3. Tag: Traumhafte Fahrt durchs Val Mora und über den Passo di Verva

Strecke: 76 km, 1364 hm
Tschierv – Val Vau – Döss Radond- Val Mora – Lago Cancano – Torri di Fraele – Arnoga – Passo di Verva – Eita – Fusino – Grosio

Was habe ich mich früher geschunden am Aufstieg zum Döss Radond, dem Tor ins Val Mora, einem der schönsten Hochtäler, die ich in den Alpen kenne. Heute genießen wir beide die entspannte Fahrt. An der Weggabel bei den Almwiesen Pra de Vau treffen wir zum wiederholten Male auf andere Transalp-Gruppen. Eine hatten wir schon mehrfach unterwegs gesehen. Und als ob es einer letzten Bestätigung für mich bedürfe, fährt einer von ihnen tatsächlich mit einem eMTB. Christian ist ein junger Mann von 25 Jahren und ich frage ihn nach seinen Beweggründen.

Er sagt mir, dass er das eMTB für seinen Arbeitsweg gekauft habe. Als seine Freunde dann eine Transalp machen wollte, sagte er, dass er sich dafür nicht extra ein anderes MTB zulegen wolle. Gezielt habe er dann im Internet nach Informationen gesucht, aber noch nicht viel Verwertbares gefunden (siehe auch seine Rückmeldung im Fazit). Über meine Seite sei er auch gestolpert und aus ein paar Andeutungen entnommen, dass Teile der Albrecht-Route eMTB-tauglich sein könnten. Und das ist sie in der Tat und es macht riesigen Spaß und es ist mir vollkommen egal, was andere darüber denken!

Auffahrt zum Döss Radond
Abfahrt

Philipp und ich kurbeln hoch zum Döss Radond und machen uns gleich an die Abfahrt. Fotostopps legen wir immer wieder ein. Auch wenn ich schon so oft hier war, mich fasziniert diese Landschaft immer wieder. Auf der einen Seite sanft und auf der anderen wiederum sehr kraftvoll. Der Trail durch die Schutthalden ist in exzellentem Zustand und flugs sind wir über die grüne Grenze am Passo Val Mora in Italien.

Am Lago Fraele bleiben wir abweichend von der normalen Albrecht-Route auf der linken Seite und wechseln erst über die Staumauer zum Lago Cancano. Am Rifugio Monte Scale machen wir Rast mit Blick auf die Gletscher des Sommer-Skigebietes am Stilfser Joch und den Wahnsinnstrail in der Felswand gegenüber. Der führt zur Bocchetta di Forcola und weiter zum Pass Umbrail.

Während der Rast lassen wir es gemütlich angehen. Wir vertilgen eine große Portion Pizzoccheri und nehmen uns ausreichend Zeit zum Nachladen. Deshalb folgt nach dem Essen der obligatorische Espresso. Die höhengleiche Strecke auf der Decouville von den Torri di Fraele nach Arnoga verbraucht wenig Energie. Bei Bedarf kann man vor dem Passo di Verva auch noch einmal in Arnoga eine Kaffeerast machen und dabei etwas Strom tanken.

Der Anstieg zum Passo di Verva ist auch einer meiner Hass-Auffahrten. Die genieße ich diesmal so richtig mit der Unterstützungsstufe Sport. Die Abfahrt vom Pass nach Grosio verläuft ohne nennenswerte Gegenanstiege, so dass man nicht unnötig haushalten muss. Fotostopp am Felsen in der Nähe des Rifugio Falcks. Unwirklich glänzend liegt er da. Philipp muss da rauf – mit eMTB. Das Foto muss sein und an dieser Stelle passt es auch – wo ich sonst ja nie Fake-Fotos mache!? Und wenn der Trail nur 50 cm Platz zum Rollen lässt. Es ist ein Trail und auf dem kann man fahren und dann ist das auch für ein Foto gut, jawoll!

In Eita wenden wir uns am Brunnen nach links und fahren die v2-Variante bis Fusino und auch wieder ab Ravoledo. Die Fahrt entlang des Castels Visconti ist einfach zu schön, als das man alle Höhenmeter auf der Straße vernichten müsse. Wir checken natürlich im Hotel Sassella ein – für mich ein wenig das Gefühl, als ob es eine zweite Heimat sei. Da es erst früher Nachmittag ist, checke ich noch einmal den morgigen Anfahrtsweg zum Passo Foppa. Der soll durch das Gewirr der mittelalterlichen Gassen führen – ich will ja nicht einfach nur meine eigene Route abkupfern. Ein bisschen was Neues soll schon immer dabei sein.

Hinweise zur Hauptroute

  • GPS-Track: 03-EAR-Tschierv-Verva-Grosio.gpx
  • Wechsel zur Nebenroute an Torri di Fraele möglich
  • ab Eita auch einfache Abfahrt auf Nebenstraße möglich bis Grosio wie bei Albrecht-Route, separater GPS-Track nicht notwendig (da kann man sich nicht verfahren)

Hinweise zur Nebenroute

Strecke: 72,8 km, 950 hm
Tschierv – Val Vau – Döss Radond- Val Mora – Lago Cancano – Torri di Fraele – Bormio – Le Prese – Sondalo – Grosio

  • GPS-Track: 03-EAR-Var-Tschierv-Bormio-Grosio.gpx
  • zweigt in der 3. Kehre unterhalb der Torri di Fraele ab
  • Leckerbissen ist ein super Flowtrail nach Premadio, kann auf Straße auch umfahren werden
  • ab Premadio bis Tola schöner Radweg entlang der Adda
  • zwischen Aquilone und Sondalo Fahrt auf ruhiger Nebenstraße, dabei passiert man an den Stauseen die Stelle des großen Val Pola-Bergsturzes von 1987
  • ab Sondalo Radweg bis Grosio

Einkehrtipps mit sicherer Nachlademöglichkeit

  • Rifugio Monte Scale (am Stausee Lago di Cancano): Tel. 0039-0342-904660 cancano.com
  • Arnoga: Hotel „Li Arnoga“, Tel.: 0039-0342-927116 arnoga.eu
  • Le Prese bei Sondalo (liegt an Strecke der Variante über Bormio): Bar Ai Cacciatori – Via Rasica 2, Tel.: +39 0342 820079direkt am Beginn des Anstiegs ins Valle di Rezzalo

Radshop mit eBike-Kompetenz

  • Bormio: Bormio Ski & Bike, via Stelvio, 19 und via Funivie, 27, Tel.: 0039-0342-911142 bormioskibike.it
  • Tovo di Sant’Agata, Via Roma 66 – ca. 8 km von Grosio entfernt in Richtung Tirano, Telefon: +39 0342 770066 cubebike.itÖffnungszeiten: Montag- Samstag – 08.00-12.00 / 14.00-19.00

Übernachtungstipps

  • Grosio: Hotel Sassella, I-23033 Grosio, Via Roma 2 +39-0342-847272, super Küche, Wellness, sichere Bikegarage; hotelsassella.it
  • Grosotto: Hotel Le Corti, I-23034 Grosotto, Via Patrioti 73, Tel.: +39-0342-848624 garnilecorti.it
  • Sondalo-Bolladore: HOTEL DELLE ALPI 23035 Sondalo (SO), Via Bolladore, 19, Tel.: +39-0342-801412 (liegt an Nebenroute)

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