High-Pivot-Hinterbau, Avinox-Power und ungewöhnlich viele Anpassungsmöglichkeiten direkt am Rahmen: Das neue Thömus Oberrider SL 2027 fährt technisch ordentlich auf. Doch rechtfertigen die enorme Individualisierbarkeit, 150/140 mm Federweg und ein Preis von 12.675 CHF auch auf dem Trail den Premium-Anspruch der Schweizer?

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Thömus Oberrider SL 2027 | Avinox M2S/800 Wh | 150/140 mm (v/h) | 22,64 kg in Größe L
12.675 CHF | Hersteller-Website

Seit 2021 stand der Name Oberrider bei Thömus für ein rein analoges Mountainbike. Bis heute: Denn in der neuesten Generation dreht der Schweizer Hersteller das Konzept nun kräftig auf links. Herausgekommen ist das neue E-Mountainbike der Schweizer mit Avinox M2S-Antrieb, High-Pivot-Hinterbau, einer einzigartigen Sitzstrebenbrücke sowie einer großen Bandbreite an individuellen Anpassungsmöglichkeiten.

Unser Test-Bike in der SL-Konfiguration mit 150 mm Federweg an der Front und 140 mm am Heck gehört mit 22,64 kg zwar nicht zu den absoluten Leichtgewichten, bietet dafür aber eine sehr robuste Ausstattung und eine hohe Akku-Kapazität. Günstig ist dieses Gesamtwerk allerdings nicht: In unserer Ausstattung werden stolze 12.675 CHF fällig.

Entscheidend ist daher die Frage, ob die vielversprechenden technischen Zutaten auf dem Trail tatsächlich zu einem stimmigen Gesamtpaket verschmelzen. Genau das haben wir für euch herausgefunden.

Spannende Infos zum neuen Thömus Oberrider

Highs

  • zwei Akku-Optionen
  • umfangreicher Konfigurator
  • vielseitig anpassbares Rahmenkonzept
  • integriertes Licht
  • robuste Ausstattung

Lows

  • Lichtsteuerung erfolgt umständlich über zwei Wege

Key Facts

  • Vollcarbon-Rahmen
  • 150/140 mm Federweg (v/h)
  • Avinox M2S-Motorsystem
  • fest verbauter 800-Wh-Akku
  • 22,64 kg in Größe L
  • 29″-Setup mit Mullet-Option
  • 4 Größen: S–XL
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Welche Detaillösungen bietet das neue Thömus Oberrider SL 2027?

Beim Oberrider setzt Thömus auf einem Vollcarbon-Rahmen mit Viergelenker-Hinterbau und hoch positioniertem Hauptdrehpunkt. Dadurch bewegt sich die Hinterradachse beim Einfedern nicht nur nach oben, sondern gleichzeitig auch nach hinten. Das soll dem Hinterrad helfen, Kanten besser zu überrollen und im ruppigen Gelände mehr Traktion zu generieren, weil es Schlägen stärker in deren Wirkrichtung ausweichen kann.

Diese nach hinten gerichtete Raderhebungskurve bringt allerdings einen typischen Nebeneffekt mit sich: Beim Einfedern wächst der Abstand zwischen Hinterachse und Tretlager – und damit die Strecke, die die Kette überbrücken muss. Dieses sogenannte Chain Growth erzeugt Zug im Antriebsstrang und kann zu Pedalrückschlag führen. Um diesen Effekt zu reduzieren, führt Thömus die Kette deshalb über einen zusätzlichen Idler nahe dem Hauptdrehpunkt.

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Eine weitere Besonderheit des Hinterbaus sitzt zwischen den Sitzstreben: Dort verbaut Thömus eine herausnehmbare Brücke, über die sich die Nachgiebigkeit des Hinterbaus beeinflussen lässt. Mit montierter Brücke fällt der Hinterbau steifer aus, was vor allem bei hoher Belastung für mehr Präzision und Spurtreue sorgen soll. Ohne Brücke kann der Hinterbau stärker flexen, was zusätzlichen Komfort und mehr mechanischen Grip verspricht. Solche Lösungen kennt man bislang vor allem aus dem Downhill-Worldcup, wo Hersteller wie COMMENCAL oder Norco bereits mit austauschbaren Verstrebungen experimentieren.

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Einzigartiges Detail: Über die herausnehmbare Hinterbaubrücke lässt sich der Hinterbau-Flex verändern.

Spannend ist außerdem, dass Thömus aus einer Rahmenplattform gleich zwei unterschiedliche Bikes abgeleitet hat. Das Oberrider kann entweder als Oberrider SL oder als Oberrider ST aufgebaut werden. Möglich wird der Wechsel zwischen beiden Varianten durch eine austauschbare Dämpferaufnahme.

Das Oberrider SL steht für „Superlight“ und kombiniert 150 mm Federweg an der Front mit 140 mm am Heck. Es ist klar für den Trail-Einsatz konzipiert und sich soll entsprechend lebendig und dynamisch fahren. Das Oberrider ST steht dagegen für „Super Trail“ und legt mit 170 mm Federweg vorne wie hinten deutlich mehr Reserven drauf. Optional gibt es das Bike sogar mit Coil-Dämpfer. Der Fokus liegt hier laut Hersteller stärker auf Traktion, Kontrolle und Laufruhe im anspruchsvollen Enduro-Terrain.

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Mit einer anderen Dämpferaufnahme lässt sich das Oberrider SL auch zum langhubigeren Oberrider ST umrüsten – andere Federelemente natürlich vorausgesetzt.

Ganz intuitiv ist die Namensgebung allerdings nicht. Während „ST“ bei anderen Herstellern häufig für „Short Travel“ steht, bezeichnet Thömus damit die langhubigere Variante des Oberriders. Gleichzeitig ist das kurzhubige SL-Modell das eigentliche Trail-Bike, obwohl der Name „Super Trail“ beim langhubigeren Schwestermodell liegt. Verwirrung vorprogrammiert.

Bei Verarbeitung und Rahmenschutz hinterlässt das Oberrider einen erstklassigen Eindruck. Der Carbon-Rahmen ist sehr sauber verarbeitet und auch die einzelnen Schutz- und Anbauteile wirken hochwertig integriert. Ein gummierter Unterrohrprotektor schließt direkt an das Motor-Cover an, während ein üppiger Kettenstrebenschutz und eine zusätzliche Gummierung an der Sitzstrebe den Hinterbau vor Schlägen und Kettenkontakt bewahren. Zwischen den Kettenstreben und dem Sitzrohr sitzt zudem ein sauber integrierter Fender, der verhindert, dass aufgewirbelte Steinchen und Schmutz in den Bereich des Drehpunkts gelangen.

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Bei der Leitungsführung lässt Thömus den Oberrider-Kunden viel Spielraum. Die Leitungen für die hintere Bremse sowie der Zug der Dropper Post verschwinden bei unserem Test-Bike klassisch durch geschraubte Ports im Rahmen. Die Leitungen für das Frontlicht und den zugehörigen Lichtschalter werden dagegen besonders clean über den Steuersatz ins Oberrohr geführt. Dort sitzt auch das bekannte 2″ große Avinox-Display mit Touch-Funktion sauber eingelassen.

Sowohl die Cableports am Rahmen als auch die Durchführung am Steuersatz bieten genügend zusätzlichen Platz, um die Leitungsführung bei Bedarf vollständig auf eine der beiden Varianten umzurüsten. Damit könnt ihr euch entweder für die wartungsfreundlichere Lösung über den Rahmen oder für die optisch cleanere Variante über den Steuersatz entscheiden.

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Thömus nutzt zur Leitungsführung sowohl die am Steuerrohr befindlichen Kabel-Ports als auch die integrierte Lösung über den Steuersatz.

Beim Ladeport greift Thömus auf die bekannte Avinox-Lösung zurück. Er sitzt knapp über dem Motor und wird von einer gefederten Klappe mit Magnetverschluss geschützt. Keine spektakuläre Eigenentwicklung, aber eine funktionale und sauber integrierte Lösung.

Abgerundet werden die Detaillösungen durch ausreichend Platz für einen Flaschenhalter im Hauptrahmen sowie einen zusätzlichen Tool-Mount am Oberrohr. Positiv fallen uns außerdem die direkt an den Lagerpunkten angegebenen Drehmomente im Sinne der Wartungsfreundlichkeit auf.

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Was kann die Ausstattung des neuen Thömus Oberrider SL 2027?

Auch bei der Ausstattung lässt sich das Thömus Oberrider SL umfangreich über den Konfigurator an die eigenen Vorlieben anpassen – dazu später mehr. Unser Test-Bike kam bereits mit einem sehr hochwertigen und klar auf anspruchsvolles Trail-Riding ausgelegten Spec.

Beim Antrieb setzt Thömus auf die vollständige SRAM X0 Transmission-Gruppe mit X0-Schaltwerk, passender Kette und Kassette. Das elektronische SRAM-Schaltwerk wird direkt vom Haupt-Akku des Bikes mit Strom versorgt. Das bringt gleich zwei Vorteile: Das separate Laden von AXS-Akkus ist hinfällig und gleichzeitig stehen Funktionen wie Smooth Shift zur Verfügung, bei der Schaltvorgänge ohne Kurbelumdrehung unterstützt werden.

Dazu passt der hochwertige DT Swiss HXC 1200 SPLINE-Carbon-Laufradsatz, der speziell auf den E-MTB-Einsatz ausgelegt ist und ein geringes Gewicht mit der nötigen Robustheit für anspruchsvolle Trails kombiniert.

Bei den Reifen wurde nicht auf maximale Gewichtseinsparung geschielt. Zum Einsatz kommen Schwalbe Albert-Reifen, vorne mit Ultra Soft- und hinten mit Soft-Gummimischung. Die robuste Gravity-Karkasse an beiden Laufrädern bringt zusätzlichen Pannenschutz und unterstreicht den klaren Fokus auf Trail-Performance.

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Keine Kompromisse Teil 1: Unser Test-Bike setzt vorne und hinten auf die robuste Gravity-Karkasse von Schwalbe.
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Keine Kompromisse Teil 2: Mit der MAVEN Vierkolbenbremse erhält auch die SL-Variante des Thömus Oberrider Bremspower ohne Ende.

Auch beim Fahrwerk geizt Thömus nicht mit Abfahrts-Performance. An der Front arbeitet eine FOX 36 Factory mit GRIP X2-Kartusche, die innerhalb des FOX-Portfolios maximale Abfahrts-Performance und umfangreiche Einstellmöglichkeiten verspricht. Am Heck übernimmt die Federungsarbeit ein FOX FLOAT Factory-Dämpfer.

Noch deutlicher wird der Fokus auf hohe Abfahrts-Performance aber bei den Bremsen: Die äußerst kraftvollen SRAM MAVEN Silver verzögern vorne wie hinten mit 203 mm großen Galfer-Bremsscheiben. Die massiven Vierkolbenbremsen machen klar, dass Thömus bei unserem Test-Bike Reserven und Standfestigkeit wichtiger waren als das letzte Gramm auf der Waage. Apropos Waage: Mit 22,64 kg fällt das Gesamtgewicht angesichts der abfahrtsorientierten Komponenten noch moderat aus.

Bei der Sattelstütze kommt eine Eightpins Dropper Post mit 180 mm Hub zum Einsatz. Für Rahmengröße L ist das aus unserer Sicht definitiv zu knapp bemessen. Zwar lässt sich der Hub individuell anpassen, die Stütze baut am Kragen jedoch vergleichsweise hoch und verschenkt dadurch im abgesenkten Zustand etwas Bewegungsfreiheit gegenüber kompakter konstruierten Modellen, wie zum Beispiel der OneUp Dropper V3. Die angebundene Shimano-Remote erfüllt ihren Zweck, wirkt haptisch aber eher funktional als hochwertig.

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Die Eightpins Dropper Post fällt in Größe L mit 180 mm Hub zu kurz aus und baut am Kragen zusätzlich vergleichsweise hoch – beides kostet spürbar Bewegungsfreiheit auf dem Trail.

Hochwertiger geht es beim Cockpit zur Sache: Es setzt sich aus einem Race Face Turbine-Vorbau, einem Race Face Era-Carbon-Lenker und Ergon GDH-Team-Griffen zusammen. Damit bleibt auch hier der Anspruch hoch: leichte, hochwertige Komponenten, ohne den Fokus auf Kontrolle und Abfahrts-Performance aus den Augen zu verlieren.

Für zusätzliche Alltagstauglichkeit sorgt die Beleuchtung: Am Lenker sitzt eine Lupine Nano SL-Frontlampe, während das Rücklicht sauber in den Rahmen integriert ist. Damit bleibt das Oberrider auch bei Dunkelheit voll einsatzfähig, ohne dass zusätzliche Akku-Lampen montiert werden müssen. Sehr praktisch! Bei der Bedienung gibt es allerdings einen kleinen Schönheitsfehler. Einschalten lässt sich das Licht nur über das Display, während die Umschaltung zwischen Abblend- und Fernlicht ausschließlich über die kabelgebundene Lenkerremote funktioniert. Damit kombiniert Thömus zwei unterschiedliche Bedienkonzepte, ohne die Vorteile eines davon konsequent auszuspielen. Eine durchgängig über das Display oder komplett über die Remote gelöste Steuerung wäre hier stimmiger gewesen.

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Weitere Ausstattungsvarianten des neuen Thömus Oberrider 2027

Typisch Thömus lässt sich auch das neue Oberrider mehr als umfangreich konfigurieren. Statt fest definierter Ausstattungspakete könnt ihr zahlreiche Komponenten und selbst kleinere Ergonomie-Details an eure persönlichen Vorlieben anpassen. Los gehts ab 5.490 CHF.

Mit „Carbon Black“, „Lavendel“, „Tech Metallic Red“ und „Tech Silver“ stehen vier unterschiedliche Farbvarianten zur Wahl. Auch beim grundlegenden Bike-Konzept gibt es ordentlich Spielraum. Ihr könnt zwischen einem 600- oder 800-Wh-Akku wählen und das Oberrider direkt bei der Bestellung als klassisches 29″-Bike oder im Mullet-Setup konfigurieren. Dazu kommen zahlreiche Optionen bei Laufrädern, Reifen, Schaltung und Fahrwerk.

Besonders weit geht Thömus aber bei der individuellen Ergonomie: Griffe, Sattel, Lenkerbreite, Vorbaulänge und Spacer lassen sich passend zu Fahrergröße und persönlichen Vorlieben auswählen. Wer das Oberrider auch im Alltag einsetzen möchte, kann es zudem – wie unser Test-Bike – mit Beleuchtung ausstatten. Selbst hier gibt es nicht nur eine, sondern gleich mehrere Lösungen für maximale Flexibilität.

Welche Fahrwerksoptionen zur Verfügung stehen, hängt von der gewählten Oberrider-Variante ab. Beim langhubigen Oberrider ST stehen Komponenten von Öhlins und Marzocchi zur Auswahl. Für das Oberrider SL bietet Thömus dagegen Fahrwerkskomponenten von Marzocchi, FOX und SR Suntour an.

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Das neue Thömus Oberrider SL 2027 im Geometrie-Check

Thömus bietet das neue Oberrider in vier Rahmengrößen von S bis XL an und will damit Fahrerinnen und Fahrer zwischen 158 und 200 cm Körpergröße abdecken. Der Reach reicht von 440 mm in Größe S bis 510 mm beim XL-Modell. Unser Test-Bike in Größe L kommt auf 477 mm.

Auffällig sind dabei die ungewöhnlich ungleichmäßigen Größensprünge: Zwischen S und M liegen lediglich 10 mm Reach, anschließend wächst das Maß um 27 mm auf Größe L und schließlich um stolze 33 mm auf XL. Der S-Rahmen fällt damit relativ lang aus, während der M-Rahmen eher auf der kurzen Seite liegt. Wer zwischen zwei Größen liegt, sollte deshalb genauer hinschauen und sich nicht allein an der üblichen Größenbezeichnung orientieren.

Mit einem Lenkwinkel von 64,5° ist das neue Oberrider deutlich moderner ausgelegt als sein analoges Namenspendant, das noch mit vergleichsweise steilen 66° daherkam. Der Sitzwinkel fällt mit 76,9° ebenfalls zeitgemäß aus. Mit 436 mm sind die Kettenstreben von Rahmengröße L und XL sehr kurz. Bei den Rahmengrößen S und M fallen sie nochmals 1 mm kürzer aus.

Interessant wird es beim Oberrider bei den zahlreichen Anpassungsmöglichkeiten. Da wären zum einen die Reach Cups im Steuersatz, über die sich Reach und Lenkwinkel in vier unterschiedlichen Kombinationen anpassen lassen: kurz und agil, lang und stabil, kurz und stabil oder lang und agil. Zwischen den Einstellungen „kurz“ und „lang“ liegen 10 mm Reach. Damit lässt sich die Front nicht nur kompakter oder gestreckter abstimmen, sondern auch der gewünschte agile oder laufruhigere Charakter wählen. Auch diese Konfiguration kann bereits beim Bestellen im Thömus-Konfigurator festgelegt werden.

Zusätzlich besitzt das Oberrider zwei Flip-Chips – einen an der Dämpferaufnahme und einen am Lagerpunkt zwischen Ketten- und Sitzstrebe. Damit lässt sich das Bike bei Bedarf vom Full-29er auf ein Mullet umbauen – oder direkt im Konfigurator die richtige Laufradgröße auswählen.

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Die Dämpferaufnahme eröffnet darüber hinaus noch eine weitere Tuning-Möglichkeit: Über unterschiedliche Anschraubpunkte lässt sich die Progression des Hinterbaus zwischen 20 und 25 % variieren. So könnt ihr beeinflussen, wie schnell der Hinterbau innerhalb des Federwegs Gegenhalt aufbaut.

In Kombination mit dem umfangreichen Thömus-Konfigurator entsteht beim Oberrider damit enorm viel Spielraum, um die Geometrie, das Laufrad-Setup und den Fahrwerks-Charakter gezielt an den eigenen Fahrstil anzupassen und mit individueller Ausstattung zu finalisieren. Ein stimmiges Gesamtpaket!

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Größe S M L XL
Oberrohr 580 mm 595 mm 626 mm 657 mm
Sattelrohr 396 mm 440 mm 470 mm 506 mm
Steuerrohr 100 mm 118 mm 133 mm 150 mm
Lenkwinkel 65° 65° 65° 65°
Sitzwinkel 77° 77° 77° 77°
Kettenstrebe 435 mm 436 mm 436 mm 436 mm
Tretlagerabsenkung 31 mm 31 mm 31 mm 31 mm
Reach 440 mm 450 mm 477 mm 510 mm
Stack 613 mm 630 mm 643 mm 655 mm

Wie fährt sich das Thömus Oberrider SL 2027 auf dem Trail?

Wie ist die Uphill-Performance?

Bergauf hat uns das Thömus Oberrider positiv überrascht. Der angenehm steile Sitzwinkel bringt euch zentral über das Bike und ordentlich Druck aufs Vorderrad, ohne dabei unbequem zu werden. Die Sitzposition auf der Ebene fällt leicht sportlich aus und bringt etwas mehr Last auf die Hände, bleibt aber auch auf längeren Anstiegen noch angenehm. Dazu kommt der extrem kraftvolle Avinox-Motor, der selbst steile Rampen souverän hochschiebt. Besonders stark ist dabei die Traktion am Hinterrad: Der Hinterbau arbeitet traktionsstark und die Schwalbe Albert-Reifen mit Radial-Karkasse schmiegen sich förmlich an den Untergrund, generieren richtig viel Grip, rollen aber gleichzeitig erstaunlich leicht. Das passt hervorragend zum eher direkten Charakter des Oberrider, der sich in der Abfahrt offenbart.

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Wie fährt sich das neue Thömus Oberrider SL 2027 bergab?

Auch bergab hinterlässt das Thömus einen verdammt starken Eindruck. Der High-Pivot-Hinterbau arbeitet schluckfreudig, bietet gleichzeitig aber genügend Gegenhalt, um aktiv über den Trail zu pushen. Besonders stark ist dabei die Kontrolle im Federweg: Das Oberrider taucht bei Schlägen definiert ein, ohne wegzusacken, und vermittelt jederzeit ein sehr klares Gefühl dafür, wo man sich im Federweg befindet. Dazu kommen enorme Reserven – selbst harte Einschläge steckt das Fahrwerk souverän weg.

Eigentlich stellt sich damit fast die Frage, wozu es bei dieser Plattform überhaupt noch die zusätzlichen Reserven der ST-Version braucht. Schon das Oberrider SL ist extrem potent und trifft den Spagat aus Laufruhe und Agilität richtig gut. Die großen 29″-Laufräder sorgen für starkes Überrollverhalten, ohne dass sich das Bike dabei jemals träge anfühlt.

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Auch die Position auf dem Bike passt zum Charakter. Die Front steht angenehm hoch und vermittelt viel Sicherheit in steilem Gelände. Gleichzeitig bleibt das Handling direkt und präzise: Das Oberrider lässt sich sauber in Kurven drücken und erweist sich auch bei schnellen Richtungswechseln als gut kontrollierbar. Statt sich schwammig oder übermäßig komfortabel anzufühlen, wirkt das gesamte Bike eher straff und definiert.

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Dazu trägt auch das Cockpit bei. Der Race Face-Carbon-Lenker in Kombination mit den Carbon-Laufrädern gibt Schläge relativ ungefiltert weiter. Die Ergon-Griffe nehmen zwar einen Teil der Härte heraus, insgesamt bleibt die Front aber auf der strafferen Seite. Umso besser passt dazu die geschmeidige Radial-Karkasse der Schwalbe-Reifen, die zusätzliche Dämpfung ins System bringt und dem Bike etwas von seiner Härte nimmt.

Ein weiteres echtes Highlight ist die enorme Ruhe des Bikes. Selbst auf ruppigen Trails bleibt das Oberrider nahezu geräuschlos – im Wesentlichen hört man nur Reifen und Fahrwerk arbeiten. Genau diese Kombination aus Ruhe, Präzision, Support und Reserven macht das SL bergab deutlich potenter, als es die nominell 140 mm Federweg am Heck zunächst vermuten lassen.

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Wenn es steil wird, vermittelt die hohe Front des Oberriders viel Sicherheit.

Für wen ist das neue Thömus Oberrider SL 2027 das richtige E-MTB?

Das Thömus Oberrider SL richtet sich an Fahrer, die ein hochwertiges, extrem vielseitig konfigurierbares E-MTB suchen und ihr Bike möglichst gezielt an den eigenen Einsatzbereich anpassen wollen. Schon die SL-Version kombiniert viel Traktion und Laufruhe mit einem direkten, präzisen Handling und bietet bergab deutlich mehr Reserven, als es die 140 mm Federweg am Heck vermuten lassen.

Besonders spannend ist das Oberrider deshalb für ambitionierte Trail-Fahrer, die ein potentes Bike für anspruchsvolle Touren und schnelle Abfahrten suchen, aber nicht direkt auf ein 170-mm-Enduro setzen wollen. Dank der zahlreichen Geometrie-, Laufrad- und Fahrwerksoptionen lässt sich der Charakter zudem ungewöhnlich weit an persönliche Vorlieben anpassen.

Weniger passend ist das Oberrider für Schnäppchenjäger oder Fahrer, die ein möglichst leichtes und maximal komfortables E-MTB suchen. Unser Test-Bike fährt sich eher definiert und straff als soft und entkoppelt. Und mit 12.675 CHF bewegt sich das Gesamtpaket klar im Premium-Segment.

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Wer mit diesem E-Bike richtig liegt:

Der performance-orientierte Trail-Fahrer
Sucht ein direktes, präzises E-MTB mit viel Traktion, starkem Fahrwerk und ordentlich Reserven am Heck.

Der Individualist
Legt Wert darauf, Geometrie, Laufradgröße, Fahrwerks-Charakter und Ausstattung möglichst genau an die eigenen Vorlieben anzupassen.

Wer mit diesem Bike weniger harmoniert:

Der Komfort-Fahrer
Bevorzugt ein möglichst softes, komfort-orientiertes Fahrgefühl und eine eher entspannte als straff definierte Abstimmung.

Der Schnäppchenjäger
Sucht möglichst viel E-MTB fürs Geld und kann auf aufwändige Anpassungsmöglichkeiten und High-End-Komponenten verzichten.

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Fazit zum Thömus Oberrider SL 2027

Das Thömus Oberrider SL überzeugt mit einem enorm potenten High-Pivot-Hinterbau, viel Traktion und einem präzisen, kontrollierten Fahrverhalten. Schon die SL-Version bietet bergab erstaunlich große Reserven, ohne es dabei an Agilität fehlen zu lassen. Gleichzeitig lässt sich kaum ein anderes E-MTB so umfangreich an persönliche Vorlieben anpassen. Auch konstruktiv wirkt das Oberrider sauber durchdacht und hochwertig integriert. Kleine Schwächen bei Dropper Post und der Lichtbedienung trüben das starke Gesamtbild kaum.

Tops

  • extrem potenter und kontrollierter High-Pivot-Hinterbau
  • enorme Anpassbarkeit bei Geometrie, Laufrad-Setup und Ausstattung
  • erstklassige Verarbeitung und durchdachte Integration
  • sehr leise und souverän auf ruppigen Trails
  • starker Spagat aus Laufruhe und Agilität

Flops

  • Eightpins-Dropper mit nur 180 mm Hub und großer Aufbauhöhe
  • umständliche Lichtbedienung über Display und separate Remote

Mehr Infos findet ihr auf der Website von Thömus.

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Words: Lars Engmann Photos: Tim Eckermann

Wer schreibt hier?

Lars Engmann
Junior Editor

Lars Engmann ist Redakteur bei 41 Publishing. Sein Studium der Technischen Redaktion sowie seine Erfahrung als Ingenieur in der Fahrwiderstandsermittlung bilden die methodische Grundlage seiner Arbeit. Er betreut operative Einzel- und Vergleichstests für E-MOUNTAINBIKE und ENDURO mit Fokus auf Reichhöhenanalysen und Effizienzmessungen. Als Fachexperte für Optimierung und Systemgewicht bringt er seine Leidenschaft für Präzision in die Produktbewertung ein. Dabei verbindet er technische Dokumentation mit angewandter Performance-Analyse im Segment E-Performance.

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Unsere Redaktion vereint jahrelange, unabhängige Testerfahrung mit tiefgreifender technischer Expertise. Dabei denken wir bewusst über klassische Kategorien hinaus: Statt Bikes nur nach Einsatzbereich oder Federweg zu bewerten, betrachten wir sie ganzheitlich und berücksichtigen die reale Lebenswelt unserer Leserinnen und Leser.

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