Weltoffen und bodenständig, so beschreibt sich die deutsche Bikemarke STEVENS auf ihrer Homepage selbst und so wirkt auch das neue E-Sledge+ ES. Es verzichtet auf krasse Decals, besticht vielmehr mit Understatement und einer klassischen Rahmenform. Ob es seinem Namen dennoch gerecht wird und abgeht wie ein Vorschlaghammer?

STEVENS E-Sledge+ ES | 5.599 € | 21,12 kg | Shimano

STEVENS war von den Vorteilen des Shimano STEPS E8000 MTB-Antriebs von Anfang an überzeugt und so ist es nicht verwunderlich, dass das erste Bike, in dem wir den Antrieb überhaupt testen konnten, von STEVENS stammte. Den Antrieb mit 500-Wh-Akku kombinieren die Deutschen mit einer kompletten Shimano XT-Ausstattung. Geschaltet wird extrem präzise elektronisch, verzögert dank 203 mm großen Scheiben kraftvoll. Das Oxygen-Cockpit besitzt zwar einen mit 760 mm ausreichend breiten Lenker, der verbaute 70-mm-Vorbau ist jedoch leider zu lang.

Bereits kurz nach dem Aufsitzen herrscht Wohlfühlatmosphäre auf dem STEVENS. Es ist ein Bike für lange Tage im Sattel, das mit hohem Komfort punktet. Der Shimano-Antrieb arbeitet gewohnt kraftvoll, der Sitzwinkel ist mit 75,6° steil und so erklimmt man mit dem Rad auch harte Anstiege gelassen. In der Abfahrt überzeugt das STEVENS mit einem sehr natürlichen und agilen Handling, was stark auf die sehr kurzen Kettenstreben (436 mm) und das geringe Gewicht (21,12 kg) zurückzuführen ist. Schnelle Richtungswechsel liebt das E-Sledge+ ES, einzig die Schwalbe Nobby Nic-Reifen könnten in Kurven mehr Grip bieten. Das Fahrwerk arbeitet sehr komfortabel, filtert sowohl dicke Brocken als auch kleine Unebenheiten sicher weg und vermittelt gutes Feedback. Selbst bei hohen Geschwindigkeiten bleibt das Rad sicher auf Kurs, einzig im steilen Gelände bergab stört der zu lange Vorbau.

Helm Specialized Ambush | Jersey ION TEE LS SCRUB_AMP | Shorts ION BIKESHORTS SCRUB_AMP

Das STEVENS E-Sledge+ ES im Detail

Federgabel FOX 36 FLOAT Performance Elite 160 mm
Dämpfer FOX FLOAT DPS Performance 160 mm
Motor / Akku Shimano STEPS E8000 MTB / 504 Wh
Bremsen Shimano XT
Schaltung Shimano XT Di2
Sattelstütze Kind Shock LEV Si
Vorbau Oxygen E-Scorpo 70 mm
Lenker Oxygen E-Scorpo 760 mm
Reifen Schwalbe Nobby Nic Evolution
Laufräder SunRinglé TR40

Schnell und präzise
Gangwechsel erledigt die Shimano XT Di2 mit nahezu chirurgischer Präzision. Bei der Kassette hätten wir uns das 11–46-Modell mit mehr Bandbreite gewünscht.
Zu lang
Mit 70 mm ist der Vorbau am E-Slege ES+ etwas zu lang. Er führt dazu, dass sich das Rad etwas indirekt fährt. Wir empfehlen, ihn gegen ein 50-mm-Modell zu tauschen.
Gut geführt
Die E13-Kettenführung ist zwar klein, erledigt ihren Job aber sehr effektiv und hält die Kette stets auf dem Ritzel.
Extraschutz
Die verbauten Schwalbe Nobby Nic 2,8″-Reifen verfügen über eine Apex-Verstärkung für mehr Pannenschutz. Das funktioniert gut, leider ist der Grip dennoch nicht mit dem der MAXXIS-Modelle vergleichbar.

Die Geometrie des STEVENS E-Sledge+ ES

Fazit

Das STEVENS E-Sledge+ ES ist durch und durch ein sehr gelungenes E-Mountainbike, das weit mehr hält, als es verspricht. Sein natürliches und berechenbares Handling sowie seine komfortable Sitzposition machen es zum top Begleiter für sämtliche Touren. Einzig kleinere Schwächen in der Ausstattung bremsen das Rad in der Abfahrt.

Stärken

– sehr ausgewogenes Handling
– komfortable Sitzposition
– Kurvenkünstler

Schwächen

– Vorbau und Reifen bremsen das Bike

Weitere Informationen findet ihr auf stevensbikes.de!

Einen Überblick über das Testfeld erhaltet ihr hier: Was ist das beste E-Mountainbike 2017? – 14 Modelle im Test

Alle Bikes im Test: BULLS E-Core Di2 FS 27,5+ | CUBE Stereo Hybrid 160 Action Team | FLYER Uproc7 8.70 | FOCUS JAM2 FACTORY | Giant Full-E+ 0 SX | Haibike XDURO AllMtn 8.0 | Lapierre Overvolt AM 900+ Carbon | MERIDA eONE-SIXTY 900E | NOX EDF 6.7 Hybrid | ROTWILD R.E+ FS PRO | SCOTT E-Genius Tuned 700 Plus | Specialized Turbo Levo FSR Expert 6Fattie | Thömus Lightrider E1

Text & Fotos: Christoph Bayer

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Christoph Bayer