Der Taiwanese Ike Tseng hatte eine Vision: Er wollte der Welt beweisen, dass taiwanesische Räder höchste Qualität bieten können und gründete deshalb die Marke MERIDA. Mit dem MERIDA eONE-TWENTY 900E haben die Taiwanesen nun mit dem Entwicklungszentrum in Deutschland ein heißes Eisen auf den Markt gebracht und kommen dadurch Tsengs Vision erstaunlich nahe.

MERIDA eONE-TWENTY 900 E | 5.299 € | 21,34 kg | Shimano
MERIDA eONE-TWENTY 900 E | 5.299 € | 21,34 kg | Shimano

Lange hat es gedauert, nun aber feiert MERIDA seinen Einstand in der Welt der vollgefederten E-Mountainbikes – und das mit zwei verschiedenen Modellen im Trail-Bereich. Beim MERIDA eONE-TWENTY handelt es sich um das Modell mit weniger Federweg. 125 mm am Heck sind es, um genau zu sein, die von einem RockShox Deluxe RT kontrolliert werden. An der Front des 5.299 € teuren Topmodells arbeitet eine RockShox PIKE RCT3 mit 130 mm Federweg. Power bekommt das Rad von dem ebenfalls neuen Shimano STEPS E8000 MTB-Antrieb, der von einer 500 Wh starken Batterie gespeist wird. Bei unserem Testrad war noch die P3-Prototyp-Variante des Motor verbaut. Hier zeigte sich noch ein sehr großer Unterstützungssprung zwischen dem Trail- und dem Boost-Modus. Wir hoffen, dass dieser für die Serie reduziert wird. MERIDA kombiniert den Shimano-Antrieb mit einer XT Di2-Schaltung, die Gangwechsel extrem schnell und präzise erledigt. Damit die Kette auch in ruppigem Terrain an Ort und Stelle bleibt, ist obendrein eine Kettenführung montiert. Die griffigen MAXXIS Plus-Reifen sind absolut sinnvoll gewählt. Sie begeistern mit massivem Grip und sehr definiertem Fahrverhalten.

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Bereits nach wenigen Metern sticht das ausgesprochen agile Handling des eONE-TWENTY ins Auge. Die Geometrie unterscheidet sich auf dem Papier in keinster Weise von der eines klassischen Mountainbikes. Auf flachen, flowigen Trails ist das MERIDA ein Spaßbike erster Güte und lässt sich sehr willig navigieren. Links, rechts, links, rechts – je schneller die Kurven aufeinander folgen, umso größer wird das Grinsen. Die hohe Agilität hat jedoch eine Schattenseite. Wird das Gelände steiler und der Trail anspruchsvoller, fehlt es dem Rad etwas an Reserven, um an der Konkurrenz dranzubleiben. Hier hätten wir uns nicht nur einen etwas flacheren Lenkwinkel (67,5°), sondern auch einen etwas satteren Hinterbau gewünscht. Dieser lässt zwar keinerlei vom Fahrer gegebene Impulse verpuffen, ist insgesamt aber etwas überdämpft und kann so schnellen Schlägen nicht immer optimal folgen.

Helm Specialized Ambush | Jersey ION TEE_HELIX_LS | Shorts ION BIKESHORTS_TRAZE_AMP | Rucksack EVOC STAGE 18L
Helm Troy Lee A1 MIPS | Jersey VAUDE Moab LS | Shorts Alpinestars Pathfinder Short | Rucksack EVOC STAGE 18L

Das MERIDA eONE-TWENTY 900 E im Detail

Federgabel RockShox Pike RCT3 130 mm
Dämpfer RockShox Super Deluxe RT 125 mm
Motor / Akku Shimano DU-E8000 500 Wh
Bremsen Shimano XT
Schaltung Shimano XT Di2
Sattelstütze RockShox Reverb Stealth
Vorbau MERIDA Expert SS 55 mm
Lenker MERIDA Expert 35 760 mm
Reifen MAXXIS Minion DHR 2,8″ / MAXXIS Rekon+ 2,8″
Laufräder DT Swiss XM1501 Spline One

Schick gelöst Innenverlegte Züge sind super, solange sie nicht im Rahmen klappern. Um dies zu verhindern, klemmt MERIDA sie am Eingang. Eine cleanere Optik und Ruhe sind die Folge.
Schick gelöst
Innenverlegte Züge sind super, solange sie nicht im Rahmen klappern. Um dies zu verhindern, klemmt MERIDA sie am Eingang. Eine cleanere Optik und Ruhe sind die Folge.
Nicht ergonomisch Die Kombination aus Shimano-Antrieb und -Bremsen, gepaart mit einer RockShox Reverb-Teleskopsattelstütze, führt zu Chaos am Lenker, da sich der Remotehebel nicht optimal positionieren lässt.
Nicht ergonomisch
Die Kombination aus Shimano-Antrieb und -Bremsen, gepaart mit einer RockShox Reverb-Teleskopsattelstütze, führt zu Chaos am Lenker, da sich der Remotehebel nicht optimal positionieren lässt.
Überdämpft Der RockShox Deluxe-Dämpfer im Hinterbau des MERIDA kann schnellen Schlägen nicht immer optimal folgen. Der Grund: ein zu hart gewählter Dämpfungstune im Inneren.
Überdämpft
Der RockShox Deluxe-Dämpfer im Hinterbau des MERIDA kann schnellen Schlägen nicht immer optimal folgen. Der Grund: ein zu hart gewählter Dämpfungstune im Inneren.
Gut geführt MERIDA spendiert dem eONE-TWENTY nicht nur die elektronische XT Di2-Schaltung, die Gangwechsel mit chirurgischer Präzision erledigt, sondern packt auch eine Kettenführung oben drauf.
Gut geführt
MERIDA spendiert dem eONE-TWENTY nicht nur die elektronische XT Di2-Schaltung, die Gangwechsel mit chirurgischer Präzision erledigt, sondern packt auch eine Kettenführung oben drauf.

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Fazit

Das Warten hat sich gelohnt! Das neue MERDIA eONE-TWENTY zaubert jedem Fahrer mit seinem super agilen Handling und der astreinen Ausstattung ein dickes Grinsen ins Gesicht! Wer es regelmäßig gerne krachen lässt, greift jedoch besser zum großen Bruder eONE-SIXTY.

Stärken:

– durchdachte Ausstattung
– agiles Handling
– schicker Rahmen

Schwächen:

– Hinterbau überdämpft
– bei Highspeed etwas nervös

Weitere Informationen findet ihr auf der offiziellen Website des Herstellers!

Einen Überblick über das Testfeld erhaltet ihr hier: Was sind die spannendsten E-Mountainbikes 2017? 10 Bikes im Vergleich

Alle Bikes im Test: Bulls Six50 E FS3 | Cannondale Moterra 1 | CUBE Stereo Hybrid 140 HPA 27.5 SLT | Moustache Samedi 27 Race 9 | ROTWILD R.X+ FS EVO | SCOTT E-Genius 700 Tuned | Specialized Turbo Levo FSR ST Comp 29 | Stevens E-Whaka+ ES | Trek Powerfly 9 FS Plus

Text & Fotos: Christoph Bayer

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