Light-E-MTBs revolutionieren den Markt und sorgen für ein vollkommen neues Fahrgefühl – für ambitionierte Trail-Piloten genauso wie für viele Touren- und Alltagsfahrer. Wir haben für euch den beschaulichen Markt sondiert und die heißesten Bikes zum Vergleichstest geladen. Was muss ein Light-E-MTB können und welches ist das beste Bike?

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Inhaltsverzeichnis

Zugegeben, dieser Vergleichstest ist anders als das, was ihr von uns kennt. Mit nur drei Bikes ist es das wohl kleinste Testfeld, das wir je in einem E-MOUNTAINBIKE Vergleichstest hatten. So konnten wir uns voll und ganz auf die drei heißesten Light-E-Mountainbikes des Jahres konzentrieren, noch kritischer bewerten und vor allem euch genau sagen, worauf es bei der noch jungen Kategorie ankommt.

Was sind Light-E-MTBs überhaupt?

„Rekord! Ein E-Mountainbike unter 17 kg!“ – vor allem in Deutschland wird ein möglichst geringes Gesamtgewicht als unbedingt erstrebenswert und Sensation angesehen. Dabei kommt es auf so viel mehr an. Light-E-MTBs sind weit mehr als E-Mountainbikes mit weniger Leistung, weniger Akkukapazität und einem geringeren Gewicht als die Bikes der Bosch-Liga. Keine Frage, das Gewicht kann eine wichtige Rolle spielen, aber viel wichtiger sind die Gewichtsverteilung, zuverlässige Komponenten und Rahmen-Konstruktionen sowie das Gesamtkonzept an sich. Im Jahre 2018 haben wir uns bereits intensiv mit der Bezeichnung dieser neuen Art an Bikes auseinandergesetzt und sind auf Light-E-MTBs gekommen. In Industrie-Kreisen werden die Bikes gelegentlich auch als Minimal-Assist-Bikes bezeichnet, allerdings wird hier das Bike-Konzept nur auf die Motorunterstützung reduziert. Worauf beziehen wir die Bezeichnung „Light“? Es geht uns dabei um eine Kombination zahlreicher Faktoren, wie das Motor- und Akkukonzept, der größere Spielraum beim Rahmendesign und der Geometrie, die geringere maximale Motorleistung sowie eine gute Dosierbarkeit. Und natürlich auch das Gewicht. All das zusammen ermöglicht ein vollkommen neues Fahrgefühl und Handling. Dieses ähnelt auf dem Trail bergab dem Fahrgefühl von analogen Trail-Bikes ohne Motor.

Und die Bikes in diesem Test? Alle drei Modelle erreichen ein Mountainbike ähnliches Fahrgefühl durch sparsame und kompakte Motoren, die mit kleineren Akkus auskommen. Denn der Akku ist bei vielen herkömmlichen E-Mountainbikes mit Abstand das schwerste Bauteil und trägt maßgeblich zur Gewichtsverteilung und so auch dem Handling der Bikes bei.

Für wen sind Light-E-Mountainbikes das Richtige?

Wer jetzt denkt, Light-E-MTBs seien nur für sportive Biker, die trotz Motor nach einem richtigen Workout suchen, der irrt. Light-E-MTBS machen für jeden Mountainbiker Sinn, der mehr Trails fahren will und beim Erklimmen der Gipfel weniger leiden möchte, ohne auf das gewohnte agile Handling bergab zu verzichten. Viele E-Mountainbiker sind mit einem Bike der Bosch-Liga übermotorisiert unterwegs und schleppen deshalb unnötigen Ballast mit, der das Fahrgefühl maßgeblich beeinflusst. Laut unserer Leserumfrage 2019 mit über 10.000 Teilnehmern nutzen nur etwa 5 % hauptsächlich die stärkste Unterstützung ihres Motors. Das heißt, für alle anderen kann – aber muss nicht – ein Light-E-MTB eine Option sein. Viele leichte Fahrer und Fahrerinnen haben mit dem hohen Gewicht vieler herkömmlicher E-Mountainbikes auf dem Trail zu kämpfen. Obendrein brauchen sie in der Regel auch keinen so großen und schweren Akku und Motor wie ein 95 Kilo-Fahrer.

Und natürlich profitieren auch besonders sportive Biker von Light-E-MTBs: In der Ebene können sie problemlos und ohne Tretwiderstand schneller als 25 km/h fahren und so die E-MTB-Runde als Work-out in ihren Trainingsplan integrieren.

Den Turbo-Wahn und Geschwindigkeitsrausch der Bosch-Liga bergauf vergisst man an Board der Light-E-MTBs nach den ersten Metern schnell. So nimmt man mit den Bikes im Vergleichstest alles etwas gelassener und schaltet gerne einen Gang zurück. Lange Uphills nimmt man mit der gleichen Einstellung wie mit einem analogen Trail-Bike in Angriff: „Wir kommen oben an, wenn wir ankommen, und genießen dabei die körperliche Anstrengung ebenso wie die Natur um uns herum.“

Light-E-MTBs sind keine Konkurrenz zu Bikes der Bosch-Liga. Stattdessen fischen sie im analogen Trail-Bike-Revier.

Genau dieses Mindset macht neben dem Fahrspaß bergab den Reiz der neuen Kategorie aus. Dabei sind Light-E-MTBs nicht da, um herkömmliche E-Mountainbikes des Bosch-Liga zu verdrängen. Vielmehr zeigt unsere Leserumfrage, dass es einen zusätzlichen Markt für leichtere E-Mountainbikes mit weniger Power gibt: sowohl für E-Mountainbiker als auch Trail-Mountainbiker, die dank der zusätzlichen Motorpower längere Touren, andere Routen und mehr Trail-Spaß in derselben Zeit absolvieren können.

Die Bikes im Test

Der Markt der Light-E-MTBs ist jung, aufregend und vor allem noch klein. Der jüngste Player, das Specialized Levo SL, hat mit seiner Markteinführung Anfang 2020 die Kategorie aber erst so richtig auf den Schirm der meisten Biker geholt. Doch der eigentliche Veteran und Begründer der wirklich Trail-tauglichen Light-E-MTBs ist das Lapierre eZesty AM, das wir bereits auf der Suche nach dem besten E-MOUNTAINBIKE 2019 im Vergleich zu herkömmlichen E-Mountainbikes vorgestellt hatten. Zwischen den beiden Präsentationen hat NOX das HeLIUM die Bühne betreten, das wie Lapierre auf den FAZUA Evation-Motor setzt. Dieses Motorsystem gibt es auch noch bei einigen anderen vollgefederten Light-E-Mountainbikes, wie das BULLS WILD FLOW EVO CC oder das Wilier 101FX Hybrid. Sie sind von ihrer Ausrichtung aber eher das Äquivalent zu Cross-Country und Marathon-Fullys ohne Motorunterstützung. In diesem Test konzentrieren wir uns aber nicht auf Leistungstraining, Rundenzeiten und enge Lycra-Trikots, sondern bewerten die Bikes an der Breite des Grinsens, das es uns auf dem Singletrail ins Gesicht zaubert. Aus diesem Grund haben wir uns bewusst für die drei eingangs genannten Modelle entschieden – mehr gibt der Markt derzeit noch nicht her.

Bike Preis Gewicht Motor Akku Radgröße
Lapierre eZesty AM 9.0
(Zum Test)
5.999 € 19,50 kg FAZUA Evation 252 Wh 27,5″
Specialized Turbo Levo SL Expert
(Zum Test)
8.699 € 17,70 kg Specialized SL 1.1 320 Wh 29″
NOX HeLIUM 5.9 All Mountain Expert
(Zum Test)
5.999 € 19,52 kg FAZUA Evation 252 Wh 27,5″
Ø 6.899 € Ø 18,91 kg

Wo wurden die Bikes getestet und von wem?

Light-E-Mountainbikes schlagen die Brücke zwischen der elektrifizierten und analogen Mountainbike-Welt. Deshalb haben wir diesen Vergleichstest zusammen mit unserem Schwestermagazin ENDURO – einem der progressivsten und weltweit angesagtesten Mountainbike-Magazine – durchgeführt. Dabei haben wir die Bikes keineswegs geschont, sondern ihnen ausgiebig unter unterschiedlichsten Bedingungen auf den Zahn gefühlt: auf den steilen und verblockten Trails rund um unser Alpine Office in den Chiemgauer Alpen, auf den abwechslungsreichen Strecken im Bikepark Samerberg und auf den flowigen und hügeligen Trails rund um unser Headquarter in Stuttgart.

Andreas Maschke, Redakteur
„Vollgas Action ist nicht mein Fall – ich will ein leichtes E-Mountainbike, das mich auch bergauf fordert. Bergab sollte es berechenbar, sicher und intuitiv zu handeln sein.“
Christoph Bayer, Chefredakteur ENDURO
„E-Mountainbikes sind großartig, aber meine Liebe zu analogen Bikes ist nach wie vor ungebrochen. Das perfekte Light-E-MTB liefert mir dasselbe Natur- und Trail-Erlebnis wie mein Trail-Bike, nur mit ein paar weniger Schweißperlen auf der Stirn.“
Felix Stix, Testchef
„Speed is everything. Vor allem wenn es schnell bergab geht, zeigen sich Schwächen am Fahrwerk und bei der Ausstattung. Trotz „Gewichts-Tuning“ sollten Light-E-MTBs auch einen Ausflug in den Bikepark überstehen.“
Robin Schmitt, Chefredakteur E-MOUNTAINBIKE
„Bei Preisen ab 6.000 € erwarte ich eine clevere Integration und ein durchdachtes Ökosystem rund um das Akku- und Motoren-Konzept. Hier ist Specialized mit der Motion Control-App, der TCU bzw. den Display- und Remote-Optionen Spitzenreiter.“
Michi Paulick, Lehrer und Testfahrer
„E-Mountainbikes sind für mich Neuland. Umso überraschter war ich vom Handling aller drei Bikes. Denn dass man mit einem Motor unterwegs ist, merkt man bergab kaum.“

Die Frage nach dem Motor: Specialized SL 1.1 vs. Fazua Evation

Das geringe Gewicht und die Vorteile im Handling gegenüber herkömmlichen E-Mountainbikes erreichen alle drei Bikes im Test unter anderem durch ihr Motor- und Akku-Konzept. Specialized setzt auf den eigens entwickelten SL 1.1-Motor mit 35 Nm Drehmoment und einen 320-Wh-Akku. NOX und Lapierre setzen auf den FAZUA Evation-Motor, der seit einigen Jahren auf dem Markt ist, für 2020 jedoch ein Software-Update vorgestellt hat. Das Besondere am FAZUA-Konzept ist das herausnehmbare Drivepack, in dem Akku und Motor stecken. Im Rahmen verbleibt dann nur das 1,3 kg schwere Tretlager mit der Sensorik und dem Getriebe. So lassen sich Lapierre und NOX auch als analoge Mountainbikes ganz ohne Motor nutzen. Das erst vor kurzem vorgestellte FAUZA Black-Pepper Firmware-Update verändert die Charakteristik des Motors grundlegend. Wir hatten bereits vorab die Möglichkeit, das Update zu testen und haben sowohl das NOX als auch das Lapierre mit der neuen Firmware für euch getestet. Beide Bikes werden in Zukunft auch nur noch mit ihr ausgeliefert, weshalb wir uns beim FAZUA-Motor in diesem Test immer auf die Firmware 2.0 beziehen.

Mit 55 Nm Drehmoment ist der FAZUA spürbar kräftiger und durchzugsstärker als der Specialized-Motor. Das macht sich besonders an steilen Rampen bemerkbar, an denen NOX und Lapierre in der höchsten Unterstützungsstufe (RocketMode) spielerisch am Levo SL vorbeiziehen. Auch wenn es in der Ebene an die 25 km/h-Grenze geht, erfordert das Specialized mehr Körpereinsatz. Denn um den Übergang aus der Motorunterstützung möglichst geschmeidig zu gestalten, reduziert der Specialized SL 1.1-Motor schon deutlich früher die Unterstützung. Das gelingt dem SL 1.1-Motor so gut, dass man oftmals nur schwer unterscheiden kann, ob man mit oder ohne Unterstützung unterwegs ist. In allen drei Unterstützungsstufen ist der SL 1.1 im Standard-Setup sehr progressiv und fordert deshalb vom Fahrer viel Eigenleistung am Pedal, um seine Motor-Power freizugeben. Mit diesem natürlichen Fahrgefühl kann der FAZUA nicht in allen Unterstützungsstufen mithalten. Der Übergang an der 25 km/h-Schwelle ist zwar geschmeidig, aber im Vergleich zum SL spürbar. Der Vorteil des FAZUA-Systems liegt in seiner Vielseitigkeit: Im BreezeMode liefert es ein klasse Work-out und wird im RocketMode dennoch nicht von herkömmlichen E-Mountainbikes abgehängt, wenn man mal in einer gemischten Gruppe mit E-MTBs der Bosch-Liga unterwegs sein sollte. Dazwischen befindet sich der RiverMode, der super progressiv abgestimmt ist und sich deshalb am natürlichsten anfühlt.

Leichte E-Mountainbikes mit geringer Motorunterstützung… Durch die deutliche Steigerung der Motor-Power mit dem FAZUA-Update müssen wir die Kategorie umbenennen.

In Sachen Motor-Feintuning und -Abstimmung bieten beide Motoren viel Spielraum. Die Unterstützungsstufen des Specialized SL 1.1-Motors lassen sich mit der Mission Control-App auch auf dem Trail an die persönlichen Vorlieben anpassen. Bei NOX und Lapierre ist das vorerst nur vom Rechner aus möglich. Das funktioniert zwar auch einfach und schnell, allerdings könnt ihr die Unterschiede auf dem Trail nicht so unmittelbar erfahren wie mit dem Levo SL.

Wie viel Akkukapazität braucht man an einem Light-E-MTB?

Während die E-Mountainbikes der Bosch-Liga gerade ein wahres Wettrüsten der Akkukapazität erleben, müssen die Motoren in unseren Test-Bikes mit deutlich weniger Wattstunden zurechtkommen. Zum Glück, denn nur so lässt sich das im Vergleich zu normalen E-Mountainbikes phänomenale Handling aller drei Bikes erreichen. Im Vergleich zur Bosch-Liga liefern die kleinen Motoren weniger Leistung und benötigen deshalb auch weniger Strom. Deshalb setzt FAZUA auf einen 252-Wh-Akku, der oberhalb des Motors im herausnehmbaren Drivepack steckt. Specialized setzt hingegen auf einen fest im Rahmen verbauten 320-Wh-Akku. Er kann mit einem zusätzlichen 160-Wh-Range Extender (400 €) erweitert werden. Die Reichweite aller drei Bikes lässt sich also problemlos mit Zusatz- bzw. Ersatzakkus erhöhen. Während der FAZUA-Ersatzakku in einen Rucksack passt, kann der Specialized Range Extender im Flaschenhalter des Levo SL untergebracht werden.

Nur außerhalb des Bikes
Mit dem neuen Locker von FAZUA, der sowohl im Lapierre und NOX steckt, lässt sich der Akku nur noch außerhalb des Bikes laden
Nur im Bike
Der interne Akku des Levo SL lässt sich nur im Bike laden. Steckdose im Fahrradkeller? Zwingend erforderlich.

Wie ihr wisst, hängt die tatsächliche Reichweite eines E-Mountainbikes von unzähligen Faktoren ab, sodass wir euch hier keine konkrete Angabe zur Reichweite machen können. Fakt ist aber, dass ihr ohne Ersatz- oder Zusatzakku mit dem Specialized Levo SL längere Touren fahren könnt als mit dem Lapierre oder NOX. Dafür erfordert das Levo SL mit seinem schwächeren Motor aber auch spürbar mehr Körpereinsatz von euch. Unsere schnelle Feierabendrunde mit gut 600 Höhenmetern machen aber alle Bikes problemlos mit einer Akkuladung und mit Vollgas mit. Mit dem Levo SL haben alle unsere Tester (75–92 kg) ohne Range Extender längere Touren mit knapp 1.200 Höhenmetern absolvieren können. Solche Distanzen sind mit dem Lapierre oder NOX auch im ECO-Modus ohne Wechselakku nicht ganz zu erreichen.

Nicht nur der Akku muss gut integriert sein …

… auch die Integration des restlichen Systems rund um den Motor spielt ebenfalls eine wichtige Rolle. Hier zeigt sich sowohl beim NOX als auch beim Lapierre das Alter des FAZUA-Motors. Beide Bikes müssen noch immer mit einem externen Geschwindigkeitssensor mit Speichenmagnet und einer klobigen Remote am Lenker auskommen. Das Levo SL wirkt dagegen wie aus einem Guss. Aktuelle Fahrstufe und Ladezustand werden über LEDs in der Turbo Connect Unit (TCU) dargestellt, welche super schick integriert im Oberrohr sitzt. Am Lenker des Levo SL findet sich die Specialized typische Mini-Remote, auf die ihr, wenn ihr wollt, auch komplett verzichten könnt. Was bei Specialized neben dem Turbo Connect Display schon jetzt möglich ist, will FAZUA mit einem weiteren Software-Update auch erreichen: nämlich die Darstellung der relevanten Fahr- und Motordaten auf Drittgeräten wie einem Garmin oder einem Wahoo.

Auf dem Trail zählt das Gesamtpaket

Auf dem Trail steht bei uns noch immer das Fahrverhalten an oberster Stelle. Die drei Test-Bikes wollen echte Allrounder sein. Dafür müssen sie auf dem Trail in jeder Lebenslage überzeugen, egal ob auf technischen Trail-Passagen bergab oder der Halbtagestour im gemäßigten Gelände. Einen Ausflug auf die Flowtrails und gemäßigten Strecken im Bikepark müssen nicht nur die Komponenten, sondern auch die Fahrer überstehen. Hier zahlen sich griffige Reifen, ein gutes Fahrwerk und ein sicheres Handling aus. Unterdimensionierte Bremsen wie am Specialized bringen vor allem schwere Fahrer schnell ans Limit. Sie profitieren übrigens auch von der schweren, aber spürbar spurtstabileren FOX 36-Federgabel am Lapierre. Das beste Bike vermittelt in allen Lebenslagen vor allem eines: Fahrspaß pur! Dafür muss das Handling verspielt und agil sein, das Bike aber dennoch ausreichend Laufruhe bieten, wenn es schneller wird. Ganz so wie ein gutes Trail-Bike eben auch, nur mit zusätzlichem Rückenwind bergauf. Von einem solch ausgewogenen und vielseitigen Handling profitiert jeder – sowohl Einsteiger als auch erfahrene Piloten!

Tops

Freie Wahl
Mit dem modularen Konzept rund um die Specialized TCU entscheidet ihr über das Cockpit: von minimalistisch ganz ohne Remote bis hin zum Garmin als Display, das auch alle Daten des Motors anzeigt, ist alles möglich.
Steil ist geil
Das gilt nicht nur für Trails, sondern auch für den Sitzwinkel. Das NOX positioniert seinen Fahrer dadurch zentral im Bike.
Integration hört nicht beim Motor auf
Das kleine SWAT-Tool im Steuersatz des Levo Sl ist immer griffbereit und perfekt integriert
Kleine Details, riesen Unterschied
Die ODI-Griffe am NOX sind super hochwertig, gut gedämpft und bieten viel Grip. Dagegen fühlen sich die Griffe am Levo SL oder eZesty richtig billig an.
Sinnvolle Sparmaßnahmen
Die SRAM Guide RE ist relativ günstig, überzeugt aber mit top Standfestigkeit und hoher Bremskraft. Hier hat Lapierre zwar nicht am Gewicht, dafür aber bei den Kosten sinnvoll gespart.

Flops

Platzmangel
Das Design von Rahmen und Fahrwerk lässt keinen Platz für eine Trinkflasche. Wer auf dem NOX unterwegs ist, braucht ein Hip-Bag oder einen Rucksack.
Pannenanfällig
FAZUA setzt weiterhin nur auf exponierte Geschwindigkeitssensoren und Speichenmagnete. Hier kann es auf dem Trail zu Pannen kommen.
Pflegeintensiv
Sowohl beim Specialized als auch beim Lapierre lockern sich gerne die Schrauben am Hinterbau. Hier muss regelmäßig kontrolliert werden.
Auch leichte E-MTBs brauchen starke Bremsen
Obwohl das Levo SL das leichteste Bike im Test ist, wird die 180er-Scheibe am Heck schnell zu heiß. Ein Kilo am Bike hin oder her spielen im Verhältnis zum Körpergewicht ohnehin eine untergeordnete Rolle.

Was ist das beste Light-E-MTB?

Specialized Turbo Levo SL Expert | Specialized SL 1.1/320 Wh | 150/150 mm (v/h)
17,7 kg in Größe L | 8.699 €

Das Lapierre eZesty AM 9.0 hat sich seit seiner Vorstellung vor etwa 1,5 Jahren kaum verändert. Neben dem sexy Look überzeugt es vor allem bergab mit viel Traktion und Speed. Bergauf fällt es aber aufgrund seiner hecklastigen Sitzposition und des Fahrwerks weit hinter der Konkurrenz zurück. Auch das NOX HeLIUM hat ein Problem mit seinem Fahrwerk. Der Dämpfer ist nicht optimal auf den Hinterbau abgestimmt, sodass das Fahrwerk bergab zu harsch ist und nur wenig Grip generiert. Hier lässt das NOX sehr viel Potenzial liegen. Dafür klettert es dank super zentraler Sitzposition und dem starken FAZUA-Motor mit Abstand am besten im Test. Dem Specialized Levo SL gelingt hingegen – wie es sich für ein Trail-Bike gehört – beides gut: Uphill und Downhill. Darüber hinaus besticht es mit seinem einzigartigen technischen Ökosystem rund um Motor, Akku, Cockpit und App. In Sachen natürliches Fahrgefühl fahren die beiden FAZUA-Bikes dem Levo SL auch mit dem Software-Update hinterher. Obwohl es rund 2.700 € teurer als NOX und Lapierre ist, leistet sich das Levo SL dennoch kleinere Schwächen in der Ausstattung. Auf dem Trail liefert es aber das rundeste Gesamtpaket und hat damit die Nase klar vorne. Auch wenn es noch nicht perfekt ist, ist das Specialized Levo SL das beste Light-E-MTB.

Hier findet ihr den kompletten Test zum Specialized Turbo Levo SL Expert


Die Konkurrenz

Lapierre eZesty AM 9.0 (Zum Test)
FAZUA EVATION/252 Wh | 150/150 mm (v/h)
19,5 kg in Größe L | 5.999 €
NOX HeLIUM 5.9 All Mountain Expert (Zum Test)
FAZUA EVATION/252 Wh | 150/150 mm (v/h)
19,52 kg in Größe L | 5.999 €

Die Rolle der E-MTBs und ihre potenziellen Anwendungsgebiete verändern sich rasant. Wir setzen neue Impulse und helfen, den Durchblick zu bewahren. Eines ist dabei sicher: Die Zukunft des E-MTBs ist spannender denn je! Unsere E-MOUNTAINBIKE Evolutionstheorie gibt diesem Artikel und allen weiteren der New Generation Serie ihren Kontext, sorgt für neue Perspektiven und einen weiteren Horizont.

Weitere Artikel der Serie sind: die Ära der E-SUVs, das neue Fahrgefühl mit Light E-MTBs, das Potenzial von Offroad-Cargo-Bikes, unser Offroad-Tiefeinsteiger-Vergleichstest, Connectivity und Software-Lösungen, die neue Generation Z, und unser Handbuch zur Vererbung der Bike Leidenschaft an die Kids.


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Text: Felix Stix Fotos: Christoph Bayer

Über den Autor

Felix Stix

Felix ist Testchef und unbestritten einer der besten Testfahrer der Welt. Mit seinem abgeschlossenen Sports-Engineering-Studium, exzellenten MTB-Skills, einer Bike-Guide-Ausbildung und seiner Liebe zur Technik hat Felix alles, was es für eine umfassende und faire Beurteilung von Bikes braucht. Seine legendären Vergleichstests sind international bekannt und gefürchtet und werden aufgrund der ausführlichen Erläuterungen und technischen Erklärungen gerne mal ein bisschen länger. Pro Jahr testet er weit über 100 Bikes, seine Spezialgebiete sind Reifen, Motoren, Fahrwerke – und im Winter auch Ski! Sein Know-how fließt in jeden unserer Tests mit ein und trägt so zur hohen redaktionellen Qualität bei.