Wie viel Geld muss man für ein gutes E-Mountainbike tatsächlich ausgeben? Nach unserem High-End-Vergleichstest 2020, bei dem wir das beste E-MTB 2020 gesucht und gefunden haben, haben wir nun die 8 heißesten E-Mountainbikes unter 5.500 € verglichen. Worauf muss man beim Kauf achten? Welche Kompromisse muss man eingehen? Und welches ist das beste E-MTB unter 5.500 €?

Bevor wir in den Testbericht einsteigen, möchten wir dich noch kurz auf unsere frisch erschienene Jahresausgabe hinweisen. Die E-MOUNTAINBIKE Print-Edition 2020 ist die ultimative Testbibel, mit der wir dir helfen das perfekte E-Mountainbike zu finden. Auf 250 Seiten im hochwertigen Print-Format findest du eine umfassende Kaufberatung und Tests von 35 Bikes sowie der 7 wichtigsten Motoren. Außerdem gibt es jede Menge Know-how, Tipps und die aufregendsten E-MTB-Trends. Hier klicken für mehr Infos oder direkt in unserem Shop bestellen!

Inhaltsverzeichnis: Das erwartet euch in diesem Test

Was muss das beste Budget-E-Mountainbike können?

E-Mountainbikes sind besser als jemals zuvor, und E-Mountainbiken hat noch nie so viel Spaß gemacht wie im Jahr 2020. Unsere Leserumfrage mit mehr als 11.000 Teilnehmern zeigt aber auch, dass E-Mountainbikes immer vielseitiger eingesetzt werden. Was muss das beste E-Mountainbike unter 5.500 € also können? In diesem Test suchen wir nach dem besten Allrounder für Trails und Touren. Das beste Bike muss vermeintliche Gegensätze miteinander vereinen und bietet im Idealfall viel Komfort in der einen, und ein berechenbares direktes Fahrverhalten in der anderen Sekunde. Auch das Thema Sicherheit hat große Bedeutung. Dabei spielt die Ausstattung mit standfesten, gut dosierbaren Bremsen und traktionsstarken Reifen ebenso eine wichtige Rolle wie ein potentes schluckfreudiges Fahrwerk. Wir zeigen euch auch, welche Bikes z. B. durch optionale Lichtanlagen besonders gut für den Einsatz im Alltag geeignet sind. Einen großen Einfluss auf die Bewertung der Bikes hat das aber nicht. An oberster Stelle steht bei uns immer der Fahrspaß!

Was bedeutet eigentlich Preis-Leistung?

Zugegeben, die Bikes in unserem Vergleichstest kosten mit durchschnittlich 5.224 € eine Stange Geld. Damit liegen die Bikes ziemlich genau in eurem Budget: Denn unsere Leserumfrage hat ergeben, dass ihr im Durchschnitt 5.055 € für euer nächstes E-Mountainbike ausgeben wollt. Zwischen dem teuersten und günstigsten Bike im Test liegen 500 €. Das klingt zunächst nicht viel, doch kann das für den einen oder anderen Käufer das Budget sprengen – zumal man beim Neukauf ja auch noch weiteres Budget für Ausrüstung und Equipment einkalkulieren sollte. Es liegt auf der Hand, dass in diesem Testfeld das Preis-Leistungs-Verhältnis eine wichtige Rolle spielt. Wir bei E-MOUNTAINBIKE beziehen uns dabei explizit auf die Fahrperformance – und nicht auf die Summe der Teile in der Ausstattungsliste. Eine gute Preis-Leistung besticht vor allem durch die Performance des Gesamtpakets auf Trails und Touren bzw. durch die Sinnhaftigkeit zwischen Ausstattung und Einsatzzweck des E-Mountainbikes. Was bringt der beste Motor oder ein teurer Laufradsatz, wenn die Geometrie oder das Fahrwerk wenig taugen? Nichts!

Wir haben es uns in diesem Vergleichstest auch zur Aufgabe gemacht, die preisbedingten Kompromisse zu finden und zu bewerten. Bestes Beispiel sind die Displays der Bikes mit Bosch-Motoren. Beide, Kiox und Purion, funktionieren auf dem Trail gut und bieten die grundlegenden Funktionen, wobei das Kiox deutlich teurer ist. Zudem ist beim KIOX-Display auch nicht alles Gold… aber das ist ein anderes Thema. Fakt ist: Hier können Hersteller sinnvoll sparen und das Geld an anderer Stelle in Performance-relevantere Teile investieren.

An der Sicherheit sollte kein Hersteller sparen! Vor allem bei den Bremsen erwarten wir uns bei E-Mountainbikes ausnahmslos kraftvolle Vierkolbenbremsen mit mindestens 200 mm großen Bremsscheiben vorne wie hinten. Hier müssen wir zwei Hersteller in diesem Test wegen zu schwacher Bremsen scharf kritisieren.

Das Testfeld

Die Auswahl an interessanten E-Mountainbikes unter 5.500 € ist auf den ersten Blick riesig. Doch filtert man Hardtails, überalterte Rahmenplattformen und Downhill-Bikes mit Cross-Country-Reifen heraus, bleiben nur mehr knapp über zehn richtig heiße Kandidaten für den Trail- und Touren-Einsatz.

Wir sind der Meinung, dass sich E-Mountainbikes nicht anhand ihres Federwegs oder ihrer Optik in Kategorien stecken lassen. Deshalb haben wir mit dem Specialized Kenevo auch ein Bike mit 180 mm Federweg im Rennen dabei. Das Vorgängermodell hat ebenfalls so viel Federweg, und konnte sich als klasse Allrounder im letztjährigen Vergleichstest den Testsieg sichern. Am wenigsten Federweg geben das CUBE Stereo Hybrid 140 HPC und das RADON RENDER 10.0 mit jeweils 150/140 mm. Doch viel wichtiger als die Länge des Federwegs ist die Performance des Fahrwerks. Das SCOTT Genius eRide 920 kommt zwar mit aufwendigem TwinLoc-System zur Anpassung des gesamten Fahrwerks auf Knopfdruck, hat aber im Vergleich zu den teureren Genius eRide-Modellen nur einen eingeschränkten Funktionsumfang. Moustache hingegen verpasst dem Samedi 29 Game 4 denselben hauseigenen Dämpfer wie dem 2.500 € teureren Topmodell und sorgt so bereits beim Einstieg in die Moustache Welt für einen Top-Hinterbau.

Beim Rahmenmaterial machen wir keine Unterschiede: Ein hochwertiger Aluminium-Rahmen, wie er beim Trek Rail 7 verbaut ist, kann ebenso gut sein, wie die Carbon-Rahmen von CUBE oder RADON. Einen echten Performance-Benefit von Carbon können wir auf dem Trail nicht ausmachen. Vor allem nicht beim Gewicht, denn bei einem Durchschnittsgewicht von 24,03 kg fallen einige wenige Gramm, die sich mit der schwarzen Wunderfaser einsparen lassen, kaum auf. Für uns ist ein Alu-Bike mit klasse Fahrwerk und top Performance auf dem Trail immer die bessere Wahl als ein Bike mit Carbonrahmen, bei dem an der Ausstattung gespart wurde. Auch die Debatte um die richtige Laufradgröße spielte für uns bei der Auswahl der Bikes für den Test keine Rolle. Hier ist zwar bei fünf der acht Bikes ein Trend zu den großen 29”-Laufrädern erkennbar, mit CENTURION und Specialized setzen zwei Hersteller aber weiterhin auf die kleineren 27,5”-Laufräder. Haibike stellt mit dem XDURO AllMtn 3.0 die einzigen Bikes in diesem Test, die auf den Mix aus großem 29”-Laufrad an der Front und breitem 27,5” x 2,8”-Hinterreifen setzen.

Bike Motor/Akku Preis Gewicht Federweg Laufradgröße
CENTURION No Pogo E R2600i (Zum Test) Bosch Performance Line CX
75 Nm/625 Wh
5.099 € 23,82 kg 160/155 mm 27,5″
CUBE Stereo Hybrid 140 HPC (Zum Test) Bosch Performance Line CX
75 Nm/625 Wh
4.999 € 24,75 kg 150/140 mm 29″
Haibike XDURO AllMtn 3.0 (Zum Test) Bosch Performance Line CX
75 Nm/625 Wh
4.999 € 25,60 kg 160/160 mm 29/27,5″
Moustache Samedi 29 Game 4 (Zum Test) Bosch Performance Line CX
75 Nm/625 Wh
4.999 € 24,35 kg 160/160 mm 29″
RADON RENDER 10.0 (Zum Test) Bosch Performance Line CX
75 Nm/625 Wh
5.499 € 24,35 kg 150/140 mm 29″
Scott Genius eRIDE 920 (Zum Test) Bosch Performance Line CX
75 Nm/625 Wh
5.199 € 22,90 kg 150/150 mm 29″
Specialized Kenevo Comp (Zum Test) Specialized 2.1
90 Nm/500 Wh
5.499 € 23,08 kg 180/180 mm 27,5″
Trek Rail 7 EU (Zum Test) Bosch Performance Line CX
75 Nm/625 Wh
5.499 € 23,40 kg 160/150 mm 29″
Ø 5.224 € Ø 24,03 kg

CENTURION No Pogo E R2600i (Zum Test) | Bosch Performance Line CX/625 Wh | 160/155 mm (v/h)
23,82 kg in Größe L | 5.099 €

CUBE Stereo Hybrid 140 HPC (Zum Test) | Bosch Performance Line CX/625 Wh | 150/140 mm (v/h)
24,75 kg in Größe L | 4.999 €

Haibike XDURO AllMtn 3.0 (Zum Test) | Bosch Performance Line CX/625 Wh | 160/160 mm (v/h)
25,6 kg in Größe L | 4.999 €

Moustache Samedi 29 Game 4 (Zum Test) | Bosch Performance Line CX/625 Wh | 160/160 mm (v/h)
24,35 kg in Größe L | 4.999 €

RADON RENDER 10.0 (Zum Test) | Bosch Performance Line CX/625 Wh | 150/140 mm (v/h)
24,35 kg in Größe XL | 5.499 €

Scott Genius eRIDE 920 (Zum Test) | Bosch Performance Line CX/625 Wh | 150/150 mm (v/h)
22,9 kg in Größe L | 5.199 €

Specialized Kenevo Comp (Zum Test) | Specialized 2.1/500 Wh | 180/180 mm (v/h)
23,08 kg in Größe S4 | 5.499 €

Trek Rail 7 EU (Zum Test) | Bosch Performance Line CX/625 Wh | 160/150 mm (v/h)
23,4 kg in Größe L | 5.499 €

Warum ist eigentlich kein Canyon und kein Specialized Levo dabei?

Nach unserem großen High-End-Vergleichstest mit 25 Bikes wirkt das Testfeld dieses Tests mit acht Bikes eher klein. Zugegebenermaßen wollten wir das Testfeld dieses Mal etwas kompakter halten und hatten bereits im Vorfeld nach strengen Kriterien ausgesiebt. Das Canyon Spectral:ON haben wir z. B. schon in fast jeder erdenklichen Ausstattungsvariante für euch getestet: Fahrverhalten, Ausstattung und Details kennt ihr also bereits. Obendrein ergab der letzte Vergleichstest, dass es nicht mehr ganz mit den neuesten Bikes mithalten kann. Viel schwieriger fiel uns da die Entscheidung zwischen dem Specialized Kenevo, das den Vergleichstest im letzten Jahr für sich entscheiden konnte, und dem Levo, das sich in der Topausstattung zurecht „das beste E-Mountainbike 2020“ nennen darf. Das Levo Comp liegt mit 6.199 € aber deutlich über dem 5.500 €-Limit dieses Tests und das günstigste Levo mit 4.799 € klar darunter. In der Ausstattung macht Specialized beim günstigsten Levo deutliche Abstriche und verbaut z. B. eine sehr schwache Zweikolbenbremse. Das Kenevo mit 5.499 € passt hingegen nicht nur preislich perfekt ins Testfeld, sondern ist auch ein super spannendes Bike und darf deshalb aktiv in die Titelverteidigung gehen. COMMENCAL, YT und Propain haben allesamt für diesen Vergleichstest zugesagt, konnten ihre Bikes aber nicht rechtzeitig zur Verfügung stellen.

Ist dein Lenkwinkel viel zu steil?

Bike-Nerds und Tech-Talker aufgepasst: Neben dem Motor wird kaum ein Thema so heiß und innig diskutiert wie die Geometrie von E-Mountainbikes. „Lange Kettenstreben machen ein Bike träge“ oder „Ein langer Reach macht nur im Downhill Sinn“ sind Sätze, die man immer wieder beim Fachsimpeln auf den Trails hört. Fakt ist aber, dass sich das Fahrverhalten aus isoliert betrachteten Werte nicht ableiten lässt! Bestes Beispiel dafür sind die Sitzwinkelangaben der Hersteller. Haibike und Trek geben den Sitzwinkel jeweils mit 75° an. Dennoch ist die Sitzposition auf dem Trek Rail vor allem bei großen Fahrern hecklastig, während man auf dem Haibike zentral im Bike positioniert sitzt. Das Sitzrohr des Trek hat einen markanten Knick, durch den der Sattel mit zunehmendem Auszug immer weiter nach hinten über das Hinterrad rutscht. Der tatsächliche Sitzwinkel verändert sich also entsprechend stark und wird in diesem Fall deutlich flacher.

Motor und Akku – die perfekte Balance aus Integration, Leistung und Reichweite

Seit der Vorstellung des neuen Bosch-Motors im letzten Jahr haben die Hersteller Vollgas gegeben und ein komplett neu entwickeltes Bike nach dem anderen vorgestellt. Sieben der acht Bikes in diesem Vergleichstest setzen auf den neuen Motor. Lediglich beim Specialized Kenevo Comp kommt der Specialized 2.1-Motor zum Einsatz, der technisch auf dem Brose Drive S Mag basiert. Auch in der Shimano-Welt gab es im letzten Jahr zum Beispiel mit einem neuen Akku einige spannende Updates. Mit COMMENCAL, YT und Propain wären auch E-Mountainbikes mit Shimano-Motor im Test gewesen.

Der Bosch-Motor ist in diesem Testfeld also omnipräsent. Dennoch herrscht bei den Details zur Integration des gesamten Bosch-Systems kein Einheitsbrei. Vier von sieben Herstellern setzen auf das Kiox-Display, aber keiner davon auf die Standard-Halterung von Bosch. Diese positioniert das Display nämlich exponiert auf dem Vorbau. RADON, CUBE, Moustache und CENTURION platzieren das Farbdisplay seitlich und viel besser geschützt daneben. Auch beim Thema Geschwindigkeitssensor gibt es noch immer zwei Möglichkeiten. Entweder er ist, wie bei fast allen Bikes im Test, gut geschützt ins Ausfallende integriert, oder er sitzt wie bei RADON und CUBE exponiert an der Kettenstrebe. Hier kann er schnell von Ästen und Steinen beschädigt werden und auch der dazugehörige Speichenmagnet ist nicht vor Verdrehen oder Verlieren geschützt. Allen Bosch-Bikes gemein ist ein Klappern, das bergab aus dem Inneren des Motors zu vernehmen ist. Das Geräusch entsteht, wenn beim Einfedern des Hinterbaus Kräfte an der Kette erzeugt werden, die dann im Inneren des Motors zu einem mehr oder minder lauten metallischen Klappern führen, das stark dem Geräusch von Kettenklappern ähnelt.

Mit Ausnahme des Specialized Kenevo, das auf einen 500-Wh-Akku setzt, werden alle Bikes im Test vom Bosch-Powertube 625 gespeist. Das heißt aber nicht, dass alle Bikes dieselbe Reichweite erzielen. Denn die Reichweite kann nicht direkt von der Akkukapazität abgeleitet werden. Sie hängt von unzähligen Faktoren, wie der Effizienz des Fahrwerks, Reifen und Reifendruck, Fahrstufe, Temperatur etc. ab. Allen voran ist der Fahrer der größte Faktor mit seinem Eigengewicht und seiner Fahrweise.

Wer in Sachen Reichweite jedoch auf Nummer sicher gehen will, der sollte sich das Haibike XDURO AllMtn 3.0 und das SCOTT Genius eRide 920 genauer anschauen: Beide sind optional mit dem Bosch DualBattery-System kompatibel, bei dem ein weiterer 500-Wh-Akku im Inneren des Rahmendreiecks Platz findet. Mit insgesamt 1125 Wh sind dann auch richtig lange Touren machbar. Das hohe Zusatzgewicht und der erhöhte Schwerpunkt verändern das Handling auf dem Trail allerdings auch spürbar.

Wie wurden die Bikes getestet und von wem?

E-Mountainbikes sind besser und vielseitiger als je zuvor, und die besten unter ihnen machen auf dem Trail genauso viel Spaß wie auf ausgiebigen Touren und im Alltagseinsatz. Um diese Bandbreite auch beim Testen abzudecken, hat unser erfahrenes achtköpfiges Testteam die Bikes sowohl auf den italienischen Trails rund um Massa Vecchia als auch im Pendel-Alltag und auf den Trails rund um unser Stuttgarter Headquarter getestet.

Das Trailparadies rund um Massa Vecchia ist so schön, dass nicht nur Weltmeister Nino Schurter, sondern auch wir immer wieder zum Schlemmen, Biken und Entspannen dort sind. Für diesen Vergleichstest haben wir einige der besten Trails am Monte Arsenti zu einem knapp 10 km langen Test-Loop kombiniert, um die Unterschiede der Bikes im direkten Vergleich festzustellen. Neben einigen Uphills auf richtig steilen und verblockten Rampen ging es zu einem großen Teil auch auf spaßigen, flowigen Trails bergauf. Breite Schotterpisten als Transferrouten boten den E-Mountainbikes den Showroom dafür, wie komfortabel sie auf längeren Touren sein können. Bergab ging es über eine wilde Kombination der spannendsten Trails: El Nino, Freeride und Rock ‘n’ Roll Queen waren zumindest teilweise Teil des Test-Loops. Anliegerkurven, Spitzkehren, flowige Wellen, Steinfelder und Wurzel-Passagen waren auf der Testrunde genauso garantiert wie High-Fives, jede Menge Freudenschreie auf dem Trail und – leider eben auch manch platten Reifen.

Lefti (34), Bike-Guide und Wheelie-King
„Für mich steht der Fahrspaß ganz klar im Vordergrund. Auf dem Trail habe ich einen aktiven Fahrstil und spiele sehr gerne mit dem Gelände. Für mich muss das perfekte E-MTB in Sachen Handling leichtfüßig und ausgewogen sein – so wie beim CUBE.“
Susanne (54), E-MTB-Neuling und Genießerin
„Als Neuling ist mir ein einfaches Set-up extrem wichtig. Ich wünsche mir ein leichtes, gutmütiges und berechenbares Bike, das mir viel Fahrsicherheit auf entspannten Touren und beim Pendeln bietet.“
Jonas (30) Redakteur, jagt die perfekte Ride-Life-Balance

„Ausgedehnte Touren – am besten in Kombination mit epischen Alpenpanoramen – sind genau meins. Um entlegene Gipfel zu erreichen, brauche ich oft einen Zusatz-Akku und bin bereit, dafür Kompromisse im Handling einzugehen. Haibike und SCOTT erfüllen mit der DualBattery-Option meine Wünsche am besten.“
Valentin, 23, Redakteur und begeisterter Pendler
„Ich will das E-Mountainbike auch zum Pendeln nutzen, mal auf Trails, mal auf Radwegen. Beleuchtungssysteme, eine komfortable Sitzposition und das Fahrgefühl des Motors an der 25-km/h-Schwelle sind für mich genauso wichtig wie das Handling, wenn ich auf dem Trail Gas geben will!“
Robin Schmitt, 29, Chefredakteur E-MOUNTAINBIKE, E-Mountainbiker der ersten Stunde
„Ich liebe Innovationen und durchdachte Lösungen, bei denen das Motorensystem clever und sexy in das E-Mountainbike integriert wird: Da hat Trek die Nase vorn. Doch nicht nur der Look auch das Fahrverhalten des Rail 7 sind das beste, was das Testfeld zu bieten hat.“
Christoph Bayer, 31, Chefredakteur ENDURO Mountainbike Magazin
„Mit dem E-Mountainbike bin ich am liebsten im alpinen Gelände unterwegs. Dort sind die Trails steinig, steil und ruppig. Da brauche ich robuste Reifen und Laufräder sowie starke Bremsen! Ich stehe auf maximale Trail-Performance – je natürlicher das Bike-Handling und Motoren-Gefühl, desto besser.“
Finlay Anderson, 19, Redakteur und Überflieger – auf dem Bike und im Beruf
„Ich liebe Bikeparks und Trail-Center! Auf dem E-Mountainbike möchte ich mit dem Gelände spielen, springen und immer am Gas hängen! Ein berechenbares, schnelles und souveränes Bike ist für mich wichtig. Das Trek ist bei mir ganz vorne dabei.“
Manne Schmitt, 61, Redakteur und Ex-Beamter, der nicht in den Ruhestand will
„Ich möchte mit dem E-Mountainbike pendeln und dabei meinen Hundeanhänger ziehen – schließlich will mein Hund Henry immer mit ins E-MOUNTAINBIKE-Office. Leider ist kaum ein Bike auch offiziell für Anhänger zugelassen, was nicht nur ärgerlich für mich, sondern vor allem für viele Familien mit Nachwuchs ist. Wenn ich ohne Hänger mit meinen Kumpels unterwegs bin, will ich ein gutmütiges und komfortables Bike.“
Felix Stix, 28, Test-Chef und perfektionistisch veranlagter Fahrwerksspezialist
„Nachdem mich das Moustache Samedi 27 Trail 10 bei unserem letzten Vergleichstest mit seinem phänomenalen Hinterbau umgehauen hat, war ich supergespannt auf den großen Bruder. Auch beim Samedi 29 Game 4 bilden Dämpfer und Hinterbau eine perfekte Einheit: Wie schaffen die es nur so viel Traktion und dennoch genug Gegenhalt zu generieren? Im Gesamtpaket konnte mich das Bike aber nicht überzeugen.“

Schon kleine Details machen große Unterschiede

Klar, 5.500 € für ein E-Mountainbike sind schon eine Stange Geld und entsprechend erwartet man auch ein Bike, mit dem man direkt vom Laden auf den Trail rollen kann. Doch ganz ohne Tuning (und damit meinen wir nicht das Aushebeln der 25-km/h-Grenze) geht es bei fast keinem Bike in unserem Testfeld.

Endlich Ruhe

Sobald der Trail bergab zeigt und die Geräuschkulisse des Motors nur noch beim pedalieren am kurzen Zwischenanstieg zu hören ist, zeigt sich, wie viel Detailverliebtheit die Hersteller in die Bikes einfließen lassen. Denn von einem perfekten Bike hört man mit Ausnahme der Abrollgeräusche des Reifens gar nichts. Bei allen Bikes ist die Kettenstrebe zwar bereits mit weichem und dämpfenden Kunststoff beklebt, doch die Sitzstrebe bleibt mit Ausnahme von Kenevo und Moustache ungeschützt. Unser Tuning-Tipp: Mit weichem Klebeband (z. B. Slapper-Tape) Ketten und Sitzstreben großzügig abkleben. Auch die Kabel und Züge können sowohl am Cockpit als auch im Inneren des Rahmens lautstark klappern. Hier können sich alle Hersteller ein Beispiel an SCOTT nehmen, die an ihren Bikes zwar am meisten Kabel zum Cockpit führen, sie aber mit speziellen Kabeltunneln bündeln und so für Ruhe sorgen.

Fingerspitzengefühl

Die Kontaktpunkte zwischen Fahrer und Bike sind nicht nur verdammt wichtig für die richtige Ergonomie, sondern vermitteln bereits beim Aufsitzen einen Eindruck der Wertigkeit eines Bikes. Mini Details wie hochwertige Griffe machen bereits einen riesen Unterschied. Auf den ersten Blick passen die SDG-Griffe am CUBE perfekt ins Farbkonzept des Bikes. Sie sind aber extrem hart, leiten viele Vibrationen direkt an die Hand weiter und konnten deshalb keinen unserer Tester überzeugen. Auch daran, wie knackig und schnell sich Variostütze und Schaltung betätigen lassen, zeigt sich, wo die Hersteller die Sparschrauben angezogen haben. Die SDG TELLIS-Sattelstütze im RADON und die X-Fusion Manic mit hauseigener Remote im Specialized überzeugen mit schneller Funktion, perfekter Ergonomie und geringen Bedienkräften. Bei allen anderen Bikes zeigt sich, dass hier gespart wurde. Gleiches gilt für die Schaltung. Die SRAM SX Eagle, die einige Male an unseren Test-Bikes verbaut ist, kann nicht mit der Schalt-Performance der teureren Schaltungen im Test mithalten. Specialized setzt zu unserer Verwunderung beim Kenevo übrigens noch immer auf eine 11-fach-Schaltung mit geringer Übersetzungsbandbreite.

Nur der Reifen berührt den Boden

Ein weiterer Faktor, bei dem die Hersteller versuchen zu sparen, ohne dass wir es merken, sind oftmals die Reifen. Denn nicht nur zwischen den verschiedenen Profilen gibt es riesige Unterschiede. Hier steckt der Teufel in Details wie Gummimischung und Karkasse. In unserem großen Reifen-Vergleichstest findet ihr alle Hintergrundinformationen dazu. Fakt ist: In Sachen Pannenschutz, Traktion, Lenkpräzision und Sicherheit – Stichwort Bremsweg – unterscheiden sich die Bikes enorm. CUBE und Specialized sind die einzigen Hersteller, die in diesem Test auf eine äußerst pannensichere und gleichzeitig traktionsstarke Reifenkombination setzen.

Welches ist das beste E-Mountainbike unter 5.500 €?

Mit 4.999 € ist das CUBE Stereo Hybrid 140 HPC eines der drei günstigsten Bikes im Test.
Neben seinem durchgestylten Gesamteindruck überzeugt der Carbon-Rahmen durch smarte Details wie die Integration des 625-Wh-Akkus im Unterrohr. Das Preis-Leistungs-Verhältnis des CUBE ist in diesem Vergleichstest absolute Spitze: Hier trifft eine durchdachte, Trail-orientierte Ausstattung auf einen Rahmen mit ausgewogener Geometrie. Nicht zuletzt durch seine Überlegenheit in der Performance der Ausstattung – gutes Fahrwerk, top Bremsen und klasse Reifen – ist der Einsatzbereich des Stereo Hybrid 140 HPC sehr groß. Kein anderes Bike im Test lässt sich so einfach und intuitiv über den Trail zirkeln und vermittelt Einsteigern gleichzeitig so viel Sicherheit und Komfort auf Touren. Dank stimmigem Gesamtkonzept und sehr guter Performance sichert sich das Stereo Hybrid 140 HPC unseren begehrten Kauftipp!

CUBE Stereo Hybrid 140 HPC (Zum Test) | Bosch Performance Line CX/625 Wh | 150/140 mm (v/h) | 24,75 kg in Größe L | 4.999 €

Der Alu-Rahmen des schicken Trek Rail 7 ist ebenso durchdacht wie hochwertig und integriert das System rund um den Bosch-Motor sehr gekonnt. Sobald es bergab geht, ist das 5.499 € teure Trek Rail 7 in diesem Vergleichstest ungeschlagen und gibt den Ton an: Sowohl auf flowigen als auch auf richtig technischen Downhill-Strecken zieht es – der Name des Bikes verrät es schon – wie auf Schienen an der Konkurrenz vorbei und bietet obendrein auch auf Touren viel Komfort. Kein anderes Bike begeistert mit einem derart berechenbaren, sicheren und dennoch direkten Handling. Das Rail 7 schafft es als einziges Bike im Test, super laufruhig und gleichzeitig wendig und agil zu sein. Sportliche Fahrer kennen mit ihm kein Limit, aber auch Tourenfahrer kommen mit dem Rail in den Genuss von viel Komfort. Das Trek Rail 7 überzeugt mit seinem super breiten Einsatzbereich, exzellentem Handling und hochwertigen Rahmen: verdienter Testsieg!

Trek Rail 7 EU (Zum Test) | Bosch Performance Line CX/625 Wh | 160/150 mm (v/h)
23,4 kg in Größe L | 5.499 €

Alle Bikes im Test: CENTURION No Pogo E R2600i (Zum Test) | CUBE Stereo Hybrid 140 HPC (Zum Test) | Haibike XDURO AllMtn 3.0 (Zum Test) | Moustache Samedi 29 Game 4 (Zum Test) | RADON RENDER 10.0 (Zum Test) | Scott Genius eRIDE 920 (Zum Test) | Specialized Kenevo Comp (Zum Test) | Trek Rail 7 EU (Zum Test)


Endlich da: Die E-MOUNTAINBIKE Print-Edition 2020 ist die ultimative Testbibel, mit der wir dir helfen das perfekte E-Mountainbike zu finden. Auf 250 Seiten im hochwertigen Print-Format findest du eine umfassende Kaufberatung und Tests von 35 Bikes sowie der 7 wichtigsten Motoren. Außerdem gibt es jede Menge Know-how, Tipps und die aufregendsten E-MTB-Trends. Hier klicken für mehr Infos oder direkt in unserem Shop bestellen!

Text: Felix Stix Fotos: Finlay Anderson

Über den Autor

Felix Stix

Felix ist Testchef und unbestritten einer der besten Testfahrer der Welt. Mit seinem abgeschlossenen Sports-Engineering-Studium, exzellenten MTB-Skills, einer Bike-Guide-Ausbildung und seiner Liebe zur Technik hat Felix alles, was es für eine umfassende und faire Beurteilung von Bikes braucht. Seine legendären Vergleichstests sind international bekannt und gefürchtet, werden aber aufgrund der ausführlichen Erläuterungen und technischen Erklärungen gerne mal ein bisschen länger. Pro Jahr testet er rund 100 Bikes, seine Spezialgebiete sind Reifen, Motoren, Fahrwerke – und im Winter auch Ski! Sein Know-how fließt in jeden unserer Tests mit ein und trägt so zur hohen redaktionellen Qualität bei.