Nachdem wir in unserem Mega-Vergleichstest mit 25 Topmodellen das beste E-Mountainbike der Saison 2021 gefunden haben, testen wir nun die 7 heißesten Bikes um 5.500 €, um das beste Budget-E-Mountainbike zu ermitteln. Wie viel Performance bekommt man in der Preisklasse? Und welche Kompromisse muss man dabei eingehen?

Bevor wir in den Testbericht einsteigen, möchten wir dich noch kurz auf unsere frisch erschienene Jahresausgabe hinweisen. Die E-MOUNTAINBIKE Print-Edition 2021 ist der ultimative Leitfaden für deine Suche nach dem perfekten E-Mountainbike. Auf 270 Seiten bieten wir dir eine umfassende Kaufberatung sowie Tests und Infos zu 35 Bikes und einen Vergleich der 8 spannendsten Motoren. Außerdem gibt es jede Menge Know-how, Tipps und die aufregendsten E-MTB-Trends. Hier klicken für mehr Infos oder direkt in unserem Shop bestellen!

Inhaltsverzeichnis

  1. Realitätscheck: Welcher Typ seid ihr? Unsere persönliche Kaufberatung hilft bei der Antwort
  2. Das Testfeld unseres Budget-E-Mountainbike-Vergleichstests
  3. Was muss das beste Budget-E-Mountainbike um 5.500 € können?
  4. Was bedeutet eigentlich Preis-Leistung?
  5. Wo, wie und von wem wurden die Bikes getestet?
  6. Unsere Testphilisophie
  7. Die Motoren und Akkus im Testfeld
  8. Die spannendsten Erkenntnisse aus diesem Vergleichstest
  9. Die Tops und Flops des Vergleichstest
  10. Welches ist das beste E-Mountainbike um 5.500 €?

Jedes Jahr werden spannende neue Bikes entwickelt und vorgestellt. Für uns der Grund, zu Beginn der neuen Saison die Crème de la Crème der heißesten Bikes in unserem großen Vergleichstest mit 25 E-Mountainbikes gegeneinander antreten zu lassen. Dabei misst sich die Krone der Schöpfung und es geht darum, das beste Bike des Jahres zu finden. Aber nicht jeder braucht das beste und teuerste Bike oder will es sich leisten. Immerhin kosten die Bikes in unserem Highend-Vergleichstest im Schnitt 8.846 €, das teuerste schlägt sogar mit 13.999 € zu Buche! Deshalb haben wir hier den nächsten Vergleichstest für euch, diesmal allerdings mit einem Budgetlimit.

In diesem Test geht es darum, das beste E-Mountainbike mit einem Kostenpunkt um 5.500 € zu finden. Wir suchen in diesem Feld den überzeugendsten Allrounder, der es mit jedem Trail aufnimmt und als Gesamtpaket die besten Fahreigenschaften in sich vereint. Unser Ziel ist, dass ihr am Ende das richtige Bike für euch findet – egal wie viel ihr ausgeben wollt. Zwar lassen sich die Bikes der beiden Tests nicht direkt miteinander vergleichen, dazu sind sie einfach zu unterschiedlich und die Preisdifferenz ist zu hoch. Dennoch gibt es eine gewisse Vergleichbarkeit, denn ein Bike haben wir in beiden Vergleichstests antreten lassen: das FOCUS JAM² 6.9 NINE mit Bosch-Motor für 5.499 €. So können wir einige Rückschlüsse auf die Performanceunterschiede zwischen den Bikes in diesem und dem Mega-Vergleichstest mit 25 Bikes ziehen. Die Erkenntnis: Egal ob ihr 5.500 € oder 10.000 € für ein Bike ausgeben wollt, ihr könnt in jedem Preissegment ein top Allrounder kaufen. Aber ihr müsst auch aufpassen, denn genauso wie es in beiden Vergleichstests klasse Bikes gibt, gibt es andere, die nicht überzeugen können.

Realitätscheck: Welcher Typ seid ihr? Unsere persönliche Kaufberatung hilft bei der Antwort

Egal in welchem Vergleichstest, unser Ziel ist es immer, die Bikes nach ihren Stärken und Schwächen einzuordnen, damit ihr die richtige Kaufentscheidung treffen könnt. Denn nur ihr selbst wisst, was ihr wirklich braucht, was euch wichtig ist und welche Anforderungen ihr an ein Bike habt. Deshalb haben wir uns auch diesmal bei jedem einzelnen Bike die Frage gestellt: Für welchen Fahrertyp ist es das richtige? Und für welchen nicht? Denn mal ehrlich: Nur ein Bike, das wirklich zu euch passt, kann euch auch glücklich machen. Wichtig ist also, dass ihr euch klarmacht: Was muss euer E-MTB können? Wo seid ihr hauptsächlich unterwegs? Und welcher Typ seid ihr?

Ihr kennt die Antwort auf all diese Fragen nicht oder seid euch nicht zu 100 % sicher? Kein Problem! In unserer persönlichen Kaufberatung helfen wir euch weiter. Hier bieten wir euch die Möglichkeit, mehr über euch und eure Bedürfnisse herauszufinden. Als Ergebnis erhaltet ihr persönliche Tipps, Tech- und Bike-Empfehlungen aus unserer Redaktion sowie eine Auswahl an für euch relevanten Artikeln und Bikes.

Das Testfeld unseres Budget-E-Mountainbike-Vergleichstests

Das FOCUS JAM² 6.9 NINE schlägt die Brücken zwischen dem großen Vergleichstest mit 25 Bikes und unserem Budgettest, weil es beide Male in der gleichen Ausführung angetreten ist. Das MERIDA eONE-SIXTY 10K hat den großen Test gewonnen, das SCOTT Ransom eRIDE 910 wurde Kauftipp – deshalb durften preiswertere Varianten dieser Bikes im neuen Testfeld natürlich auch nicht fehlen. MERIDA hat das eONE SIXTY 700 und SCOTT das Ransom eRIDE 920 ins Rennen geschickt. Darüber hinaus haben wir uns an euch orientiert und die Brands eingeladen, die euch am wichtigsten sind. Haibike ist mit dem AllMtn 4 und Canyon mit dem Spectral:ON CF 7 angetreten. Auch Propain war mit dem Ekano AL 29 am Start. Die junge deutsche Marke INFRONT hat mit dem IF-2.1 Fully das Testfeld als günstigster Underdog komplettiert.

Wir hatten vor Testbeginn ein Preislimit von 5.500 € festgelegt, dennoch kosten zwei Bikes mehr. Der Grund dafür sind der momentane Bike-Boom und die damit verbundenen erhöhten Kosten für die Hersteller. Folglich steigen auch die Bike-Preise und Canyon sowie MERIDA haben ihre Preise während des dreimonatigen Testzeitraums angezogen. Die Folge: Das MERIDA eONE SIXTY 700 lag bei Redaktionsschluss 100 € über dem Limit. Beim Propain sind wir 29 € über dem eigentlich festgelegten Maximalpreis von 5.500 € gelandet, da wir den Konfigurator bestmöglich ausnutzen wollten und uns für das Luftfahrwerk entschieden haben.

Bike Preis Gewicht Federweg v/h Radgröße
Canyon Spectral:ON CF 7
(Zum Test)
5.199 € 22,92 kg 150/150 mm 29″/27,5″
FOCUS JAM² 6.9 NINE
(Zum Test)
5.499 € 25,58 kg 150/150 mm 29″
Haibike AllMtn 4
(Zum Test)
5.299 € 25,00 kg 160/160 mm 29″/27,5″
INFRONT IF-2.1 Fully
(Zum Test)
4.900 € 25,10 kg 150/150 mm 29″/27,5″
MERIDA eONE-SIXTY 700
(Zum Test)
5.599 € 23,92 kg 160/150 mm 29″/27,5″
Propain Ekano AL 29
(Zum Test)
5.529 € 24,92 kg 170/165 mm 29″
SCOTT Ransom eRIDE 920
(Zum Test)
5.499 € 24,95 kg 180/180 mm 29″
Ø 5.414 € Ø 24,96 kg
Canyon Spectral:ON CF 7
Shimano EP8/630 Wh
150/150 mm (f/r) | 22.92 kg in Größe L
5.199 € | Zum Test
FOCUS JAM² 6.9 NINE
Bosch Performance Line CX/625 Wh
150/150 mm (v/h) | 25,58 kg in Größe L
5.499 € | Zum Test
Haibike AllMtn 4
Bosch Performance Line CX/625 Wh
160/160 mm (v/h) | 25 kg in Größe M
5.299 € | Zum Test
INFRONT IF-2.1 Fully
Bosch Performance Line CX/625 Wh
150/150 mm (v/h) | 25,1 kg in Größe L
4.900 € | Zum Test
MERIDA eONE-SIXTY 700
Shimano EP8/630 (504 in XS) Wh
160/150 mm (v/h) | 23,92 kg in Größe L
5.599 € | Zum Test
Propain Ekano AL 29
Shimano EP8/504 Wh
170/165 mm (v/h) | 24,92 kg in Größe L
5.529 € | Zum Test
SCOTT Ransom eRIDE 920
Bosch Performance Line CX/625 Wh
180/180 mm (v/h) | 24,95 kg in Größe L
5.499 € | Zum Test

Warum sind CUBE, Trek und Specialized nicht dabei?

Zugegeben, wir hätten gerne ein paar Kandidaten mehr dabeigehabt. Die aktuelle Liefersituation und der Bike-Boom machen es allerdings auch uns nicht leicht, jedes Bike für einen Vergleichstest zu bekommen, das wir gerne hätten. Der Testsieger des Vorjahresvergleichstests, das Trek Rail 7, und der Kauftipp, das CUBE Stereo Hybrid 140 HPC, waren leider nicht verfügbar. Auch COMMENCAL und Moustache konnten das gewünschte Bike leider nicht im gewünschten Zeitraum liefern. YT hatte zum Zeitpunkt des Tests noch kein E-MTB mit einer aktuellen Motorvariante, und konnte deshalb nicht teilnehmen. BULLS wollte sich dem direkten Vergleich nicht stellen und Specialized hat schlicht und einfach derzeit kein sportliches E-Mountainbike dieser Preiskategorie im Portfolio.

Was muss das beste Budget-E-Mountainbike um 5.500 € können?

Unser gesuchter Alleskönner überzeugt auf Touren, vermittelt auf möglichst vielen unterschiedlichen Trails bergauf und bergab Fahrspaß und eignet sich gleichermaßen für geübte Fahrer, Einsteiger und Experten. Sein Einsatzgebiet reicht von entspannten Pfaden über Flowtrails und technische Singletrails bis hin zu gebauten Bikepark-Strecken. Dabei geht es nicht darum, in den einzelnen Disziplinen unbedingt der Beste zu sein – sondern darum, das beste Gesamtpaket zu bieten. Das beste Bike vereint vermeintliche Gegensätze wie Laufruhe und Agilität und bietet im Idealfall viel Komfort in der einen und ein berechenbares, direktes Fahrverhalten in der anderen Sekunde. Neben einer gelungenen Geometrie, einem klasse Antrieb und einem guten Fahrwerk sind auch Design, Motor-Performance, Akkukonzept, Gewicht, Detaillösungen und eine angemessene Ausstattung wichtig und tragen zu einem gelungenen Gesamtpaket bei. Am wichtigsten ist uns allerdings nach wie vor der Fahrspaß auf dem Trail! Grundvoraussetzung dafür ist auch, dass beim Thema Sicherheit alles stimmt. Alle Bikes sollten also über gut dosierbare, standfeste Bremsen und traktionsstarke Reifen verfügen und zudem in einer guten Montagequalität ausgeliefert werden.

Warum haben wir die Grenze bei etwa 5.500 € gezogen? Weil es die magische Linie ist. In diesem Preisbereich tummeln sich genügend attraktive Bikes auf dem Markt, die sich für den sportlichen Trail-Einsatz eignen. Geht man deutlich darunter, muss man meist enorme Abstriche in der Performance auf dem Trail hinnehmen. Aber auch für euch ist das laut unserer Leserumfrage mit 13.500 Teilnehmern ein interessantes Preisniveau, schließlich wollt ihr für euer nächstes E-Mountainbike im Schnitt 4.947 € ausgeben. Und vielleicht seid ihr für die spannendsten Bikes im Testfeld sogar bereit, noch etwas tiefer in die Tasche zu greifen? Der direkte Vergleich zeigt: Es lohnt sich!

Was bedeutet eigentlich Preis-Leistung?

Es liegt auf der Hand, dass das Preis-Leistungs-Verhältnis in diesem Test eine wichtige Rolle spielt. Wir bei E-MOUNTAINBIKE bemessen die Preis-Leistung nicht anhand von Excel-Tabellen, theoretischen Werten oder der Ausstattungsliste, sondern anhand der realen Performance auf dem Trail und der Qualität des Gesamtpakets. Mit anderen Worten: Das ausschlaggebende Kriterium für ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis ist die Fahrperformance, es sind nicht die verbauten Komponenten. Denn was bringt euch der beste Motor, wenn das Fahrverhaltens oder das Fahrwerk des Bikes nichts taugt? Gar nichts! Bei der Bewertung des Preis-Leistungs-Verhältnisses achten wir auch darauf, dass die Ausstattung und der Einsatzzweck des E-Mountainbikes aufeinander abgestimmt sind. Damit ihr euer teuer erspartes Geld auch richtig investiert, haben wir es uns für diesen Test zur Aufgabe gemacht, die preisbedingten Kompromisse zu finden und zu bewerten. Auch das Thema Sicherheit spielt eine entscheidende Rolle bei der Bewertung, denn daran sollte kein Hersteller sparen! Und damit meinen wir nicht nur kraftvolle Vierkolbenbremsen mit 200-mm-Bremsscheiben – wie sie zum Glück jeder Hersteller im Testfeld verbaut –, sondern auch die Montagequalität und Sicherheit im Allgemeinen. Spoiler: Leider gelingt Letzteres nicht allen Herstellern im Testfeld.

Wo, wie und von wem wurden die Bikes getestet?

Die idealen Testbedingungen haben wir im Pfälzerwald gefunden und sind dort alle 7 Bikes auf einem definierten, sehr abwechslungsreichen Test-Loop im direkten Vergleich gegeneinander gefahren. Einfache Pfade, flowige Singletrails, wurzelige und verblockte Pfade und Trails mit Bikepark-Features wie Anliegern und Sprüngen – es hat an nichts gefehlt, um die Stärken und Schwächen der Bikes herauszuarbeiten. Auch bergauf waren wir nicht nur auf der Forststraße, sondern auch auf dem Singletrail unterwegs. Zudem sind wir die Bikes auf unseren Hometrails rund um Stuttgart und im Odenwald gefahren, um ein noch umfassenderes Bild zu bekommen und die Breite des Einsatzgebiets auszuloten.

Jonas, 32, Chefredakteur E-MOUNTAINBIKE, sucht nicht das Beste, sondern das Richtige:
„Das beste Bike ist das, das die persönlichen Anforderungen am besten erfüllt. Für mich ist ein ausgewogenes, leichtfüßiges Handling in jeder Fahrsituation super wichtig – das Bike muss ohne viel Kraftaufwand schnell, sicher und dennoch spaßig zu fahren sein. Außerdem kommt es mir auf zahlreiche Faktoren an, die über die Fahreigenschaften hinausgehen: Individualisierungsmöglichkeiten des Motors sowie Verarbeitungsqualität und Design. Mein Favorit: das Canyon.“
Felix, 29, Testchef und E-Experte mit Blick auf das Gesamtkonzept:
„Das MERIDA eONE-SIXTY hat sich bereits in der Carbonversion gegen die Konkurrenz durchgesetzt. Der Aluminiumrahmen des eONE-SIXTY 700 ist dem Topmodell in Sachen Geometrie mit seinem viel kürzeren Sitzrohr sogar überlegen und eliminiert den größten Kritikpunkt des E-Mountainbikes. Das macht das eONE-SIXTY auf dem Trail super spannend!“
Peter, 26, technischer Redakteur und Fahrwerksspezialist:
„Einige Federgabeln im Test sehen auf den ersten Blick gleich aus. Drin steckt aber was vollkommen Unterschiedliches! Bestes Beispiel hierfür ist die ZEB R im SCOTT im Vergleich zur ZEB Select+ im Propain. Der Unterschied auf dem Trail ist enorm, denn das Innenleben – die Dämpfungskartusche – ist entscheidend für die Performance der Federgabel.“
Rudolf, 34, Redakteur, Connectivity-Experte und Early Adopter:
„Die Software ist genauso wichtig wie die Hardware! Individuelle Motoreinstellungen, reichweitenbasierte Navigation oder Schnittstellen für Datenaustausch mit digitalen Plattformen sind Benefits, die Bikes smarter, vielseitiger und dadurch auch schlichtweg besser machen. Bei den Bikes in dieser Preiskategorie fehlen diese Features weitestgehend. Lediglich bei Bikes mit Shimano-Motor kann man die Unterstützungsstufen individuell einstellen. Wer hier mehr will, muss tiefer in die Tasche greifen.“
Nils, 23, Testfahrer und Bikeparkfan mit Liebe für Airtime:
„Große Sprünge, Drops und Steinfelder? Ja, bitte! Auf meinen Shuttleruns hole ich das Maximum an Spaß für mich raus, und das ganz ohne Lift. Das Propain ist genau das richtige Bike für mich, denn mit ihm kann ich es so richtig krachen lassen! Mit seinem kleinen Akku sind zwar nur kurze Runden drin, aber die machen richtig Bock!“
Thomas, 35, Testfahrer und Schwergewicht, das gerne Stahl biegt:
„Muskeln sind schwerer als Fett! Ich drücke 140 kg auf der Hantelbank, daher müssen meine Bikes einiges an Gewicht aushalten. Das geringe zulässige Gesamtgewicht einiger Bikes wird bei meinem Kampfgewicht zum limitierenden Faktor in Sachen Gewährleistung und Garantieanspruch. Hier müssen einige Hersteller noch nachlegen!“

Unsere Testphilosophie – Ehrlich statt einfach, differenziert statt „super“!

Von Grafiken, Schaubildern, Tabellen und Laborwerten lassen sich zahlreiche Käufer auf der Suche nach einer schnellen, simplen Antwort blenden. Glücklicherweise entwickelt auch die Industrie aber immer mehr ein Bewusstsein dafür, dass die Realität meist deutlich komplexer ist und sich ein Bike, seine Fähigkeiten und seine Charakteristika nicht in blanken Zahlen ausdrücken lassen. Tagtäglich befassen wir uns in der Redaktion mit genau diesen Fragen: Welche Informationen helfen bei einer Kaufentscheidung wirklich weiter? Wie lassen sich Bikes und Produkte am fairsten und so realitätsnah wie möglich beurteilen? Welches Format gibt die beste Orientierung?

Jeder weiß, dass wir einen ganzheitlichen Ansatz verfolgen und keine Fans von starren Bewertungssystemen sind, in denen für einzelne Parameter wie Ausstattung, Gewicht und isoliert betrachtete Labormessungen Punkte vergeben werden, deren Summe dann eine Gesamtpunktzahl bzw. -note ergibt. Warum? Weil das Bewertungssystem als solches zuvor subjektiv festgelegt wurde, auch wenn die Punkte innerhalb dieses Systems vermeintlich „objektiv“ für die einzelnen Bewertungskriterien vergeben werden. Zudem könnten wir mit einer solchen Methode zahlreiche Alleinstellungsmerkmale gar nicht berücksichtigen, die diese Räder für viele Fahrer so attraktiv machen. Auch Speziallösungen der Hersteller könnten wir dann nicht in unser Urteil einbeziehen, egal ob positiv oder negativ – denn sie würden schlicht nicht ins starr festgelegte Bewertungsmuster passen.

Deshalb versuchen wir, die Bikes entsprechend ihrer Stärken und Schwächen im richtigen Kontext zu beurteilen und euch auf Basis dieser Informationen selbst entscheiden zu lassen, ob das Bike zu euch und euren persönlichen Anforderungen passt oder nicht. Dafür spricht auch die Tatsache, dass die Einsatzbereiche und individuellen Nutzungsverhalten von euch zu vielfältig sind, um sie alle über einen Kamm zu scheren. Uns ist wichtig, den Charakter eines jeden Bikes klar und übersichtlich darzustellen. Das Verteilen von Schulnoten erachten wir dabei als den falschen Weg, weil es die komplexe Realität stark vereinfacht und ihr nicht gerecht wird. Ein Bike kann nicht einfach nur „sehr gut“ oder „super“ sein, da es mit seinen Fahreigenschaften immer für einen bestimmten Einsatzzweck besser und für einen anderen schlechter geeignet ist. Außerdem sind wir der Überzeugung, dass jeder Leser bzw. Biker unterschiedliche Ansprüche und Vorlieben hat und für sich erkennen sollte, welches Rad zu ihm passt und welches nicht. Alles andere wäre irreführend und nicht nur unfair gegenüber einigen Herstellern, sondern würde auch unsere Leser – sprich euch – bevormunden.

Aus diesem Grund lauten die zentralen Fragen, die wir uns bei jedem Vergleichstest stellen: Für welchen Fahrertyp ist dieses Bike das richtige? Und für welchen nicht? Diese Fragen wollen wir mit jedem Testbericht beantworten und euch damit eine klare Empfehlung geben oder in manchen Fällen gar vom Kauf abraten. Damit ihr schnell erkennen könnt, ob ein Rad zu euch passt, charakterisieren wir die Fahreigenschaften jedes Bikes am Ende des jeweiligen Tests visuell mit einem Skala-Rating.

Bei den Skalen am Ende jedes Testberichts gilt generell: Je höher das Rating ist, umso besser ist das Rad in diesem Bereich. Das Rating bezieht sich ausschließlich auf die Bikes im Vergleichstest und stellt sie in Relation zueinander. Um die Unterschiede deutlich darzustellen, nutzen wir die ganze Skala aus. Sprich: Es ist schon vor Testbeginn klar, dass Zehner-Wertungen, aber auch Nuller- oder Einser-Wertungen für die besten und schlechtesten Fahreigenschaften verteilt werden. Wir wollen damit nicht einzelne Hersteller in die Pfanne hauen, sondern euch die Orientierung erleichtern. Eine Skala von 0 bis 10 macht nur Sinn, wenn sie auch ausgenutzt wird! Trotz des Ratings ist der Text zum Bike entscheidend – denn dort erklären wir die Charaktereigenschaften des Bikes detailliert und betrachten sie im Zusammenspiel miteinander.

Ach du Sch…
Akkus können aus dem E-Bike fliegen? Wir haben uns auf dem Trail genauso gewundert wie ihr euch jetzt. Doch Fakt ist: Es ist passiert, nicht nur einmal.

2 von 7 Bikes hatten ein massives Sicherheitsproblem

Uns ist passiert, was niemals passieren sollte – und das gleich mehrfach. Der Akku ist bei voller Fahrt aus dem Unterrohr geflogen! Wir konnten es erst auch nicht glauben. Aber es ist passiert! Wer jetzt denkt, das wäre bei einem krassen Stunt geschehen, den müssen wir enttäuschen: Weder beim INFRONT noch beim Propain war es eine extreme Situation, in der sich der Akku aus dem Unterrohr gelöst hat. Wir sind dabei zum Glück nicht gestürzt, aber das Ganze hätte ernsthafte Folgen haben können. Ein Akku, der sich auf dem Trail selbstständig macht, ist ein ernsthaftes Sicherheitsproblem.

Akkus können tatsächlich aus dem Bike fliegen? Ein absolutes No-Go! Wir sind genauso überrascht wie ihr, aber es ist passiert.

Und jetzt zur heißen Frage: Wie konnte es soweit kommen? Nachdem die Akkus auf unserer Testrunde an verschiedenen Stellen zum Trailgeschoss wurden, haben wir beide Hersteller zu uns eingeladen, um die Ursache gemeinsam zu finden und der Problematik auf den Grund zu gehen. Es hat sich herausgestellt, dass Propain an unserem Testmodell ein Montagefehler unterlaufen ist, wodurch der Akku nicht wie gewollt knackig und fest im Unterrohr saß. Im Gegenteil, er hatte ordentlich Spiel! Die Folge: Auf dem Trail löste er sich bei der Landung nach einem moderaten Sprung aus dem Unterrohr. Nachdem Propain nachgebessert hatte, sprich die Akkuhalterung richtig eingestellt war, blieb der Akku verlässlich an Ort und Stelle – egal wie hoch der Drop beim Nachtesten auch war. Beim INFRONT ist auf dem Trail das Gleiche passiert: Der Akku hat sich aus dem Unterrohr gelöst. Auch hier konnten wir zusammen mit der kleinen Marke aus Freiburg das Problem auf einen Montagefehler zurückführen. Nach Optimierung des Abstands der beiden Akkuhalter blieb der Energiespeicher auch bei größeren Drops sicher im Bike.

Für beide Hersteller hieß es erst mal „Setzen, 6“ für die Montagequalität, denn als Endkunde ist ein Akku, der zum potenziellen Geschoss wird, der Super-GAU! Doch beide bekommen auch eine 1 für ihr Engagement und ihren Willen, die Probleme offen anzugehen und zu lösen.

Die Balance aus Integration, Leistung und Reichweite – Die Motoren und Akkus im Test

Bei den Antriebssystemen teilen der Shimano EP8 und der Bosch Performance Line CX das Testfeld unter sich auf und damit haben alle Bikes im Testfeld eines gemeinsam: Der Motor klappert. Worin sich die Bikes aber deutlich unterscheiden, ist die Integration der Motorsysteme. Dabei zeigt sich, wer das System mit viel Detailliebe ins Komplettpaket Bike eingliedert. Canyon gelingt das beim Shimano EP8-System am besten: Der Motor ist sinnvoll integriert, das Display und die Remote sind clever gewählt und sparen Geld an der richtigen Stelle, die ordentliche Kabelführung sorgt für eine cleane Optik am Cockpit und auch der Geschwindigkeitssensor ist ins Ausfallende integriert. FOCUS macht es unter den Herstellern mit Bosch Performance Line CX-Motor am besten und bettet nicht nur den Motor und den 625-Wh-Akku formschön ins Bike ein, sondern hat auch bei Details wie der Kabelführung die Nase vorne. Außerdem setzt FOCUS bei der Ladebuchsenabdeckung nicht auf die schlechte Standardlösung von Bosch, sondern auf eine hauseigene Kappe.

Eines haben alle Bikes im Test gemeinsam: Der Motor klappert im Downhill!

Mit Ausnahme von INFRONT ist bei allen Herstellern mittlerweile angekommen, dass Speichenmagneten und exponierte Geschwindigkeitssensoren keine gute Wahl sind und dass es sich lohnt, beides besser ins Ausfallende und in die Bremsscheibe zu integrieren, um die Defektanfälligkeit zu minimieren. Äste und Steine, die den Speichenmagnet verdrehen und die Tour verderben, sollten ganz klar in die Vergangenheit verbannt werden – denn da gehören sie hin. Der Rahmen des INFRONT IF-2.1 ist sogar für eine bessere Lösung vorbereitet, die den Sensor im Ausfallende unterbringt. Warum die Möglichkeit nicht genutzt wurde, verstehen wir nicht.

Wo Bosch Nachholbedarf hat
Wir sind große Fans von individualisierbaren Unterstützungsstufen. So kann jeder den Motor an seine persönlichen Vorlieben anpassen. Während das bei Shimano einfach und unkompliziert über die App geht, ist es beim Bosch-System gar nicht möglich.

Bei der Akkukapazität haben sich mittlerweile Modelle mit 625–630 Wh etabliert. Im Testfeld gab es nur eine Ausnahme: Propain hat den Rahmen des Ekano unverändert aus dem Vorjahr übernommen und ihm zwar den neuen Shimano EP8-Motor spendiert, aber das Unterrohr nicht überarbeitet, damit es einen größeren Akku aufnehmen könnte. Somit gibt es das Ekano weiterhin nur mit einem 504-Wh-Akku. Dass die meisten Bikes die (fast) gleiche Akkukapazität haben, heißt aber nicht, dass alle Bikes die gleiche Reichweite erzielen, denn die Reichweite kann nicht direkt von der Akkukapazität abgeleitet werden. Sie hängt von unzähligen Faktoren ab wie der Effizienz des Fahrwerks, von Reifen und Reifendruck, Fahrstufe, Temperatur etc. Wer mehr zum Thema Reichweite wissen will, erfährt alles Wichtige in diesem Artikel.

Mit Ausnahme des INFRONT haben aller Hersteller mittlerweile verstanden, dass externe Speichenmagneten 2021 nicht mehr angebracht sind.

Mehr Informationen über die wichtigsten Motorsysteme am Markt findet ihr in unserem Motor-Vergleichstest. Außerdem haben wir auch alle Infos zu den wichtigsten Akkukonzepten.

Die spannendsten Erkenntnisse aus unserem Budget-Vergleichstest

5.500 € sind eine Stange Geld – da erwartet man ein E-Mountainbike, mit dem man direkt vom Laden auf den Trail rollen kann. Aber kriegt man das auch oder muss man nachrüsten? Weil in diesem Preissegment jeder Euro zählt, verraten wir, auf was ihr achten solltet und welches E-MTB alle Anforderungen erfüllt.

Lasst euch nicht von einem teuren Schaltwerk blenden

Leider passiert es immer noch: Viele lassen sich von einem hochwertigen und teureren Schaltwerk täuschen und erwarten dahinter eine gute Performance des Bikes. Zum einen hat die Schaltung alleine jedoch einen relativ geringen Einfluss auf das Fahrverhalten auf dem Trail, denn sie sagt nichts über das Handling, den Komfort oder den Fahrspaß aus. Zum anderen wird für ein hochwertiges Schaltwerk häufig an der Kette, der Kassette und dem Schalthebel gespart. Einige Hersteller in diesem Testfeld (MERIDA, Canyon und SCOTT) machen sich den Trick zunutze und führen euch an der Nase herum. Das frechste Beispiel für eine Blender-Schaltung im Test hat das MERIDA. Auf den ersten Blick sieht sie wegen dem verbauten XT-Schaltwerk zwar hochwertig aus, in Wahrheit steckt aber wenig dahinter. Die verbaute DEORE-Kassette und der montierte Shimano DEORE M6100-Schalttrigger können bei der Schaltperformance nicht mit einer reinen XT-Schaltung mithalten. Einzelne Schaltvorgänge gelingen zwar gut, aber man hat keine Multi-Release-Funktion, mit der man mehrere Gänge auf einmal runterschalten kann. Noch dazu kostet das teure Schaltwerk unnötig Geld, denn in dieser Kombination bringt es keinen Vorteil. So wird Geld an der falschen Stelle investiert, das dann ggf. woanders fehlt.

Nicht bei allen läuft alles rund

Das erste Laufrad war bereits nach wenigen Trail-Kilometern reif für die Tonne und der Spaß war vorbei. Hier sollte jeder auf gute Qualität achten, sonst übersteigen die Anzahl von laut ausgesprochenen Flüchen und die Kosten für den Laufrad-Service schnell den eigentlichen Wert der Laufräder. Haibike, INFRONT und MERIDA verbauen hauseigene Laufradsätze mit mangelnder Speichenspannung. Canyon, FOCUS und Propain setzen hingegen auf Systemlaufräder der Laufrad-Spezialisten DT Swiss bzw. Stan’s, die deutlich besser sind. Wer nachrüsten will oder sogar muss, greift noch mal tief in die Tasche und sollte für einen guten Laufradsatz wie z. B. den DT Swiss H1900, der im Canyon und FOCUS verbaut ist, weitere 380 € einplanen.

Das erste Laufrad war bereits nach wenigen Kilometern auf dem Trail reif für die Tonne.

Wer kann, der kann – Lenker-Ergonomie und ihre Tücken

Ihr seid nur an fünf Punkten mit dem Bike verbunden: euren Händen, eurem Po und euren Füßen. Pedale und Sattel sind oft Geschmackssache und sollten daher nach den individuellen Bedürfnissen gewählt bzw. angepasst werden. An allen Kontaktpunkten mit den Händen sollten die Hersteller allerdings nicht sparen. Griffe, die Vibrationen nicht an die Hände weiterleiten, und ein Cockpit, das sich ausreichend anpassen lässt, braucht jeder. Daran, wie schnell und intuitiv sich die Variosattelstütze und Schaltung bedienen lassen, erkennt man sofort, wo die Hersteller gespart haben. Denn an einem guten Cockpit könnt ihr alles auf euch und eure Bedürfnisse einstellen, damit ihr im Eifer des Trail-Gefechts immer die richtigen Hebel erwischt. Können z. B. Schalthebel und Bremse nicht aufeinander abgestimmt werden, wie beim SCOTT Ransom eRIDE 920, ist das mehr als nervig – denn auch der Fahrspaß und die Sicherheit leiden darunter. Dass eine gute Ergonomie mit ausreichend Einstellmöglichkeiten auch an einem E-Mountainbike in der Preisklasse um 5.500 € problemlos möglich ist, beweisen Canyon, MERIDA, Propain und INFRONT.

Wenn sich Bremse und Schalthebel in die Quere kommen
SCOTT kombiniert eine Bremse von Shimano mit einem Schalthebel von SRAM – beide beschränken sich gegenseitig stark in ihrer Einstellbarkeit. Darunter leidet nicht nur der Fahrspaß, sondern auch die Sicherheit.

Auch die Wahl des Displays hat einen großen Einfluss auf die Cockpit-Ergonomie. Bei den Bikes mit Bosch-Motor setzen drei von vier Herstellern auf das Purion-Display und sparen hier Geld. Allerdings ist es mit vielen Bremsen nicht kompatibel und verursacht ergonomische Probleme, wodurch die Einstellbarkeit von Bremse und Display eingeschränkt ist. Folglich kommt nicht jeder perfekt an die Knöpfe zum Einstellen der Motorunterstützungsstufen. Mit einem Adapter, wie ihn Moustache teilweise verbaut, lässt sich das Problem lösen, allerdings hat daran kein Hersteller im Test gedacht. Am INFRONT findet sich das teurere Kiox-Display, das nicht nur besser aussieht, sondern auch eine bessere Erreichbarkeit der Motorremote ermöglicht. Leider ist es am IF-2.1 Fully exponiert und pannenanfällig auf dem Vorbau montiert. Beim Display hat Shimano im Vergleich zu Bosch in Sachen Bedienbarkeit, Kabelführung, Look & Feel klar die Nase vorn. Canyon und MERIDA sparen hier clever Geld und verbauen das günstigere SC-E7000 Schwarz-Weiß-Display in Kombination mit der günstigeren SW-E7000-Remote. Es ist mit dem EP8-Motorsystem kompatibel und steht den neueren EP8-Komponenten mit Ausnahme des Farbdisplays in nichts nach.

Reifen sind schwarzes Gold – Wer hier spart, der spart an dem einzigen Kontaktpunkt zum Boden

Reifen sind ein komplexes, aber gleichzeitig sehr wichtiges Thema. Gummimischung, Profil, Reifenbreite und Karkasse – alle beeinflussen die Fahrperformance und haben ihre speziellen Vor- und Nachteile. Bei so vielen unterschiedlichen Reifen, Herstellern und speziellen Bezeichnungen am Markt fällt es schwer, den Überblick zu behalten. Dennoch ist die Bereifung ein wichtiges Thema, immerhin kann man mit dem richtigen Modell aus einem Bike einiges herausholen, während der falsche Pneu das Fahrverhalten erheblich verschlechtern kann. Hier sparen die Hersteller gerne Gewicht und Geld, ohne dass es im Laden auffällt. Im Testfeld dieses Vergleichstests gibt es erhebliche Unterschiede in Sachen Grip, Lenkpräzision, Traktion und Pannenschutz wodurch auch das Handling, das Fahrgefühl und das Sicherheitsempfinden beeinflusst werden. MERIDA, FOCUS und Propain kommen mit pannensicheren Reifen inkl. ordentlich Bremstraktion und sind unter unseren vielseitigen Testkriterien in der Hinsicht die beste Wahl.

Generell ist es wichtig, den Reifen nach dem Einsatzgebiet und euren persönlichen Bedürfnissen zu wählen, damit er zu euch und zum Bike passt. Seid ihr meist auf Touren über Schotter-, Wald- und Wiesenwege unterwegs, reicht ein weniger stark profilierter Reifen mit einer dünnwandigeren Karkasse, als wenn ihr mit Highspeed über Trails jagen wollt. In unserem großen Reifenvergleichstest haben wir über 50 Modelle für euch getestet und sagen euch, wie ihr den richtigen Pneu findet.

Bei absenkbaren Sattelstützen gilt: Mehr = besser!

Auch der Hub der Variostütze hat erheblichen Einfluss auf den Spaß auf dem Trail. Haibike und INFRONT verbauen absenkbare Sattelstützen mit nur 125 mm Hub. Das ist bereits in Größe M wie am Haibike (Größe L = 150 mm Hub) zu wenig, schränkt die Bewegungsfreiheit unnötig ein und mindert den Fahrspaß bergab. In Größe L wie am INFRONT ist es ein absolutes No-Go. Mindestens 150 mm sollten es sein! Die beste Stütze im Test ist am Propain verbaut: Die BikeYoke REVIVE verfügt mit 185 mm nicht nur über den größten Hub, sondern lässt sich auch einfach bedienen.

Die Tops und Flops unseres Testfeldes

Das vielseitige Testfeld hat zahlreiche High- und Lowlights offenbart – bis hin zur Sinnkrise. Das Besondere dabei: Die Unterschiede zwischen den Bikes sind markant, aber oftmals überraschend. Im Folgenden zeigen wir euch anhand konkreter Beispiele aus dem Testfeld, welche Erkenntnisse wir gewinnen konnten, was gut und was schlecht war, und worauf ihr achten solltet.

Tops

Caesar Salad oder Endivien?
Keins von beiden, in diesem Testfeld gibt’s Kabelsalat. Mit Ausnahme vom FOCUS, MERIDA und Canyon herrscht Kabelchaos an jedem Lenker! Hier können viele der günstigeren Modelle des Tests nicht mit den Highend-Bikes aus unserem großen Vergleichstest mithalten.
Die richtige Wahl
Die beste Kombination aus Grip, Lenkpräzision, Traktion und Pannenschutz haben die Pneus am MERIDA, Propain und FOCUS. Alle drei setzen auf ein gutes Zusammenspiel aus Profil, Gummimischung sowie einer stabilen Karkasse und sind an einem Trail-Allrounder die richtige Wahl.
Einzigartig im Testfeld!
Das MERIDA verfügt über eine integrierte Lichtanlage, ein Tool am Sattel, die höchste maximale Zuladung für Fahrer und Equipment (116 kg) und eine Anhänger-Freigabe. Diese Alltagsfeatures bieten einen echten Mehrwert, ohne die Performance auf dem Trail einzuschränken!
Hier läuft’s rund!
Canyon und FOCUS haben hier die beste Wahl getroffen: Der DT Swiss H1900-Laufradsatz ist der beste im Test! Auch der Stan’s NoTubes ZTR Baron S1 am Propain ist eine gute Entscheidung.
Weniger ist mehr!
Ein tiefes Sitzrohr wie am MERIDA oder FOCUS ermöglicht zusammen mit einer langhubigen Variostütze nicht nur viel Bewegungsfreiheit, sondern im besten Fall auch die Wahl zwischen mehreren Größen! Dann kann man die Größe des Bikes nach den Fahreigenschaften und nicht nur nach der Sitzrohrlänge aussuchen.
So wünschen wir uns das!
Die BikeYoke REVIVE-Variostütze am Propain kommt mit 185 mm Hub, lässt sich super bedienen und ist die beste Dropperpost im Test.
Nice to have
Auch an den günstigeren Modellen verbaut Canyon die USB-C-Ladebuchse auf dem Oberrohr, mit der ihr Smartphone, Lampe, GPS-Computer und Co. direkt über den Hauptakku laden könnt.
Same same
Die Hinterbau-Performance am SCOTT ist top! Hier kommt der gleiche Dämpfer zum Einsatz wie am Topmodell des SCOTT Ransom eRIDE.

Flops

Absolutes No-Go!
Ein Akku, der auf dem Trail zum gefährlichen Geschoss wird, geht gar nicht! Leider hatten wir das Problem in diesem Test gleich zweimal.
Montagequalität ist ein hohes Gut!
Propain und INFRONT leisten sich mit der Montagequalität ihrer Test-Bikes einen Flop. Bei beiden flog der Akku aus dem E-Bike. Beide konnten die Probleme inzwischen beheben und haben uns Besserung versprochen – bleibt zu hoffen, dass für (Online-)Kunden dasselbe gilt.
Qualitätsprobleme
INFRONT, Haibike und MERIDA verbauen schlecht eingespeichte Laufräder von minderer Qualität. Wer gerne auf anspruchsvollen Trails unterwegs ist, bringt die Laufräder schnell an ihre Grenzen.
Zu schwer für das Bike?
Das zulässige Gesamtgewicht und die maximale Zuladung vom FOCUS, Haibike und INFRONT lassen zu wünschen übrig: Mit 96 kg inkl. Ausrüstung ist man laut Hersteller bereits für alle zu schwer. Das ist deutlich zu wenig.
Klick-klack, klick-klack
Keines der Bikes im Test ist auf dem Trail leise, denn jeder Motor klappert. Egal ob Bosch- oder Shimano-Antrieb – wer ein leises Bike sucht, wird in diesem Testfeld nicht fündig.
Blender!
Wer nur aufs Schaltwerk schaut, ist selbst schuld, denn das Modell allein sagt nichts über die Performance eines Bikes oder seine Schaltperformance aus. Oft paaren die Hersteller ein teures Schaltwerk mit günstigen Komponenten im Antrieb. Der größte Blender im Test findet sich am MERIDA.
Einfach zu wenig!
Eine Sattelstütze mit 125 mm Hub wie am INFRONT und Haibike schränkt die Bewegungsfreiheit auf dem Trail unnötig ein. 150 mm sollten es ab Größe M mindestens sein.
Zu weniger Power!
Die am SCOTT verbaute Shimano BR-MT520/BL-MT501-Bremse bietet wenig Bremskraft. Zudem ist sie mit den günstigen Bremsscheiben kombiniert, die nur mit Resin-Belägen gefahren werden dürfen. Hier kann man also auch nichts mehr mit Tuning herausholen.

Welches ist das beste E-Mountainbike um 5.500 €?

Viele der Bikes konnten mit guten Fahreigenschaften und viel Trail-Performance begeistern. Vom klasse Allrounder über den Gravity-Spezialisten bis zum Kletterkünstler war bei den 7 Bikes im Vergleichstest alles dabei. Doch mit welchem hat man auf maximal vielen Trails am meisten Spaß? Welches ist das beste E-Mountainbike 2021 um 5.500 €?

Unser Testsieger:
Das MERIDA eONE-SIXTY 700

MERIDA eONE-SIXTY 700 (Zum Test)
Shimano EP8/630 (504 in XS) Wh | 160/150 mm (v/h)
23,92 kg in Größe L | 5.599 €

Kein Bike in diesem Vergleichstest schafft es so gut wie das MERIDA eONE-SIXTY 700, Highspeed-Stabilität mit flinkem Handling zu vereinen. Es überzeugt mit seinem super breiten Einsatzbereich und macht auf Flowtrails wahnsinnig viel Spaß. Gleichzeitig ist es mit fast nichts überfordert, egal ob es bergab technisch und steil oder so richtig schnell wird. Das Fahrwerk schafft den perfekten Mix aus Traktion, Gegenhalt und ausreichend Reserven. Unter sportlichen Fahrern kennt das Bike kein Limit! Mit seinem präzisen und gleichzeitig gutmütigen Handling und ausreichend Sitzkomfort kommen auch Einsteiger und Tourenfahrer voll auf ihre Kosten. Testsieg! Wer um 5.500 € einen Alleskönner sucht, wird mit dem MERIDA eONE-SIXTY 700 fündig.

Unser Kauftipp:
Das Canyon Spectral:ON CF 7

Canyon Spectral:ON CF 7 (Zum Test)
Shimano EP8/630 Wh | 150/150 mm (v/h) | 22,92 kg in Größe L | 5.199 €

Sobald es auf flowigen Trails bergab geht, ist das 5.199 € günstige Spectral:ON CF 7 mit seinem quirligen Handling ungeschlagen und gibt in Sachen Fahrspaß den Ton an. Auch Tourenfahrer kommen mit ihm in den Genuss von viel Komfort. Wer bergauf oder bergab die krassesten Steilstücke meistern will oder mit Highspeed über den Trail ballert, muss sich allerdings anderswo umschauen. Der Carbon-Rahmen des schicken Canyon Spectral:ON CF 7 ist ebenso durchdacht wie hochwertig und integriert das System rund um den Shimano EP8-Motor sehr gekonnt. Wer ein quirliges E-Mountainbike mit einem sagenhaftem Handling und einem hervorragenden Preis-Leistungs-Verhältnis sucht, wird mit dem Canyon Spectral:ON CF 7 fündig. Verdienter Kauftipp!


Alle Bikes im Test: Canyon Spectral:ON CF 7 (Zum Test) | FOCUS JAM² 6.9 NINE (Zum Test) | Haibike AllMtn 4 (Zum Test) | INFRONT IF-2.1 Fully (Zum Test) | MERIDA eONE-SIXTY 700 (Zum Test) | Propain Ekano AL 29 (Zum Test) | SCOTT Ransom eRIDE 920 (Zum Test)


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Text: Jonas Müssig Fotos: Jonas Müssig, Valentin Rühl, Felix Stix, Peter Walker

Über den Autor

Jonas Müssig

Eigentlich müsste es Dr. Müssig heißen – immerhin hat Jonas, kurz bevor er die Arbeit bei uns begonnen hat, seinen Doktortitel in der Chemie verliehen bekommen. Am Ende siegte aber Leidenschaft vor Wissenschaft. Das bedeutet natürlich nicht, dass Chemie keine Rolle mehr spielt. Schließlich lassen sich sein wissenschaftliches Know-how und seine langjährige Leidenschaft fürs (E-)Biken perfekt kombinieren. Auf der Jagd nach der perfekten Ride-Life-Balance findet man Jonas im Sommer auf den Trails und im Winter ganz gerne mal mit dem Backpack in Asien oder im Camper in Südeuropa.