Das Bergamont E-Trailster ist mittlerweile einige Zeit im Portfolio der Hamburger Bikeschmiede. Schon bei unserem großen E-Mountainbike-Vergleichstest im Jahr 2015 war das Bike mit von der Partie. Wie hat es sich in den letzten Jahren weiterentwickelt?

Bergamont E-Trailster
Bergamont E-Trailster 8.0 | BOSCH | 21,95 kg | 4.499 €

Optisch hat sich am E-Trailster wenig getan. Der Rahmen ist der gleiche und auch das orange Farbkonzept hat das Rad behalten – jetzt aber mit mehr Schwarz statt Weiß. Beim Antrieb setzt Bergamont auf einen Bosch Performance CX mit 500 Wh starkem Akku. Gangwechsel werden von einem Mix aus Shimano XT- und SLX-Komponenten erledigt. Die Übersetzung ist mit der 11–42-Zahn-Kassette gut gewählt. In unserem letzten Test beklagten wir einige Schwächen in der Ausstattung und auch zwei Jahre später gibt es nach wie vor Komponenten, die nicht optimal auf den Einsatz am E-Mountainbike zugeschnitten sind. Der MAGURA MT4-Bremse fehlt es an Standfestigkeit auf langen Abfahrten, dem MAXXIS Forekaster-Reifen an Grip und Pannenschutz. Der mit 150 mm große Verstellbereich der Manitou Jack-Teleskopsattelstütze dagegen freut besonders große Fahrer.

Bergamont E-Trailster
„Aufgrund der kleinen Laufräder fährt sich das Rad agil und erledigt Richtungswechsel ohne Murren.“
Bergamont E-Trailster Bergamont E-Trailster

Die Sitzposition auf dem Bergamont E-Trailster ist sportlich gestreckt. Das liegt zum einen am langen Hauptrahmen, zum anderen am mit 80 mm ziemlich langen Vorbau. Bergauf schiebt der Bosch-Antrieb gewohnt kraftvoll mit sonorem Surren an. Im steilen Terrain hat man – speziell mit etwas längeren Beinen – den Eindruck, leicht von hinten zu pedalieren. Dennoch hält das Vorderrad stets Bodenkontakt. Bei gröberen und technisch anspruchsvollen Uphills fehlt es den Reifen ebenso an Traktion wie bei der darauffolgenden Abfahrt. Aufgrund der kleinen Laufräder fährt sich das Rad agil und erledigt Richtungswechsel ohne Murren. Die FOX 34 FLOAT Performance harmoniert gut mit dem RockShox-Dämpfer am Heck und filtert Schläge souverän weg, ohne wegzusacken oder es an Feedback missen zu lassen. Zu Hause fühlt sich das Trailster auf gemäßigten Trails und Forststraßen. Wird das Gelände anspruchsvoller, kommt das Rad schnell ans Limit.

Bergamont E-Trailster
Helm Smith Forefront | Jersey Mons Royale Redwood V LS | Rucksack ION RAMPERT 8 | Shorts Mavic Crossmax

Das Bergamont E-Trailster 8.0 im Detail

Federgabel FOX 34 FLOAT Performance 150 mm
Dämpfer RockShox Monarch RT 140 mm
Motor / Akku Bosch Performance CX / 500 Wh
Bremsen Magura MT4
Schaltung Shimano XT/SLX
Sattelstütze Manitou Jack
Vorbau Answer AME 80 mm
Lenker BGM Pro 740 mm
Reifen MAXXIS Forekaster EXO 2,35″
Laufräder DT Swiss M1900 Spline

Bergamont E-Trailster
Solide
Die FOX 34 FLOAT Performance erledigt an der Front des Bergamont einen guten Job und filtert Schläge feinfühlig und definiert weg.
Bergamont E-Trailster
Zu lang
Der Vorbau ist mit 80 mm leider etwas zu lang. Das führt bergauf zu einer sehr gestreckten Sitzposition und bergab zu einem indirekten Handling. Wir empfehlen ein Modell mit max. 60 mm Länge.
Bergamont E-Trailster
Old-fashioned
Schmale 27,5″-Reifen bieten ohnehin weniger Grip und Komfort als ein 27.5+ Modell. Bergamont verbaut obendrein schmale Felgen und Reifen mit flachem Profil, wodurch der Grip und Komfort weiter leiden.
Bergamont E-Trailster
Unterdimensioniert
Der MAGURA MT4 2-Kolben-Bremse fehlt es auf langen Abfahrten an Standfestigkeit. Am E-Mountainbike wäre eine MT5 oder MT7 die bessere Wahl. Die Vier-Kolben-Stopper sind hitzestabil und absolut zuverlässig.

Bergamont E-Trailster
Geometrie
Bergamont E-Trailster 8.0

Fazit

Leider wurde das Trailster 8.0 seit unserem letzten Test im Jahr 2015 kaum weiterentwickelt. Einige Kritikpunkte von damals wiegen noch heute schwer. Damit kann das Bergamont weder in Sachen Ausstattung noch in der Performance mit der starken Konkurrenz mithalten – schade. Wir hoffen, die Hamburger legen mit neuen Modellen nach.

Stärken

– gutes Fahrwerk
– Teleskopsattelstütze mit viel Hub

Schwächen

– bei Highspeed nervös
– bietet wenig Komfort
– deutliche Schwächen in der Ausstattung

Weitere Informationen findet ihr auf bergamont.com!

Einen Überblick über das Testfeld erhaltet ihr hier: 11 E-Mountainbikes unter 5.000 € im Vergleich

Alle Bikes im Test: CENTURION No Pogo E2000 27+FOCUS JAM² 29 | Giant Full-E+0 Pro | Haibike SDURO AllMtn 7.0 | KTM MACINA Kapoho LT 273 | MERIDA eONE-SIXTY 800 | NOX Bike EDT 5.1 HybridSCOTT E-Genius 720 Plus | Specialized Turbo Levo FSR 6FATTIE | Trek Powerfly 8 FS

Text & Fotos: Christoph Bayer

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