„Genug mit den E-Bikes!“ hören wir immer wieder, aber eins ist sicher: Egal ob ihr sie hasst oder liebt, früher oder später wird euch eins auf dem Weg zum Gipfel überholen. Wenn man sie nicht schlagen kann, ist es vielleicht an der Zeit, sie anzunehmen oder sich zumindest mal ein eigenes Bild zu machen? Hier sind 10 Gründe, warum ihr E-Mountainbikes eine Chance geben solltet.

1. Erreicht Orte, die ihr sonst nicht an einem Tag erreichen würdet

Da draußen wartet eine ganze Welt auf euch und manchmal kann man in einem Wochenende einfach nicht so viel unterbringen, wie man möchte. Orte zu erreichen, die man sehen wollte, und dann noch genug Energie für ein paar Abfahrten zu haben – das ist ein Geschenk, das euch E-Mountainbikes machen können. Wenn ihr ein ganzes Trailcenter an einem Tag fahren oder einfach wissen wollt, was hinter dem nächsten Hügel liegt, werft den Motor an und gebt Kette. Aber stellt sicher, dass ihr zurück seid, bevor euer Akku leer ist – sonst wird es ein langer Heimweg.

E-Bikes können euch an ziemlich abgelegene Plätze bringen – aber stellt sicher, dass ihr genügend Power im Akku für den Rückweg habt.

2. Trefft neue Leute und knüpft Freundschaften

Alles, was neu und anders ist, sorgt für Aufsehen. Wenn ihr also kein Problem damit habt, alle Blicke auf euch zu ziehen, und wenn ihr gerne mit Unbekannten ins Gespräch kommt, sind E-Mountainbikes genau das Richtige für euch. Aber seid gewarnt: Nachdem die Leute euer Bike angehoben und verkündet haben, dass es eine Tonne (oder gar nicht so viel wie gedacht) wiegt, möchten sie auch ein paar Runden im Turbo-Modus drehen. Dabei lauft ihr Gefahr, mitten im Wald stehen zu bleiben, weil ein übereifriger E-Bike-Bekehrter euren Akku leergefahren hat.

3. Nehmt so viel mit, wie ihr wollt: Gewicht spielt keine Rolle

Habt ihr euch nicht auch schon gefragt, ob die dritte Jacke wirklich nötig ist und ob der ganze Käsekuchen für den Zucker-Notfall wirklich sein muss? Bisher habt ihr vermutlich meistens beschlossen, dass das Gewicht es einfach nicht wert ist – jetzt könnt ihr aber einfach alles in den Rucksack werfen. Den Berg kommt ihr auf jeden Fall hoch, also genießt euren Gipfel-Kuchen ruhig in all euren Jacken!

Braucht ihr die Magnumflasche Champagner wirklich unterwegs? Egal, ihr fahrt ein E-Bike!

4.Helft einem fitten Freund beim Training

Für ein Rennen zu trainieren kann eine einsame Angelegenheit sein. Man muss die Stunden zusammenkriegen und die Kumpels können (oder wollen) bergauf einfach nicht mithalten. Ein E-Mountainbike erlaubt es euch, neben euren trainierenden Kumpels zu fahren, endlose Fragen zu stellen und eine gleichmäßige Geschwindigkeit zu halten (Display sei Dank). Zu beachten: Motivierende Kommentare à la „Wow, ich kann dich ja völlig ohne Anstrengung abhängen!“ können ankommen, müssen es aber nicht unbedingt.

5. Profitiert auf eurem normalen Bike, indem ihr an euren Downhill-Skills feilt

Übung macht den Meister oder zumindest besser. Denselben Trail mehrmals zu fahren, lässt euch sicherer werden und sorgt dafür, dass ihr euch in Kurven und bei Sprüngen wohlfühlt. Ihr fühlt euch leichter, stärker und draufgängerischer, wenn ihr zu eurem normalen Bike zurück wechselt.

Trails wiederholt zu fahren macht euch schnell – zusammen mit Skills, Kraft und starken Nerven. Fahrt nachhaltige Trails und übt fleißig.

6. Genießt die Abfahrten und nicht den Anstieg

„E-Mountainbikes sind Betrug“, das hören wir regelmäßig. Und es stimmt ohne Zweifel, wenn ihr an einem Rennen teilnehmt und nicht angebt, dass ihr mit Motor unterwegs seid. Wenn man in einem Van oder Lift zum Gipfel getragen wird, ist das aber eigentlich auch Betrug. Mit dem E-MTB verbraucht ihr immerhin mehr Kalorien, bekommt mehr frische Luft und vermeidet es, in einem engen Gefährt zusammengepfercht zu sein, in dem es nach Eiersandwiches müffelt.

7. Packt ein paar mehr Trails in euren Alltag

Das ist wohl einer der wichtigsten Gründe für E-Mountainbikes, denn sie sind nicht nur für die Alten und Kranken: Sie sind super für alle, die erwachsen geworden sind und festgestellt haben, dass es mehr gibt, als durch Matschpfützen zu jagen oder Energieriegel im strömenden Regen zu verspeisen. Sie sind gut für Menschen mit mehr Verpflichtungen in ihrem geschäftigen Leben. Nach dem Büroalltag müsst ihr vielleicht noch den Schuppen reparieren, den Rasen mähen und am Wochenende eure Schwiegermutter besuchen. Mehrere Abfahrten in die kostbaren 90 Minuten Freiheit zu packen, die ihr euch freischaufeln konntet, kann euch neue Kraft geben, zu Hause das Essen auf den Tisch zu bringen.

Stellt die Lasagne in den Ofen, setzt euch aufs Bike und seid zurück, bevor sie sich in Kohle verwandelt hat – oder packt einfach mehr Trails in euer Leben.

8. Verschafft euch Insider-Wissen, um euren Kumpels erklären zu können, warum E-Mountainbikes so mies sind

Es wird immer Hater geben und wir verstehen das, wir sind auch keine Fans von Veränderungen. Unser Rat an solche Leute wäre normalerweise: „Holt euch kein E-Bike.“ Aber man sollte seinen Feind kennen. Opfert euch also fürs Team und dreht eine Runde im Wald, damit ihr endlich wisst, worüber ihr euch in den sozialen Netzwerken auslasst.

9. Fahrt mit Freunden/Verwandten, die andere Fitnessziele haben als ihr

Es geht nicht immer um zurückgelegte Distanz und rasante Abfahrten. Mit dem E-Mountainbike in einer gemischten Gruppe unterwegs zu sein birgt die Chance, mit euren Freunden/Partnern/Kindern/Verwandten zu fahren, die auf einem anderen Level unterwegs sind als ihr. So haltet ihr soziale Kontakte am Leben. Mountainbiken ist super für die mentale Fitness und soziale Interaktion ist ein großer Bestandteil davon. Zu sehen, wie man von den Bikekumpels bei Anstiegen abgehängt wird, kann ziemlich demotivierend sein. Stehen sie also vor der Wahl, einen Kumpel zu verlieren oder ihn auf ein E-Mountainbike zu setzen, sollten sie sich für das E entscheiden.

Wenn Athos keine Lust hat, werden Porthos und Aramis ihm das nicht nicht übel nehmen – einer für alle und alle für einen!

10. Habt einen Haufen Spaß

Folgende Herausforderung: Setzt euch auf ein E-Mountainbike, tretet in die Kurbel und versucht, nicht zu grinsen. E-Mountainbike fahren macht einfach Spaß und nichts daran ist falsch. Den Berg so schnell wie ein Pro hochzukommen macht Spaß – genauso, wie an euren Kumpels dranzubleiben, weiter zu kommen als jemals zuvor oder dank der elektrischen Unterstützung im Wheelie über eine technische Sektion zu surfen, mit der ihr sonst vielleicht Probleme hättet. Es ist etwas anderes, als ein normales Bike zu fahren, und diejenigen, die E-Bike fahren, würden das nie leugnen. Werft die Vorurteile über Bord und habt Spaß!

Kilometerlanges Grinsen – und noch viel länger.

Text: Catherine Smith Fotos: Catherine Smith, Christoph Bayer, Trevor Worsey