Für das Specialized Turbo Levo FSR ST 29 stand in diesem Vergleich eine Neuauflage des Kampfs von David gegen Goliath an. Mit dem geringsten Federweg und ohne Plus-Reifen fordert es die dicken Konkurrenten heraus. Wie dieser Plan aufgeht, lest ihr hier.

Specialized Turbo Levo FSR ST Com 29 | 4.999 € | 21,77 kg | Brose
Specialized Turbo Levo FSR ST Com 29 | 4.999 € | 21,77 kg | Brose

Während der E-Mountainbike-Markt in den USA noch nicht so richtig sein Publikum findet, läuft er in Europa auf Hochtouren. Um den Bedürfnissen seiner Kunden noch besser gerecht zu werden, hat Specialized seine Levo-Produktpalette um ein Non-Plus-Bike erweitert: das Specialized Turbo Levo FSR ST Comp 29. Wie der Name vermuten lässt, besitzt das Rad 29″-Laufräder, gepaart mit einem auf 120 mm Federweg reduzierten Fahrwerk. Typisch Specialized: Auch beim Levo ST 29 sucht man vergeblich ein Display am Lenker. Dank ANT+ lässt sich dies aber ebenso einfach nachrüsten, wie sich auch die Charakteristik des Motors via eigener Mission Control-App einstellen lässt – genial! Doch auch ohne Display erfährt der Fahrer dank 10 LEDs am Unterrohr, wie viel Akku-Kapazität das Rad noch besitzt und kann darüber hinaus zwischen den Unterstützungsstufen wählen. Das Team von Specialized macht auch hier seinem Ruf alle Ehre und hat die Ausstattung sehr gut auf den Einsatzbereich des Bikes zugeschnitten. Alles ist funktional, wenn auch nicht Highend. Die SRAM Guide R-Bremsen verzögern ausreichend, die Purgatory-Reifen bieten guten Grip und das FOX Performance-Fahrwerk filtert Schläge solide, wenn auch nicht super feinfühlig weg. Wirklich ärgerlich waren jedoch unzählige Kettenverluste und das trotz integrierter Kettenführung – eine Erfahrung, die wir auch schon bei anderen Levos gemacht haben. Specialized hat jedoch bereits angekündigt, hier nachzubessern.

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Die Sitzposition auf dem Levo FSR ST Comp 29 ist leicht gestreckt, aber sehr komfortabel. Die Beschleunigung mithilfe des eigens programmierten Brose-Antriebs geschieht zügig und sehr homogen, jedoch nicht so kraftvoll wie beispielsweise bei Bosch- oder Shimano-Antrieben. Gerade bei technisch anspruchsvollen Anstiegen kann das jedoch von Vorteil sein, da so länger Traktion besteht. Als einziges Bike ohne Plus-Reifen fährt sich das 29er sehr agil und spritzig. Es setzt Richtungswechsel schnell und präzise um, könnte jedoch in rauem Terrain etwas mehr Sicherheit bieten – doch dafür gibt es dann im Portfolio ja noch das bereits bekannte Levo FSR Expert.

Helm Specialized Ambush | Jersey Fox Indicator SS | Shorts Alpinestars Pathfinder Short | Rucksack EVOC STAGE 18L
Helm Mavic Crossmax Pro | Jersey Fox Indicator SS | Shorts Alpinestars Pathfinder Short | Rucksack CamelBak H.A.W.G.

Das Specialized Turbo Levo FSR ST Com 29 im Detail

Federgabel FOX 34 FLOAT Performance 120 mm
Dämpfer FOX FLOAT Performance DPS AUTOSAG 120 mm
Motor / Akku Brose 460 Wh
Bremsen SRAM Guide R
Schaltung SRAM GX 10-42
Sattelstütze Specialized Command Post
Vorbau Specialized Trail Alu 60 mm
Lenker Specialized 6061 Alu 750 mm
Reifen Specialized Purgatory Grid
Laufräder Roval Traverse 29

Minimalistisch Specialized verzichtet auf ein Display am Lenker und stellt die aktuelle Akkukapazität sowie die Unterstützungsstufe via 10 LEDs am Unterrohr dar. Genial! Hier kann nichts abbrechen. Auf Wunsch lässt sich via Bluetooth jedoch auch ein Display oder ein Remotehebel mit dem Rad koppeln.
Minimalistisch
Specialized verzichtet auf ein Display am Lenker und stellt die aktuelle Akkukapazität sowie die Unterstützungsstufe via 10 LEDs am Unterrohr dar. Genial! Hier kann nichts abbrechen. Auf Wunsch lässt sich via Bluetooth jedoch auch ein Display oder ein Remotehebel mit dem Rad koppeln.
Super ergonomisch Der Verstellhebel der Command Post-Sattelstütze ist nach wie vor der ergonomischste auf dem Markt. Leider besitzt die Sattelstütze jedoch nur 125 mm Verstellbereich.
Super ergonomisch
Der Verstellhebel der Command Post-Sattelstütze ist nach wie vor der ergonomischste auf dem Markt. Leider besitzt die Sattelstütze jedoch nur 125 mm Verstellbereich.
Überfordert Trotz integrierter und (anders als auf dem Bild) korrekt eingestellter Kettenführung kam es beim Levo mehrfach zu Kettenverlusten. Specialized hat bereits angekündigt, hier nachzubessern.
Überfordert
Trotz integrierter und (anders als auf dem Bild) korrekt eingestellter Kettenführung kam es beim Levo mehrfach zu Kettenverlusten. Specialized hat bereits angekündigt, hier nachzubessern.
Herausnehmbar Beim Specialized Turbo Levo lässt sich der Akku ganz einfach aus dem Rahmen herausnehmen. Hierzu muss nur eine Inbus-Schraube gelöst werden.
Herausnehmbar
Beim Specialized Turbo Levo lässt sich der Akku ganz einfach aus dem Rahmen herausnehmen. Hierzu muss nur eine Inbus-Schraube gelöst werden.

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Fazit

Das Specialized Turbo Levo FSR ST Comp 29 ist das perfekte Bike für alle, die Wert auf ein leichtfüßiges Handling, ein direktes Fahrverhalten und schicke Integration legen. Die eigene Mission Control-App setzt weiterhin Maßstäbe, bei der Ausstattung gibt es allerdings noch Tuningbedarf.

Stärken:

– sehr direktes Handling
– angenehm agil und verspielt
– geniale Integration

Schwächen:

– häufige Kettenverluste
– in sehr anspruchsvollem Terrain überfordert

Weitere Informationen findet ihr auf der offiziellen Website des Herstellers!

Einen Überblick über das Testfeld erhaltet ihr hier: Was sind die spannendsten E-Mountainbikes 2017? 10 Bikes im Vergleich

Alle Bikes im Test: Bulls Six50 E FS3 | Cannondale Moterra 1 | CUBE Stereo Hybrid 140 HPA 27.5 SLT | MERIDA eONE-TWENTY 900 E | Moustache Samedi 27 Race 9 | ROTWILD R.X+ FS EVO | SCOTT E-Genius 700 Tuned | Stevens E-Whaka+ ES | Trek Powerfly 9 FS Plus

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Text & Fotos: Christoph Bayer