Das Trek Powerfly hat uns schon bei seiner Einführung im Jahr 2015 überzeugt. Bereits im Juni letzten Jahres präsentierten die Amerikaner dann einen überarbeiteten Nachfolger. Wie viel Power steckt in dem 4.999 € teuren Bike?

Trek hat bei diesem Test eine echte Punktlandung hingelegt und das Budget komplett ausgereizt. Für knapp 5.000 € bekommt man einen edlen Rahmen mit smarten Details und durchdachter Ausstattung. Außerdem eine komplette Shimano XT-Schaltung, Deore-Bremsen, einen bewährten Bosch Performance CX-Antrieb und ein RockShox-Fahrwerk, bestehend aus einer Yari-Federgabel und einem Deluxe-Dämpfer – jeweils mit 130 mm Federweg. Kritik gibt es nur für den wenig hochwertig wirkenden Übergang aus Akku und Motoreinheit aus Plastik, den mit 70 mm etwas langen Vorbau und das klobige Bosch Intuvia-Display. Der im Steuersatz integrierte Knock Block verhindert zwar ein Anschlagen des Lenkers am Oberrohr und ist auf dem Trail nicht spürbar, stört aber beispielsweise beim Verladen des Bikes ins Auto. Die massive Skid Plate schützt den Motor effektiv und besitzt obendrein einen integrierten Flaschenöffner. Nice!



Einmal aufgestiegen, will man auf dem Powerfly direkt kräftig in die Pedale treten. Der Grund ist die sportlich gestreckte Sitzposition, bei der viel Druck auf der Front liegt. Kein Wunder also, dass das Trek Uphills spielerisch erklimmt und selbst vor steilsten Anstiegen nicht zurückschreckt. Die flach profilierten Bontrager Chupacabra-Reifen besitzen sowohl bergauf als auch bergab erstaunlich viel Grip – vorausgesetzt, es ist trocken. Die Geometrie des Powerfly ist auch in der Abfahrt ausgewogen. Allerdings lastet auch hier viel Druck auf dem Lenker, was speziell im steilen Gelände weniger Sicherheit vermittelt. Eine Federgabel mit mindestens 140 mm Federweg würde dem Rad deutlich besser stehen, vor allem da der Hinterbau ohnehin sehr feinfühlig alle Schläge wegbügelt. Schnell gefahrene Kurven liebt das Bike, bei engen Sektionen hingegen wirkt es leicht behäbig.

Das Trek Powerfly 8 FS im Detail
Federgabel RockShox Yari RL 130 mm
Dämpfer RockShox Deluxe RL 130 mm
Motor / Akku Bosch Performance CX / 500 Wh
Bremsen Shimano Deore
Schaltung Shimano XT
Sattelstütze KS eThirty Integra
Vorbau Bontrager Rhythm Comp 70 mm
Lenker Bontrager 750 mm
Reifen Bontrager Chupacabra 2,8″
Felgen / Naben SUN Ringle Duroc 40 / Bontrager

Das große Bosch Intuvia-Display sitzt sehr exponiert auf dem Vorbau und kann dadurch bei einem Sturz leicht beschädigt werden. Die kompaktere Purion-Variante wäre hier die bessere Wahl.

Der RockShox Deluxe-Dämpfer im Heck des Powerfly leistet ganze Arbeit und lässt die Yari in Front alt aussehen. Egal wie groß oder schnell die Schläge auf ihn einhageln – er filtert sie weg.

Auf trockenen, harten Strecken besitzen die Bontrager-Reifen erstaunlich viel Grip. Sobald der Boden aber weicher wird, ist schnell Schluss. Hier wäre ein Modell mit höheren Stollen die bessere Wahl.

Der Übergang vom Akku zum Motor ist aus hartem Plastik und vermittelt einen wenig hochwertigen Eindruck.

Trek Powerfly 8 FS
Fazit
Wer auf der Suche nach einem sportlichen E-Mountainbike mit guten Klettereigenschaften und viel Vortrieb ist, wird beim Trek Powerfly 8 FS fündig. In der Abfahrt limitieren allerdings die flach profilierten Reifen und die Federgabel das Potenzial des Bikes.
Stärken
– guter Vortrieb
– klettert souverän
– satter Hinterbau
Schwächen
– Federgabel limitiert das Bike
– Reifen fehlt es bei Nässe an Grip
Weitere Informationen findet ihr auf trekbikes.com
Einen Überblick über das Testfeld erhaltet ihr hier: 11 E-Mountainbikes unter 5.000 € im Vergleich
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