Neue Wege erkunden, Trail-Abenteuer suchen, Touren planen: Damit ihr immer auf den schnellsten oder schönsten Wegen unterwegs seid, haben wir die fünf spannendsten Navigationsgeräte fürs E-MTB verglichen. Clevere Smartphone-Halterung, GPS-Gerät oder E-MTB-Bordcomputer? Wir sagen euch, was für wen sinnvoll ist.

Bevor wir in den Testbericht einsteigen, möchten wir dich noch kurz auf unsere aktuelle Jahresausgabe hinweisen. Die E-MOUNTAINBIKE Print-Edition 2020 ist die ultimative Testbibel, mit der wir dir helfen das perfekte E-Mountainbike zu finden. Auf 250 Seiten im hochwertigen Print-Format findest du eine umfassende Kaufberatung und Tests von 35 Bikes sowie der 7 wichtigsten Motoren. Außerdem gibt es jede Menge Know-how, Tipps und die aufregendsten E-MTB-Trends. Hier klicken für mehr Infos oder direkt in unserem Shop bestellen!

E-Mountainbiken ist der beste Sport der Welt und für uns Inbegriff von Naturerlebnis, Abenteuer, Genuss und Fahrfreude. Letztere kann aber zu kurz kommen, wenn man sich verfährt. Selbst wenn die Tour direkt vor der Haustür startet, verlässt man mit modernen E-Mountainbikes schnell die heimischen Gefilde und kennt nicht mehr jeden Stein beim Vornamen. Aus dem Auto sind Navigationsgeräte nicht mehr wegzudenken und zu Fuß nutzen wir unser Smartphone als Navi, wenn wir den Weg nicht kennen. Warum also nicht auch mit dem E-MTB? Um neue Wege zu erkunden, ohne sich Sorgen über den Rückweg zu machen, lohnt sich ein GPS-Navigationsgerät. Auch wer den schnellsten Weg von A nach B sucht, kommt um eine Navigationshilfe nicht herum. Nun gibt es reichlich Auswahl: vom klassischen GPS-Computer mit Navigationsfunktion, wie man ihn vom Rennrad kennt, über das Smartphone bis hin zu E-MTB-Touchdisplays mit integriertem Fahrrad Navi. Aber nicht alle diese Optionen sind auch am E-Mountainbike sinnvoll. Überfüllte Lenker, fehlende Konnektivität mit dem Antriebssystem oder unzuverlässige Navigation abseits befestigter Wege können nicht nur nervig sein, sondern sind einfach nicht mehr zeitgemäß.

Inhaltsverzeichnis

Wir haben fünf spannende Navigationsgeräte mit unterschiedlichen Konzepten und unterschiedlicher Software für euch über mehrere Monate getestet und die Grenzen der Navigation bei ausgiebigen Touren in Südtirol, bei Trail-Abenteuern im Mittelgebirge, beim Pendeln und im Alltagseinsatz ausgelotet. Außerdem sagen wir euch, welches Gerät sich für welches Motorsystem eignet und welche Software die Nase vorne hat. Das Smartphone findet dabei immer einen sinnvollen Platz, entweder am Lenker oder tief verstaut im Rucksack.

Welche Arten von Geräten gibt es?

Klassische Navigationsgeräte sind die Weiterentwicklung des Fahrradtachos. Sie haben alle wichtigen Entwicklungen der letzten 20 Jahre mitgemacht und sind aus technischer Sicht kaum noch vergleichbar mit den Tachos, die einige von uns noch an ihren Jugend-Bikes hatten. Man kann sie sowohl an E-Bikes als auch an analogen Bikes verwenden. Ihr Schwerpunkt liegt klar auf der Navigation, doch auch die anderen Funktionen können sich sehen lassen. Sie zeigen nicht nur alle klassischen Daten wie Geschwindigkeit, Trittfrequenz und zurückgelegte Höhenmeter an, sondern sind Multisport-Tracker und Personal Fitnesstrainer in einem, können Smartphone-Benachrichtigungen beantworten oder bei einem versuchten Diebstahl Alarm schlagen. Zwar kann man sie an jedem beliebigen Lenker befestigen – ob sie aber auch als Ersatz für das E-Bike-Display taugen, hängt vom Motorhersteller ab. Nicht jeder erlaubt den Herstellern von GPS-Computern, Daten wie Geschwindigkeit, Trittfrequenz, Akkustand und Unterstützungsstufe abzufragen und anzuzeigen. Geräte wie das SIGMA ROX 12.0 oder das Garmin Edge 1030 Plus werden nicht zusammen mit einem E-Bike verkauft, sie sind typische Nachrüstlösungen.

Warum also nicht gleich ein E-Bike-Display mit integrierter Navigationslösung? Aktuell gibt es nur ein System mit zeitgemäßer und umfangreicher Navigationsfunktion: das Bosch Nyon-Display 2021. Bei dieser Art von Navi handelt es sich um ein fest verbautes E-Bike-Display, das direkt mit dem Bike ausgeliefert wird. Stimmt die Kompatibilität, kann es nachgerüstet werden, verrichtet seinen Dienst aber nur an einem E-Bike. Das Bosch Nyon-Display 2021 ist mehr als ein E-Bike-Display. Es ist ein Bordcomputer, ähnlich wie man ihn vom Auto kennt, mit Touchdisplay und Navigationsfunktion und jeder Menge weiterer Features.

Die dritte und derzeit wohl beliebteste Möglichkeit, das E-Bike um eine Navigationsfunktion zu erweitern, ist das eigene Smartphone zu benutzen. Moderne Smartphones besitzen bereits von Haus aus Navigationsfunktionen und sind darauf ausgelegt, vielseitige Verwendung zu finden. Entweder spannt man das Smartphone in eine gewöhnliche Smartphone-Halterung oder man schaut sich nach einer Lösung um, die das Smartphone mit dem E-Bike-Motorsystem koppelt. Aktuell sind die Bosch-Systeme mit dem COBI.Bike Sport oder dem Bosch SmartphoneHub die Benchmarkt. Solche Geräte bilden über Bluetooth eine Schnittstelle zwischen dem E-Bike und dem Smartphone. Zwar gibt es weitere Apps, die über Bluetooth Motordaten anzeigen und das Smartphone zum E-Bike-Display machen. Die Bosch-Systeme verstehen es aber, darüber hinauszugehen, und integrieren das Smartphone in das E-Bike.

Das Testfeld

Marke und ModellPreisGrößeKompatibilitätnachrüstbar
Garmin Edge 1030 Plus
(Zum Test)
599 €58 x 114 x 19 mmFahrräder mit ANT+LEV-Profil oder Bluetooth LE für volle Kompatibilitätja
SIGMA ROX 12.0
(Zum Test)
399 €60 x 115 x 17 mmFahrräder mit ANT+LEV-Profil für volle Kompatibilität, Sensoren mit ANT+ und Bluetoothja
Bosch Nyon 2021
(Zum Test)
349 €80 x 110 mmBoschja, empfohlen wird der Einbau beim Bosch-Händler
Bosch SmartphoneHub
(Zum Test)
229 €95 x 75 x 35 mmBosch Active Line, Active Line Plus, Cargo Line, Performance Line und Performance Line CX ab Modelljahr 2020ja, empfohlen wird der Einbau beim Bosch-Händler
COBI.Bike Sport
(Zum Test)
250 €91 x 86 x 83 mmBosch-Bike mit Intuvia- oder alter Nyon-Halterung (BUI275)ja

Navigation

Für eine breite Masse von E-Bikern gilt: Der Weg ist das Ziel und nicht das Ziel ist das Ziel. Das haben auch die Hersteller aller Navigationsgeräte im Test beherzigt und die einfachste und kürzeste Verbindung zwischen dem Standort und dem Ziel um weitere Routenempfehlungen erweitert. Neben der kürzesten Verbindung kann z. B. mit der Option „Einfach“ auf dem SIGMA ROX 12.0 eine Routenoption mit einer flachen Topographie gewählt werden. „Schöne“ Routenvorschläge, wie beim Bosch Nyon 2021, oder „empfohlene“, wie beim SIGMA ROX 12.0, lotsen den Fahrer von den direkten Hauptverkehrswegen und Schnellstraßen mit der kürzesten Verbindung auf ein ausgewiesenes Radwegenetz und nehmen dafür Umwege in Kauf. Die Navigationsfeatures des Bosch Nyon 2021, des Bosch SmartphoneHub und des COBI.Bike Sport sind einfach zu bedienen. Als Benutzer kann man allerdings keinen Einfluss auf die Routenvorschläge nehmen. Um mit einem dieser drei Navis individuelle Touren anzulegen oder Zwischenziele zur Route hinzuzufügen, muss man im Vorfeld GPX-Dateien oder Routen aus Komoot und Co. importieren.

Auf dem Garmin Edge 1030 Plus hingegen lässt sich die Routenplanung auf die eigenen Vorlieben zuschneiden und auch die Re-Routing-Funktion lässt sich individuell einstellen. Die Optionsvielfalt in den Einstellungsmenüs kann den Nutzer aber auch überfordern. Das SIGMA ROX 12.0 findet eine gute Balance zwischen Benutzerfreundlichkeit und Optionsvielfalt: Das Re-Routing während der Fahrt läuft automatisch ab, die Routenplanung liefert sowohl verständliche als auch auf das eigene Profil abgestimmte Routenoptionen ab. Mit einer ausgewachsenen Navigationsfunktion inkl. kuratierter Tourenvorschläge oder einer Aufschlüsselung der Wegetypen, wie Komoot sie anbietet, kann es kein Gerät im Testfeld aufnehmen. Die gute Nachricht: Auf allen Geräten lassen sich diese Routen aus Komoot und Co. einbinden. Das Bosch Nyon 2021 beherrscht eine praktische reichweitenbasierte Navigation auf Grundlage des Akkustands, der gewählten Motorunterstützung und der Distanz zum Ziel sowie der Topographie der gewählten Route. Es bewahrt den E-Biker davor, eine lange Tour zu starten, für die die Akkureichweite nicht genügt. Das SmartphoneHub und das COBI.Bike Sport gleichen eine geplante Route ebenfalls mit der Akkureichweite ab, gehen dabei aber nicht auf die Topographie ein. Liegen auf einer geplanten Route viele Anstiege, kann der Akku vorzeitig leer gehen.

Darauf kommt es beim Navigationsgerät am E-Mountainbike noch an

Akkulaufzeit

Ist das Fahrrad-Navi mit der Antriebseinheit verbunden, wie z. B. beim Bosch Nyon-Display 2021, erhält es seine Energie aus dem Hauptakku und hält damit mindestens genauso lange wie euer E-Bike. Ein separater Akku im Bosch Nyon 2021 sorgt dafür, dass ihr auch noch nach Hause kommt, wenn der Energielieferant eures E-Bikes bereits leer gefahren ist. Beim SmartphoneHub und beim COBI.Bike Sport kann das Smartphone ebenfalls vom Hauptakku geladen werden. Hier sind die GPS-Geräte von Garmin und SIGMA im Nachteil. Wer kein E-Bike mit integrierter USB-Ladebuchse wie das Canyon Spectral:ON oder Stevens E-Inception hat, sollte sein GPS-Gerät regelmäßig laden oder eine Powerbank dabeihaben.

Akustische Wiedergabe

Zusätzlich zur visuellen Darstellung arbeiten alle getesteten Geräte auch mit akustischen Hinweisen. Neben einem Piepton, der auf kommende Navigationshinweise aufmerksam macht, kann das Garmin Edge 1030 Plus den Piepton als Warnhinweis für scharfe Spitzkehren verwenden. Wird ein Smartphone in die Navigationslösung integriert, wie beim SmartphoneHub oder beim COBI.Bike Sport, können auch Abbiegehinweise per Sprachausgabe erfolgen. Ist das Garmin Edge 1030 Plus während der Fahrt mit einem Smartphone gekoppelt, beherrscht es die Sprachausgabe per Zusatzsoftware über das Smartphone ebenfalls. Wer keine Lust auf die akustische Wiedergabe hat, kann sie natürlich auch deaktivieren.

Darstellungsqualität

Alle Geräte im Test verfügen über einen Helligkeitssensor, der das Umgebungslicht ermittelt und die Display-Helligkeit entsprechend anpasst. Dennoch bestehen gravierende Unterschiede in der Helligkeit, Auflösung und Ablesbarkeit der Displays während der Fahrt. Hier hat das Bosch Nyon-Display klar die Nase vorn, dicht gefolgt vom Garmin Edge 1030 Plus. Wird die Navigation auf dem eigenen Smartphone ausgegeben, spielt natürlich die Wahl des Smartphones maßgeblich in die Darstellung mit rein.

Das Display des Bosch Nyon 2021 überstrahlt im wahrsten Sinne des Wortes die Konkurrenz. Es is deutlich heller und besser ablesbar.

Diebstahlalarm und Diebstahlsicherung

Das COBI.Bike Sport und das Garmin Edge 1030 Plus bieten als zusätzliches Feature einen Diebstahlalarm an. Wird bei aktiviertem Alarm eine Bewegung am Fahrrad festgestellt, machen beide Fahrrad Navis Radau. Das Garmin sendet zudem noch eine Benachrichtigung an das Smartphone – vorausgesetzt, es ist noch per Bluetooth verbunden. Einen speziellen Diebstahlschutz für E-Bikes besitzt in unserem Test nur das Bosch Nyon 2021. Erwirbt man einmalig bei Bosch die Premiumfunktion Lock für 10 €, werden alle Motorfunktionen deaktiviert, sobald man das Nyon-Display vom E-Bike abzieht. Bis das zugehörige Nyon-Display wieder an das E-Bike angebracht wird, lässt sich das Bike nur wie ein gewöhnliches Fahrrad ohne Motor nutzen. Die gleiche Funktion bietet auch das Bosch Kiox-Display, allerdings verfügt es nur über eine rudimentäre Navigationsfunktion und ist deshalb nicht Teil des Testfelds.

Kompatibilität mit dem E-Bike

Ob eure Auswahl an Navigationsgeräten groß oder klein ist, hängt davon ab, mit welchem Motor ihr unterwegs seid. Moderne GPS-Geräte und auch Smartphones können euer E-Bike-Display ersetzen, wenn sie mit dem Motorsystem eures E-Bikes kommunizieren können. Ein Schock für viele Bosch-Kunden: E-Bikes mit Motorsystemen von Bosch sind für Drittanbieter gesperrt. Um Motordaten wie die Unterstützungsstufe oder den Akkustand über das Navigationsgerät auslesen zu können, ist man an eine Bosch-zertifizierte Lösung oder an Bosch-eigene Geräte wie das SmartphoneHub oder das COBI.Bike Sport gebunden. Anders sieht das aus, wenn das E-Bike das Profil ANT+ LEV (Light Electric Vehicle) verwendet, wie es z. B. Specialized, GIANT und Shimano tun, oder wenn es gar mit Bluetooth arbeitet, wie z. B. bei FAZUA-Bikes. Dann stehen die Chancen gut, dass ein modernes Navigationsgerät die Motordaten empfangen und ausgeben kann – auch wenn dieses Navi von einem anderen Hersteller stammt als das Motorsystem. Über das ANT+ LEV-Profil werden standardmäßig Daten wie die Unterstützungsstufe, der Akkustand und die geschätzte verbleibende Reichweite an das Navigationsgerät übermittelt. Das SIGMA ROX 12.0 und das Garmin Edge 1030 Plus beherrschen die Verbindung über ANT+ LEV. Das Garmin Edge 1030 Plus kann auch mit FAZUA-Bikes kommunizieren, leider sind hier die Daten jedoch eingeschränkt und das Garmin zeigt entweder nur die Geschwindigkeit und Trittfrequenz an oder verbindet sich als Leistungssensor und gibt die Fahrerleistung und Trittfrequenz an. Das Bosch SmartphoneHub, das COBI.Bike Sport und das Bosch Nyon 2021 sind fester Bestandteil des Motorsystems und funktionieren daher ausschließlich mit Antrieben von Bosch.

Für unseren Vergleichstest war uns kein Weg zu weit! Bei ausgiebigen Touren in Südtirol und auf Trail-Abenteuern im Mittelgebirge haben wir für euch getestet, ob die Navis einen auch sicher auf Kurs halten.

Kartenmaterial

Navigationsgeräte sollen dem Fahrer nicht nur dabei helfen, den schnellsten und vor allem den richtigen Weg zum Ziel zu finden. Was sich neben den Wegen abspielt ist, ist für manche E-Biker genauso interessant. Will man auf Entdeckungstour gehen, ist nicht nur das Kartenmaterial an sich von großer Bedeutung, sondern auch, wie das Kartenmaterial in die Routenberechnung einfließt. Lässt sich auf dem Display eine Unterscheidung treffen, wie sich der Weg vor einem gestalten könnte oder sehen alle Routen gleich aus? Wird ein Trail als solcher erkannt und fließt er in die Routenberechnung mit ein? Außerdem praktisch: Im Testfeld verfügt jedes Gerät über ein WLAN-Modul. Dadurch lassen sich im heimischen WLAN auf allen Geräten – mit Ausnahme des Garmin Edge 1030 Plus – Karten für die Offline-Navigation auf die Systeme runterladen. Das Garmin muss mit dem Computer verbunden sein, um Änderungen am Kartenmaterial vorzunehmen.
Keines der Geräte in unserem Test ist ein Set-and-Forget-Gerät. Das heißt auch: Leider erhält man bei keinem von ihnen eine Benachrichtigung, sobald neues Kartenmaterial zur Verfügung steht. Man muss immer selbst aktiv werden. Unser Tipp: Nutzt Apps wie Komoot für die Navigation. Hier ist das Kartenmaterial immer aktuell.
Darf der Navi-Hersteller auf den Bewegungsverlauf seiner Kunden zurückgreifen oder lädt die Community freiwillig ihre Touren in Internetportale hoch, entstehen sogenannte Heatmaps. Sie zeigen häufig befahrene Strecken im Wegenetz auf. Diese Daten kann das System mit dem Profil des Nutzers abgleichen und dann maßgeschneiderte Routenempfehlungen erstellen. Was bei GoogleMaps schon lange für das Auto funktioniert, gibt es bei Garmin und Strava auch fürs E-MTB: Wird eine in der Vergangenheit häufig befahrene Strecke gesperrt oder eine attraktive Umleitung eingerichtet, wird das durch die Heatmap erkannt und die Strecke wird nicht mehr für die Navigation benutzt, im Stadtverkehr genauso wie auf Trails.

Montage

Die Montage der GPS-Geräte von Garmin und SIGMA ist besonders leicht. Selbst technische Laien können anhand der mitgelieferten Anleitungen die Geräte an den Lenker anbringen. Das COBI.Bike Sport ist eine einfache Nachrüstlösung. Es lässt sich auf die Halterung eines Bosch Intuvia oder eines alten Bosch Nyon-Displays aufstecken. Lieber der Fachwerkstatt überlassen sollte man hingegen das Nachrüsten von Navigationsgeräten, die eine direkte Kabelverbindung zum Motorsystem und Akku aufweisen, wie das Bosch SmartphoneHub und das Bosch Nyon 2021.

Prozessorleistung

Für eine reibungslose Bedienung spielt die Prozessorleistung des Navigationsgeräts eine wichtige Rolle. Ladezeiten beim Ein- und Ausschalten, die Berechnung einer Route und bereits das Zoomen eines Kartenausschnitts werden mitunter durch den Prozessor limitiert und das kann zu viel Frust führen. Wer will schon sekundenlang warten, bis die Zoomfunktion reagiert? Hier sind moderne Smartphones, wie sie für die Navigation mit dem COBI.Bike Sport und dem SmartphoneHub verwendet werden, meist deutlich überlegen. Selbst Hunderte Kilometer entfernte Ziele werden vom Smartphone in Sekunden berechnet, während das Bosch Nyon 2021 bei Entfernungen von über 200 km bereits überfordert ist und das Garmin Edge 1030 Plus dafür mehrere Minuten benötigt. Fällt die Strecke nicht länger als 100 km aus, berechnen alle Testgeräte die Strecke jedoch in wenigen Sekunden.

Sturzerkennung

Im Falle eines Sturzes kann entweder das Navigationsgerät selbst oder ein verbundenes Smartphone den Sturz erkennen und einen Countdown für den Notruf starten. Wird nach einem Sturz der Countdown auf dem Smartphone nicht angehalten, wird der Notrufkontakt benachrichtigt. Allerdings ist das nur bei Garmin, Bosch SmartphoneHub und COBI.Bike Sport der Fall. Bei Garmin ist diese Funktion kostenfrei, bei SmartphoneHub und COBI.Bike Sport werden dafür 40 € im Jahr fällig.

Touchdisplay

Ein Touchdisplay macht das Durchsuchen und Zoomen auf einer Karte um ein Vielfaches einfacher als eine Oldschool-Tastenbedienung. Beim Bosch Nyon 2021, Bosch SmartphoneHub und COBI.Bike Sport kann die Zoomfunktion zusätzlich über die Lenker-Remote bedient werden, wodurch man keine Hand vom Lenker nehmen muss. Auch für die Eingabe vom Zielort ist eine Touch-Funktion ein echter Segen.

Zusätzliche Features

Neben der Navigation beherrschen die Geräte teilweise eine Flut an zusätzlichen Features. Zusätzlich zur Aufzeichnung einer Route können einige Geräte Trainings beurteilen, Trainingsempfehlungen anhand bisheriger Leistungen ausstellen oder Wettervorhersagen abgeben. Beim Garmin Edge 1030 Plus misst der Beschleunigungssensor sogar Phasen der Schwerelosigkeit und ermittelt anhand weiterer Daten damit die Länge von Sprüngen. Für Fußballbegeisterte bietet die COBI.Bike-App mit Goals einen Bundesliga-Live-Ticker, der Ergebnisse auf das Navigationsdisplay einblendet. Wie sinnvoll diese Funktionen im Einzelnen für euch sind und ob ihr sie braucht, müsst ihr selbst entscheiden.

Tops

Komoot kommt gut!
Alle Systeme sind mit Komoot kompatibel. Deshalb kann man damit leicht Strecken planen, Touren erstellen und sie dann auf das jeweilige Gerät importieren.
Mit Power bis ans Ziel: Das Bosch Nyon 2021 gleicht die Reichweite des Akkus mit der aktuell geplanten Route ab. Die COBI.Bike-App vergleicht zumindest die Akkureichweite mit der Distanz zum Ziel.
„In 50 m haben Sie Ihr Ziel erreicht.“
Akustische Warntöne sind super, um keine Abzweigung zu verpassen. Bei der COBI.Bike-App gibt’s sogar eine Sprachausgabe, wie man sie vom Auto-Navi oder von GoogleMaps kennt.
Finger weg!
Nur das Bosch Nyon 2021 besitzt einen Diebstahlschutz, der den Motor dauerhaft deaktiviert. Das COBI.Bike Sport und das Garmin Edge 1030 Plus bieten immerhin einen Diebstahlalarm.

Flops

Der geht steil: Das SmartphoneHub und das COBI.Bike Sport geben keine Auskunft über die Höhenmeter der geplanten Route an – schade!
Bosch ist Boss: Gute Navigation auf dem E-Bike-Display gibt’s nur bei Bosch. Shimano, Yamaha, Brose und Co. sind hier nicht up to date.
So will ich da aber nicht hin!
Mit der COBI.Bike-App für SmartphoneHub und COBI.Bike Sport lassen sich keine Zwischenziele einfügen. Auch auf dem Bosch Nyon 2021 geht das nicht. Zum Glück gibt es da noch Komoot!
Nur über Umwege: Das SIGMA ROX kann nicht mit dem Smartphone direkt verbunden werden, sondern nur über WLAN und die SIGMA-Cloud. Unterwegs ist man aufgeschmissen.

Das beste Navigationsgerät 2021 fürs E-MTB

Der Sieger unseres Navigationsspecials ist das Bosch Nyon 2021. Es ist einzigartig im Test und mehr als eine integrierte Navigationsfunktion im E-Bike-Display – der Next-Level-Bordcomputer vereint alle Funktionen, die man am E-MTB braucht, in einem Gerät. In Sachen Helligkeit, Usability und Zusatzfeatures ist es die Benchmark im Test. Kein anderes Gerät liefert gleichzeitig Diebstahlschutz und reichweitenbasierte Navigation und geht damit so stark auf die realen Bedürfnisse von E-Bikern ein wie das Bosch Nyon-Display. Es ist ein Rundum-sorglos-Paket, das man immer dabeihat und nie laden muss. Hier müsst ihr euch nicht ums Navi kümmern, das Navi kümmert sich um euch! Entspannter geht es nicht! Für 350 € ist das Bosch Nyon Nachrüstkit auch das preis-/leistungstechnisch attraktivste Paket in unserem Test. Ein Wermutstropfen bleibt: Es funktioniert leider nur mit Motorsystemen von Bosch.

Bei allen anderen Herstellern herrscht noch Nachholbedarf, was das Thema On-Board-Navigation auf dem E-Bike-Display angeht. Die beste Nachrüstoption ist das Garmin Edge 1030 Plus. Unter den modernen externen Navigationsgeräten gibt es den Ton an und zeigt auf, was alles möglich ist. Es ist mit vielen Antriebssystemen kompatibel und kann das E-Bike-Display teilweise ersetzen. Die hochwertige Hardware, das scharfe Touchdisplay und der langanhaltende Akku machen das Garmin zum Navi-Primus unter den Nachrüstern! Die Navigation lässt sich auf die eigenen Bedürfnisse zuschneiden und bietet eine gute Integration von Komoot, Trailforks, Strava und Co. Macht man sich mit den vielen Zusatzfunktionen und den Apps aus dem IQ-Store vertraut, kann man aus dem Garmin Edge 1030 Plus weit mehr Nutzen ziehen als nur die gewöhnliche Navigation.

Wer sein Smartphone als E-Bike-Display oder Navigationsgerät benutzen will, findet bei Bosch mit dem SmartphoneHub und COBI.Bike Sport clevere Systeme, mit denen das Handy zur Kommandozentrale wird und euch mit dem Bike vernetzt. Braucht ihr das Handy gerade nicht, hilft die minimalistische Anzeige des SmartphoneHub dabei, die wichtigsten Daten eures E-MTBs im Blick zu behalten. Einziger Nachteil: Ihr seid auf die COBI.Bike-App angewiesen. Für alle, die kein E-Bike mit Bosch-Motor fahren, haben wir auf unserer Website den Smartphone-Halter-Vergleichstest, der euch mit allen nötigen Infos zum Thema Handy am E-Bike versorgt.

Alle Navigationsgeräte in diesem Vergleichstest

Bosch COBI.Bike Sport (Zum Test) | Bosch Nyon (Zum Test) | Bosch SmartphoneHub (Zum Test) | Garmin Edge 1030 Plus (Zum Test) | SIGMA ROX 12.0 (Zum Test)


Endlich da: Die E-MOUNTAINBIKE Print-Edition 2020 ist die ultimative Testbibel, mit der wir dir helfen das perfekte E-Mountainbike zu finden. Auf 250 Seiten im hochwertigen Print-Format findest du eine umfassende Kaufberatung und Tests von 35 Bikes sowie der 7 wichtigsten Motoren. Außerdem gibt es jede Menge Know-how, Tipps und die aufregendsten E-MTB-Trends. Hier klicken für mehr Infos oder direkt in unserem Shop bestellen!

Text: Rudolf Fischer Fotos: Jonas Müssig, Robin Schmitt

Über den Autor

Rudolf Fischer

In seinem früheren Leben war Rudolf in der Innovationsförderung tätig und hat Patentbewertungen im Millionen- und Milliardenbereich durchgeführt. Heute widmet er sich als Redakteur für DOWNTOWN und E-MOUNTAINBIKE nicht weniger spannenden Aufgaben. Als Data-Nerd beschäftigt er sich intensiv mit Zukunftsthemen wie Connected Mobility, testet aber natürlich auch gerne die neuesten Bikes, und zwar täglich. Entweder beim Pendeln oder zusammen mit dem Team bei unseren großen Vergleichstests. Der technisch orientierte Diplom-Betriebswirt ist so vielseitig wie ein Schweizer Taschenmesser. Beispiele gefällig? Rudolf beherrscht u. a. Front-, Side- und Backflip – zwar nicht auf dem Bike, aber per pedes in der Stadt. Seine Parkour-Karriere hat er mittlerweile jedoch an den Nagel gehängt. Darüber hinaus spricht er Deutsch, Englisch, Französisch, Russisch und etwas Esperanto. Beim Versuch, sich selbst Japanisch beizubringen, ist er jedoch kläglich gescheitert. Wichtig zu wissen: Im HQ ist Rudolf bekannt, gefürchtet und (manchmal auch) gehasst für seinen trockenen Humor im Ricky-Gervais-Stil. Natürlich lacht er am meisten selbst darüber …