Wer wertet sein Bike nicht gerne mit kleinen, feinen, manchmal einfach verdammt leckeren Veränderungen auf: ein neuer Carbonlenker, neue Wurfanker, mit denen man einen Laster stoppen könnte, oder Federelemente, die im Grunde genommen derart übertrieben sind, dass neben ihnen ein Ferrari wie der letzte Schrotthaufen aussieht.

Pedale sind ein essentielles Verbindungsstück zwischen euch und eurem Bike – sie beeinflussen es maßgeblich, wie ihr auf eurem Bike positioniert seid und entsprechend wie sich das Bike steuern lässt. Wenn ihr ausgerechnet auf sehr anspruchsvollen Strecken – verblockten Trails, sehr rutschigen Pisten – vom Pedal abruscht oder ihr das Gefühlt habt, dass die Kraftübertragung verbesserungswürdig ist, ist es an der Zeit, sich nach einem neuen Pedal ummzusehen.

Ihr seid euch nicht sicher, ob ihr Plattformpedale oder doch lieber Klickpedale fahren solltet? Ihr fragt euch, auf was es bei einem guten Pedal wirklich ankommt? Dann verpasst nicht den Hauptartikel Plattform- vs. Klickpedale: 12 Pedale im Vergleichstest und werft einen Blick in den Vergleichstest mit 4 Klickpedalen.

Übersicht

Modell Preis Gewicht Platformgröße (mm) Dicke (mm) Grip
Burgtec Penthouse MK4 135 € 448 g 100 x 100 16 ★★★★☆
DMR Vault 130 € 432 g 105 x 115 16 ★★★★★
Hope F20 165 € 416 g 100 x 100 14 ★★★☆☆
Nukeproof Horizon Comp 50 € 321 g 100 x 100 17 ★★★★☆
RaceFace Atlas 160 € 351 g 100 x 110 12 ★★★★☆
Reverse Black 1 120 € 312 g 100 x 90 14.5 ★★★★☆
Shimano Saint 90 € 468 g 90 x 95 17 ★★★★☆
Superstar Nano-X 50 € 444 g 101 x 110 17 ★★★★★

Burgtec Penthouse Mk4 – 135 €

EMTB Pedal Group Test -2-2

Die Burgtec Penthouse-Pedale gibt es schon länger, als viele von uns zurückdenken können. Als Pioniere des dünnen Pedaldesigns waren sie für viele das ultimative Tuning-Teil. Die neueste MK4-Version bestätigt den guten Ruf und hat einen 16 mm dünnen Pedalkörper und eine übergroße Plattform mit einer 1-mm-Vertiefung. Da sie keine horizontalen Aussparungen haben, sind die 448 g schweren Pedale absolut unzerstörbar: Flatdrops, Steinschläge und häufiger Wurzelkontakt ließen sie in unserem Test völlig unbeeindruckt. Falls ein Komet mal die Erde treffen sollte, werden lediglich ein paar Kakerlaken übrig bleiben, die über Penthouse MK4-Pedale kriechen. Die acht Pins auf jeder Seite sind angenehm griffig und haben, auch wenn sie den Biss dünnerer Pins missen lassen, jeden Bodenkontakt klaglos weggesteckt und unsere Schuhe nicht zerstört. Der neue Doppelbuchsen-Kugellager-Mix soll die ohnehin schon legendäre Langlebigkeit nochmals erhöhen. Die Pedale sehen aus wie ein Kunstwerk und das einzig Negative, das wir bemerken konnten, ist eine fehlende Abschrägung der Kanten (sie sind lediglich abgestuft), wodurch die Pedale bei Steinkontakt manchmal hängen bleiben. Die großen Pedalkörper fühlen sich sehr stabil und sicher an und alle Tester waren sich einig, dass die Balance zwischen Gefühl und Grip einfach super ist. Durch die schmale Achse sitzen die Pedale sehr nah an der Kurbel. Das freut alle, die Wert auf einen geringen Q-Faktor legen. Aggressive Fahrer finden mit diesen Pedalen einen robusten, langjährigen Begleiter.

Tops:

+ können an die Enkelkinder vererbt werden
+ guter Mix aus Grip und Kontrolle

Flops:

dicke Pins, weniger griffig
schwer

Weitere Informationen erhaltet ihr auf der Burgtec-Website.

DMR Vault – 130 €

EMTB Pedal Group Test -2-3

Mit 432 g liegen die DMR Vault im Mittelfeld, wenn es ums Gewicht geht – bei der Performance sind sie dagegen alles andere als mittelmäßig. Die großzügigen Vertiefungen und die 11 scharfen Pins auf jeder Seite jagen jedem Schuh gehörig Angst ein. Die Vault sind vorne breiter als hinten und bieten auch auf rauem Untergrund hervorragenden Grip. Der 105 mm x 115 mm große Pedalkörper sorgt für exzellenten Kontakt bei technischen Passagen und die offene Bauart führt zu einer effizienten Selbstreinigung. Die Pins lassen sich drehen, um den Grip anzupassen, von „lang und spitz“ zu „kurz und rund“. Die Pedale werden mit einer 6-mm-Alu-Inbusschraube montiert, um ein zu festes Anziehen zu vermeiden. Die abgedichteten Lager und DU-Buchsen haben trotz widrigster Wetterbedingungen einen hervorragenden Dienst geleistet. Zum Abschmieren entfernt man nur die 6-mm-Staubkappe, drückt etwas Fett ein und schon geht es weiter. Die Qualität des aus 6061 Aluminium gefertigten Pedalkörpers ist ebenso wie der Grip darauf hervorragend. Die DMR Vault waren die beliebtesten Pedale im Test und wurden immer als Erstes zum Testen montiert, wodurch sie sich mit Leichtigkeit das Prädikat Testsieger verdient haben.

Tops:

+ perfekt ausbalancierter Grip

+ exzellente Haltbarkeit

Flops:

Preis

Weitere Informationen erhaltet ihr auf der DMR-Website.

Hope F20 – 165 €

EMTB Pedal Group Test -31

Wenn es nur um Haltbarkeit geht, sind die Hope F20 die unangefochtenen Sieger. Wir haben einige Paare, die schon locker 3.000 km mitgemacht haben, und trotz größter Bemühungen, sie kleinzukriegen, funktionieren sie noch immer ohne Beanstandung. Für Grip-Liebhaber waren die originalen, runden Pins allerdings nichts. Hope hat inzwischen auf das Feedback der Kunden reagiert und das neueste Modell mit 10 Hohlpins ausgestattet, die für guten Grip sorgen sollen, ohne die Schuhe aufzufressen. Sie kommen immer noch nicht an Hardcore-Pins heran, dafür waren sie in unserem Test sehr widerstandsfähig und für normale Ausfahrten reichte der Grip allemal. Der Pedalkörper ist aus einem Block 2014 T6 Alu gefräst und das reinste Kunstwerk. Die Pedale drehen sich auf drei Wälzlagern und einer selbstschmierenden Buchse pro Seite. Die Abdichtung hat sich als unübertroffen gut erwiesen und die Innereien sind seit dem legendären Original unverändert. Beim Fahren vermittelt die flache Plattform ein eher angenehmes als aggressives Gefühl und Fußänderungen ohne Gewichtsverlagerung sind leicht möglich, was mit fehlendem Halt im rauen Terrain einhergeht. Die Hope F20 sind perfekt für Trailrider, denen Qualität und Langlebigkeit wichtig ist. Grip-Fetischisten sollten sich woanders umsehen. Mit 416 g sind die Hope F20 nicht gerade die Leichtesten, dafür aber garantiert zuverlässige und langlebige Begleiter für die nächsten Jahre.

Tops:

+ Die Fräsarbeit gleicht einem Kunstwerk
+ unglaubliche Lagerlebensspanne

Flops:

nicht griffig genug
Hoher Preis

Weitere Informationen erhaltet ihr auf der Hope-Website.

Nukeproof Horizon Comp – 50 €

EMTB Pedal Group Test -44

Die Nukeproof Horizon Comps stechen bei diesem Test deutlich heraus. Der Grund: Sie sind aus Plastik, naja, aus „verstärktem Nylon-Composite“, um genau zu sein. Der massive Pedalkörper rotiert auf DU-Buchsen und zwei abgedichteten Lagern auf jeder Seite, um die Last zu verteilen, und besitzt dank großer Aussparungen in der Mitte eine gute Selbstreinigung. Auf der Plattform finden sechs austauschbare Pins und jeweils vier Plastikpins Platz, auch wenn die beiden äußeren Plastikpins schon bei einer der ersten Ausfahrten das Zeitliche segneten. Auf dem Trailboden bieten die Nukeproof guten Halt und dank der großen Plattform auch einen sicheren Stand. Die abgeschrägten Kanten lenkten die Kraft bei Steinkontakt gekonnt ab. Die Plastikpedale flexen zwar etwas bei schwereren Fahrern, haben aber auch nach hartem Bombardement ihre Zuverlässigkeit bewiesen – auch, wenn sie gut abgenutzt aussehen. Neben dem Kampfpreis hat uns die Tatsache gefallen, dass man die Chromoly-Achse sowohl mit einem 8-mm-Inbus als auch einem Pedal-Schlüssel anziehen kann. Mit 321 g sind die Nukeproof Horizon sehr leicht und bieten mit ihrer massiven Plattform deutlich besseren Halt als die Standard-Pedale, die kostenlos vielen Bikes beiliegen. Die brüchigen Plastikpins auf der Außenseite kosteten sie den Kauftipp – ansonsten super Pedale zu einem super Preis.

Tops:

+ super Preis
+ Haltbarkeit

Flops:

äußere Pins brechen ab
leichter Flex

Weitere Informationen erhaltet ihr auf der Nukeproof-Website.

Raceface Atlas – 160 €

EMTB Pedal Group Test -19

Hält man die Race Face Atlas-Pedale in der Hand, ist sofort eine Sache klar: Sie sind wunderschön schlank mit gerade 14,5 mm am Rand und 12 mm in der Mitte. Die Atlas-Pedale sind das Topmodell von Race Face, aus solidem 6061 Aluminium gefertigt und einfach nur schön! Um das Pedal so flach wie möglich zu designen und die Kräfte gleichmäßig zu verteilen, dreht sich die Achse auf einem integrierten Wälzlager und drei weiteren Kugellagern an jeder Seite. Zwar bedeuten mehr Lager mehr Pflege, bei uns stellten sich die Dichtungen aber als sehr gut heraus. Uns gefielen der versteckte Abschmiernippel und die zehn griffigen Pins auf jeder Seite, die jeweils nach innen geneigt sind, um den Halt zu maximieren, und die dabei helfen sollen, Steinkontakte abzuleiten. Auf dem Trail war das Fahrgefühl mit den Atlas am besten und gerade wegen der dünnen Bauform steht man quasi „im Pedal“. Außerdem bieten die Pins exakt so viel Grip, dass man gerade noch so den Fuß ohne große Gewichtsverlagerung umsetzen kann. Das große Wälzlager führte in Verbindung mit Kurbelschonern (Crank Boots) für Probleme bei der Montage, dafür sind die Race Face Atlas nur 351 g schwer und fahren sich einfach super – einziger Wermutstropfen bleibt der Preis.

Tops:

+ klasse Standgefühl
+ einfach zu warten

Flops:

das große Lager ist nicht kompatibel mit Crank Boots
hoher Preis

Weitere Informationen erhaltet ihr auf der Race Face-Website.

Reverse Black 1 – 120 €

EMTB Pedal Group Test -2

Das erste, was an den Reverse Black ONE auffällt, ist das geringe Gewicht. Danach bewundert man das geradlinige Design mit den klaren Linien, die dem Pedal einen edlen Look verleihen. Mit 312 g sind sie die leichtesten Flatpedale in unserem Test. Die nur 100 x 100 mm große Plattform ist kleiner als bei Mitbewerbern, bietet aber ein gutes, gleichmäßiges Gefühl unter den Füßen. Auf der Kurbelseite sind DU-Buchsen verbaut, am anderen Ende trifft die Chromoly-Achse auf zwei gedichtete Kugellager. Die zehn Pins auf jeder Seite stehen stolze 4 mm nach oben und bieten ausgewogenen Halt, der mit steigender Belastung noch besser wird. Das offene Design schüttelte in unserem Test Dreck gut ab und der fast filigrane Pedalkörper steckte auch einige fiese Steinkontakte ohne Murren weg. Beim Fahren fiel auf, dass bei großen Füßen das Gewicht auf Kosten eines sicheren Standgefühls geht. Mit 119,90 € sind die Black ONE nicht gerade billig, bieten mit ihrem 14,5 mm dünnen Käfig aber exzellenten Grip und gute Kontrolle und sind die perfekte Wahl für Fahrer mit kleineren Füßen, die richtig leichte Pedale suchen.

Tops:

+ beeindruckendes Gewicht
+ stylisches Design

Flops:

kleine Plattform
hoher Preis

Weitere Informationen erhaltet ihr auf der Reverse Website.

Shimano Saint – 90 €

EMTB Pedal Group Test -25

Im Downhill-Business ist die Saint-Gruppe wohlbekannt und steht seit jeher für unverwüstliche Haltbarkeit. Es ist also kein Wunder, dass sich die Pedale genauso stabil anfühlen, wie man es erwartet – das sollten sie bei einem Gewicht von 468 g allerdings auch. Die Erfahrung von Shimano zeigt sich im Detail: Die kräftigen Pins werden von unten eingeschraubt und sind mit Schraubensicherungen versehen, außerdem kann man durch die im Lieferumfang enthaltenen Unterlegscheiben die Pinlänge verändern, auch wenn das ein undankbarer Job ist. Neun Pins auf jeder Seite sorgen für guten Grip, aber auf dem Trail hatten wir Probleme mit der Form der Pedale. Der Pedalkörper ist ziemlich dick und deutlich unter den Sohlen zu spüren, wodurch man sich eher „auf“ statt „in“ den Pedalen fühlt. Zudem ist die Plattform relativ klein und somit besser für Fahrer mit kleineren Füßen geeignet. Gefallen hat uns die Einfachheit der Wartung: Die Pedale drehen sich auf einer wärmebehandelten Achse und die zwölf losen Kugellager darauf sitzen in einem herausnehmbaren Schlauch, der sich einfach servicen lässt. Wir mochten außerdem die Stabilität der Saint-Pedale und sie werden wahrscheinlich ewig halten, aber das Fahrgefühl und die kleinen Plattformen lassen sie in diesem harten Vergleich hintenanstehen.

Tops:

+ Fels in der Brandung
+ anpassbare Pinlänge

Flops:

unangenehmes Fußgefühl
Kleine Plattform

Weitere Informationen erhaltet ihr auf der Shimano-Website

Superstar Nano-X – € 50

EMTB Pedal Group Test -39

Die neuen Superstar Nano-x-Pedale aus gepresstem 6082 Aluminium werden in Großbritannien hergestellt und bieten eine herausragende Verarbeitungsqualität, gemessen am günstigen Preis. Manche Gewinde für die Pins waren etwas eng, hatte man aber geschafft, sie einzuschrauben, vermittelten die Pedale ein super Gefühl. Die 101 x 110 mm große Plattform fühlte sich riesig an und ist perfekt für Fahrer mit großen Füßen. Den Pedalen liegen für jede Seite jeweils acht 8 mm und 10 mm lange Pins bei, sodass man selbst entscheiden kann, wie viel Grip man gerne möchte. Aber seid gewarnt: Mit den 10-mm-Pins ist der Grip so fies, dass man kaum noch die Füße versetzen kann, ohne sie vom Pedal zu nehmen. Die 8-mm-Variante bot uns genug Halt, ohne die Schuhe anzugreifen. Die Stahlachse dreht sich auf doppelt gelagerten Kugellagern und DU-Buchsen auf jeder Seite. Die offene Bauweise sorgte auf den Trails für wenig Matschanhaftung, die etwas eckige Form für etwas mehr Steinkontakte an der Front. Die 17 mm dicken Pedale fühlen sich gut unter den Füßen an und die leicht konkave Plattform hilft, den Fuß an Ort und Stelle zu halten. 444 g sind nicht gerade leicht, für den Preis gibt es aber keine vergleichbare Performance, und so sichern sich die Superstar Nano-X den Titel des Kauftipps.

Tops:

+ Super Preis
+ Große Plattform
+ Massig Grip

Flops:

mäßig verarbeitete Pin-Bohrlöcher

Alle Informationen findet ihr auf der Superstar-Website.

Fazit Flat-Pedale

Unser Test brachte vor allem zwei Dinge zutage: Zum einen unterscheiden sich die Pedale sehr im Griplevel, zum anderen ist selbst das billigste Pedal besser als die Plastikteile, die man an den meisten neuen Bikes findet. Die legendären Shimano Saint sind in Sachen Verarbeitungsqualität über jeden Zweifel erhaben, können beim Fahrgefühl allerdings nicht überzeugen. Für alle mit kleineren Füßen bieten sich die verdammt leichten Reverse Black ONE mit hervorragendem Halt an, die Pedale von Hope sind etwas für Tourenbiker und die Burgtec Penthouse MK4 bereits jetzt ein moderner Klassiker. Die Nukeproof Horizon sind ihr Geld wert, von den Superstar Nano-x sind wir allerdings noch mehr begeistert, was ihnen mit Leichtigkeit den Kauftipp einbrachte. Übrig bleiben die DMR Vault und Race Face Atlas , die beide ein exzellentes Gefühl mit überragender Stabilität vereinen. Letztlich war es das Gesamtpaket, bestehend aus Preis, Grip und unzerstörbarer Bauart, das den DMR Vault den Testsieg einbrachte.

Ihr seid euch nicht sicher, ob ihr Plattformpedale oder doch lieber Klickpedale fahren solltet? Ihr fragt euch, auf was es bei einem guten Pedal wirklich ankommt? Dann verpasst nicht den Hauptartikel Plattform- vs. Klickpedale: 12 Pedale im Vergleichstest und werft einen Blick in den Vergleichstest mit 4 Klickpedalen.

Text & Fotos: Trev Worsey

Über den Autor

Trev Worsey

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