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Das beste E-SUV 2025 – 10 E-Bikes im Vergleichstest

26,5 kg in Größe L | 6.200 € | Hersteller-Website
Der Name Specialized steht weltweit für Performance, Prestige – und kalifornische Bike-Kultur. Bei unserem Einzeltest im DOWNTOWN Magazin, hat das Team von Specialized bereits bewiesen, dass es weiß, wie man SUV E-Bikes baut.
Specialized versteht das E-Bike als System: Motor und Bike sollen eine Einheit bilden, das Antriebssystem wird in Cham (Schweiz) mitentwickelt und soll exakt auf Geometrie und Einsatzzweck abgestimmt sein. Denn wer im klassischen Bikeshop nach einem SUV E-Bike fragt, bekommt oft ein hochgerüstetes Trekking-Bike zu sehen – mit wenig Federweg, geringer Reifenfreiheit, aufgesetzten Schutzblechen und eingeschränkter Integration. Specialized verfolgt beim Tero X einen anderen Ansatz: Das Bike soll komfortables Sitzen, souveränes Handling unter Last und echtes Offroad-Potenzial kombinieren – nicht nur auf Forstwegen, sondern auch darüber hinaus. Mittlerweile ist das Turbo Tero X 6.0 kein Neuling mehr auf dem Markt. Die Frage ist also, ob das Specialized-E-SUV-Konzept, das auf ein Mullet-Setup setzt – also 29”-Laufrad vorne und 27,5” hinten – auch 2025 noch ganz vorne mitspielen kann.
Das Turbo Tero X 6.0 wird in drei Varianten angeboten – gestaffelt nach Motorleistung und Akku-Kapazität:
- 50 Nm + 530 Wh (Specialized Turbo Tero X 4.0)
- 70 Nm + 710 Wh (Specialized Turbo Tero X 5.0)
- 90 Nm + 710 Wh im Topmodell (Specialized Turbo Tero X 6.0)
Wir haben das stärkste Modell getestet: 90 Nm Drehmoment, 710-Wh-Akku, 6.200 € UVP. Im vergangenen SUVE-Bike Vergleich fuhr das Tero X an die Spitze. Bleibt es dabei – oder wurde Specialized Turbo Tero X 6.0 inzwischen von der Konkurrenz überholt?
Was macht das Specialized Turbo Tero X 6.0 SUV E-Bike besonders? Performance Parts!
Neben der markanten Optik des Specialized Turbo Tero X 6.0 hebt sich vor allem das Zusammenspiel aus Antrieb und Ausstattung von der Konkurrenz ab.
Im Zentrum steht der Specialized 2.2 mit 90 Nm Drehmoment – ein Motor, der ursprünglich im Turbo Levo Gen3 für kräftigen Vortrieb entwickelt wurde. Gepaart mit einem 710-Wh-Akku und der hauseigenen Specialized-Software ergibt sich ein Antriebssystem, das klar aus dem E-MTB-Regal stammt. Der Akku ist vollständig im Unterrohr integriert, wird dort per Schloss gesichert und lässt sich mit einem Handgriff nach unten entnehmen. Der Ladeport sitzt direkt neben dem Akkuschloss, an dem sich auch der Entriegelungshebel für die Akkuentnahme befindet.

Bei der Ausstattung setzt Specialized auf robuste Performance-Komponenten, die sich auch im E-Mountainbike-Bereich bewährt haben. Die SRAM CODE RSC-Bremsen verzögern kraftvoll und gut dosierbar, das RockShox-Fahrwerk mit 130/120 mm (v/h) Federweg zählt zu den besten im Test. Geschaltet wird mit der präzisen SRAM X01 Eagle 12-fach, die auch unter Last sauber arbeitet.
Das zentral positionierte MasterMind TCD-Display auf dem Vorbau wirkt aufgeräumt, ist kontraststark, gut ablesbar und bietet obendrein einen USB-C-Port zum Laden eines Smartphones. Aber das war es auch schon mit der Aufgeräumtheit, denn es finden sich so viele Kabel an der Front, dass die Lezyne-Frontleuchte gerne mal ein Spinnennetz-Schattenspiel auf den Weg wirft.

Über die Specialized-App kommt ein umfassendes Connectivity-Paket dazu – inklusive:
- Smart Control, das den Motor basierend auf Akkureichweite und Strecke automatisch regeln kann (dazu muss man die geschätzte Distanz etc. eingeben),System-Lock mit PIN-Sperre und Alarmfunktion bei Bewegung
- Umfangreiche Anpassungsmöglichkeiten der Motoreinstellungen: So lassen sich die unterschiedlichen Unterstützungsstufen Eco, Trail und Turbo in Sachen maximaler Motorleistung, Ansprechverhalten und Fahrgefühl auf eigene Vorlieben einstellen.
Eine Navigationsfunktion fehlt weiterhin – lediglich das Aufzeichnen der Fahrten ist möglich. Immerhin steht das Tero X 6.0 mit diesem Verzicht 2025 nicht allein da: Auch andere Modelle im Testfeld bieten keine in die App integrierte Navigation.
Hydration auf langen Wegen? Kein Problem: Das Specialized Turbo Tero X 6.0 hat zwei zusätzliche Anschraubpunkte im Rahmendreieck platziert – einer sitzt unter dem Oberrohr und bietet Platz für eine große Trinkflasche, der andere liegt direkt über dem Motor und eignet sich maximal für einen Toolmount.
Tuning-Tipp: Specialized/Fjällräven Cool Cave-Packtaschen für festen Sitz und viel Fersenfreiheit.
Alltagsausstattung – Sauber integriert?
Die Schutzblech-Integration des Specialized Turbo Tero X 6.0 ist nahezu mustergültig: Die tiefgezogenen Fender halten Schmutz und Spritzwasser zuverlässig von den Hosenbeinen fern und sorgen für einen cleanen Look. Auch der Gepäckträger unterstreicht das sportliche Erscheinungsbild. Die tief positionierten Rails senken den Schwerpunkt und tragen dazu bei, das Handling auch mit Gepäck stabil zu halten. Auf das ORTLIEB QL3.1-System, wie es beispielsweise das Moustache Clutch 150.7 EQ nutzt, verzichtet Specialized jedoch. Stattdessen setzt man auf ein eigenes System: Die gemeinsam mit Fjällräven entwickelten Körbe und Taschen lassen sich sicher befestigen und bieten zugleich großzügig Fersenfreiheit.

Die maximale Zuladung am Heck liegt bei 20 kg. Wer mehr transportieren will, kann im Specialized-Shop ein optionales Front-Rack für weitere 10 kg dazukaufen – es wird direkt am Steuerrohr montiert und kostet rund 150 €. Praktisch für alle, die mehr Stauraum oder etwas Cargo-Bike-Feeling suchen. Die Gesamtzuladung liegt bei 135 kg, die Anhängerfreigabe bei 60 kg – perfekt für den nächsten Ausflug mit Hund. Unseren Hundeanhänger-Vergleich vom Schwestermagazin DOWNTOWN findet ihr hier!
Sehen und gesehen werden – besonders wichtig im Alltag. Das Frontlicht lässt sich über einen separaten Knopf am Lenker aktivieren und bietet eine starke Fernlichtfunktion, die die Straße großflächig ausleuchtet. Das Rücklicht mit integriertem Bremslicht ist weit unten angebracht und etwas mickrig im Vergleich zu den besten Lichtsystemen im Testfeld.

Mit rund 26,5 kg ist das Specialized Turbo Tero X 6.0 das leichteste Bike im Testfeld – dicht gefolgt vom Mondraker Chaser X. Das macht sich auf dem Trail ebenso bemerkbar wie im Alltag: Wer in der Stadt sein Bike doch mal eine Treppe hochbugsieren muss, kommt mit dem Specialized noch vergleichsweise gut klar. Bei schwereren Modellen wie dem Riese & Müller Delite5 GT oder dem Kalkhoff Entice 7+ Excite ABS Wave wird das deutlich mühsamer.
Specialized Turbo Tero X 6.0
6,200 €
Technische Daten
Motor Specialized 2.2 90 Nm
Akku Specialized U2-710 710 Wh
Display MasterMind TCD
Gabel RockShox Lyrik Select+ 130 mm
Dämpfer RockShox Deluxe Select+ 120 mm
Stütze X-Fusion Manic 190 mm
Bremsen SRAM CODE RSC 200/180 mm
Antrieb SRAM X01 Eagle 1×12
Vorbau Specialized Stealth 75 mm
Lenker Specialized Trail 750 mm
Laufräder Roval Traverse 29″/27,5″
Reifen Specialized Ground Control Grid T7 2,35
Rahmengrößen & Gewicht
Größen S M L XL
Gewicht 26,5 kg
Zul. Gesamtgewicht 163 kg
Max. Gewicht Fahrer/Equipment 135 kg
Anhänger-Freigabe ja
Ständeraufnahme ja
Besonderheiten
Lezyne Lichtanlage mit Fernlicht und Bremslicht
optionaler Frontgepäckträger
| Größe | S | M | L | XL |
|---|---|---|---|---|
| Oberrohr | 570 mm | 602 mm | 637 mm | 666 mm |
| Sattelrohr | 380 mm | 400 mm | 420 mm | 440 mm |
| Steuerrohr | 135 mm | 115 mm | 135 mm | 150 mm |
| Lenkwinkel | 67° | 67° | 67° | 67° |
| Sitzwinkel | 78° | 78° | 77° | 77° |
| Kettenstrebe | 460 mm | 460 mm | 460 mm | 460 mm |
| Tretlagerabsenkung | 23 mm | 41 mm | 41 mm | 41 mm |
| Radstand | 1.204 mm | 1.228 mm | 1.258 mm | 1.282 mm |
| Reach | 440 mm | 468 mm | 490 mm | 509 mm |
| Stack | 607 mm | 626 mm | 644 mm | 658 mm |
Was kann das Specialized Turbo Tero X 6.0 – Hat es erneut Siegerpotenzial?
Winkelverstellbarer Vorbau oder tiefer Durchstieg? Fehlanzeige. Das Specialized Turbo Tero X 6.0 setzt stattdessen auf mehr Performance. Wer aufsteigt, sitzt sportlich gestreckt, nicht übertrieben tief – etwas aufrechter als beim Moustache Clutch. Für Fahrer, die mit dem Specialized Turbo Tero X 6.0 hauptsächlich lange und komfortabel touren wollen, könnte die Sitzposition etwas zu sportlich sein. Egal ob Tour, Alltag oder auf dem Trail: Die verbaute X-Fusion Manic-Dropper Post mit massigen 190 mm Hub erleichtert das Auf- und Absitzen an Ampeln oder Zebrastreifen. Auf dem Trail hat man damit auch extrem viel Bewegungsfreiheit, wenn’s mal etwas steiler wird und das Gesäß über dem Gepäckträger hängt. Bevor das Hinterteil das Schutzblech küsst, ist beim Tero X durch das kleinere 27,5″-Hinterrad etwas mehr Raum. Das wirkt sich zudem auf das souveräne Handling des Tero X aus und bringt mehr Agilität. Lenkbefehle setzt das Bike direkt um und es lässt sich – egal ob im Großstadtdschungel um Laternen oder durch schmale Passagen auf den Trails – präzise manövrieren.
Gemeinsam mit dem Haibike ADVENTR und dem Mondraker Chaser X zählt das Tero X zu den SUV E-Bikes im Testfeld, die auch abseits befestigter Straßen richtig Gas geben wollen. Das Fahrwerk mit 130 mm Federweg an der Front und 120 mm am Heck zeigt sich dabei souverän: Wurzeln, kleine Steinfelder oder Absätze werden mühelos geschluckt – ohne durchzuschlagen oder an Kontrolle zu verlieren. Egal ob Bordsteinkanten oder Waldtrail – das Tero X bleibt spurstabil, auch bei höherem Tempo. Gleichzeitig vermittelt das Fahrwerk genug Feedback, um auch ambitionierten Fahrern Spaß zu machen. Was das Testfeld angeht, hat das Tero in Sachen Fahrspaß zusammen mit dem Haibike ADVENTR 11 ABS die Nase vorn.
Die SRAM CODE RSC gehört zwar nicht mehr zur allerneuesten Generation, bleibt aber eine der kräftigsten und am feinsten dosierbaren Vierkolbenbremsen im Testfeld. Für erfahrene Biker ist das eine zuverlässige Wahl mit starker Bremsperformance, Einsteiger können mit den Einfinger-Bremshebeln etwas überfordert sein. Für uns würde hier auch definitiv ein ABS Sinn machen – schade!
Im Alltagseinsatz zeigt sich das Specialized Turbo Tero X 6.0 insgesamt stabil und gutmütig. Dennoch bringt der Gepäckträger einen Kompromiss mit sich: Große Taschen wie z. B. von ORTLIEB mit QL2.1 stehen relativ weit vorn und können Fahrern mit großen Füßen in die Quere kommen.
Die Kombination aus Specialized 2.2-Motor und SRAM X01 Eagle 12-fach-Schaltung liefert eine hohe Bandbreite und jede Menge Schub. Kein Anstieg ist dem Tero X zu steil. Dennoch bleibt das Ansprechverhalten feinfühlig, was auch Einsteiger nicht überfordert. Gleichzeitig lässt sich die volle Power gezielt einsetzen – für sportliche Fahrer ein echtes Plus.

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Für wen ist das Specialized Turbo Tero X 6.0?
Wer bereits Trailerfahrung mitbringt und insgeheim eher ein agiles E-MTB mit Alltagsausstattung als ein klassisches SUV E-Bike sucht, findet hier genau das richtige Setup: viel Power, schluckfreudiges Fahrwerk und ausgewogenes Handling. Gleichzeitig bleibt das Specialized Turbo Tero X 6.0 alltagstauglich und unkompliziert in der Bedienung. Am meisten Freude dürfte es all jenen bereiten, die das dynamische Fahrverhalten zu nutzen wissen – denn dann spielt das Tero X seine Stärken voll aus. Ein Bike, das mehr kann, als man ihm auf den ersten Blick ansieht – und das den Fahrspaß in den Mittelpunkt stellt.
Fazit zum Specialized Turbo Tero X 6.0
Das Specialized Turbo Tero X 6.0 macht auf Straße und Trail richtig Spaß. Potentes Fahrwerk, sportliche Geometrie und souveränes Handling überzeugen – vor allem im Gelände. Gewicht, Integration und Ausstattung stimmen größtenteils. Doch fehlendes ABS, eingeschränkte Fersenfreiheit bei großen Taschen und das etwas unaufgeräumte Cockpit kosten Specialized den Testsieg. Geschlagen geben muss sich das Tero X trotzdem nur ganz knapp.
Tops
- hoher Fahrspaß abseits befestigter Wege
- breites Einsatzgebiet
- hochwertige und potente Komponenten aus dem MTB-Bereich
Flops
- für gemütliche Fahrer zu sportliche Sitzposition
- kein ABS
- Ferse stößt an bei großen Heckgepäckträger-Taschen
- viel los an der Front
Mehr Information findet ihr unter Specialized.com.
Das Testfeld
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Words: Robin Ulbrich Photos: Lars Engmann, Robin Schmitt


