E-Bike fahren? Ist das nicht für Senioren? Ich gebe zu, ich hatte meine Vorurteile. Doch an meinem ersten Arbeitstag in der Redaktion wurde ich zunächst auf ein Bike mit Motor gesetzt. Und was soll ich sagen? Es hat nicht nur meine Einstellung zum Fahrradfahren geändert, sondern die der ganzen Familie. Was so alles passiert ist und was uns alle restlos vom E-Biken überzeugt hat, erfahrt ihr hier.

Sonnenstrahlen statt rote Ampeln

Dass es besser ist, Fahrrad zu fahren, als ins Auto zu steigen, ist nichts Neues. Aber auch wenn die Entfernung zum Arbeitsplatz mit dem Bike gut machbar ist, liefert der innere Schweinehund einem jede Menge Ausreden: zu heiß, zu kalt, es regnet, zu spät dran, zu müde, zu anstrengend. Jeder kennt das und schon hat man wieder einen guten Grund, bequem ins Auto zu steigen.

Doch dann: mein erster Arbeitstag hier in der Redaktion. Prompt tauschte man meinen Kuschel-Schweinehund gegen einen Zweibeiner aus. Jetzt habe ich keine Ausrede mehr. Das MERIDA eONE-SIXTY 10K (zum Test) ist da und bereits die erste Probefahrt eine Initialzündung: Kurz aufs Pedal getreten und schon schiebt einen der Motor voran. Genial! Genau mein Ding. Klar, man muss auch treten, aber selbst bergauf kommt man nicht zwangsweise ins Schwitzen. Am nächsten Tag dann: Handtasche gegen Rucksack getauscht und ab aufs Rad bei eisigen Temperaturen und Sonnenschein.

Raus aus dem Wohngebiet, durch Felder und Wiesen sowie auf dem Radweg, anstatt an Ampeln und im Stau zu stehen – super, den Tag so zu beginnen! Und rechts auf dem Feld steht tatsächlich ein Graureiher und begrüßt mit mir den Tag. Trotz Kälte zaubert mir das ein Lächeln ins Gesicht und selbst den folgenden steilen Anstieg merke ich dank Motorunterstützung gar nicht mehr. 20 Minuten später sitze ich mit einem breiten Grinsen im Büro und habe das gute Gefühl, schon richtig was geleistet zu haben.

Hurra, es ist ein E-Bike!

Das MERIDA eONE-SIXTY 10K wird mit offenen Armen empfangen und gleich als neues Familienmitglied integriert. Als Erstes schnappt sich meine Tochter das E-Bike und fährt zum ersten Mal seit gefühlten fünf Jahren wieder Fahrrad. Nach einer kurzen Tour durch den Wald fragt sie: „Können wir das behalten?“ Ab jetzt muss ich das Bike fast zuteilen. Sohn und Tochter, beide Teenager, benutzen das Bike, wann immer ich es nicht brauche. Selbst das Mofa wird stehengelassen, schließlich kann man mit dem E-MTB auch noch coole Sprünge über Bordsteinkanten üben.

Auch wenn ich mich ein wenig enteignet fühle, einen positiven Nebeneffekt hat das Ganze schon: Besser sie fahren Fahrrad, als dass sie mal wieder im Netz unterwegs sind.

Da geht noch was!

Auch mein Mann ist begeistert. Am Wochenende wird sofort eine Radtour gemacht: Er auf seinem MTB, ich auf dem MERIDA mit elektrischer Unterstützung und plötzlich macht es wieder Spaß! Ich hänge nicht ständig hinterher, im Gegenteil: nach Steigungen bin ich es jetzt, die auf ihn wartet. Auch der Vorschlag, nach 40 km noch einen Umweg zu nehmen, löst bei mir nur ein zustimmendes Nicken aus. Früher, mit einem analogen Bike, hätte ich nach so einer Tour schon Schnappatmung bekommen hätte.

Die Begeisterung ist sogar so groß, dass ich als Nächstes eine größere Tour mit kleinem Gepäck für zwei Tage plane. Und auch ein Bike-Urlaub wird schon beim Abendessen diskutiert. Ich merke, meine Ziele werden größer, weil ich weiß, dass ich das auch schaffen kann, ohne den Spaß dabei zu verlieren.

Auf das Rad gekommen

Während sich auffällig viele Familien in meiner Nachbarschaft einen Hund zulegen, haben wir uns statt einem Vierbeiner ein treues und zuverlässiges Zweirad ins Haus geholt. Es braucht nicht viel, ab und zu eine Steckdose, ansonsten ist es genügsam und immer bereit für eine Runde ums Haus oder zur Arbeit. Und das eine schließt das andere ja nicht aus: Ich habe gerade gesehen, dass sich mein Kollege einen Hundeanhänger für sein E-Bike zugelegt hat. Auch eine Idee.

Ein neues Lebensgefühl

Fazit

Das MERIDA eONE-SIXTY 10K gehört jetzt zur Familie und wir sind neugierig, was wir mit ihm noch erleben werden. Fest steht: Wir sind aktiver geworden und planen das erste Mal seit Jahren wieder Bike-Touren am Wochenende. Auf kurz oder lang muss wohl ein zweites E-Bike her. Selbst die Kids haben Blut geleckt und hätten gerne auch so ein cooles Bike. Das könnte ein teurer Spaß werden …

Das Auto wird immer öfter stehen gelassen. Und ja, es gibt Wetter, bei dem es auch mit der richtigen Kleidung schwer fällt. Aber allein die Vorfreude auf eine entspannte Tour am Morgen und den Graureiher, der jeden Tag an fast derselben Stelle auf mich wartet, ist es wert.


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Text: Susanne Feddersen Fotos: Robin Schmitt