Das FANTIC ISSIMO FUN ist kein normaler Tiefeinsteiger. Es ist ein Lifestyle-Bike für urbane Abenteurer, die die City zu ihrer Spielwiese machen wollen. Ob das gelingt? Mit den kleinsten und dicksten Schlappen im Test, dem BAFANG M500-Motor und seiner einzigartigen Optik ist es auf alle Fälle eine Besonderheit in diesem Test!

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Einen Überblick über diesen Vergleichstest erhaltet ihr hier: Der beste Offroad-Tiefeinsteiger 2020

FANTIC ISSIMO | Bafang M500/630 Wh | 80/0 mm (v/h)
33,4 kg in Größe M | 2.995 € | Hersteller-Website

Das FANTIC ISSIMO FUN ist ein Hingucker und bringt italienischen Stil in alle Metropolen der Welt. Wenn man mit diesem 2.995 € teuren Tiefeinsteiger in der City unterwegs ist, kann man sich sicher sein, dass einem alle hinterherschauen. FANTIC kommt ursprünglich aus dem Motorrad-Segment und versteckt die eigene Firmen-DNA nicht: Das ISSIMO erinnert optisch an eine Vespa und versprüht ein ähnliches Flair. Ist es damit eine neue urbane Stilikone? Das hintere Rahmendreieck verbindet Tretlager, Ausfallende und Sitzstrebe miteinander und ist aus einem Guss gefertigt. Das wirkt massiv und passt gut ins Gesamtbild. Auch die verbauten Fender stehen dem ISSIMO hervorragend. Unser FUN-Modell kam mit grünem Plexiglas, das auf den Querstreben im Unterrohr montiert ist. Für unseren Geschmack verdeckt das zu viel des coolen industriellen Looks, wir haben es daher kurzentschlossen abgenommen. Wer auf die Abdeckung steht, hat die Auswahl zwischen acht unterschiedlichen Farbvarianten. Erhältlich ist das FANTIC ISSIMO in zwei unterschiedlichen Ausstattungen und drei Rahmenfarben, allerdings nur in einer Größe. Laut Hersteller ist sie für alle Fahrer zwischen 160 und 195 cm geeignet. Der Durchstieg ist tief und super breit – top! Mit 33,4 kg ist das FANTIC ISSIMO FUN das schwerste Bike im Test. Die maximale Zuladung von 112 kg liegt knapp unter dem Durchschnitt.

FANTIC hat den Look clean gehalten, die Kabel sowie die TRELOCK VEO 50-Frontlampe und das Spanninga PIMENTO-Rücklicht sind gut integriert. Leider reicht die Leuchtkraft der Frontlampe nicht aus, um nachts den vollen Durchblick zu haben. Die Befestigung am Steuerrohr ist zwar schick, aber alles andere als praktisch. In Kurven lenkt das Licht nicht mit, wodurch die Ausleuchtung deutlich leidet. Wäre das Licht im Cockpit oder an der Gabel montiert, wäre das anders.

Der entscheidende Faktor
Die 4” breite VEE Tire Co FUN-Bereifung bestimmt das Handling des Bikes, für schnelle Fahrmanöver ist sie zu schwammig. Cruisen ist angesagt!
Stylish
Die Fender passen super zum Look des Bikes. Leider sind sie nicht ganz geräuschlos.
Wheelie-König
Der externe 630-Wh-Akku von Simplo ist ins Sitzrohr integriert, das verlagert den Schwerpunkt in Richtung Heck. Kein anderes Bike im Test hat so eine leichte Front und geht so gut aufs Hinterrad.

FANTIC ISSIMO

2.995 €

Ausstattung

Motor Bafang M500 80 Nm
Akku Simplo 630 Wh
Display Bafang M500
Federgabel Fantic Custom 80 mm
Dämpfer mm
Sattelstütze Fantic - mm
Bremsen Shimano MT200 180/180 (v/h) mm
Schaltung Shimano NEXUS Inter-5E 1x5
Vorbau PROMAX 40 mm
Lenker Fantic 640 mm
Laufradsatz 20"
Reifen Vee-tire Co FUN 4"

Technische Daten

Größe M
Gewicht 33,4 kg
Zul. Gesamtgewicht 146 kg
Max. Gewicht Fahrer/Equipment 112 kg
Anhänger-Freigabe nein
Ständeraufnahme ja


Geschmackssache
Uns gefällt der industrielle Look der Verstrebungen im Unterrohr. Das war auch der Grund dafür, das grüne Plexiglas-Cover für den Rahmen zu demontieren.
Nicht die Beste
Die Custom-Federgabel mit 80 mm Federweg kann nur bedingt an das Fahrergewicht eingestellt werden und gehört zu den schlechtesten im Test.
Ein Bike fürs Flachland
Die Shimano NEXUS Inter-5E-Schaltung mit fünf Gängen hat mit 263 % eine geringe Bandbreite und wenig kleine Gänge, das limitiert das E-Bike an steilen Anstiegen. Hinzu kommt, dass die BAFANG M500-Antriebseinheit bei niedriger Trittfrequenz wenig Power liefert. Mit dem ISSIMO bleibt man lieber im Flachland.
Passt gut
Der Lenker verleiht Chopper-Feeling, das passt super zum Handling des Bikes.
Was steht da?
Das BAFANG-Display ist gut positioniert, die Lesbarkeit könnte allerdings besser sein.
City-Cruisin’
Bereits das Emblem auf dem Rahmen macht es deutlich – das ISSIMO ist in der City zu Hause.

Angetrieben wird das ISSIMO von einem BAFANG M500-Motor mit 80 Nm Drehmoment, der von einem externen 630-Wh-Akku mit Energie versorgt wird. Die Positionierung des Energiespeichers am Sitzrohr sorgt für einen hecklastigen Schwerpunkt. Dadurch geht das FANTIC super einfach aufs Hinterrad, es ist der unangefochtene Wheelie-König im Test! Für den Antrieb gibt es neun Unterstützungsstufen, die sehr fein abgestuft sind. Uns hätten in der Praxis auch drei oder vier genügt. Die Shimano NEXUS Inter-5E-Schaltung mit fünf Gängen besitzt ein Bandbreite von 263 %. Bereits auf dem Papier wird klar: Das FANTIC ist fürs Flachland gemacht und ihm fehlen leichte Gänge für steile Anstiege. Hinzu kommt, dass der Motor bei niedriger Trittfrequenz nur relativ wenig Motorpower liefert. In der Praxis zeigt sich, dass diese Kombination das FANTIC ISSIMO im Uphill deutlich einschränkt.

Helm Fox Dropframe | Brille POC Aspire | Jacke Meander Nomad Bomber

Das Issimo bringt italienischen Lifestyle in das urbane Segment – auffallen gewollt!

Gepäckträger gibt es am ISSIMO nicht und auch eine Anhängerfreigabe ist nicht vorhanden. In unseren Augen ist das angemessen, denn dafür ist das Handling des Bikes nicht ausgelegt. Aufgrund der 4” breiten Reifen sind das Feeling und die Handhabung vollkommen anders als bei allen anderen Tiefeinsteigern im Test. Wer noch nie mit einem Fat-Bike gefahren ist, muss sich erst an das schwammige und unpräzise Handling gewöhnen. Die Federgabel kann nicht ausreichend auf das Fahrergewicht eingestellt werden und verstärkt mit ihren soft abgestimmten 80 mm Federweg das unpräzise Handling. Sie gehört zu den schlechtesten im Test.

Aufgrund des Ghost-Steerings kann man das FANTIC ISSIMO FUN nicht freihändig fahren, sondern muss es stets fest unter Kontrolle halten und lenken. Auch einhändiges Fahren – z. B. mit Hundeleine oder um den Spurwechsel anzuzeigen – will geübt sein, andernfalls knickt die Lenkung ein. Erfahrene Fahrer freuen sich jedoch über den besonderen Look und die Art und Weise, wie man mit dem ISSIMO cruisen kann. Dank der breiten Reifen, die mit niedrigem Luftdruck gefahren werden können, ist der Komfort super. Die Bremsen sind dem Einsatzgebiet angemessen, für die kleinen 20”-Reifen braucht es gar keine brachiale Bremspower.

Die Sitzposition hängt stark von der Körpergröße ab, das Bike kann aufgrund der einen erhältlichen Rahmengröße schnell etwas zu groß oder zu klein sein. Passt die Größe, sitzt man aufrecht und komfortabel. Auf unbefestigte Wege kann man sich mit dem FANTIC ISSIMO zwar begeben, die breiten Reifen haben schließlich ordentlich Grip. Aber wegen des schwammigen Handlings gehören Offroad-Abenteuer nicht zu den Paradedisziplinen des Tiefeinsteigers.

Tuning-Tipp: keiner

Fazit

Das FANTIC ISSIMO FUN ist sehr speziell und nur was für Designliebhaber, die auf einem coolen Gadget der Blickfang im Innenstadtverkehr sein wollen. Das Bike vermittelt ein ganz eigenes Feeling und erfahrene Biker werden nach einer kurzen Eingewöhnungszeit ihren Spaß damit haben. Allerdings waren wir enttäuscht, dass das Handling des Bikes so unberechenbar ausfällt und sich nicht für den Alltagsgebrauch eignet. Die Kombination aus Motor und Übersetzungsbandbreite der Schaltung taugt außerdem nur fürs Flachland.

Tops

  • Fahrspaß und Feeling
  • Design und Look
  • Integration

Flops

  • im Steuerrohr integriertes Frontlicht
  • Performance bergauf

Mehr Informationen findet ihr unter fantic-bikes.com

Das Testfeld

Einen Überblick über diesen Vergleichstest erhaltet ihr hier: Der beste Offroad-Tiefeinsteiger 2020

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Text: Jonas Müssig Fotos: Robin Schmitt, Jonas Müssig, Philipp Schwab

Über den Autor

Jonas Müssig

Eigentlich müsste es Dr. Müssig heißen – immerhin hat Jonas, kurz bevor er die Arbeit bei uns begonnen hat, seinen Doktortitel in der Chemie verliehen bekommen. Am Ende siegte aber Leidenschaft vor Wissenschaft. Das bedeutet natürlich nicht, dass Chemie keine Rolle mehr spielt. Schließlich lassen sich sein wissenschaftliches Know-how und seine langjährige Leidenschaft fürs (E-)Biken perfekt kombinieren. Auf der Jagd nach der perfekten Ride-Life-Balance findet man Jonas im Sommer auf den Trails und im Winter ganz gerne mal mit dem Backpack in Asien oder im Camper in Südeuropa.