Mit dem neuen Lightrider E_MAX lässt Thömus die Grenzen zwischen klassischen Mountainbikes und E-Bikes verschwimmen: Light-Support-Optik wird mit der vollen Power und dem natürlichen Fahrverhalten des neuen maxon BIKEDRIVE AIR S-Motors kombiniert. Das Ziel: optimale Integration bei gleichzeitig geringem Gewicht. Geht das Konzept des Trail- sowie Cross-Country-Bikes auf?

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Thömus Lightrider E_MAX | maxon AIR DRIVE S /400 Wh | 140/130 mm (v/h)
17.01 kg in size M | 12.450 € | Hersteller-Website

Das Thömus Lightrider E_MAX verbindet einen schlanken, minimalistischen Look mit hoher Leistung. Schon die von uns getestete Variante des Lightrider E_MAX beeindruckt mit einem Gewicht von nur 17,01 Kilogramm, und wer möchte, kann im Cross-Country-Aufbau noch ein paar hundert Gramm einsparen.

Herzstück des Bikes ist das brandneue maxon BIKEDRIVE AIR S-System, das eine Revolution eingeleitet hat: Full Support-Power bei gerade einmal 2 Kilogramm Motorgewicht. In Kombination mit einem 400-Wh-Akku, satten 90 Nm Drehmoment und 620 W Spitzenleistung liefert das Lightrider E_MAX die Performance, die man sonst nur von deutlich schwereren Bikes kennt – und das alles in einem eleganten, reduzierten Design.

Für unterschiedliche Einsatzbereiche bietet Thömus neben dem Aufbau nach persönlichen Wünschen mithilfe ihres umfassenden Konfigurators auch drei Grundvarianten des E_MAX an. Die XC-Light-Version setzt auf 120 Millimeter Federweg vorne und hinten und richtet sich an sportliche Cross-Country-Fahrer*innen, die besonders Leichtigkeit und Effizienz schätzen. Wer hingegen mehr Reserven für technische Trails benötigt, findet in der TRAIL-Light-Variante, unserer Testversion, die ideale Lösung: Mit 140 Millimetern Federweg vorne und 130 Millimetern hinten bietet sie eine ausgewogene Balance aus Gewicht und Abfahrts-Performance. Für alle, die noch mehr Sicherheit und Stabilität im anspruchsvollen Gelände suchen, gibt es die TRAIL-Version. Sie behält den gleichen Federweg bei, kombiniert ihn jedoch mit einer potenteren Gabel und robusteren Reifen – ideal für Fahrer, die das volle Potenzial des Bikes am Trail ausreizen möchten. Die Preisschilder für das Thömus Lightrider E_MAX starten ab CHF 5.990 CHF für das Modell BASE.

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Das neue Thömus Lightrider E_MAX im Detail – Stärken und Schwächen im Überblick

Das Thömus E_MAX überzeugt zunächst mit einer Reihe hochwertiger Lösungen. Besonders der Motor-Remote-Hebel aus Aluminium überzeugt mit exzellenter Haptik und präzisem Feedback – selbst unter ruppigen Bedingungen lässt er sich intuitiv bedienen, was aktuell kaum ein anderes System bietet. In Kombination mit der Dropper-Remote ergibt sich ein stimmiges Cockpit, das Funktionalität und Ergonomie gelungen vereint.

Ebenso hochwertig ist die kompakte Kettenführung aus Aluminium, die nicht nur robust wirkt, sondern auch optisch in das Gesamtbild passt. Abgerundet wird der positive Eindruck durch das helle, hochwertige Rücklicht, das sich bequem über den Power-Button am Display ein- und ausschalten lässt. Der Rahmen erfüllt die Anforderungen der Kategorie 4 und erlaubt ein zulässiges Gesamtgewicht von 140 Kilogramm. Das bedeutet, dass das Bike auch für anspruchsvolle Trails geeignet ist. Ein weiterer Pluspunkt: Der Kunde kann beim Kauf selbst entscheiden, ob die Leitungen klassisch oder durch das Steuerrohr verlegt werden sollen. Die weiche Materialwahl der Protektoren beim Unterrohr- sowie beim Ketten- und Sitzstrebenschutz dämpft die Geräuschentwicklung deutlich besser als harte Kunststoffvarianten.

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Der Motor Remote-Hebel ist äußerst gelungen.
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Praktisch und gut integriert ist das Rücklicht.

Positiv fällt der Platz für den Flaschenhalter auf: Am Unterrohr ist genug Raum, sodass selbst bei Rahmengröße M problemlos eine große Trinkflasche Platz findet. Alternativ kann die Aufnahme verwendet werden, um den 250 Wh-Range Extender unterzubringen. Auf der Unterseite des Oberrohrs befindet sich der mittlerweile obligatorische Toolmount – praktisch für Multitools oder CO₂-Kartuschen.

Trotz vieler gelungener Details gibt es einige Punkte, die Verbesserungspotenzial aufweisen. Der Ketten- und Sitzstrebenschutz deckt den Rahmen zwar gut ab, löste sich bei unserem Testbike aber teilweise bereits. Die Ladeport-Abdeckung ist recht fummelig beim Schließen und im Laufe des Tests hat sich ein Riss gebildet. Auch der Unterrohrschutz schließt nicht perfekt ab, und die Flap-Abdeckung zwischen Hauptrahmen und Kettenstrebe kann sich beim Reinigen mit dem Hochdruckreiniger lösen – hier wäre eine Linsenkopfschraube mit Unterlegscheibe die bessere Lösung.

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Das Segment-Display samt Kreuzschrauben passt nicht ganz zum hohen Anspruch des Bikes, soll aber bald durch das geplante Vollgrafik-Display ausgetauscht werden.

Auch die Aufnahme des Magnetsensors hinterlässt keinen hochwertigen Eindruck, da das dünne Plastik leicht nachgibt. Funktional ist es jedoch einwandfrei und im gesamten Testzeitraum gab es keinerlei Probleme mit der Sensorik. Die SAG-Anzeige am Hinterbau kann nicht überzeugen: Sie ist zu klein, aus der Sitzposition kaum ablesbar und insgesamt zu ungenau, um im Alltag wirklich hilfreich zu sein. Hinzu kommt, dass das Segment-Display optisch wenig ansprechend wirkt und mit Kreuzschrauben befestigt ist – ein klares No-Go für ein Bike dieser Klasse. Ein Vollgrafik-Display hätte hier deutlich mehr Wertigkeit gebracht, das aber laut Thömus bald verfügbar sein wird.

Das maxon BIKEDRIVE AIR S-Motorsystem im Thömus Lightrider E_MAX

Das Herzstück des Bikes, das maxon BIKEDRIVE AIR S-System, setzt Maßstäbe: Der Motor liefert 620 Watt Spitzenleistung, 90 Nm maximales Drehmoment und wiegt dabei beeindruckende 2 Kilogramm – eine Kombination, die für ein E-MTB dieser Klasse außergewöhnlich ist. Zum Vergleich: Der einzige Light-Support-Motor, der aktuell leichter ist, ist der TQ-HPR60. Doch dieser bietet bei Weitem nicht die gleiche Power. Auf dem Papier soll das maxon-System bis zu 400 % Unterstützung liefern, was ebenbürtig zu den meisten aktuellen Full Power-Systemen ist. Die Energieversorgung übernimmt eine 400-Wh-Batterie mit einem Gewicht von 1,8 Kilogramm. Zusätzlich ist ein Range Extender mit 250 Wh (1,6 kg) verfügbar. Für das Laden stehen zwei Optionen zur Verfügung: ein kompaktes 2A-Ladegerät für unterwegs und ein 6A-Ladegerät, das die Batterie in rund drei Stunden auf 80 % bringt – für diese Leistungsklasse kein Spitzenwert, aber im akzeptablen Bereich.

Thömus hat die Motoraufnahme so konstruiert, dass sie sich nahtlos ins Gesamtbild einfügt und nahezu unsichtbar bleibt – eine überaus gelungene optische Lösung. Auf der Antriebsseite wird die untere Motoraufnahme vom Motorcover überdeckt, bleibt aber gut zugänglich. Wer selbst Hand anlegen möchte, sollte aber wissen: Der Ausbau des Motors ist deutlich aufwendiger, als es zunächst wirkt. Die oberen Mounts sind auf beiden Seiten im ausgefederten Zustand von der Kettenstrebe verdeckt. Muss der Motor ausgebaut werden, so ist auch der Dämpfer zu entfernen. Dazu muss der Hinterbau eingefedert werden, was durch die Flexkettenstreben erschwert wird. Auch das Kettenblatt überdeckt die Motor Mounts teilweise, je nach Position ist der Zugang jedoch möglich. Kritisch sehen wir die untere Schraube auf der Antriebsseite – hier kommt lediglich eine 3er-Inbusschraube zum Einsatz, was für ein so wichtiges Bauteil wenig Vertrauen schafft.

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Die Anschraubpunkte des Motors sind extrem gut versteckt!

Die digitale Ausstattung wirkt derzeit noch zurückhaltend, bietet aber eine solide Grundlage. Alle wichtigen Basisfunktionen sind vorhanden: Die BIKEDRIVE Connect-App zeigt den Ladezustand an, ermöglicht die Lichtsteuerung und erlaubt die Auswahl der Unterstützungsstufe – um nur einige Beispiele zu nennen. Besonders positiv: Die Verbindung zum Bike ließ sich im Test kinderleicht herstellen und blieb durchgehend stabil, was für ein sorgenfreies Handling sorgt. Zwar gibt es in der App bereits ein Menü, das auf eine mögliche Feinabstimmung des Motors hinweist, doch in der Version, die wir getestet haben, war diese Funktion noch nicht verfügbar.

Die Ausstattung des neuen Thömus Lightrider E_MAX

Unsere Testversion, die TRAIL-Light-Variante, wurde individuell konfiguriert und setzt auf hochwertige Komponenten. Statt der serienmäßigen SRAM XX Transmission-Schaltung kommt an unserem Testbike ein elektronischer Shimano XTR-Antrieb zum Einsatz. Der überzeugt durch schnelle Schaltvorgänge und ist mit dem aktuell besten Schalthebel in puncto Ergonomie, Feedback und Funktion ausgestattet. Leider unterstützt das maxon-System derzeit nicht die Shimano-Freeshift-Funktion, die automatisch den richtigen Gang wählt, auch wenn man gerade nicht pedaliert. Diese Funktion hat sich in der Praxis als äußerst nützlich erwiesen. Ein kleiner Wermutstropfen: Die neueste Generation der Shimano-Antriebe liegt in puncto butterweichem Schalten und Geräuschentwicklung nicht ganz auf dem Niveau der amerikanischen Konkurrenz. Bei tiefem Einfedern wird das System hörbar lauter, was den ansonsten sehr guten Eindruck schmälert.

In puncto Bremsperformance hingegen gibt es keinerlei Abstriche. Vorne arbeitet eine Shimano XTR-Vierkolbenbremse mit einer 200-mm-Scheibe, hinten eine 180-mm-Scheibe. Die Bremskraft ist hervorragend und passt perfekt zur Kategorie des Bikes. Kein Fading, sehr gute Modulation. Allerdings liegt die vordere Bremsleitung zu nah am Lenker, was Kratzer verursacht und bei ruppigen Passagen Geräusche erzeugt.

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Die Shimano XTR-Vierkolbenbremse überzeugt mit sehr guter Dosierbarkeit und Bremspower, …
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… die Kabelführung der Bremse leider nicht.

Beim Fahrwerk setzt Thömus auf hochwertige FOX-Komponenten, die perfekt zum Charakter des Bikes passen. An der Front arbeitet die FOX 36 SL Factory, die mit straffem, aber sehr gutem Support überzeugt. Sie bietet dank der GRIP X-Dämpfungskartusche volle Einstellmöglichkeiten für High- und Lowspeed-Druckstufe sowie einfache Zugstufe und ist dabei rund 200 Gramm leichter als die reguläre FOX 36 Factory. Am Heck kommt der FOX FLOAT X zum Einsatz, der sich besonders einfach einstellen lässt. Mit Optionen für Lowspeed-Druckstufe und -Zugstufe ermöglicht der Dämpfer genügend Anpassungsspielraum für unterschiedliche Fahrstile. Zusätzlich lässt sich der Dämpfer bei Bedarf sperren.

Die EightPins H01-Sattelstütze überzeugt durch ihre besondere Konstruktion: Sie kommt ohne klassische Sattelklemme aus und wird stattdessen am unteren Ende des Sitzrohrs verschraubt. Dadurch integriert sie sich sauber ins Sitzrohr und lässt sich mit minimalem Kraftaufwand einfahren. Das Ergebnis ist eine präzise Modulation und ein geschmeidiges Handling. Verantwortlich dafür ist der größere Bushing-Overlap, der ein Verhaken nahezu ausschließt. Praktisch ist auch die schnelle Anpassung des maximalen Hubs über einen kleinen Hebel am Stützenkopf. Bei 176 cm Körpergröße und 82 cm Beinlänge ergab sich so ein Drop von 170 mmSr durchschnittlich für Größe M. Die Konstruktion hat jedoch Nachteile: Der hohe Stack begrenzt in Kombination mit einem langen Sitzrohr die Bewegungsfreiheit spürbar, besonders bei Sprüngen. Zudem fällt ein leichtes seitliches Spiel auf, das vor allem bergauf irritiert, auch wenn man sich mit der Zeit daran gewöhnt.

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Bei den Laufrädern setzt Thömus auf DT Swiss EXC 1200, einen Top-Carbon-Enduro-Laufradsatz, der mit dem DF-System (Anti-Pedalkickback) aufgerüstet werden kann, auch wenn das bei einem Bike dieser Kategorie nicht zwingend relevant ist. ASTM-Kategorie 5 und 130 kg Freigabe unterstreichen die Robustheit. Bereift ist das Bike mit Schwalbe Wicked Will in der Super Race-Karkasse und der ADDIX Soft-Gummimischung. Damit möchte man den Spagat zwischen geringem Rollwiderstand und gutem Grip schaffen. Nichtsdestotrotz stößt der Reifen bei nassen Bedingungen an seine Grenzen.

Das Cockpit stammt von Race Face und überzeugt mit hochwertigen Komponenten. Der CNC-gefräste Turbine SL-Vorbau in 50 mm Länge wirkt sehr edel. Ergänzt wird er durch den Race Face Era-Lenker, der darauf ausgelegt ist, die Ermüdung der Arme zu reduzieren und so den Komfort auf langen Fahrten zu erhöhen. Der ansonsten überzeugende Eindruck wird leider durch die schmalen Thömus VLG 884 tec-Griffe getrübt, die hart ausfallen und dadurch weniger Dämpfung bieten. Im Konfigurator sollte man daher besser zu den ESI-Griffen greifen.

Tuning-Tipps:
– Griffe, die besser dämpfen
– am Vorderrad einen potenteren Reifen

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Thömus Lightrider E_MAX

Ausstattung

Motor maxon AIR DRIVE S 90 Nm
Akku maxon 400 Wh
Federgabel FOX 36 SL Factory GRIP X 140 mm
Dämpfer FOX FLOAT X Factory 130 mm
Sattelstütze EightPins H01 212 mm
Bremsen Shimano XTR 200/180 mm
Schaltung Shimano XTR Di2 1x12
Vorbau Turbine SL 50 mm
Lenker Race Face ERA Carbon mm
Laufradsatz DT Swiss EXC 1200 29"
Reifen Schwalbe Wicked Will, Super Race, ADDIX Soft/ Schwalbe Wicked Will, Super Race, ADDIX Soft 2,4"

Technische Daten

Größe S M L XL
Gewicht 17,01 kg
Zul. Gesamtgewicht 140 kg

Besonderheiten

Konfigurator
Tool Mount
integrierte Lichtanlage

Individualität wird bei Thömus großgeschrieben

Im Konfigurator lässt sich das Thömus Lightrider E_MAX nach eigenen Wünschen zusammenstellen. Neben drei Basisfarben stehen über 20 Custom-Farben zur Auswahl, die jeweils in matt oder glänzend gewählt werden können, sodass jedes Bike zum Unikat wird. Darüber hinaus können auch die meisten zentralen Komponenten wie Fahrwerk, Laufräder, Bremsen, Antriebskomponenten und weitere Details innerhalb einer begrenzten Auswahl an Optionen individuell konfiguriert werden.
Preislich startet das Bike in der BASE-Variante ab 5.999 Schweizer Franken. Am oberen Ende der Standardmodelle liegt die TRAIL-Light-Version mit 12.700 Franken. Über den Konfigurator lässt sich der Preis zwar noch weiter nach oben treiben, allerdings ist man mit dieser Variante bereits hervorragend ausgestattet und erhält im Grunde das Beste vom Besten.

Die Geometrie des neuen Thömus Lightrider E_MAX

Die sportliche Sitzposition des Bikes wird vor allem durch die Kombination aus tiefer Front und gut gewähltem Sitzwinkel geprägt, wodurch sich ein effizienter Druck aufs Pedal aufbauen lässt. Der Reach fällt mit 454 mm in Größe M angenehm moderat aus: nicht zu extrem, sondern so gewählt, dass das Bike verspielt bleibt – insbesondere in Verbindung mit den kurzen, in allen Größen identischen 437-mm-Kettenstreben. Auch der Lenkwinkel ist für diese Kategorie passend. Obwohl er eher flach ausfällt, vermittelt das Rad kein träges Fahrverhalten, sondern bleibt lebendig und kontrollierbar.

Etwas auffällig ist das vergleichsweise hohe Tretlager im Verhältnis zum Federweg, wodurch das Bike auf Abfahrten etwas stelzig wirkt und Potenzial verschenkt. Geht man es hingegen ruhiger an oder legt den Fokus auf Uphills im technischen Gelände, weiß man die zusätzliche Bodenfreiheit zu schätzen.

Die Größenwahl fällt standardmäßig aus. Vier Größen mit Reach-Sprüngen von 25 bzw. 30 mm decken den üblichen Bereich ab. Besonders die kleinste Größe mit einem Reach unter 430 mm macht das Bike auch für sehr kleine Fahrerinnen und Fahrer interessant. Weniger ideal fällt hingegen die Sitzrohrlänge aus. Mit 458 mm in Größe M bewegt sie sich bereits auf dem Niveau mancher Hersteller in XXL. Zusammen mit dem relativ hohen Stack der Sattelstütze kann dies beim Springen dazu führen, dass der Sattel im Weg ist.

Größe S M L XL
Sattelrohr 416 mm 458 mm 488 mm 524 mm
Oberrohr 564 mm 594 mm 623 mm 656 mm
Steuerrohr 90 mm 110 mm 125 mm 140 mm
Lenkwinkel 65.4° 65.4° 65.4° 65.4°
Sitzwinkel 73.2° 73.6° 73.9° 74,1°
Kettenstrebe 437 mm 437 mm 437 mm 437 mm
BB Drop 31 mm 31 mm 31 mm 31 mm
Radstand 1169 mm 1207 mm 1238 mm 1274 mm
Reach 424 mm 454 mm 479 mm 509 mm
Stack 600 mm 619 mm 632 mm 646 mm

Das neue Thömus Lightrider E_MAX auf dem Trail

Schon beim ersten Aufsitzen wird klar, wie unkompliziert sich das Fahrwerk einstellen lässt. Die FOX-Gabel überzeugt mit hervorragendem Support. Der Federweg wird vollständig genutzt, ohne hartes Durchschlagen, wobei die Low- sowie Highspeed-Druckstufe bei einem Fahrergewicht von 75 kg in mittlerer Position eingestellt waren. Das schafft viel Spielraum für leichtere wie auch schwerere Fahrer. Auch der Dämpfer präsentiert sich von seiner besten Seite: Mit 30 % SAG und eher offener Druckstufe harmoniert er perfekt mit der Gabel. Der Federweg wird komplett genutzt, ohne dass das Fahrwerk durchrauscht, und das Zusammenspiel sorgt für ein straffes, aber kontrolliertes Handling – sowohl auf technischen Trails als auch bei schnellen Abfahrten.

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Bergab zeigt das Bike nicht sein volles Potenzial. Es braucht einen erfahrenen Fahrer, um schwieriges Gelände souverän zu meistern. Das hohe Tretlager verleiht dem Rad eine etwas stelzige Note, was die Gewichtsverteilung anspruchsvoller macht. Die tiefe Front erfordert eine sehr aktive Fahrweise, um das Bike in steilen Passagen unter Kontrolle zu halten, und trübt das Sicherheitsgefühl. Zu viel Druck am Vorderrad kann in Kombination mit der Reifenwahl schnell zum Wegrutscher führen. Hier wird deutlich, dass die Reifen das Potenzial des Bikes limitieren. Mit einem griffigeren Setup würde das Lightrider bergab deutlich mehr aus sich herausholen. Positiv überrascht hat uns dennoch das Fahrgefühl: Das Thömus Lightrider E-MAX fühlt sich nicht wie ein typisches E-MTB an, sondern eher wie ein agiles Enduro-Bike. Es rollt extrem gut, die schnellen Reifen tun ihr Übriges und verleihen dem Bike eine beeindruckende Geschwindigkeit auf flowigen Trails.

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Und genau dieser effiziente Charakter setzt sich bergauf fort: Hier spielt das Rad seine Stärken aus. Der steile Sitzwinkel und die tiefe Front bringen ordentlich Druck aufs Pedal und sorgen für eine effiziente Kletterposition. Lange Anstiege lassen sich entspannt meistern, ohne dass man das Gefühl hat, dass das Bike gegen einen arbeitet – und das gilt nicht nur für die volle Unterstützung. Gerade die niedrigeren Unterstützungsstufen funktionieren hervorragend, was bei vielen anderen Systemen oft nicht der Fall ist. Obwohl die Leistungsdaten des Motors nicht zu den stärksten am Markt gehören, vermittelt das Rad den Eindruck, förmlich den Berg hinaufzufliegen – nicht wie ein Avinox-System, aber schneller als die gängigen Full-Support-Systeme. Auf technischen Uphill-Trails funktioniert das Klettern hervorragend. Der Motor lässt sich sehr fein modulieren und reagiert angenehm direkt, was präzises Fahren erleichtert. Allerdings limitiert auch hier die Reifenwahl die Traktion, sodass mehr Grip der Reifen das Uphill-Potenzial noch einmal steigern würde.

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Wenn es um die Geräuschkulisse geht, ist der Motor eine echte Sensation: extrem leise, unter Volllast zwar hörbar, aber deutlich weniger hochfrequent als die meisten Konkurrenten. Damit setzt er sich für uns in puncto Sound aktuell an die Spitze der Full-Power-Motoren. Nahtlos fügt sich das Fahrgefühl in dieses positive Bild: Der Übergang über 25 km/h hinaus gelingt butterweich, die Unterstützung setzt sanft ein und ebenso geschmeidig wieder aus. Keine ruckartigen Schübe, kein nervöses Verhalten – alles wirkt angenehm natürlich. Und selbst ohne Unterstützung lässt sich das Rad erstaunlich gut pedalieren – fast wie ein klassisches Bike ohne Motor. Nur im Stand ist ein leichtes Zucken am Pedal spürbar – besonders dann, wenn man aus voller Fahrt abbremst, um an einer Ampel stehen zu bleiben. Dieses Verhalten erinnert etwas an einen Bosch-Motor, ist jedoch deutlich weniger ausgeprägt und weniger störend.

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Auch beim Anfahren zeigt sich der Motor von einer kontrollierten Seite. Er sprintet nicht sofort los wie manch andere Systeme, sondern verlangt einen Hauch mehr Nachdruck. Was zunächst wie ein Nachteil erscheint, entpuppt sich im Trail-Alltag als Vorteil: Das Bike startet sicher und berechenbar, ohne hektische Schubmomente.

Trotz des vergleichsweise sehr kleinen Akkus liefert das Bike solide Werte. Unsere Labortests bestätigen die Praxis (75 kg Fahrergewicht – inkl. Ausrüstung):

  • Full Power 810 hm/32 km bei 15 °C
  • Mid Power 980 hm/41 km bei 8 °C
  • Low Power 1.150 hm/50 km bei 11 °C

Für wen ist das neue Thömus Lightrider E_MAX, für wen nicht?

Das Bike richtet sich an Fahrer*innen, die eher mit wenig Unterstützung unterwegs sind, bei Bedarf aber trotzdem volle Power abrufen möchten. Es spricht Touren-Fans an, die effizient vorankommen wollen und dennoch jederzeit die Möglichkeit schätzen, spontan in einen Trail abzubiegen. Mit griffigeren Reifen und einem etwas höheren Cockpit lässt sich das Trail-Potenzial des Bikes zudem noch deutlich steigern, wodurch es auch für Fahrer*innen interessant wird, die einen stärkeren Fokus auf Trail-Fahrten legen. Gleichzeitig ist es ideal für alle, die die Optik und das Fahrgefühl eines klassischen Mountainbikes bevorzugen, dabei jedoch nicht auf die Leistung eines Full-Power-Systems verzichten wollen. Damit eignet sich das E_MAX besonders für Biker, die nur ein einziges Rad besitzen möchten – eines, das sich bergauf wie bergab natürlich fährt und auf Wunsch fast wie ein Analog-Bike anfühlt. Und dank des clever integrierten Rücklichts lässt es sich sogar problemlos als Commuter einsetzen.

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Helm MET Terrae | Brille 100% S3 | Shirt Alpinestars A-Aria Polartec Switch
Hose Alpinestars A-Dura Elite

Fazit zum neuen Thömus Lightrider E_MAX

Dem Thömus Lightrider E_MAX gelingt der Spagat zwischen minimalistischem Look und echter Full-Power-Performance beeindruckend gut. Der neue maxon BIKEDRIVE AIR S überzeugt mit starkem, sehr natürlichem Antrieb, extrem leisem Lauf und einem für diese Leistung außergewöhnlich niedrigen Gewicht. Bergauf spielt das Bike seine größten Stärken aus: Es klettert effizient und in allen Unterstützungsstufen überzeugend. Bergab bleibt es schnell und spritzig, verlangt aber aufgrund des hohen Tretlagers, der tiefen Front und der Reifenwahl einen aktiven, erfahrenen Fahrer. Abgesehen von einigen Detail-Schwächen liefert Thömus ein äußerst hochwertiges E-MTB, das dank seiner individuellen Konfigurierbarkeit das Potenzial hat, bergab noch mehr aus sich herauszuholen, verglichen zu unserem Test-Bike. Wer ein leichtes, leises und natürlich fahrendes Full-Power-E-MTB sucht, findet im E_MAX einen der derzeit spannendsten Kandidaten.

Tops

  • geringes Gesamtgewicht
  • hohe Agilität bergab
  • kraftvolles maxon-Motorsystem
  • schicke Optik

Flops

  • weniger wertige Ladeport-Abdeckung
  • Bremsleitung klappert am Lenker
  • harte Griffe bieten wenig Dämpfung
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Alle Infos findet ihr auf der Website von Thömus.


Words: Reynaldo Ilagan Photos: Lars Engmann