Eine Transalp von Steckdose zu Steckdose, penibel geplant. Kann das Spaß machen? Alpencross Urgestein Andreas Albrecht wollte es herausfinden und hat sich mit seinem Kumpel Philipp aufgemacht, den Olperer auf E-Mountainbikes zu umrunden. Ihre Erfahrungen von einer Transalp der elektrischen Sorte könnt ihr hier in ihrem Reisebericht lesen.

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Prolog

Diese Transalp habe ich erstmals ausdrücklich für E-Mountainbike konzipiert und recherchiert. Was aufgrund des hohen Gesamtgewichts eines E-MTB im Vorfeld ausgeschlossen werden muss, sind längere Schiebepassagen oder gar Tragepassagen. Aus meinen Tests wusste ich, dass man in der Spitze auf Schotter eine Steigung von knapp 30% mit einem eMTB bewältigen kann. Dazu habe ich aus Interesse die Passage meiner Albrecht-Route zwischen der Bozzi-Hütte und der Montozzo-Scharte ausprobiert. Das sind rund 140 Höhenmeter mit einer max. Steigung von mehr als 30%. Im Turbo-Modus ging das gerade so, die letzten 20 Höhenmeter ging gar nichts mehr, dort musste ich schieben. Ansonsten habe ich bei der Auswahl der Strecken meinen üblichen Maßstab angelegt – so viel wie möglich offroad (Straßenanteil nur 13%) und landschaftlich so schön wie möglich. Fahrtechnische Höchstschwierigkeiten gibt es keine. Damit ist klar, dass sich diese nahezu 100% fahrbare Transalp natürlich auch für normale MTB eignet. Als weiterer Pluspunkt kommt hinzu, dass sich bei dieser transalpinen Rundtour Start und Ziel am selben Ort befinden, was viele logistischen Probleme vermeidet. Außerdem gibt es wie gehabt einige alternative Strecken, so dass die Tour sehr flexibel gestaltet werden kann.

Tag 1

Gut 1000 Höhenmeter sind es hinauf zum Eggerjoch. Nach einer kurzen Passage hinein ins Obernberger Tal biegen wir in Vinaders auf die Nebenstrecke in Richtung Nößlach ab. An der Jakobskapelle beginnt dann der Almweg hinauf durch herrliche, lichte Lärchenwiesenwälder. Immer schön im Eco-Modus kurbeln wir bergauf, ab dem Paulerhof auf guter Schotterpiste. Die Gegend ist einsam, erst oben am Eggerjoch treffen wir eine einzelne Mountainbikerin, die aus dem Gschnitztal hinauf gefahren ist. Wir heben die schweren Bikes über das Weidegatter und machen uns an die Abfahrt. Ein leichter Wiesentrail geht nach einem knappen halben Kilometer in die Forstpiste in Richtung Trunahütte über.

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Am Kloster ist die Hölle los – wie überall in den Bergen, wo man bequem hinkommt. An der berühmten Quelle füllen Hinz und Kunz alle erdenklichen Gefäße mit dem „Wunderwasser“. Wir kriegen mit Mühe und Not etwas ab. Schnell ist die Passhöhe erreicht und die Abfahrt auf leichter Schotterpiste ins Stubaital beginnt. Am Gasthof Kirchbrücke machen wir Rast, leider ist an diesem idyllischen Ort heute kein Zimmer frei. So kurbeln wir hoch bis Telfes, wo es reichlich Auswahl an Übernachtungsgelegenheiten gibt. Wir werden in der Pension Kirchbrugger fündig, direkt an der Strecke.

Tag 2

Nach einem reichlichen Frühstück geht es bei schönem Sonnenschein auf den Telfer Berg. Die Schotterpiste ist als Bikeroute ausgewiesen, zunächst in Richtung Pfarrachalm. Wieder haben wir einen schönen Blick weit hinab ins Wipptal und nach der Rast an der Kreither Alm hinunter ins Inntal. Philipp und ich sind nie weit auseinander, so dass wir schön quatschen können. Mit dem eMTB kommt aus unserer Erfahrung eine neue Erlebnisdimension ins Spiel, immer vorausgesetzt, man kommt vom Mountainbiken. Das Naturerlebnis erscheint uns intensiver, weil man sozusagen mentale und körperliche Kapazitäten frei hat, um die Umwelt besser aufnehmen zu können. Außerdem werden Leistungsunterschiede schon nivelliert, was sich positiv auf das gemeinschaftliche Erleben auswirkt.

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Man muss aber auch klar und deutlich sagen, dass die hier beschriebenen Strecken überwiegend auch sonst Mountainbikestrecken sind, wenn auch bei dieser Tour eher von der leichteren Art. Wir treffen heute nur ganz selten auf andere Mountainbiker, nur an der Mutterer Alm ist etwas mehr los, weil sie mit einer Seilbahn erreichbar ist. Da es in der Ferne etwas grummelt, machen wir uns gleich an die Abfahrt hinunter nach Birgitz und weiter durchs Nasse Tal nach Völs. Nun sind wir im Inntal.
Es folgt eine längere, flache Passage auf dem Innradweg flussaufwärts bis Hatting. Unterwegs machen wir am M-Preis Rast, das bei Zirl direkt an der Strecke liegt. Willkommene Stärkung für den folgende steilen Anstieg über Leiblfing und Auland nach Seefeld. Ehrlich gesagt, möchte ich diesen nicht mit einem normalen MTB fahren. In Seefeld herrscht quirliges Treiben. Wir trinken einen Kaffee, da wir keine Eile haben. Danach nehmen wir die schöne Route über die Wildmoosalm und entlang des Katzenkopfes nach Leutasch. Ein schönes ruhiges Tal, das im Winter ein beliebtes Langlaufrevier ist.

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Wir genießen die Fahrt entlang der Leutascher Ache, die dann durch die Geisterklamm nach Mittenwald fließt. Wir machen am Gasthaus Gletscherschliff halt, wo wir gerade eben die Grenze nach Deutschland passiert haben. Ohne Hektik radeln wir dann entspannt entlang der Isar bis nach Scharnitz, dem Tor ins Karwendel.

Tag 3

Die Karwendeldurchquerung ist legendär und Auftakt vieler anderer Transalps, die zum einen über das Plumsjoch oder zum anderen über das Lamsenjoch führen können. Wir wollen an den Achensee, also ist das Plumsjoch die logische Wahl. Das Karwendeltal zieht sich bis zum Hochalmsattel ziemlich hin. Rund 18 Kilometer sind es, wobei man knapp 1000 Höhenmeter zurücklegt. Da wir einen zweiten Akku dabei haben und deshalb nicht nachladen müssen, sparen wir uns den Stichweg zum Karwendelhaus und peilen die Plumsjochhütte als den passenden Ort für eine ausgedehnte Rast ein. Die Auffahrt ist für uns ein beide ein Genuss, für mich besonders, weil ich sie schon mehrfach mit einem normalen MTB gefahren bin. Nach dem Hochalmsattel führt eine schöne Abfahrt führt über den Kleinen Ahornboden ins Risstal. Am Großen Ahornboden beginnt dann die Forstpiste in Richtung Plumsjoch. Die Plumsjochhütte liegt etwas abseits der Hauptroute, bei schönem Wetter lohnt der Abstecher für eine Rast allemal. Das Essen ist lecker und die Aussicht auf das Karwendelgebirge sensationell.

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Hinweis für E-Mountainbiker: die Plumsjochhütte hat keinen Stromanschluss, Nachladen ist also nicht möglich. Nach der ausgiebigen Rast folgt nach einem nur noch kurzen Anstieg die sehr, sehr steile Abfahrt in Richtung Achensee. Es ist eine ausgewiesene MTB-Route, wie ein Schild mit dem Zusatzhinweis verkündet, dass nun eine Schiebestrecke folge. Das Plumsjoch aus Richtung Achensee kommend bezwingen? Kann man machen, muss man aber nicht. Wir lassen bei der Abfahrt Vorsicht walten, die E-MTBs haben durch ihr höheres Gewicht ein etwas anderes Bremsverhalten, an dass man sich vorher gewöhnt haben sollte.

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Der Talgrund ist dann bei der Gernalm erreicht. Wir bleiben auf der Schotterpiste bis kurz vor Pertisau, das bei Philipp schöne Erinnerungen an zurückliegende Urlaube mit der Familie weckt. Wir verbummeln ein wenig die Zeit am Seeufer und machen uns dann auf den Weg um den Achensee herum nach Achenkirch. Dort liegt das Panoramahotel direkt am Weg, wo ich bei meiner Transalp München-Venedig schon einmal übernachtet hatte. Wir fragen auf gut Glück nach einem Zimmer, sie haben was frei. Perfekt.

Tag 4

Heute liegt die längste Etappe mit den meisten Höhenmetern vor uns. Da tut es gut, wenn man am Ende des Tages weiß, wo man sein müdes Haupt betten wird. Deshalb haben wir bei der Weidener Hütte angefragt und uns ein Zimmer reservieren lassen. So können wir den Tag entspannt angehen. Zunächst fahren wir auf der alten Steinbergstraße am Unnütz-Massiv (welch herrlicher Name für einen Berg!) vorbei in Richtung der Gebirgsgrenze zwischen Tirol und Bayern.

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Eine erste kurze Rast legen wir an der Gufferthütte ein, die quasi die grüne Grenze zu Bayern bewacht. Sie ist hier nur einen guten halben Kilometer Luftlinie entfernt. Uns hat am gestrigen Tag der kleine Abstecher von Leutasch nach Mittenwald gereicht, also bleiben wir in Österreich. Flugs geht es nun hinab in das Tal der Brandenberger Ache. Einen Abstecher machen wir zum Kaiserhaus, das idyllisch im Talgrund liegt. Wir fahren weiter und erreichen Pinegg und stoßen nun wieder mit der alternativen Route zusammen, die durchs Rofan und über Steinberg durch das Seitental der Steinberger Ache verläuft. Einen Teil des folgenden Straßenabschnitts vermeiden wir, indem wir auf die parallel verlaufende Schotterpiste ausweichen. Ab dem Busstop Stegerstall rollen wir dann mangels Alternativen die Straße hinunter Richtung Kramsach, wo wir wieder einen M-Preis passieren. Inzwischen ist es sehr warm geworden, so dass wir die Rast nutzen, um Wasser nachzufüllen und uns luftiger anzuziehen.

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Bald sind wir im Inntal und fahren auf dem Innradweg flussaufwärts. In Strass berühren wir das Zillertal. Wer das Geiseljoch auslassen will oder muss, kann hier direkt auf dem Zillertal-Radweg Richtung Mayrhofen fahren. Philipp und ich bleiben auf dem Innradweg. Die Thermik ist in vollem Gange und schiebt uns zusätzlich ordentlich an. So erreichen wir schnell Pill, wo der finale Aufstieg über ca. 1300 Höhenmeter zu Weidener Hütte beginnt. Ein letzter Akkucheck – die Kapazität sollte reichen. Zur Not laden wir unterwegs bei einer Kaffeepause nach, ganz nach dem Motto einer E-MTB Transalp: von Steckdose zu Steckdose.
Nach dem Abzweig in Richtung Innerst erstirbt der schon schwache Fahrzeugverkehr ganz, schließlich ist das für Kfz eine Sackgasse. Am verlassenen Gasthaus Innerst füllen wir nochmal Wasser nach und fahren dann auf dem Waldpfad weiter. Der spuckt uns schließlich nach einer kurzen, aber heftigen Schotterrampe auf einer Forststraße aus, die uns in mäßiger, aber stetiger Steigung zur Weidener Hütte bringt. Diese Alpenvereinshütte hat sich ziemlich herausgeputzt und hat mit der schäbigen Absteige, wie ich sie in Erinnerung habe, nichts mehr zu tun. Sogar eine Ladestation für eBikes hat man eingerichtet – offenkundig ist diese Spielart des Mountainbikens nicht mehr aufzuhalten.

Tag 5

Zuerst ist das Geiseljoch an der Reihe, von dem uns nur 500 fahrbare Höhenmeter trennen. Das hatte ich im Vorfeld nochmals eruiert, da meine Erinnerungen an die Befahrung im Laufe der Jahre etwas verblasst war. Wir benötigen keine Stunde und schon sind wir oben, kritisch beäugt von weidenden Kühen, die vor dem Hintergrund des Tuxer Gletschers gemütlich wiederkäuen. Ein schöner kleiner Trail auf dem ersten Teil der Abfahrt zeigt uns wiederum, dass die Wahl des Bikes die richtige war. Das Uproc6 bügelt über die wenigen holperigen Stellen hinweg, das es eine wahre Freude ist. Der Spaß könnte länger dauern, denken wir, als wir die Schotterpiste erreichen, die uns rasch ins Tuxer Tal hinab führt. In Vorderlanersbach müssen wir einige Höhenmeter auf der Straße vernichten. Ich hatte mir bei der Vorrecherche noch einen Nebenstrecke vorgemerkt, der kurz nach einem Tunnel rechts von der Straße abgeht.

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Wir drehen um und fahren über Brunnhaus nach Dornberg – nochmals ist ein Hauch von Trail dabei. Schließlich erreichen wir bei Jochberg die alte Schluchtstrecke in Richtung Schlegeisspeicher. Ein paar der Tunnels lassen sich außen umfahren und kurz vor Ginzling findet sich noch eine Hängebrücke, die uns früher als erwartet auf die alte Nebenstrecke bringt. Das ergibt eine gemütliche Fahrt bis zum Berggasthaus Breitlahner, welches auch eine gute Übernachtungsoption wäre. Doch wir liegen so gut in der Zeit, dass die fehlenden rund 1000 Höhenmeter bis zum Pfitscher Joch heute noch locker drin sind. Ich hatte Telefonnummern von verschiedenen Hotels im Pfitschtal mitgenommen und nutze eine lange Rast am Breitlahner, um eine Übernachtung klar zu machen. Das gelingt mir zu meiner Freude im Hotel Kranebitt bei Kematen, das auch mein heimlicher Favorit war. Also dann nicht mehr lange gefackelt, auf geht’s. Das Pfitscherjoch ist der einzige etwas härtere Brocken auf dieser Transalp. Am Schlegeisspeicher beginnt der gut ausgebaute Wanderweg, der aber auch ein paar verblockte Stellen und einige Stufen aufweist.

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Mit den Uproc6 von Flyer waren Philipp und ich schon sehr vertraut, so dass wir fast alles komplett fahren konnten. Ein paar wenige Stufen aufwärts haben wir geschoben, das war es schon – den Test haben die Flyer mit Bravour bestanden. Ab der Lavitzalm kann man sowieso wieder fahren, mit Motorunterstützung eine reine Freude. Wir haben auch ausreichend Zeit zum Fotografieren, so dass uns einige der Wanderer immer wieder einholen, was oft Anlass zu interessierten Fragen zum Thema eBike an uns ist. Italiener sind grundsätzlich sehr aufgeschlossen und interessieren sich für die technischen Aspekte, Deutsche und Österreicher eher für die sportliche Seite. Unsere Erfahrung in diesem mehrtägigen Dauertest ist, dass unser allgemeiner Fitnesszustand sich durchs eBiken eher besser darstellt, da wir länger im niedrigeren Pulsbereich fahren können.

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So vergeht die Zeit wie im Flug und wir sind schon am Pfitscherjoch und machen noch einen kurzen Abstecher zu Berggasthaus, das sich wirklich in einer wunderschönen Lage befindet, umrahmt von einer 3000er Gipfeln wie dem Olperer und dem Hochfeiler. Die Abfahrt auf der alten Militärpiste ist easy und entspannend und bald sind wir im feinen Hotel Kranebitt, das uns mit Südtiroler Gastlichkeit verwöhnt.

Tag 6

Das Schönste kommt zum Schluss, sagt man gerne und hat doch selten Gelegenheit, das richtig auszukosten. Wir beide schon. Heute werden wir diese schöne transalpine Rundtour vollenden. Gleich nach dem frugalen Frühstück geht es mit der Auffahrt zum Schlüsseljoch los. Diese alte Militärpiste wird bei Transalps normalerweise in der Gegenrichtung befahren, also hinab ins Pfitschtal. Die nutzen wir bei der Auffahrt, müssen aber bei einigen groben Stellen richtig Gas geben, um in Schwung zu bleiben. Wir können die Auffahrt komplett fahren und brauchen dafür ca. anderthalb Stunden. Mit normalen MTB wird dies kaum möglich sein – da ist mindestens ein Drittel zu schieben.

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Die Abfahrt vom Schlüsseljoch in Richtung Brenner ist dann ein Highlight. Die ausgewaschene Piste hat ein paar schöne Trailabschnitte, in denen allerlei verblocktes Zeug herumliegt. Dabei kann das Uproc6 beweisen, dass es ein reinrassiges Mountainbike mit Enduro-Qualitäten ist.

An der Enzianhütte machen wir Rast. Gegenüber liegt der Brennergrenzkamm in seiner ganzen Pracht vor uns. Allzulange verweilen wir nicht, da es hinter uns in den Bergen zu grummeln beginnt. Trotzdem lassen wir uns eine weitere Trailabfahrt auf dem Ziroger Höhenweg nicht entgehen. Die geht schließlich in die Schotterpiste zum Gasthaus Wolf über, ehe wir unter der Autobahn hindurch auf den Radweg in Richtung Gossensass wechseln. Bei Giggelberg beginnt die Auffahrt über knapp 1000 Höhenmeter zur Brennergrenzkammstraße, die wir in der Nähe des Sandjöchls erreichen.
Die Fahrt in Richtung Sattelberg ist eine der Traumpassagen in den Alpen – ein grandioses Panorama umgibt uns. Über dem Olperer liegt eine Gewitterzelle, die den Bergen eine unheimliche Anmutung verleihen. Zum Glück ist sie offenbar lokal begrenzt. Wir vertun trotzdem keine Zeit mit langen Pausen, sondern fahren zügig durch bis zum Sattelberg. Hier beginnt die Abfahrt in Richtung Sattelalm auf der alten Militärpiste. In dieser Richtung ist sie komplett fahrbar und hat an einigen Stellen Trailcharakter, Philipp meint, dass sei ein Schottertrail. Schließlich erreichen wir die Sattelbergalm. Die Alm liegt so einladend in der Sonne, dass wir eine ausgedehnte Rast machen. Zeit, die Eindrücke der letzten Tage zu verarbeiten. Wir sind uns einig, dass diese Tour für uns beide ein Highlight darstellt. Die Eindrücke waren so intensiv und positiv, wie ich es kaum jemals auf einer anderen Transalp erlebt habe. Er meint, dass dies wohl einerseits daran liegt, dass wir als harmonisches Zweierteam unterwegs gewesen sind, in dem in 6 Tourtagen keinerlei Missstimmung aufgekommen ist. Andererseits sind wir körperlich auch nie am Anschlag gewesen, was die sportliche Leistung nach unserem Empfinden trotzdem nicht schmälert. Man bleibt halt über weite Strecken im Wohlfühlbereich, zumindest, wenn man sich ansonsten mit ausgiebigen Trainingsfahrten auf diese Transalp vorbereitet, sei es mit normalen MTB oder E-MTB.

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Fazit

Warum überhaupt spezielle Tourvorschläge für Transalps mit einem E-Bikes? Ist das nicht ein Thema, über das „anständige“ Radfahrer, speziell Mountainbiker, die Nase rümpfen sollten? Jeder hat dazu inzwischen eine Meinung, überschwängliche Zustimmung trifft auf kategorische Ablehnung.

Wer hat nun recht? Niemand. Es ist schlicht und ergreifend jedem selbst überlassen, auf welche Art und Weise er die Bergwelt mit dem Fahrrad erkundet. Meine Spezialität ist dabei das Mountainbike. Und nur dafür mache ich Tourenvorschläge. Testweise habe ich zur Recherche verschiedene E-Bikes benutzt, um eigene Erfahrungen zu sammeln, was geht und was nicht.
Also ganz klare Aussage: diese Tour ist für Mountainbikes entwickelt, was E-MTB einschließt. Es ist keine Tour für Trekking- oder Citybikes, insbesondere nicht mit schmalen Reifen. Ich habe es bei meinen Recherchen einige Male erlebt, was passiert, wenn Leute egal welchen Alters, ohne eigene Erfahrung nun plötzlich meinen, mit einem eBike in die Berge radeln zu müssen.
Das mag auf leichten Schotterpisten bergauf noch gehen. Bergab gehen dann die Probleme richtig los. Oft genug wird dann mangels fehlender Bremsfähigkeiten geschoben – da kommt dann richtig Freude auf. Einmal und nie wieder – ist dann die wohl logische Konsequenz aus dieser Erfahrung. Das wird sich schon deshalb kanalisieren, weil die Leute in der Freizeit gerne das tun, woran sie Spaß haben. Eingefleischte Rennradfahrer fahren auch nicht plötzlich auf Schotterpisten in die Berge, nur weil andere sagen, dass sei das Nonplusultra des Radfahrens. Das entscheidet jeder für sich, und das wird auch so bleiben. Für mich ist das eMTB eine Facette des Mountainbikens, die mir ebenso Spaß macht wie andere Touren, die nur mit einem normalen MTB sinnvoll sind.
Touren für eMTB müssen nur im Vorfeld sorgfältiger recherchiert werden. Insofern bleibe ich an diesem Thema dran. Die Pläne für weitere spezielle eMTB-Touren liegen schon in der Schublade. Eine spezielle Variante meiner Albrecht-Route ist schon ausgearbeitet und wartet auf die komplette Befahrung im nächsten Jahr.

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Überblick

  • Länge: 400 km
  • Höhenmeter: ca. 12.500 hm
  • Etappen: 6, Hinweise zu Varianten siehe bei den einzelnen Etappen

1.Tag: 46 km, 1941 hm:
Gries am Brenner – Vinaders – Eggerjoch – Trunahütte – Trins im Gschnitztal – Trinser Steig – Maria Waldrast – Mieders -Stubaital – Telfes

2.Tag: 74,2 km, 2137 hm:
Telfes – Kreither Alm – Mutterer Alm – Birgitz – Nasses Tal – Völs – Zirl – Hatting – Seefeld – Wildmoosalm – Leutasch – Mittenwald – Scharnitz

3.Tag: 70,8 km, 1939 hm:
Scharnitz – Karwendel – Hochalmsattel – Risstal – Plumsjoch – Pertisau – Achensee – Achenkirch

4.Tag: 86,9 km, 2447 hm:
Achenkirch – Gufferthütte – Kaiserhaus – Pinegg – Kramsach – Brixlegg – Strass im Zillertal – Schawz – Pill – Weerberg – Innerst – Weidener Hütte

5.Tag: 68,9 km, 2251 hm:
Weidener Hütte – Geiseljoch – Vorderlanersbach – Finkenberg – Jochberg – Ginzling – Breitlahner – Schlegeisspeicher – Pfitscher Joch – Pfitscher Tal – Kranebitt

6.Tag: 53,1 km, 2004 hm:
Kranebitt – Fussendrass – Schlüsseljoch – Enzianhütte – Brennerbad – Brennergrenzkamm – Sattelalm – Gries am Brenner

Mehr Informationen zum Bike findet ihr im Flyer Uproc 6 Testbericht.

Detaillierte Informationen zur Tour findet ihr auf transalp.biz .

Text & Bilder: Andreas Albrecht