir Produkte testen, wie wir sie bewerten und worauf wir unsere Aufmerksamkeit richten.
Neue Regeln: Warum wir ab sofort E-MTBs anders bewerten
Die Logik dahinter? Vergleichstests küren nicht nur Sieger. Ihre Testkriterien definieren, was im Markt als relevant gilt. Zahlreiche Marken entscheiden anhand von ihnen, wie und welche Produkte sie entwickeln, welche Argumente Händler im Verkaufsgespräch nutzen und woran sich Kunden bei ihrer Kaufentscheidung orientieren oder welche Fragen sie beim Kauf stellen. Tests beeinflussen die Produktentwicklung. Wenn wir falsche Superlative belohnen, baut die Branche an den Bedürfnissen der Rider vorbei. Und wenn wir gewisse Aspekte gar nicht berücksichtigen, die für den Rider da draußen aber relevant sind, dann kann es sein, dass das bei den Herstellern auch kein Augenmerk mehr bekommt. Deshalb haben wir unsere Bewertungskriterien für 2026 grundlegend überarbeitet. Drei neue Qualitätsmerkmale stehen im Mittelpunkt:
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01 Fahrqualität & Rideability Wie gut fühlt sich das Bike wirklich auf dem Trail an? Macht es euch schneller, sicherer, selbstbewusster – egal, ob Einsteiger oder Experte? Und vor allem: Wie leicht könnt ihr dieses Potenzial abrufen? |
02 Produkt- & Systemqualität Wir schauen aufs große Ganze. Vom Rahmen über das Fahrwerk bis zur Motorsteuerung und den Details im Cockpit – funktioniert das Bike als durchdachtes System oder verliert es sich in Kompromissen? |
03 Ownership & User Experience Wie ist es, dieses Bike zu besitzen, nicht nur am ersten Wochenende, sondern nach mehreren Monaten und vielen Kilometern? Macht es den Alltag leichter und lässt es sich einfach warten? |
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UNSER MAßSTAB: Ein Testsieger definiert sich nicht über extreme Spezifikationen. Es ist das Bike, das als vollständiges System am besten performt – auf dem Trail, in der Werkstatt und während des gesamten Ownership-Zeitraums. |
Rider Experience First, Technology Second
Warum gibt es das alles eigentlich? Den einstellbaren Lenk- oder Sitzwinkel? Die Anpassung der Tretlagerhöhe, der Kettenstreben, der Hinterbau-Progression? Warum dieser kollektive Drang nach immer mehr Einstellmöglichkeiten, immer mehr Individualismus, immer mehr Features?
Keine Frage, ein Bike so gut wie möglich an den Rider und seine Bedürfnisse anzupassen, ist supersinn- und wertvoll. Doch der Markt ist voll. Jeder Hersteller kämpft um dieselbe Aufmerksamkeit, dieselben Händler, dieselben Kunden. Und weil echter technischer Fortschritt schwer zu kommunizieren ist, entstehen künstliche USPs. Lösungen für Probleme, die ein Großteil der Kunden nie hatte. Features, die primär eines leisten: dem Handel neue Verkaufsargumente liefern.
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Mehr Features erhöhen die Preise, aber nicht die Accessibility des Sports. Sie erhöhen die Komplexität, aber nicht die Zufriedenheit. Und weil die Industrie sich an diesen Zyklus gewöhnt hat, wird jede Modellgeneration feature-reicher – unabhängig davon, ob irgendjemand das wirklich braucht. |
Das Paradoxe daran: Es gibt echte Schmerzpunkte im E-MTB-Alltag – Punkte, an denen die Industrie dem Rider mit wenig Aufwand enormen Mehrwert bieten könnte und auch müsste. Nur werden diese Punkte selten angesprochen, weil sie sich schlecht vermarkten lassen. Ein Bike, das einfach funktioniert, keine Geräusche macht, sich intuitiv einstellen lässt und nach zwei Jahren noch genauso läuft wie am ersten Tag – das klingt nicht nach Revolution. Aber genau das ist es, was die meisten wollen, wenn man ehrlich ist.
E-Mountainbike-Test 2026 – So haben wir unseren Vergleichstest erweitert
- Erstmals dedizierte Einsteiger-Test-Session auf den Trails
- Reichhöhen-Messungen & Systemeffizienz unter standardisierten Bedingungen
- Herstellerbefragung zu Wertschöpfung, Service und Garantie
- Leserumfrage zur Service-Realität im Alltag
- Schwerpunkt- & Gewichtsanalyse mit Feinwaage
- Quantifizierte Traktions- & Uphill-Performance-Tests
Die Fragen, die wir im großen E-Mountainbike-Vergleichstest 2026 beantworten
- Sind moderne E-MTBs zu teuer geworden und wer profitiert davon wirklich?
- Sind 1.500 Watt wirklich die Zukunft und wie viel davon ist auf dem Trail überhaupt sinnvoll nutzbar?
- Welches Bike überzeugt nicht nur im Labor, sondern auch nach 1.000 km im Alltag?
- Reichen 6.000 € heute noch für ein gutes E-MTB?
- Und vor allem: Was ist das beste E-MTB 2026?
Willkommen zum größten Vergleichstest des Jahres – mit Trail-Tests, Labor-Analysen, Service-Checks und klarer Kaufberatung für jeden Fahrertyp.
Was und wie wir im E-Mountainbike-Vergleichstest 2026 getestet haben
Unser Testfeld ist bewusst breit aufgestellt. Vom leichten, effizienten E-MTB mit kleinem Akku bis zum potenten Full-Power-Boliden mit viel Drehmoment und maximaler Leistung, vom preislich attraktiven Alu-Bike bis zum sechsstelligen High-End-Konzept. Genau diese Bandbreite ist wichtig, denn nur so lassen sich die zentralen Fragen dieses Tests wirklich beantworten.
Natürlich kann man ein 17,5-kg-Bike mit 400-Wh-Akku nicht eins zu eins mit einem 26-kg-Full-Power-E-MTB vergleichen, wenn man nur einzelne Werte betrachtet. Genau deshalb bewerten wir keine Datenblätter, sondern Einsatzzwecke und Gesamtkonzepte. Entscheidend ist nicht, ob jedes Bike in jeder Disziplin gleich gut ist, sondern wie überzeugend es seine eigene Idee umsetzt und für welchen Fahrertyp es geeignet ist und Sinn ergibt.
Ein leichtes E-MTB muss nicht die beste Shuttle-Alternative sein. Ein Full-Power-Bike muss nicht automatisch bergab am meisten Spaß machen. Und das teuerste Bike ist nicht zwangsläufig das beste. Unser Vergleich zeigt, wo jedes Konzept glänzt, wo es Kompromisse eingeht und welches Bike am Ende für welchen Fahrer die beste Kaufentscheidung ist.
| Marke | Modell | Motorsystem | Akkukapazität lt. Hersteller (Wh) | Gewicht (kg) | Preis |
| Abums* | Model One | MAHLE M40 | 800 | 23,8 | 11.900 € |
| AMFLOW | PX Carbon Pro | Avinox M2S | 700 | 21,4 | 9.999 € |
| AMFLOW | PR Carbon Pro | Avinox M2S | 800 | 24,2 | 5.899 € |
| AMFLOW | PR Carbon | Avinox M2 | 800 | 23,5 | 4.499 € |
| Aventon | Current EXP | Aventon Ultro X | 800 | 24,0 | 5.499 € |
| Atherton | S.170E | Avinox M2S | 700 | 24,0 | 8.549 € |
| Centurion | No Pogo R7000 | Bosch Performance Line CX | 800 | 24,3 | 8.799 € |
| FOCUS* | JAM² NEXT | Bosch Performance Line CX | 600 | 23,8 | nicht zum Verkauf |
| FOCUS* | JAM² 6.9 | Bosch Performance Line CX | 600 | 25,5 | 6.699 € |
| GIANT* | Reign Advanced E+ 1 | GIANT SyncDrive Pro3 | 560 | 23,4 | 7.999 € |
| Haibike | AllMtn CF 11 TRN/IQ 2025 | Pinion MGU E1.12 | 800 | 24,3 | 9.000 € |
| Haibike* | HYBE CF 11 MY 2026 | Bosch Performance Line CX-R | 800 | 23,9 | 11.000 € |
| Instinctiv* | Ocelot 135 | maxon AIRDRIVE S | 400 | 20,6 | 10.835 € |
| Megamo | REASON CRB 01 | Avinox M2S | 800 | 22,0 | 10.999 € |
| Norco* | Range VLT CX C1 | Bosch Performance Line CX | 800 | 22,7 | 9.900 € |
| Pivot* | Shuttle LT | Bosch Performance Line CX-R | 800 | 24,1 | 14.999 € |
| Propain* | Sresh SL | TQ HPR 60 | 580 | 20,6 | 10.499 € |
| Orbea* | Rise LT M-Team | Shimano EP801 | 630 | 20,3 | 10.189 € |
| ROTWILD* | R.EX ULTRA | DJI Avinox M1 | 864 | 22,1 | 12.490 € |
| ROSE* | Slab Plus | Bosch Performance Line CX-R | 800 | 22,4 | 6.900 € |
| Santa Cruz | Vala AL 70 | Bosch Performance Line CX | 600 | 24,1 | 6.299 € |
| Santa Cruz* | Bullit XO AXS RSV | Bosch Performance Line CX | 600 | 22,2 | 11.699 € |
| Sants* | E-SF 4.0 | MAHLE M40 | 800 | 24,5 | 7.985 € |
| Specialized | Levo R | S-Works 3.1 | 840 | 21,5 | 13.999 € |
| Specialized | Turbo Levo 4 Comp Alloy | S-Works 3.1 | 840 | 26,1 | 6.999 € |
| Specialized | S-Works Turbo Levo 4 | S-Works 3.1 | 840 | 23,7 | 14.499 € |
| SIMPLON* | Rapcon :eCX | Bosch Performance Line CX | 800 | 24,4 | 9.779 € |
| Yeti | LTe T4 | Bosch Performance Line CX | 800 | 23,8 | 14.499 € |
| Thömus | Lightrider E_MAX | maxon AIRDRIVE S | 400 | 17,5 | 12.450 € |
| ███████████** | ███████████ | Bosch Performance Line CX | 800 | 25,1 | nicht bekannt |
*Für dieses Bike gibt es keinen extra Testbericht, unser Fazit findet ihr jedoch in der Übersicht am Ende dieses Artikels.
**Dieses Bike ist Stand 14.05.2026 noch nicht veröffentlicht worden und daher nicht in dieser Ausgabe aufgeführt.
Test-Realität: 3 Wochen Tremp, Schweiß und harte Daten
Warum Tremp in Katalonien das perfekte Revier für unseren E-Mountainbike-Vergleichstest 2026 ist
Out of Office und dennoch hart am Arbeiten? Das war unser Programm für drei Wochen im Januar 2026. Unser Testlager für diesen Vergleich lag diesmal in Tremp, einer kleinen Provinzstadt inmitten der katalanischen Pyrenäen – circa zwei Stunden östlich von Barcelona, eingebettet zwischen blauen Stauseen, rotbraunem Lehmboden und dem Panorama schneebedeckter Gipfel im Hintergrund. Der kleine Ort fliegt noch unter dem Radar der internationalen Bike-Community, bietet aber alles, was ein E-MTB an seine Grenzen bringt.
Das Trailnetz rund um Tremp ist das Werk des lokalen gemeinnützigen Vereins Lo Podall, der ein Streckennetz aufgebaut hat, das beachtlich ist. Flowtrails mit geshapten Kurven durch roten Lehm, schnelle Highspeed-Sektionen über Felsplatten, ausgesetzte Gratkanten und technische Kletterpassagen. Für einen umfassenden Vergleichstest mit den 30 heißesten E-MTBs 2026 gibt es kaum einen besseren Ort.
Nach getaner Arbeit hielten uns kleine Cafés, in denen der Espresso so stark ist wie die lokale Begeisterung für den Sport, sowie Tapas-Bars, die unsere Lebensgeister nach zehn Stunden im Sattel wieder weckten, bei Kräften. Es ist diese Mischung aus katalanischer Herzlichkeit und der rauen, ungeschminkten Natur der Pyrenäen, die Tremp zum perfekten Basislager für unseren Vergleichstest 2026 gemacht hat.
Untergebracht im Hotel Segle XX hatten wir unsere 30 Bikes verstaut, Akkus geladen und über drei intensive Wochen hinweg jedes einzelne Modell auf die Trails geschickt – auf unterschiedlichem Terrain, mit unterschiedlichen Fahrern, bei unterschiedlichen Bedingungen. Einsteiger auf gemäßigten Trails, Experten auf verblockte Tech-Sektionen, Reichhöhen mit konstanter Wattmessung, Traktionstests an steilen Felssektionen. Was ihr jetzt lest, ist das Destillat aus Trail-Erfahrung, Messfahrten und vielen langen, ehrlichen Diskussionen im Team.
Out of Office, aber hart am Arbeiten – Unsere Testcrew
Hinter einem Test dieser Größenordnung steckt kein einzelner Mensch mit einer Meinung, sondern ein Team mit sehr unterschiedlichen Brillen. Das ist Absicht. Denn ein Bike, das den einen auf einer verblockten Tech-Sektion begeistert, muss auch den anderen überzeugen, der keine Rennen fährt.

Durch meine jahrelange Erfahrung in der Produktentwicklung bei MERIDA und YT schaue ich automatisch tief unter die Haube. Mich begeistern Details und eine saubere technische Umsetzung, die über den Standard hinausgeht. Beim Specialized Levo R hat für mich genau das gepasst.

Ich gebe es zu: Gewicht interessiert mich und ich habe ein besonderes Auge für Effizienz und das letzte Gramm. Für mich muss jedes Bauteil einen Sinn ergeben und ich liebe es, wenn Ingenieurskunst konsequent auf die Spitze getrieben wird, ohne die Rideability zu opfern. Im Thömus Lightrider E_MAX habe ich ein überraschend starkes Gesamtpaket gefunden, das meinen Nerv voll trifft. Es ist das ideale Tool für Rider, die maximale Performance bei minimalem Ballast suchen und fasziniert davon sind, wie leichtfüßig sich moderne E-MTBs anfühlen können.

Ich mag Bikes, die ehrlich sind. Für mich muss ein E-MTB nicht das teuerste oder extremste Bike im Test sein, sondern im Alltag und auf dem Trail einfach Sinn ergeben. Ich achte stark auf Details, Preis-Leistung und Fahrcharakter. Das Santa Cruz Vala AL hat mich genau deshalb abgeholt. Es kombiniert einen attraktiven Preis mit starken Fahreigenschaften, viel Vertrauen und robuster Ausrichtung.

Ich fahre gern schnell, aber ich will nicht gegen mein Bike kämpfen. Für mich muss ein E-MTB Vertrauen geben, viel Grip generieren und auch dann ruhig bleiben, wenn der Trail schneller, steiler oder ruppiger wird. Das Yeti LTe T4 hat mich vor allem mit seiner Traktion, seinem hohen Sicherheitsempfinden und kontrolliertem Fahrgefühl überzeugt.

Als Verlagsgründer bin ich schon fast jedes Bike gefahren, aber am Ende zählt für mich vor allem der Weitblick und das Grinsen im Gesicht. Ein Bike muss sich für mich spielerisch und intuitiv anfühlen, ich liebe es, wenn das Handling agil ist und ich das Bike aktiv in Kurven drücken kann, ohne gegen die träge Masse eines schweren Systems zu kämpfen. Das Megamo REASON CRB hat mich hier überzeugt und war das perfekte Tool für maximale „Good Times“ und bei ordentlich hoher Laufruhe.

Ich bin nicht der Fahrer, der das Fahrwerk bis aufs letzte Detail feinjustiert oder jedes Segment auf Zeit fährt. Ich will mich auf dem Bike sicher fühlen, Spaß haben und merken, dass mich das Bike unterstützt, statt mich zu überfordern. Genau deshalb war das Atherton S.170E für mich so beeindruckend. Es sieht kompromisslos aus und hat richtig viel Performance, fährt sich aber erstaunlich intuitiv und vertrauenerweckend. Ich habe mich darauf sofort wohlgefühlt.

Zeit ist für mich ein kostbares Gut, weshalb ich die schnelle, intensive Runde am Abend liebe. Ein E-MTB ist für mich das perfekte Trainingstool, um in kurzer Zeit so viele Abfahrten wie möglich zu sammeln, deshalb bin ich auch 16 Bikes im Vergleichstest leergefahren, um die Reichhöhe und den Wirkungsgrad zu analysieren. Im AMFLOW PX Carbon Pro habe ich einen Gefährten gefunden, der mir richtig Spaß macht.

Ich sehe Bikes oft dann, wenn sie nicht mehr perfekt funktionieren. Wenn Bremsen entlüftet werden müssen, Schaltungen nicht mehr funktionieren, Kabel klappern oder irgendeine Abdeckung plötzlich verschwunden ist. Deshalb achte ich stark auf Servicefreundlichkeit, Alltagstauglichkeit und darauf, ob ein Bike auch außerhalb des Trails sinnvoll gedacht ist. Das SIMPLON Rapcon :eCX hat mir genau deshalb gefallen. Es ist nicht nur trailtauglich, sondern deckt mit Anhängerfreigabe und Ständeraufnahme auch den Alltag mit meinem Hund Nina ab.

Chief Vibe Officer – entscheidet nach Bauchgefühl. Meistens richtig. Während wir über Wirkungsgrade, Kinematik und Motorcharakter diskutierten, hatte Nina die wichtigste Erkenntnis des Tests längst verstanden: rausgehen, Dreck an den Pfoten sammeln und jeden Trail mit maximaler Lebensfreude nehmen.

Ich komme aus Innsbruck und sitze viel auf dem Bike. Ich trete gern selbst, mag ein direktes Fahrgefühl und brauche kein E-MTB, das mir jede Anstrengung abnimmt. Für mich soll Unterstützung genau das sein: Unterstützung, nicht Ersatz. Deshalb habe ich mich auf dem Propain Sresh SL schnell zuhause gefühlt. Es ist leicht, direkt und fordert mich noch genug, um mich aktiv zu betätigen.

Ich schaue gerne ganz genau hin: Beim Erfassen und bei der Analyse von Messdaten genauso wie beim Fahrverhalten der E-Bikes. Gerade dann, wenn die Feinabstimmung des Antriebs zum Meistern von „Impossible Climbs” beiträgt oder mir den Erfolg verweigert. Für mich ist eine gute Abstimmung wichtiger als reine Power, ein gutes Handling wichtiger als viel Federweg. Darum war das Specialized Turbo Levo 4 mein persönlicher Favorit, weil es den mit seinem top abgestimmten Antrieb und dem spielerischen Handling sein eher durchschnittliches Gewicht vergessen lässt.

Als Videograf habe ich den Test durch meine Linse begleitet und die Emotionen und Action dokumentiert. Dabei habe ich ein Gespür für Feinheiten und kleine Details entwickelt, aber mein Bike muss vor allem eines sein: unkompliziert. Ich will aufsteigen und losfahren. Genau das hat das ROSE Slab Plus geliefert: leichtfüßig, stabil und selbst mit schwerem Kameraequipment ein verlässlicher Begleiter auf dem Trail.
High-End-Power vs. Anfänger-Skills: Die Einsteiger-Session im E-MTB-Vergleichstest 2026
Drei Tester, vier Bikes und eine entscheidende Frage: Muss man ein Profi sein, um ein kompromissloses E-Mountainbike zu bändigen? Susanne, Manne und Erik haben sich für uns in den Sattel geschwungen und das Atherton S.170E, das Santa Cruz Vala 70 AL, das Yeti LTe T4 sowie das Aventon Current EXP aus einem ganz anderen Blickwinkel erprobt. Die Sorge, dass brutale Motorleistung weniger geübte Fahrer direkt überfordert, stand im Raum. Doch die Ergebnisse zeigen ein ganz anderes Bild.
Das Atherton hinterließ bei allen Testern den stärksten Eindruck und wurde einheitlich als extrem leistungsstark, aber dennoch jederzeit kontrollierbar beschrieben. Es lieferte die perfekte Mischung aus Emotion und Kontrolle: Trotz der massiven Power von bis zu 1.500 Watt entstand bei keinem der drei Tester das Gefühl, dass das Bike mit einem „abhauen“ würde – stattdessen wurde das Fahrverhalten „wie auf Schienen“ beschrieben und zauberte allen ein fettes Grinsen ins Gesicht.
Das Yeti wurde zwar ebenfalls als hochwertiges und zuverlässiges Zugpferd geschätzt, wirkte jedoch mit seinem wuchtigen Unterrohr und der massiven FOX Podium-Gabel nach etwas „zu viel Bike“. Beim Aventon überzeugten wiederum der hohe Komfort, das sanfte Fahrverhalten und die starken Bremsen. Aufgefallen ist das im Vergleich zum Bosch-System eher träge Ansprechverhalten des Motors. Das Santa Cruz Vala hingegen wurde als das unauffälligste Bike der Runde wahrgenommen – und das im absolut positiven Sinne: Unmittelbar vermittelte das Bike ein sehr sicheres Fahrgefühl und wurde als grundsolider, treuer Begleiter für lange Touren beschrieben.
Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass gerade die vermeintlich kompromisslosen High-End-Modelle durch ihre kontrollierte Leistungsabgabe und Spurtreue auch weniger erfahrenen Fahrern ein hohes Sicherheitsgefühl bieten können. Das Atherton S.170E erwies sich in dieser Hinsicht als der überzeugendste Kompromiss aus hoher Leistung bei gleichzeitig zugänglicher Fahrbarkeit. Während die Technik überzeugt, kann die physische Präsenz (Optik, massive Bauweise, etc.) bei Einsteigern unterschiedliche Reaktionen auslösen. Was für die einen Vertrauen schafft, wirkt auf andere als „zu viel Bike“. Hier zeigt sich, dass die emotionale Zugänglichkeit oft stärker durch die Optik und das Gewicht beeinflusst wird als durch die maximale Motorpower.
Was wir im E-Mountainbike-Vergleichstest 2026 getestet haben:
- Rideability für Einsteiger & Experten
Alle 30 Bikes wurden back to back in Tremp getestet, auf denselben Trails und sowohl von Experten als auch Einsteigern gefahren. Wichtig war nicht nur ultimative Performance, sondern Beherrschbarkeit und Fahrspaß. Wie intuitiv lässt sich ein Bike fahren? Wie gut lässt sich die Motorleistung dosieren?
- Gewicht ist nicht alles – der Schwerpunkt zählt
Die Spannbreite im Testfeld reichte von 17,5 kg bis zu 26,1 kg, fast neun kg Unterschied zwischen dem leichtesten und dem schwersten Bike im Test. Wer jetzt denkt, dass sich das direkt auf das Fahrgefühl überträgt, liegt oft falsch. Gewicht ist nicht gleich Gewicht. Ein Kilogramm tief im Rahmen oder nah am Tretlager wirkt auf dem Trail anders als dasselbe Kilogramm weit oben im Bike. Deshalb haben wir jedes Bike zweimal auf der Feinwaage vermessen und anschließend eine Schwerpunktanalyse durchgeführt. Unser passender Deep Dive-Artikel hierzu folgt in den kommenden Wochen.
- Reichhöhe & Effizienz des Gesamtsystems
Die Akkukapazität in Wattstunden entscheidet nicht allein darüber, wie weit ein Bike wirklich kommt. Die weiteren entscheidenden Variablen liegen woanders: Motoreffizienz, Reifenwahl, Geometrie, Setup, Akku-Management. Wir haben Reichhöhen-Fahrten unter standardisierten Bedingungen durchgeführt. Ergebnis: Gesamtwirkungsgrade zwischen 29 und über 40 %, gefahrene Höhenmeter zwischen 1.067 und 1.912 – fast das Doppelte zwischen dem schlechtesten und dem besten Wert im Test. Der Reifen hat dabei oft mehr Einfluss auf die Reichweite als der Motor selbst.
- Traktion & Uphill-Performance
Mehr Motorpower bedeutet nicht automatisch mehr Traktion. Ein zu aggressiver Motorcharakter sorgt eher für schnelles Durchdrehen statt für kontrollierten Vortrieb. Ein schlechtes Nachlauf-Verhalten macht schwierige Tec-Passagen zur Lotterie. Deshalb haben wir die Uphill-Performance quantifiziert: Anfahren am steilen Fels, Traktionsanalysen auf definierten Sektionen, Motorverhalten bei sinkender Kadenz, Powerholes, Beschleunigungscharakter und Ruckverhalten. Ergänzt durch Zeitmessungen, um zu objektivieren, was wir auf dem Trail fühlen. Auch hierzu erscheint ein gesonderter Deep Dive-Artikel.
- Umfrage & Herstelleranfragen
Ein gutes E-MTB muss nicht nur auf dem Trail überzeugen, sondern auch nach dem Kauf. Deshalb haben wir Hersteller gezielt zu Service, Garantie, Ersatzteilversorgung, Herkunft und Wertschöpfung befragt: Wo werden Rahmen gefertigt, wo montiert, wie transparent sind Lieferketten und was passiert im Garantiefall? Zusätzlich haben wir eure Erfahrungen aus unserer Leserumfrage und Service-Umfrage ausgewertet, um zu zeigen, wie Service und Support in der Realität wirklich aussehen.
Erkenntnisse I – Usability, Rideability & der Händler-Gap
Warum echte Bedürfnisse oft übersehen werden – Der Kunde vs. der Markt
Markt und Kunde sind nicht dasselbe. Das klingt selbstverständlich, aber die Konsequenzen daraus gehen in der Fahrradbranche oft unter. Der Kunde ist keine abstrakte Zielgruppe, sondern die Person, die samstags um 9 Uhr auf dem Parkplatz des lokalen Trails steht und einfach nur fahren will. Der Markt hingegen ist das System, das prägt, was dieser Kunde für erstrebenswert hält: Markenkommunikation, Händlerargumente, Tests, Social Media, Race-Teams, Messen.
If I had asked people what they wanted, they would have said faster horses.
-HENRY FORD
Menschen wollten nicht schnellere Pferde, sie wollten schneller ankommen. Das ist ein Unterschied, den Henry Ford erkannt und vieles verändert hat.
Menschen formulieren Wünsche fast immer innerhalb dessen, was sie bereits kennen. Echte Produktentwicklung muss tiefer gehen – beobachten, statt nur fragen, Nutzung verstehen, statt nur Antworten sammeln und Innovationen mutig zu Ende denken.
Kaum ein Kunde schafft es, seine eigenen Bedürfnisse wirklich präzise in Worte zu fassen. Nicht, weil wir dazu unfähig wären, sondern weil wir Wünsche fast immer innerhalb dessen formulieren, was wir bereits kennen und was uns der Markt als erstrebenswert beigebracht hat. Mehr Power. Weniger Gewicht. Bessere Ausstattung. Das schnellere Pferd eben.
Die Aufgabe der Hersteller sollte nicht nur sein, bessere Produkte zu bauen, sondern eine bessere Nutzung zu ermöglichen, mit mehr Qualität, höherer Haltbarkeit und einem verständlichen Setup, damit Rider das Potenzial ihres Bikes auch wirklich ausschöpfen können.
99,9 % der E-MTB-Käufer sind keine Profis
Betritt man einen gut sortierten Fahrradladen, hängen die Bilder an den Wänden: Whips über Doubles. Flat-Drops bei Sonnenuntergang. Tabletops auf dem World-Cup-Trail. Profis, die Dinge tun, für die 99 % der Kaufinteressenten entweder nicht das Können, nicht das Terrain oder schlicht nicht das Bedürfnis haben. Die Werbung in Magazinen, auf Instagram und auf den Produktseiten der Hersteller folgt derselben Logik. Alles wird inszeniert, als wäre jeder Käufer ein potenzieller Enduro-Profi, der noch auf seinen ersten Weltcup-Start wartet.
Und grundsätzlich ist daran nichts falsch. Racing, Speed und der Drang, ans Limit zu gehen, gehören zur Faszination des Mountainbikens. Anders als beim Auto ist die Grenze zwischen Serienprodukt und Pro-Level (F1 oder Rallye-Car) im Bike-Sport tatsächlich fließend: Bikes wie ein Specialized Demo oder Orbea WILD werden verkauft und gleichzeitig auf höchstem Niveau im World-Cup gefahren. Diese Nähe zum Profisport macht Mountainbikes emotional, begehrenswert und glaubwürdig.
Problematisch wird es erst, wenn dieses Pro-Level zur einzigen Messlatte wird. Das hat unsere große Leserumfrage deutlich gezeigt: Die meisten E-MTB-Käufer fahren Singletrails, wollen Fahrspaß, ein intuitives Gefühl und ein Bike, das einfach funktioniert. Der Großteil kommt nie in die Nähe dessen, wofür viele High-End-Bikes entwickelt und beworben werden.
Aspiration ist also nicht das Problem. Das Problem entsteht, wenn aus Inspiration ein falscher Maßstab wird. Nicht jedes E-MTB muss sich anfühlen, als wolle es am Wochenende ein Rennen gewinnen. Viele Käufer brauchen kein Bike fürs absolute Limit, sondern eines, das ihnen Sicherheit gibt, Vertrauen aufbaut und auf dem Trail funktioniert.
Der Performance-Gap im E-Mountainbike-Vergleichstest 2026 – Usability & Rideability
Und was haben jetzt die Marzocco-Siebträgermaschine, der Porsche 911 und die Le Creuset-Schmorpfanne mit Bikes aus unserem E-MTB-Vergleichstest zu tun? Mehr, als man auf den ersten Blick denkt!
Sie alle sind Premium-Produkte. Teuer, begehrenswert, hervorragend gemacht, aber ihr Wert entsteht nicht allein durch ihre technischen Möglichkeiten. Eine La Marzocco kann grandiosen Espresso machen, aber nur, wenn man weiß, wie man Mahlgrad, Druck, Temperatur und Timing zusammenbringt. Und zwar bei der Mühle! Viele der realen Käufer können einen Sportwagen nicht wie einen Sportwagen bewegen. Deshalb sind Bildung und Fahrertraining so wichtig und dort, wo es sinnvoll ist, auch unterstützende Technologien: Etwa ein Wet-Mode, der ein leistungsstarkes System wie im Porsche 911 bei schwierigen, nassen Bedingungen deutlich besser kontrollierbar macht. Und die Le Creuset? Die kann jedes Gericht, das ein billiger Topf auch kann. Aber nur, wenn du weißt, wie man damit kocht.
Wir haben heute Bikes, die mehr können als je zuvor. Aber die zentrale Frage ist nicht, wie viel ein Bike theoretisch kann. Sondern: Wie viel davon kann der Fahrer wirklich nutzen? Und wie stark hilft die Marke dem Kunden, das volle Potenzial wirklich auszunutzen oder überlässt sie es dem Zufall im Handel?
Ein gutes E-MTB ist kein gutes Bike, nur weil es in der Theorie maximale Performance besitzt. Es ist gut, wenn es diese Performance zugänglich macht. Wenn es dem Fahrer Vertrauen gibt, statt ihn zu überfordern. Wenn es nicht nur Experten schneller macht, sondern auch Einsteigern hilft, sicherer, entspannter und mit mehr Spaß zu fahren. Zugänglichkeit ist ein Teil von Performance – vielleicht sogar der wichtigste Part.
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Echte Performance ist nicht das Maximum, das ein Bike, Fahrwerk oder einzelne Komponenten im Labor leisten können. Es ist das, wie viel dieser Fähigkeit ein Fahrer auf dem Trail tatsächlich nutzen kann. Wir wollen keine weniger fähigen Bikes, wir wollen zugängliche Performance. |
Dieser Unterschied zieht sich durch das gesamte Testfeld. Es gibt Bikes im Test, die auf dem Papier stärker, leichter oder technisch ausgereifter sind und trotzdem auf dem Trail weniger überzeugen als Bikes, die ihre Performance besser zugänglich machen, intuitiver reagieren und dem Fahrer mehr Vertrauen geben.
Help the Riders – Wie einfach ist es, die Performance zu nutzen?
Wir leben in der am besten ausgerüsteten und gleichzeitig am wenigsten technisch versierten Generation in der Geschichte des Outdoorsports. Noch nie hatten so viele Menschen Zugang zu so hochwertigem Equipment. Und noch nie war die Lücke zwischen dem, was dieses Equipment kann, und dem, was seine Besitzer daraus machen, so groß.
Viele Käufer erwerben das Bike, die Ausrüstung, den Traum und nutzen nie wirklich das, wofür diese Produkte gebaut wurden. Das ist kein Vorwurf. Wer ein 10.000-€-Bike kauft und das Fahrwerk nie korrekt eingestellt bekommt, fährt de facto ein schlechteres Bike als jemand, der ein 5.000-€-Bike mit perfektem Setup bewegt. Die meisten E-MTB-Fahrer wollen sich nicht an race-spezifisches Fahrverhalten gewöhnen müssen oder gar ein Setup-Diplom machen. Sondern vor allem eines: fahren!
Setup-Realität – Wunde Finger und verschenkte Performance
Man erfindet und verbaut Features, die man vielleicht einmal nutzt und danach nie wieder. Das bringt primär Komplexität und macht Produkte teurer. Wir diskutieren in Fachmedien über Dämpfungsprogressionseinstellungen und Flip-Chip-Varianten – bekommen es aber nicht hin, dass bei vielen Händlern beim Kauf ein vernünftiges Grundsetup gemacht wird. Das ist die eigentliche Schande. Beispiele gefällig?
NEGATIVBEISPIELE IM TEST
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POSITIVBEISPIELE IM TEST
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Auch Details wie Drehmoment-Angaben an Hinterbau- und Lagerschrauben zählen, damit ein Hobby-Schrauber nicht erst Dokumente suchen muss und dann doch mal eine Schraube abreißt. Es bedeutet, dass der Dämpfer so zugänglich montiert ist, dass man ihn mit dem mitgelieferten Werkzeug tatsächlich erreicht. Außerdem bedeutet es, dass ein Händler, der ein 9.000-€-Bike verkauft, auch weiß, wie er es für seinen Kunden optimal einstellt und dafür auch vergütet wird.
Der Händler-Gap: Zwischen Produktversprechen und Kunden-Realität
Die harten Fakten unserer Erhebung zu euren Kauferfahrungen mit 354 Teilnahmen zeichnen ein denkwürdiges Bild: Für mehr als die Hälfte der Käufer (54 %) wurde bei der Bike-Übergabe keinerlei individuelles Setup durchgeführt. Das Problem wurzelt oft schon im Verkaufsprozess selbst, denn fast jedem zweiten Befragten (47 %) wurde eine professionelle Abstimmung gar nicht erst angeboten. Wer 8.000 € oder mehr investiert und dann mit falschem SAG oder suboptimalen Hebelpositionen den Laden verlässt, fährt ein völlig anderes – und schlechteres – Bike als das, welches er im Testbericht gelesen hat.
Selbst wenn Hand beim Händler angelegt wird, bleibt es meist bei den absoluten Basics wie der Sattelposition (39 %) oder dem SAG (42 %). Die für die Fahrsicherheit kritische Zugstufe (Rebound), die über Kontrolle oder Sturz entscheiden kann, wurde bei fast 69 % aller Übergaben schlichtweg ignoriert. Komplexe Fahrwerksparameter, wie die Druckstufen (Compression), blieben bei rund 80 % der Übergaben völlig unberührt und unangesprochen. Parallel dazu herrscht ein massives Informations-Vakuum: Über 55 % der Käufer erhielten keinerlei proaktive Erklärungen zu Technik, Wartung oder Garantie – in Deutschland liegt dieser Wert sogar bei 66 %.
Diese Daten untermauern unsere These: Die Differenz zwischen einem gut und einem schlecht eingestellten Bike wiegt schwerer als der technische Unterschied zwischen zwei Modelljahren. Da viele Händler am Setup kaum verdienen und es oft nur als lästige, kostenlose Beigabe sehen, ist ein radikales Umdenken nötig. Und vielleicht auch ein neues Geschäftsmodell mit besserer Wissensvermittlung und einem positiveren Kauferlebnis. 100 bis 200 € für ein echtes Profi-Setup sind keine Zusatzkosten, sondern eine sinnvolle Investition, um das volle Potenzial und die Sicherheit eines modernen E-MTBs überhaupt erst freizuschalten. Die Bike-Branche verkauft Premium-Produkte, der Service beim Kauf ist unserer Umfrage zufolge jedoch eher Holzklasse.
Erkenntnisse II – Technik, Kosten und die Avinox-Ära
Wie können sich Hersteller im Avinox-Zeitalter differenzieren?
Wir haben das schon einmal gesehen. Mit dem Siegeszug des Bosch Performance Line CX wurden viele Bikes technisch immer ähnlicher: gleicher Motor, ähnliche Akkus, vergleichbare Looks und Geometrien. Und trotzdem haben sich einige Marken klar abgehoben. Jetzt, mit Avinox, beschleunigt sich diese Entwicklung noch einmal. Viele Hersteller stellen schnell um, verständlich bei dem aktuellen Druck im Markt. Manche handeln überhastet, indem sie ihren Entwicklungszyklus kürzen. Andere agieren mit etwas mehr Zeit, aber mit der Gefahr, nicht mehr der Erste zu sein. Doch genau hier liegt die Chance:
Wenn die Hardware immer ähnlicher wird, entsteht Differenzierung an anderer Stelle: bei Service, der Markenkultur, der Community. Und vor allem im echten Verständnis der eigenen Zielgruppe. Die Frage ist nicht mehr nur, was steckt im Bike? Sondern wofür steht die Marke und für wen baut sie dieses Bike? Hersteller, die sich hier klar positionieren, werden gewinnen. Nicht trotz, sondern gerade wegen der technischen Angleichung. Das erfordert Mut: klare Profile, bewusste Entscheidungen, vielleicht auch längere Entwicklungszyklen. Aber genau darin liegt das Potenzial, aus Austauschbarkeit wieder echte Identität zu machen.
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HELP THE RIDERS More skills, better setups, unique experiences beyond the product. Das ist eine Differenzierungsstrategie, die langfristig funktioniert, weil sie nicht kopierbar ist. Ein Motor lässt sich von jedem Hersteller verbauen. Eine echte Beziehung zwischen Marke und Fahrer nicht. |
Müssen moderne E-MTBs so teuer sein?
Ein Blick in unser Testfeld gibt darauf eine ziemlich klare Antwort. E-MTBs sind in den letzten Jahren deutlich teurer geworden und das hat nachvollziehbare Gründe. Hochwertige Komponenten von etablierten Zulieferern wie SRAM, Shimano oder FOX, aufwendige Rahmenkonstruktionen, immer mehr Features, komplexe Antriebssysteme und eine große Bandbreite an Größen treiben die Kosten nach oben. Anders als etwa in der Motorradindustrie, wo Plattformen und Stückzahlen stärker standardisiert sind, ist die Fertigungstiefe in der Bike-Branche oft gering, viele einzelne Komponenten kommen von unterschiedlichen Herstellern, an denen jeweils Marge hängt.
Und genau das sehen wir auch in unserem Testfeld: 30 Bikes, 30 unterschiedliche Ansätze, vom vergleichsweise reduzierten, leichten Konzept bis hin zum voll ausgestatteten High-End-Bike mit maximaler Integration. Die Preise spiegeln diese Vielfalt wider, aber nicht immer den tatsächlichen Mehrwert auf dem Trail. Denn genauso zeigt unser Test: Mehr Preis bedeutet nicht automatisch mehr Performance, mehr Fahrspaß oder das bessere Gesamtkonzept. Manche Bikes überzeugen mit durchdachten, stimmigen Setups, während andere trotz teurer Komponenten ihr Potenzial nicht voll auf den Trail bringen. Gleichzeitig bieten fast alle Modelle im Test auch günstigere Varianten, die in vielen Fällen den sinnvolleren Sweet Spot aus Preis, Performance und Alltagstauglichkeit treffen.
Die entscheidende Frage ist also nicht nur, warum E-MTBs so teuer geworden sind, sondern vielmehr: Welche Investition zahlt sich für welchen Fahrertyp wirklich aus und welche nicht?
Die Kunst der „Blender-Specs”
In den Schaufenstern glitzert es golden und die Schriftzüge versprechen Weltcup-Performance. Doch wer genau hinsieht, erkennt oft ein strategisches Mogelpaket, ein paar sichtbare High-End-Parts, kombiniert mit günstigeren Komponenten an den Stellen, die Kunden weniger schnell durchschauen. Wir nennen das „Blender-Specs“:
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Shimano XTR-Schaltwerk + einfacher Schalthebel Im Spec-Sheet steht groß „XTR”. Am Bike hängt aber nicht die komplette XTR-Gruppe, sondern nur das Schaltwerk. Wird es mit einem günstigeren Schalthebel kombiniert, fehlen je nach Kombination Funktionen wie Multi-Release oder das besonders präzise, knackige Schaltgefühl der hochwertigen Hebel. Das spart Geld, klingt im Verkauf aber trotzdem nach Topgruppe. |
FOX Factory-Look + einfache Dämpfungskartusche Kashima sieht edel aus und schreit optisch nach High-End. Entscheidend für die Performance ist aber vor allem die Dämpfungskartusche. Eine goldene Beschichtung macht aus einer einfacheren GRIP-Kartusche noch keine GRIP X- oder GRIP X2-Performance. |
SRAM X0-Schaltwerk + GX-Kassette Auch bei SRAM wird gerne gemischt. Ein X0 Transmission-Schaltwerk wirkt auf dem Papier hochwertig, doch mit einer GX-Kassette steckt der teure Teil vor allem dort, wo man ihn sieht. Funktional ist das nicht automatisch schlecht – GX funktioniert einwandfrei –, aber es ist eben keine vollständige X0-Gruppe und schwerer mit einer geringeren Haltbarkeit. |
Hinzu kommt eine strukturelle Besonderheit der Fahrradbranche. Viele Zulieferer sind dem breiten Publikum bekannt: Namen wie SRAM, FOX, RockShox, Shimano, Bosch oder Avinox schaffen Vertrauen. Das ist grundsätzlich nichts Schlechtes, hochwertige Komponenten sind wichtig. Problematisch wird es, wenn sie die Identität des Bikes überstrahlen. Dann verkauft die Marke nicht mehr ihr eigenes Konzept, sondern vor allem eine Zutatenliste: Factory, XX, XTR, Avinox. Der Kunde erkennt diese Begriffe und ordnet sie automatisch als Premium ein, auch wenn die entscheidenden Details oft tiefer liegen: Kartusche, Kassette, Hebel, Bremsscheiben, Reifen-Karkasse.
Genau hier entsteht die Ingredient-Marketing-Falle: Komponenten liefern Performance-Wert, aber sie ersetzen keine Markenidentität. Wenn ein Bike teurer ist, nur weil sichtbarere High-End-Parts verbaut sind, ohne dass Rahmen, Fahrverhalten, Service, Haltbarkeit oder Ownership-Experience im gleichen Maß mitwachsen, wird der Aufpreis schwer vermittelbar. Teure Zutaten machen noch kein gutes Gericht und ein High-End-Spec-Sheet noch kein starkes E-MTB.
Kaufen wir Performance oder Status?
Viele Bikes im oberen Preissegment unterscheiden sich in ihrer Trail-Performance wenig stark von Bikes, die 20 bis 30 % weniger kosten. Was sie unterscheidet, ist die Optik, der Markenname, das Material. Das ist keine Kritik an Ridern, die Premium-Bikes kaufen – Status und Ästhetik sind legitime Kaufmotive. Aber es sollte eine bewusste Entscheidung sein, keine unreflektierte. Prestige ist kein Qualitätsmerkmal. Und ein hoher Preis ist kein Synonym für Performance.
Built to Last – Was ist in unserem E-Mountainbike-Vergleichstest 2026 alles kaputt gegangen?
Ein Vergleichstest über Monate und tausende Kilometer produziert zwangsläufig Schäden. Wir haben alles dokumentiert. Keine Dramatisierung, aber auch keine Beschönigung. Die Liste ist lang:
- 5 von 22 SRAM T-Type-Ketten sind im Test gerissen (22 SRAM-, 7 Shimano- und 1 Pinion-Antrieb im Testfeld)
- An 9 von 12 Bikes (75 %) mussten die SRAM MAVEN-Vorderradbremsen entlüftet werden – ohne Entlüftung nicht voll funktionsfähig
- 4 abgebrochene SRAM-Schaltungskäfige (Yeti, Pivot, S-Works, Megamo)
- 2 SRAM XX-Kassetten mit abgebrochenen Zähnen (1 x Bosch CX, 1 x Avinox M2S)
- 2 Ladeportdeckel abgebrochen
- 1 nicht funktionierende AXS-Reverb-Dropper
- 1 gebrochenes Motor-Cover
- 1 Rahmen-Schraube abgebrochen – bei nur Handfestem anziehen auf dem Trail
- 1 geschmolzener Kabelstecker
- 1 verlorenes Akkucover
- 2 gebrochene AMFLOW-Carbon-Laufräder & 2 platte Reifen
- schleifende Steuersatzdeckel und Knackgeräusche vom Steuersatz beim FOCUS JAM² und JAM² NEXT
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10 Bikes mit Kabel-Klappern 3 x AMFLOW, 2 x FOCUS und je einmal Megamo, Norco, Orbea, SIMPLON, Thömus |
7 Bikes mit dumpfen Geräuschen des Akkus im Unterrohr |
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5 Bikes mit Motor-Klappern Aventon, Abums, Orbea, ROTWILD, Sants |
6 von 6 Klapperndes Shimano-Schaltwerk |
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DER QUALITÄTSSTANDARD DER BRANCHE Wenn ein Fernseher oder ein Auto so funktionieren würde wie manche Bikes in diesem Test, würde man ihn bzw. es zurückgeben. In der Fahrradbranche ist das akzeptiert. Kunden haben sich daran gewöhnt, dass Bremsen entlüftet, Kabel fixiert und Schrauben nachgezogen werden müssen – als wäre das normal. |
Das waren jetzt viele Informationen rund um Service, Ownership und Performance – doch damit ist noch lange nicht Schluss. Auch 2026 haben wir wieder tief in die Daten geschaut und unsere aufwendigen Reichweiten- und Höhenmeter-Messungen unter realen Bedingungen durchgeführt. Denn am Ende zählt nicht die Theorie von Herstellerangaben oder Labormessungen, sondern das, was auf dem Trail wirklich passiert.
Keine Sorge, die Nerds kommen dabei voll auf ihre Kosten: Wie schon im letzten Jahr haben wir enormen Aufwand betrieben, um belastbare Praxiswerte zu ermitteln. Für unseren Tester JP bedeutete das vor allem eines: leiden. Insgesamt 16 Bikes hat er im Uphill leergefahren – mit satten 26.000 Höhenmetern in rund 16 Stunden reiner Kletterzeit. Dabei hat er über 12 kWh Energie aus den Akkus gezogen – und ganz nebenbei noch beeindruckende 2,37 kWh Eigenleistung erbracht (Chapeau!). In Summe stand am Ende ein Kalorienverbrauch von stolzen 12.601 kcal auf der Uhr – und die wollten am Abend definitiv wieder reingeholt werden. Mahlzeit!
E-MTB-Reichweite im Realitätscheck – Welches Bike nutzt seine Energie am effizientesten?
Der Gesamtwirkungsgrad zeigt, wie effizient ein E-MTB seine eingesetzte Energie aus dem Akku tatsächlich in Höhenmeter umsetzt und ist ein Maß, das die Effizienz von E-Mountainbikes unabhängig ihrer Akkukapazität miteinander vergleichen lässt. Ein großer Akku bringt zwar unweigerlich mehr Reichweite, erlaubt aber keine Aussage, wie viel das System in Antriebsverlusten, Rollwiderstand oder ineffizientem Setup verliert.
Um die Bikes vergleichbar zu bewerten, haben wir unsere Reichhöhen-Fahrten wie immer standardisiert durchgeführt. JPs Fahrerinput wurde mit Hilfe von Wattmesspedalen konstant bei 150 Watt und 75 U/min gehalten – auf identischer Strecke mit 4,55 km Länge und einem Anstieg von 348 Höhenmetern – das entspricht 7,7 % durchschnittlicher Steigung. Alle Bikes wurden dabei im maximalen Unterstützungsmodus gefahren. Bikes mit Bosch CX- oder CX-R-Motoren waren beim Test noch auf das bisher maximal einstellbare Drehmoment von 100 Nm und 400 % Unterstützungsverhältnis eingestellt. Das neueste Update mit 120 Nm und 600 % Unterstützungsverhältnis war zu diesem Zeitpunkt noch nicht verfügbar.
Als Berechnungsgrundlage für die eingesetzte Energiemenge haben wir nicht einfach die vom Hersteller angegebene oder nominelle Akkukapazität verwendet. Stattdessen haben wir die tatsächlich gemessene Ladeenergie aus der Steckdose für einen Ladevorgang von 0 auf 100 % SOC (State of Charge) als die eingesetzte Energiemenge berücksichtigt. Dadurch sind im errechneten Wirkungsgrad nicht nur Antriebsverluste und Fahrwiderstände, sondern auch die aufgetretenen Ladeverluste inbegriffen. Ein gutes Ergebnis im Wirkungsgrad legt also nahe, dass ein E-Mountainbike tendenziell in allen drei Bereichen eine hohe Effizienz aufweist – und entsprechend umgekehrt. Eine saubere Trennung zwischen Verlusten aus dem Antrieb, den Reifen und den Ladeverlusten lässt der Test nicht zu, aber er bildet genau das Szenario ab, das Kunden in der Realität erfahren.
Die gefahrenen Reichhöhen lagen im Testfeld trotz niedriger Temperaturen im Januar zwischen 1.067 und 1.912 Höhenmetern, der berechnete Gesamtwirkungsgrad lag zwischen 29 und maximal 41 %. Den besten Wert erreichte das Sants E-SF 4.0, gefolgt vom Aventon Current EXP und dem Thömus Lightrider E_MAX. Alle drei Bikes liefern gemessen an der nachgeladenen Energiemenge eine besonders hohe Hubleistung. Auffällig dabei ist, dass die drei Bikes auf Reifen mit niedrigem Rollwiderstand setzen – ein Faktor, der im E-MTB-Bereich oft unterschätzt wird, aber messbaren Einfluss auf Reichweite und Durchschnittsgeschwindigkeit hat. Mehr Infos zu den Rollwiderständen von Reifen am Bike findet ihr im großen Reifenvergleichstest unseres Schwestermagazins ENDURO. Tiefere Einblicke in Reichhöhe, Reichweite und Effizienz findet ihr in unserem Deep Dive.
Wie stark sich die Reifenwahl auswirkt, zeigt auch der Vergleich zwischen Specialized Turbo Levo R und Specialized S-Works Turbo Levo 4 besonders deutlich. Beide Bikes nutzen einen identischen Akku und das gleiche Motorsystem, landen beim Wirkungsgrad aber auf unterschiedlichen Rängen: Das Levo R fährt im oberen Bereich des Testfelds, während das S-Works Levo deutlich weiter hinten landet. Der Unterschied zwischen den beiden Bikes liegt – abgesehen vom Gewichtsunterschied, der aber bereits in der Hubenergie berücksichtigt ist – vor allem an der Bereifung. Das S-Works Levo setzt vorne und hinten auf Specialized Butcher-Reifen mit weicher T9-Gummimischung, während am Levo R effizienter rollende Purgatory-Reifen verbaut sind, am Heck mit härterer T7-Mischung. Gerade im Anstieg, wo sich die Achslast stark auf den Hinterreifen verlagert, macht das einen spürbaren Unterschied. In unserem Test schafft das Levo R 114 zusätzliche Höhenmeter und das bei einer um 0,5 km/h höheren Durchschnittsgeschwindigkeit.
Das Schlusslicht im Testfeld bildet das Propain Sresh SL, gefolgt vom GIANT Reign E+ und dem Haibike AllMtn. Die drei Bikes benötigten für die geleistete Hubarbeit besonders viel Energie aus der Steckdose und erreichten entsprechend einen niedrigen Gesamtwirkungsgrad.
Erkenntnisse III – Ownership, Community & Herkunft
E-MTB-Alltag & Sicherheit – Was niemand in der Werbung zeigt
Ein E-MTB ist kein Renngerät, das einmal die Woche für zwei Stunden bewegt wird. Es ist für viele Käufer das teuerste Sportgerät, das sie je besessen haben und es soll funktionieren. Täglich. In der Dunkelheit. Im Regen. Auf dem Weg zur Arbeit. Und wenn es gestohlen wird, soll es auffallen.
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Diebstahlschutz Die Unterschiede im Testfeld sind groß. Systeme wie die Bosch eBike Lock- und Alarm-Funktionen bieten eine solide digitale Absicherung, wohingegen Lösungen wie beim Avinox-System zusätzlich für Aufmerksamkeit sorgen, indem zum Beispiel ein Alarm erzeugt wird, der deutlich lauter ist als beim Aventon. |
Licht & Alltagstauglichkeit Licht ist kein Pflicht-Feature für jedes E-MTB, aber für viele Fahrer ein echter Mehrwert. Wer sein Bike nicht nur auf dem Trail, sondern auch im Alltag oder bei Dämmerung nutzt, profitiert enorm von integrierten Lösungen. Vorverlegte Kabel, saubere Integration und Licht ab Werk – wie bei Centurion, Thömus oder AMFLOW – zeigen, dass Trail-Performance und Alltagstauglichkeit problemlos zusammen können. |
Modularität & Service Auch Anhängerfreigaben oder geschützte Lagerbereiche sind keine Glamour-Features, aber im Alltag und beim richtigen Konzept durchaus praktisch. Dazu kommen gut erreichbare Ladeports, saubere Kabelführung und einfacher Zugang für Service und Wartung. Auch Software kann sinnvoll sein, wenn sie konkrete Probleme löst: stabile Tourenaufzeichnung ohne Aussetzer, Crash Detection mit Notfallkontakt oder einfache Service-Hinweise. |
E-MTB-Community & Brand-Ökosystem – Wie Marken echte Bindung schaffen
Ein gutes E-MTB endet nicht an der Ladentheke. Eigentlich beginnt es dort erst. Denn wer ein Bike kauft, kauft nicht nur Motor, Akku, Fahrwerk und Rahmen, sondern den Zugang zu Erlebnissen, Trails, Fortschritt, Gemeinschaft und im besten Fall zu einer Marke, die den Fahrer auf diesem Weg begleitet.
Genau hier liegt eine riesige Chance für die Fahrradbranche. E-MTBs sind erklärungsbedürftige, emotionale und technisch komplexe Produkte. Wer sie nur verkauft und den Kunden danach allein lässt, verschenkt enormes Potenzial. Wer dagegen Wissen aufbaut, Setup unterstützt, Fahrtechnik fördert, Community schafft und echte Erlebnisse ermöglicht, macht aus einem Produkt eine Beziehung.
Ein Problem entsteht, wenn Technik verkauft wird, ohne Verständnis dafür aufzubauen. Wenn eine Transaktion abgeschlossen wird, statt eine Reise zu beginnen. Genau hier können sich starke Marken abheben, nicht nur über das beste Bike, sondern über das beste Erlebnis rund ums Bike.
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Is the brand fueling culture – or just selling bikes? Der Unterschied ist massiv. Eine Marke, die Kultur befeuert, schafft Fahrer, die besser werden, mehr fahren und ihr Bike länger lieben. Eine Marke, die nur Bikes verkauft, braucht alle zwei Jahre ein neues Modell, um dieselben Kunden zurückzubringen. |
Dabei gibt es längst Beispiele, die zeigen, wie es funktionieren kann, bei kleinen Boutique-Brands genauso wie bei großen, globalen Marken.
Das Yeti Gathering in Colorado bringt die Community Jahr für Jahr zusammen und lebt von Zugehörigkeit statt reiner Produktinszenierung. Die Events im Dyfi Bike Park rund um Atherton zeigen, wie stark eine Marke wird, wenn sie einen physischen Ort mit ihrer Identität verbindet. Thömus geht mit seinen Bike Worlds und dem Swiss Bike Park bewusst den Weg vom Produkt hin zum Erlebnisraum. Und NICOLAI öffnet mit seiner Manufaktur Einblicke in die Entstehung der Bikes und schafft so Nähe, die über das Produkt hinausgeht.
Aber dieser Ansatz ist kein Luxus kleiner Nischenmarken. Rapha hat mit seinen Clubhouses weltweit gezeigt, dass auch eine globale Marke physische Orte schaffen kann, an denen Community, Marke, Produkt und Erlebnis zusammenfinden. Ähnliche Rollen könnten auch Flagship-Stores großer Bike-Brands übernehmen, wenn sie nicht nur Verkaufsfläche sind, sondern echte Anlaufpunkte für Beratung, Setup-Onboarding, Skill-Camps, Workshops und Community.
Auch klassische Formate wie Ride-Outs oder Community-Rides, wie bei Rocky Mountain, FOCUS oder anderen Brands, zeigen: Es geht nicht nur darum, Bikes zu verkaufen, sondern Menschen zusammenzubringen.
All diese Beispiele eint ein Gedanke: Das Produkt ist der Einstieg in ein Erlebnis.
Unsere Vision für die Bike- und Marken-Entwicklung
Wir müssen uns ehrlich eingestehen: Das Produkt an sich ist nur ein Bruchteil dessen, was unsere Leidenschaft ausmacht. In den letzten Jahren haben wir uns in der Industrie fast ausschließlich auf das Verkaufen von Hardware, Specs und nackter Ride-Performance konzentriert. Doch wer in Zukunft gewinnen will, darf nicht nur Bikes bauen, er muss die gesamte Reise begleiten.
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Riding a bike is just a fraction of the experience. Winning in the future means owning the entire journey and helping riders unlock their full potential. |
Das klingt nach einem Claim. Es ist aber eine Beschreibung von dem, was die besten Marken bereits tun – und was der Rest der Branche noch lernen muss. Inspiration. Kauf. Enablement. Fahren. Zugehörigkeit. Support. Weiterentwicklung. Das ist die Reise, die zählt. Und der größte Teil davon hat nichts mit dem Bike selbst zu tun.
The Cost of Ownership – Was ein E-MTB wirklich kostet
Der Kaufpreis ist das eine. Was ein E-MTB über seine Lebensdauer kostet, ist das andere. Wir haben für alle Bikes im Testfeld einen realistischen Service-Warenkorb nach 1.000 km berechnet: Federelemente-Service, Antriebsverschleißteile (Kette, Kassette, Kettenblatt), Reifen und Bremsbeläge – gerechnet zu UVP-Preisen mit Originalteilen.
Das Ergebnis: 684 bis 1.466 € allein für den ersten großen Service-Zyklus. Der günstigste Service fällt beim FOCUS JAM² 6.9 an – Shimano DEORE-Verschleißteile sind erschwinglich und gut verfügbar. Den teuersten Serviceaufwand hat das Yeti LTe T4: SRAM XX mit Edelkassette und Kette summiert sich schnell. Wer Kassette, Kette und Kettenblatt auf günstigere GX-Komponenten ersetzt, spart stolze 515 € – bei kaum messbaren Performance-Unterschieden abseits des Gewichts und der Haltbarkeit.
Ein Sonderfall ist das Haibike AllMtn mit Pinion MGU-Getriebemotor: Das Ölwechsel-Kit kostet nur rund 30 € und das Getriebe selbst hat kaum Verschleiß. Aber der GATES-Carbon-Riemen und das spezielle Kettenblatt sind kostspielig – was den Servicevorteil etwas relativiert.
Interessant: Avinox verfügt beim M1 und auch beim neuen M2(S) über ein praktisches Feature, das beim Schalten unter Last die Motorleistung spürbar für einen Moment reduziert, um die Kette trotz der brachialen Motorleistung zu entlasten. Ein cleverer Ansatz, der die Lebensdauer des Antriebsstrangs verlängern kann.
Service & Realität – Was nach dem Kauf passiert
Der Kauf ist erst der Anfang. Die eigentliche Beziehung zwischen Rider, Bike und Marke zeigt sich erst danach – beim ersten Service, beim Weiterverkauf oder wenn auf dem Trail doch mal der Error 504 auf dem Display blinkt. In genau diesen Momenten trennt sich die Spreu vom Weizen: Wer bietet wirklich starken Support und wer wälzt die Verantwortung ab?
Während manche Hersteller inzwischen tragfähige Ownership-Modelle aufbauen – mit transparenten Service-Datenbanken, übertragbaren Garantien und starkem Händler-Support –, ruhen sich andere auf wohlklingenden PR-Klauseln aus und überlassen die harte Arbeit den lokalen Bike-Shops. Ein Versprechen wie die „lebenslange Rahmengarantie” klingt im Verkaufsgespräch fantastisch, bringt in der Praxis aber wenig, wenn man die Bedingungen dahinter nicht kennt.
Statt beim Kauf also blind zu vertrauen, solltet ihr euch als Kunden proaktiv mit dem Thema auseinandersetzen. Wir haben tief in die Service-Strukturen der 22 Testfeld-Kandidaten geblickt, um euch zu zeigen: Wer liefert hier richtig gut ab, und wer hat noch Nachholbedarf? Die spannende Erkenntnis: Der Markt teilt sich in drei völlig unterschiedliche Ownership-Modelle.
Welcher Hersteller als „System-Boss“ echte Verantwortung übernimmt, wer als „Dirigent“ im Hintergrund glänzt und auf welches Kleingedruckte ihr vor dem Kauf unbedingt achten solltet, lest ihr in unserem ausführlichen Deep Dive zu Garantien und Ownership-Modellen in den kommenden Wochen.
Woher kommt euer E-MTB wirklich? Produktion, Herkunft und neue Fertigungswege
Wer ein AMFLOW-Bike kauft, kauft ein chinesisches Produkt. Wer ein Specialized-Bike kauft, kauft ein amerikanisches Produkt. Mit einem NICOLAI kauft ihr ein deutsches Produkt. Von Konzeption bis Fertigung. Das ist keinesfalls ein Problem, reine Tatsache. Ob die Herkunft eines Produkts eine Rolle spielt, ist eine persönliche Frage. Für manche ist sie irrelevant und das ist legitim. Für andere spielt sie eine Rolle, weil sie wissen wollen, wohin ihr Geld fließt und welche Produktionsbedingungen sie damit unterstützen. Auch das ist legitim. In einer Zeit, in der Lieferketten-Engpässe, Industriepolitik und geopolitische Spannungen zunehmen, ist die Frage nach der Herkunft zumindest eine, die man stellen darf, ohne sie zum Kaufargument aufzublasen.
FOCUS geht mit dem JAM² NEXT einen interessanten Weg: Der Rahmen nutzt thermoplastisches Carbon, ein Material, das sich im Gegensatz zu klassischem duroplastischem Carbon nicht dauerhaft über ein Epoxidharz aushärtet, sondern durch Hitze erneut verformt bzw. wieder aufgeschmolzen werden kann. Dadurch entstehen potenziell neue Möglichkeiten für Recycling und Reparatur. Ob das die Produktion langfristig näher nach Europa holt, bleibt nach der Insolvenz des Rahmenproduzenten REIN4CED offen, aber es war eine der spannendsten Materialinnovationen im Testfeld.
Auch Atherton zeigt, dass Innovation nicht immer über neues Material laufen muss, sondern auch über die Bauweise. Die A-Range der Waliser kombiniert Carbon-Rohre mit additiv gefertigten Titan-Muffen, während die S-Range auf CNC-gefräste Aluminium-Muffen und Aluminiumrohre setzt. Dadurch lassen sich Geometrie und Rahmengrößen sehr flexibel anpassen, ohne für jede Größe komplett neue Formen bauen zu müssen, auch wenn das kein Ansatz für Massenproduktion ist.
Was ist das beste E-Mountainbike 2026? Die 30 E-Mountainbikes im Einzel-Fazit
AMFLOW PX Carbon Pro im E-Mountainbike-Test 2026

21,38 kg in Größe L | 9.999 € | Hersteller-Website
Das AMFLOW PX Carbon Pro für 9.999 € zeigt sich deutlich gereift und kombiniert starke Uphill-Performance mit spürbar mehr Laufruhe und Reserven bergab. Mit nur 21,4 kg bleibt es angenehm leicht, während der Avinox M2S-Antrieb mit brachialer Power und hoher Effizienz glänzt. Bergab vermittelt das Bike viel Vertrauen, auch wenn das Fahrwerk im Mid-Stroke noch Feinschliff vertragen könnte. Unterm Strich ein moderner, sehr starker Allrounder mit klarer Kletter-DNA, bei dem das Konzept voll aufgeht.
AMFLOW PR Carbon Pro im E-Mountainbike-Test 2026

24,16 kg in Größe L | 5.899 € | Hersteller-Website
Das AMFLOW PR Carbon Pro überzeugt mit einem attraktiven Preis von 5.899 € und präsentiert sich als vielseitiger Allrounder mit hoher Alltagstauglichkeit. Der entnehmbare Akku und das serienmäßige Licht machen es besonders praktisch im Alltag. Bergauf klettert es dank kraftvollem Avinox M2S-Motor sehr souverän, bergab punktet es mit agilem, gutmütigem Handling. Kleine Schwächen bei Details wie Leitungsgeräuschen und Dropper trüben den starken Gesamteindruck nur leicht. Ein rundes Gesamtpaket mit viel Gegenwert fürs Geld.
AMFLOW PR Carbon im E-Mountainbike-Test 2026

23,52 kg in Größe L | 4.499 € | Hersteller-Website
Mit 4.499 € ist das AMFLOW PR Carbon das günstigste Bike im Testfeld – beim Antrieb gibt es trotz des Kampfpreises keine Abstriche – im Gegenteil: Das Avinox M2-System gehört zu den besten im Test und ist gekoppelt an eine elektronische Schaltung mit Smooth-Shift-Funktion. Optisch gelungen und mit solider Trail-Performance ausgestattet, zeigt es nur leichte Schwächen im anspruchsvollen Gelände, wo vor allem die schwache Bremse das Fahrerlebnis trübt. Dank entnehmbarem Akku und integriertem Licht punktet es aber mit hoher Alltagstauglichkeit.
Aventon Current EXP im E-Mountainbike-Test 2026

24.0 kg in size L | € 5,499 | Manufacturer’s website
Das Aventon Current EXP zählt mit 5.499 € zu den günstigsten Bikes im Test und punktet mit starkem Antrieb, gutem Display und hoher Konnektivität. Das Fahrverhalten ist zugänglich und einsteigerfreundlich. Wird das Gelände jedoch ruppig, zeigt das Bike klare Schwächen: wenig Gegenhalt im Fahrwerk, häufige Durchschläge und eine hohe Geräuschkulisse schmälern die Downhill-Performance deutlich. Wer darauf nicht viel Wert legt, findet ein stimmiges E-Mountainbike zum fairen Preis.
Centurion No Pogo R7000 im E-Mountainbike-Test 2026

24,3 kg in Größe L | 8.799 € | Hersteller-Website
Das Centurion No Pogo R7000 überzeugt für 8.799 € mit hoher Touren- und Alltagstauglichkeit, integriertem Licht und entnehmbarem Akku. Auch auf dem Trail schlägt es sich solide: technisch bergauf wie bergab bleibt es kontrollierbar, wenn auch etwas träge im Handling. Insgesamt ein unauffälliger, aber zuverlässiger Allrounder im guten Mittelfeld.
FOCUS JAM² NEXT im E-Mountainbike-Test 2026

23,78 kg in Größe L | nicht zum Verkauf | Hersteller-Website
Das neue FOCUS JAM² NEXT überzeugt mit sehr starker Trail-Performance und einem gelungenen Gesamtpaket. Auf dem Trail begeistert es mit viel Sicherheit, verspieltem Handling und einem sehr gut abgestimmten Fahrwerk mit starkem Support. Außerdem glänzt es dank entnehmbarem Akku und sehr komfortabler Sitzposition mit hoher Touren- und Alltagstauglichkeit, was das JAM² NEXT zu einem extrem stimmigen Allrounder macht, der noch besser als sein Alu-Pendant funktioniert – schade nur, dass der Rahmen vorerst nicht in Serie geht.
FOCUS JAM² 6.9 im E-Mountainbike-Test 2026

25,5 kg in Größe L | 6.699 € | Hersteller-Website
Das FOCUS JAM² 6.9 bleibt auch 2026 ein starker Preis-Leistungs-Tipp für 6.699 € und teilt viele Qualitäten mit dem JAM² NEXT: viel Sicherheit bergab, ein komfortables, sehr gut abgestimmtes Fahrwerk und ein insgesamt zugängliches Handling. Im direkten Vergleich zum JAM² NEXT macht sich das höhere Gewicht allerdings bemerkbar und das Bike wirkt etwas träger, dennoch bleibt das JAM² 6.9 aber auch hier im guten Bereich. Die Ausstattung ist insgesamt solide und wird lediglich von den schwachen Bremsen ausgebremst. Unterm Strich ist das FOCUS JAM² 6.9 ein guter Allrounder mit viel Bike fürs Geld.
GIANT Reign Advanced E+ 1 im E-Mountainbike-Test 2026

23,44 kg in Größe L | 7.999 € | Hersteller-Website
Das GIANT Reign Advanced E+ 1 bietet für 7.999 € ein eigenständiges Gesamtpaket mit Features wie dem integrierten Reifendruckkontrollsystem. Die Sitzposition ist angenehm, das Handling bergab agil und zugänglich. Allerdings trüben der unruhige, wenig feinfühlige Motor im Uphill sowie die hohe Geräuschkulisse deutlich den Eindruck. Auch das eher softe Fahrwerk, die geringe Laufruhe und erste Verschleißerscheinungen drücken die Gesamtwertung – ein Bike mit guten Ansätzen, aber klaren Schwächen im Detail.
Abums Model One im E-Mountainbike-Test 2026

23,8 kg in Größe L | 11.900 € | Hersteller-Website
Das Abums Model One ist für 11.900 € definitiv der Exot im Testfeld. Mit seinem radikal eigenständigen Design und der auffälligen Stahlkonstruktion polarisiert es stark. Während es bergauf und im Alltag solide funktioniert, trüben das träge Handling und die schwache Preis-Leistung den Gesamteindruck deutlich. Ein spannendes Konzept mit Charakter – beim Fahrspaß bleibt es jedoch hinter den Erwartungen zurück.
Haibike AllMtn CF 11 TRN/IQ 2025 im E-Mountainbike-Test 2026

24,28 kg in Größe L | 9.000 € | Hersteller-Website
Das Haibike AllMtn CF 11 TRN/IQ überzeugt für 9.000 € mit hoher Alltagstauglichkeit und einem komfortablen, eher soften Fahrwerk. Trotz seines hohen Gewichts überrascht es mit gutem Handling und einem tiefen Schwerpunkt, der für erstaunliche Agilität und viel Fahrspaß bergab sorgt. Gleichzeitig macht sich die geringe ungefederte Masse des Hinterrads positiv in der Fahrwerksperformance bemerkbar. Technisch bergauf zeigt die Pinion MGU jedoch Schwächen in der feinfühligen Leistungsabgabe. Das Haibike ist hier zudem sehr laut, dafür wiederum eines der leisesten Bikes bergab.
Haibike HYBE CF 11 im E-Mountainbike-Test 2026

23,9 kg in Größe L | 11.000 € | Hersteller-Website
Das Haibike HYBE CF 11 kommt mit Vollcarbon-Rahmen, Bosch Performance Line CX-R-Motor und entnehmbarem 800-Wh-Akku und ruft dafür einen selbstbewussten Preis von 11.000 € auf. Auf dem Trail punktet es mit hohem Sicherheitsgefühl, guter Uphill-Performance und viel Touren-Potenzial. Das lange Sitzrohr schränkt in steilen Passagen jedoch die Bewegungsfreiheit spürbar ein, während das straffe Fahrwerk etwas weniger Traktion generiert als erwartet. So bleibt das HYBE ein spaßiges, solides E-Mountainbike für lange Touren und sportliche Trail-Rides, kommt im anspruchsvollen Gelände aber nicht an die besten Bikes im Testfeld heran.
Instinctiv Ocelot 135 im E-Mountainbike-Test 2026

20,58 kg in Größe L | 10.835 € | Hersteller-Website
Das Instinctiv Ocelot 135 gehört mit 20,6 kg zu den leichtesten Bikes im Test und überzeugt für 10.835 € mit formschönem Design, guter Handhabung und dem stimmigen maxon-Antrieb. Technisch bergauf sowie auf Flowtrails bergab zeigt es eine solide Performance, kann hier aber den Vorteil seines niedrigen Gewichts nicht voll ausspielen. Bergab fehlt es an Souveränität und Reserven, wodurch es in anspruchsvollem Gelände schneller an seine Grenzen stößt. Ein leichtes, solides Bike mit klaren Limits im Downhill.
Megamo REASON CRB 01 im E-Mountainbike-Test 2026

22,04 kg in Größe M | 10.999 € | Hersteller-Website
Das Megamo REASON CRB 01 überzeugt für 10.999 € nicht nur mit seinem auffälligen Design, sondern vor allem mit herausragenden Fahreigenschaften. Es kombiniert ein agiles, direktes Handling mit hoher Laufruhe und einem starken Fahrwerk. Trotz robuster Ausstattung bleibt das Gewicht angenehm niedrig, was den Fahrspaß ordentlich in die Höhe treibt. In nahezu allen Bereichen (auch bergauf) liefert das REASON eine Top-Performance und verpasst den Testsieg nur knapp.
Norco Range VLT CX C1 im E-Mountainbike-Test 2026

22,7 kg in Größe 4 | 9.900 € | Hersteller-Website
Das Norco Range VLT CX C1 für 9.900 € ist eine kompromisslose Abfahrtsmaschine. Mit High-Pivot-Hinterbau, enormer Laufruhe und viel Traktion pflügt es förmlich durch technisches Gelände und gehört zu den schnellsten Bikes im Downhill. Überraschend: Auch bergauf klettert es besser als erwartet. Verspieltheit steht dabei klar nicht im Fokus. Einziger Wermutstropfen ist die zu kleine 180-mm-Bremsscheibe am Heck, die dem hohen Abfahrtsniveau nicht ganz gerecht wird.
Pivot Shuttle LT im E-Mountainbike-Test 2026

24,1 kg in Größe L | 14.999 € | Hersteller-Website
Mit 14.999 € ist das Pivot Shuttle LT das teuerste Bike im Test – und ein kompromissloses Profi-Tool. Es richtet sich an ambitionierte Fahrerinnen und Fahrer, die ein extrem potentes E-MTB suchen und bereit sind, sich intensiv mit Setup und Feinabstimmung zu beschäftigen. Dafür bietet es eine im Testfeld einzigartige Anpassbarkeit. Doch auch „out of the box“ überzeugt das Shuttle LT mit einem herausragenden Fahrwerk und viel Laufruhe – sein volles Potenzial entfaltet es aber erst, wenn man sich aktiv damit auseinandersetzt.
Propain Sresh SL im E-Mountainbike-Test 2026

20,6 kg in Größe L | 10.499 € | Hersteller-Website
Das Propain Sresh SL setzt mit TQ-Motor auf maximale Natürlichkeit statt brachialer Power – und liefert dafür zusammen mit dem Levo R den größten Fahrspaß auf Flowtrails. Das Handling ist extrem intuitiv, direkt und verspielt, bleibt dabei aber ausreichend laufruhig und vor allem sehr leise. Bergauf erfordert der schwächere Motor mehr Eigenleistung und in technischen Uphills stößt man früher an Grenzen, doch das Sresh SL überzeugt dennoch als zugänglicher, leichtfüßiger und vor allem spaßorientierter Allrounder mit viel Charakterstärke.
Orbea Rise LT M-Team im E-Mountainbike-Test 2026

20,26 kg in Größe L | 10.189 € | Hersteller-Website
Das Orbea Rise LT M-Team überzeugt für 10.189 € mit edlem Design, geringem Gewicht und einer beeindruckend cleanen Integration der elektronischen Komponenten. Bergauf bietet es gute Traktion, verlangt mit dem Shimano EP801 RS-Motor aber spürbar mehr Eigenleistung als viele Konkurrenten. Auf dem Trail begeistert das Bike mit direktem Handling und hoher Agilität – vor allem auf Flowtrails. Im ruppigen Gelände stößt es früher an seine Grenzen, zudem trübt die klappernde Shimano-Hardware hier den ansonsten starken Gesamteindruck.
ROTWILD R.EX ULTRA im E-Mountainbike-Test 2026

22,1 kg in Größe L | 12.490 € | Hersteller-Website
Das ROTWILD R.EX ULTRA setzt für 12.490 € auf ein eigenständiges Konzept und punktet vor allem technisch bergauf. Der entnehmbare 900-Wh-Akku bietet im Avinox-Umfeld eine einzigartige Reichweite, die Sitzposition fällt durch die niedrige Front jedoch weniger komfortabel aus. Bergab bleibt das vielversprechende High-Pivot-Layout hinter den Erwartungen zurück: Das Bike wirkt straff, laut und weder besonders agil noch laufruhig. Ein spezielles E-MTB für Individualisten mit Fokus auf Reichweite statt Downhill-Performance.
ROSE Slab Plus im E-Mountainbike-Test 2026

22,38 kg in Größe L | 6.900 € | Hersteller-Website
Für 6.900 € überzeugt das Rose Slab Plus mit cleaner Designsprache, guter Preis-Leistung und hoher Alltagstauglichkeit. Fahrwerk und Sitzposition erzeugen viel Komfort und machen es zum starken Tourenbegleiter. Bergab zeigt es sich gutmütig und ausgewogen, ohne sich hier klare Stärken oder Schwächen zu leisten. Insgesamt liefert das Slab Plus ein unauffälliges, aber stimmiges Gesamtpaket – dem es lediglich etwas an eigenständigem Charakter fehlt.
Sants E-SF 4.0 im E-Mountainbike-Test 2026

24,5 kg in Größe | 7.985 € | Hersteller-Website
Das Sants E-SF 4.0 überzeugt mit kraftvollem Motor, der selbst in steilen, technischen Anstiegen konstant Druck liefert. Bergauf bleibt das Bike gut kontrollierbar, auch wenn das Anheben des Vorderrads etwas mehr Einsatz erfordert. Bergab arbeitet das Fahrwerk sensibel und schluckt viel, während Handling und Präzision solide, aber nicht auf Top-Niveau sind. Limitierend sind vor allem die leichten Reifen. Insgesamt liefert es ein gutes Gesamtpaket mit Fokus auf den Uphill.
Specialized S-Works Turbo Levo R im E-Mountainbike-Test 2026

21,49 kg in Größe S4 | 13.999 € | Hersteller-Website
Das 13.999 € teure S-Works Levo R zählt zu den fahrdynamischen Highlights im Testfeld. Für den hohen Preis bekommt ihr ein extrem leichtes, agiles und verspieltes E-MTB, das sich klar vom regulären Levo abhebt. Bergauf überzeugt es mit starker Performance und viel Power, bergab mit hoher Sicherheit und Spaßfaktor – selbst im ruppigen Gelände. Gleichzeitig bleiben typische Levo-Stärken wie das flexible Akkukonzept und das integrierte Staufach erhalten.
Specialized Turbo Levo 4 Comp Alloy im E-Mountainbike-Test 2026

26,12 kg in Größe S4 | 6.999 € | Hersteller-Website
Das Turbo Levo 4 Comp Alloy ist mit 26,1 kg das schwerste Bike im Test, lässt sich davon auf dem Trail aber überraschend wenig anmerken. Es überzeugt mit einem sehr ausgewogenen Charakter, einem sensiblen Fahrwerk und hoher Souveränität. Das Handling ist berechenbar und vermittelt viel Vertrauen – ganz im Stil des teuren S-Works-Pendants. Ein starker Allrounder mit viel Komfort, der für 6.999 € eine sehr gute Preis-Leistung bietet.
Specialized S-Works Turbo Levo 4 im E-Mountainbike-Test 2026

23,68 kg in Größe S4 | 14.499 € | Hersteller-Website
Der letztjährige Testsieger bleibt auch 2026 ein extrem starker Allrounder, der in nahezu jeder Disziplin überzeugt. Bergauf punktet das Levo 4 mit kraftvoller, gut dosierbarer Unterstützung und hohem Komfort, ohne dabei herausragend zu wirken. Bergab begeistert es mit zentraler Position, viel Sicherheit und einem der besten Fahrwerke im Test – straff, sensibel und mit viel Gegenhalt. Im Vergleich zum Levo R zwar etwas weniger verspielt, dafür mit mehr Reserven. Ein vielseitiges, ausgereiftes Gesamtpaket auf Top-Niveau.
Santa Cruz Bullit XO AXS RSV im E-Mountainbike-Test 2026

22,2 kg in Größe L | 11.699 € | Hersteller-Website
Das Santa Cruz Bullit X0 AXS RSV für 11.699 € ist ein klar abfahrtsorientiertes E-MTB, obwohl es mit nur 22,2 kg ziemlich leicht ausfällt. Bergauf verlangt die hohe Front in steilen Passagen aktiven Körpereinsatz und bietet etwas weniger Traktion. Bergab entpuppt sich das lange Bullit aber als echte, kompromisslose Ballerbude – extrem laufruhig und mit viel Reserven in jeder Fahrsituation. Trotz seiner extremen Ausrichtung bleibt das Handling intuitiv und bietet ein gutes Maß an Agilität.
SIMPLON Rapcon :eCX im E-Mountainbike-Test 2026

24,44 kg in Größe L (44) | 9.779 € | Hersteller-Website
Das SIMPLON Rapcon :eCX überzeugt für 9.779 € mit hoher Alltagstauglichkeit und einem sehr ausgewogenen Charakter. Besonders die starke Traktion und die komfortable, gut ausbalancierte Sitzposition stechen hervor. Bergab vermittelt die hohe Front viel Sicherheit und sorgt in Kombination mit dem satten Fahrwerk für viel Laufruhe, auch wenn es dem Bike etwas an Agilität fehlt. Insgesamt liefert das Rapcon eine durchweg solide Performance ohne große Ausreißer – ein vielseitiger Allrounder für nahezu jeden Einsatzbereich.
Yeti LTe T4 im E-Mountainbike-Test 2026

23,3 kg in Größe L | 14.500 € | Hersteller-Website
Das Yeti LTe T4 gehört mit 14.500 € zu den teuersten Bikes im Test, liefert dafür aber auch eine extrem starke Gesamtperformance. Bergauf überzeugt es mit effizienter Sitzposition, hoher Traktion und überraschend guten Klettereigenschaften. Bergab punktet es mit viel Laufruhe, einem sehr fehlerverzeihenden Fahrwerk und ausreichend Gegenhalt. Insgesamt ein hervorragend ausbalanciertes E-MTB, das in nahezu jedem Terrain überzeugt und sich extrem intuitiv fahren lässt.
AWARDS & Gewinner
Kauftipp – Santa Cruz Vala AL im E-Mountainbike-Test 2026
Der Kauftipp geht an das Bike mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis im Test. Hier geht’s nicht ums Sparen um jeden Preis, sondern um smarte Investition. Wer maximalen Fahrspaß sucht, ohne das Budget zu sprengen, liegt mit diesem Bike goldrichtig.

24,12 kg in Größe L | 6.299 € | Hersteller-Website
Mit dem Vala AL liefert Santa Cruz ein absolut rundes und verdammt stimmiges E-MTB, das trotz seiner Preisklasse viele teurere E-MTBs in den Schatten stellt. Vom ersten Meter an fährt es sich intuitiv, generiert viel Fahrspaß und kombiniert eine gelungene Balance aus Agilität, Laufruhe und Sicherheit mit einem Fahrwerk, das trotz einfacher Ausführung auf dem Trail stark performt. Dazu kommt ein sinnvoll gewählter, robuster Spec. In Sachen Ladeport-Abdeckung gibt es jedoch Abzüge. Im Großen und Ganzen beweist das 6.299 € teure Santa Cruz Vala AL, dass man für echten Trail-Spaß und starke Performance nicht zwangsläufig ein Vermögen ausgeben muss – absolut verdienter Kauftipp!
Editor’s Choice – Thömus Lightrider E_MAX im E-Mountainbike-Test 2026
Beim Editor’s Choice geht es nicht um das vielseitigste Bike im Testfeld oder die perfekte Wahl für die breite Masse, sondern um den einzigartigen Charakter. Ein mutiges Konzept und ein Fahrgefühl, das bei uns einfach Klick gemacht hat.

17,5 kg in Größe M | 12.450 € | Hersteller-Website
Das Thömus Lightrider E_MAX unterscheidet sich konzeptionell vom Rest des Testfelds – und das spürt man sofort: Statt maximaler Power und maximalem Federweg setzt das Bike auf geringes Gewicht, hohe Effizienz und ein extrem natürliches Fahrgefühl. Bergauf punktet es mit seiner Leichtfüßigkeit und dem überzeugenden maxon-Motor, bergab überrascht es mit deutlich mehr Performance, als man ihm auf den ersten Blick zutraut. Seine größten Stärken spielt das Lightrider auf schnellen, flowigen Trails aus, wo es mit Agilität, Tempo und hohem Spaßfaktor abliefert. Während viele Bikes immer extremer werden, zeigt Thömus eindrucksvoll, wie viel Fahrspaß in einem reduzierten, durchdachten Konzept steckt. Gleichzeitig denkt Thömus das Produkt weiter: Mit eigenen Bike-Worlds, dem Swiss Bike Park und regelmäßigen Community-Rides entsteht eine Experience, die über das Bike hinausgeht. Genau dieser eigenständige Ansatz und die starke Performance im Test sichern dem Lightrider E_MAX verdient unsere Editor’s Choice.
Testsieger – Atherton S.170E im E-Mountainbike-Test 2026
Das beste E-MTB darf nicht nur in einem Bereich glänzen, es muss auf ganzer Linie überzeugen. Es ist das ausgewogenste Bike im gesamten Testfeld und bietet eine unschlagbare Kombination aus Allround-Performance, Alltagstauglichkeit und Fahrspaß. Egal, ob Einsteiger oder Profi, egal, ob Flowtrail oder verblockte Tech-Sektion: Dieses Bike gibt allen Fahrern auf jedem Terrain genau das, was sie brauchen.

24 kg in Größe 8 | 8.549 € | Hersteller-Website
Mit dem Atherton S.170E gelingt den Walisern ein beeindruckender Einstieg ins E-MTB-Segment, bei dem sich die Brand in Sachen Charakter und Formsprache treu bleiben. Statt ein beliebiges E-MTB zu bauen, liefert Atherton ein E-MTB mit klarer DNA und herausragendem Handling mit enormer Traktion, überragendem Fahrwerk und viel Vertrauen bergab. Trotz seiner kompromisslosen Ausrichtung ist es für Einsteiger wie Experten sehr intuitiv zu fahren. Kleine Schwächen bei Detaillösungen ändern wenig daran. Außergewöhnlich, Aluminium, Atherton – das S.170E hebt sich von der Masse ab und bietet ein herausragendes Gesamtkonzept, das es zum verdienten Testsieger und damit zum besten E-MTB 2026 macht.
Fazit zu unserem E-Mountainbike-Vergleichstest 2026
Der Markt 2026 steht unter dem Zeichen einer Macht: Avinox. Das hat auch dieser Test eindrücklich bestätigt. Und trotzdem: Unser Kauftipp und unsere Editor’s Choice zeigen, dass das kompletteste Konzept nicht zwingend das stärkste System braucht.
Atherton ist dafür das perfekte Beispiel. Ja, auch das S.170E setzt auf Avinox, aber es gewinnt nicht, weil einfach nur ein starker Motor im Rahmen steckt. Es gewinnt, weil Atherton diesen Antrieb in ein außergewöhnlich stimmiges Gesamtkonzept übersetzt: Aluminium statt Carbon-Prestige, Boutique-Spirit statt Einheitsbrei, eine greifbare Geschichte und ein Fahrverhalten, das Einsteiger abholt und Experten begeistert. Das ist der Punkt: Avinox kann die Grundlage sein, aber nicht die Identität.
Die technische Entwicklung wird und muss weitergehen, vor allem beim Thema Haltbarkeit haben wir noch Hausaufgaben vor uns. Aber die Diskussion muss sich ändern. Wir als Magazin, aber auch Hersteller, Handel und Kunden müssen die Rider Experience in das Zentrum rücken. Die Bike-Kultur hat in den letzten Jahren im harten Kampf um Budgets und Aufmerksamkeit oft den Kürzeren gezogen.
Für die Bikemarken gilt 2026 mehr denn je: Seine Marke zu 100 % von einem Motorenhersteller abhängig zu machen, war schon in der Bosch-Ära riskant, heute ist es gefährlich. Technologisch wird kaum jemand mit den Giganten mithalten können, also warum nicht den Fokus auf die Dinge legen, die dem Rider faktisch einen größeren Mehrwert bieten? Wie kümmern sich Marken darum, dass ihre Kunden eine Brand Experience erhalten? Wir reden von Adventure-Camps, Skill-Akademien und einer Markenwelt, die Orientierung und Heimat bietet.
Das beste E-MTB 2026 ist nicht nur ein Produkt. Es ist der Schlüssel zu einer Erfahrung, die euch als Fahrer besser macht, euch mit Gleichgesinnten verbindet und euch die Freiheit gibt, euer volles Potenzial auszuschöpfen. Die Technik ist das Fundament, aber die Kultur ist das, worauf wir bauen.
Words: Benedikt Schmidt, Lars Engmann, Jonny Grapentin Photos: Peter Walker, Lars Engmann Translation: Eric Frajria


