Das ultimative, vollgefederte E-Adventure-Bike soll das SCOTT Axis eRIDE FS 10 sein – behauptet zumindest der Schweizer Bike-Gigant. Natürlich haben wir das SUV E-Bike mit verstecktem Hinterbau-Dämpfer und ABS auf seine Abenteurer-Gene hin getestet und sagen euch, wie es sich im Alltag und abseits befestigter Wege schlägt.

Einen Überblick über unsere SUV E-Bike-Kaufberatung erhaltet ihr hier:
Das beste E-SUV 2025 – 10 E-Bikes im Vergleichstest

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SCOTT Axis eRIDE FS 10 | Bosch Performance Line CX/800 Wh | 140/140 mm (v/h)
28,82 kg in Größe L | 7.299 € | Hersteller-Website

SCOTT ist einer der größten Sportartikel- und Bike-Hersteller der Welt und hat für jede Anforderung und jeden Anspruch etwas im Portfolio. Da wundert es nicht, dass die mittlerweile in der Schweiz beheimatete Brand auch im Bereich SUV E-Bike mitspielt. Allerdings ist hier die Produktvielfalt vergleichsweise gering. Zwar listet die SCOTT-Website in der Kategorie „E-Trekking-Bikes“ ganze neun Modelle auf. SUV E-Bikes nach unserer Definition erfordern allerdings eine Front- und Heckfederung. Und letztere gibt es nur an zwei der E-Trekking-Bikes von SCOTT. Beide hören auf den Namen SCOTT Axis eRIDE FS. Unser Testbike, das SCOTT Axis eRIDE FS 10, ist dabei das Topmodell mit einem Preis von 7.299 €. In unserem Vergleichstest liegt es damit klar im oberen Preisbereich, zusammen mit dem Riese & Müller Delite5 und dem KETTLER PINNIATO FS SPORT Wave. Das günstigere Axis eRIDE FS 20 kostet 6.199 €. Es basiert zwar auf dem gleichen Bosch Performance CX-Antrieb in Kombination mit einem 800 Wh großen Akku, ist aber insgesamt einfacher ausgestattet. Das betrifft vor allem die Federung, die Schaltung und die Bremsen. Das 20er-Modell kommt ohne ABS, was aus unserer Sicht den größten Kompromiss gegenüber der getesteten Topversion bedeutet. Beiden gemeinsam ist der üppige Federweg von 140 mm an Front und Heck. Das Bike wird in den Größen S–XL angeboten.

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Was macht das SCOTT Axis eRIDE FS 10 besonders? Explore the City!

Bikes von SCOTT sind schon fast traditionell mit viel Technik ausgestattet. So kommt auch das SUV E-Bike SCOTT Axis eRIDE FS 10 mit der SCOTT-typisch versteckten Heckfederung und dem patentierten NUDE-Dämpfer, der sich vom Lenker aus teilsperren oder ganz blockieren lässt. Was an einem SUV E-Bike allerdings überflüssig ist. Denn der Motor schiebt zuverlässig bergauf – ob mit gesperrtem Dämpfer oder offen, macht bei einem rund 29 kg schweren Bike kaum einen Unterschied. Was es dafür mit sich bringt, ist ein leicht überfrachtetes Cockpit, mit zwei zusätzlichen Remotes oberhalb der Dropper-Remote.

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Am Cross-Country-Bike ein echtes Highlight, verwirrt der TracLoc-Habel an einem SUV E-Bike wohl die meisten eher.
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Macht sich nicht nackig: Der NUDE-Dämpfer von FOX erlaubt verschiedene Dämpfungseinstellungen.

Doch trotz der vielen Technik, des langhubigen FOX-Fahrwerks und der kolportierten Adventure-Gene versprüht das SCOTT Axis eRIDE FS 10 mehr den Charme eines klassischen City-Bikes denn eines Abenteurers. Das soll keineswegs als Kritik verstanden werden. Ein SUV E-Bike soll vor allem universell einsetzbar sein und im Alltag überzeugen. Und Features wie ein ABS sind uns da sehr willkommen.

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Zur sportlich schlanken Optik des SCOTT-SUV E-Bikes passt die gelungene Integration der Lichtanlage (Lezyne vorne, Supernova hinten) und des zentralen Displays. Die Schweizer kombinieren hier das große Bosch Kiox 300-Display und die Mini Remote am Lenker – ein perfektes Duo für ein alltagstaugliches Bike. Das Display zeigt alles groß und übersichtlich an und eignet sich auch zum Navigieren. Dafür muss allerdings das Smartphone über die Flow-App mit dem Bosch-System gekoppelt sein. Die Lenkerfernbedienung überzeugt durch ihre kompakte Bauform und ihre ergonomischen Tasten, die eine Fehlbedienung praktisch ausschließen. Ein weiterer Vorteil des Bosch Smart-Systems: Das SCOTT Axis eRIDE FS 10 kann bei Bedarf um den PowerMore Range Extender mit 250 Wh zusätzlicher Kapazität ergänzt werden. Der wird an den Anschraubpunkten, die sich am Unterrohr befinden, mit einer speziellen Schiene angebracht. Wenn man keine Reichweitenangst hat und auf einen Range Extender verzichten kann, findet dort auch eine Trinkflasche Platz.

Tuning-Tipp: Breiterer Lenker für mehr Kontrolle, wäre da nicht das One-Piece-Cockpit.

Diebstahlschutz vs. Schnellspanner – Schnell mal was weg!

Alltagstauglichkeit sollte bei einem SUV E-Bike ganz weit oben in der Prio-Liste stehen. Und dazu zählt neben der entsprechenden Ausstattung mit Licht, Gepäckträger, Ständer und Co. auch ein gewisser Diebstahlschutz.

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Trio Infernale: Gleich drei Schnellspanner finden sich am SCOTT Axis eRIDE. Praktisch, aber der Diebstahlschutz …

Ein robustes Schloss, am besten mit Bügel oder Kette, sollte immer dabei sein. Doch was hilft das beste Schloss, wenn einzelne Teile des Rades in Sekundenschnelle ohne Werkzeug abmontiert werden können? Genau – nix! Denn auch wenn Schnellspanner natürlich einen gewissen Komfort mitbringen, sind sie gleichzeitig auch eine Verlockung für Langfinger und „Spaßvögel“. Es gibt gerade in Bahnhofsnähe immer wieder Leute, die Spaß daran haben, lose Teile abzubauen und im nächsten Gebüsch zu entsorgen. Am SCOTT Axis eRIDE finden sich gleich drei Schnellspanner: an beiden Laufrädern und an der Sattelstütze. Klar, erleichtert es das Setup, wenn man kein Werkzeug braucht. Aber wie oft nimmt man bei einem SUV E-Bike die Laufräder raus? Wir finden jedenfalls, beim Thema Schnellspanner ist weniger definitiv mehr.

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Die Akkuentnahme hat SCOTT komfortabel gelöst. Mittels eines Kipphebels lässt sich das Akkucover öffnen, der Akku selbst wird mit einem Schlüssel entriegelt, ohne dass er dabei einfach rausfällt. Der Ladeport sitzt leicht erreichbar und gut vor Dreck geschützt auf der Antriebsseite, auf Höhe der oberen Dämpferanlenkung.

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SCOTT sieht das Axis eRIDE FS als Adventure-E-Bike. Abgesehen davon, dass wir es eher als City-Bike einstufen würden, passt auch das zulässige Gesamtgewicht nicht so recht zum Abenteurer-Anspruch. Maximal 130 kg erlaubt der Hersteller. Zieht man noch die bis zu 15 kg mögliche Beladung des Gepäckträgers ins Kalkül, bleiben für den Fahrer nur noch gut 85 kg über. Groß und schwer sollte man da als Weltentdecker nicht sein. Immerhin ist im Top-Spec gleich eine Racktime Snapit-Spannfeder enthalten. SCOTT verzichtet angesichts des geringen zulässigen Gesamtgewichts auch auf eine Anhängerfreigabe.

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SCOTT Axis eRIDE FS 10

7.299 €

Technische Daten

Motor Bosch Performance Line CX 85 Nm
Akku Bosch PowerTube 800 Wh
Display Bosch Kiox 300
Gabel FOX AWL 34 140 mm
Dämpfer FOX Float eRIDE 140 mm
Sattelstütze Syncros Duncan 125 mm
Bremsen MAGURA MT C ABS 203 mm
Antrieb Shimano DEORE XT 1×12
Vorbau Syncros Forged Alloy 80 mm
Lenker Syncros Forged Alloy 680 mm
Laufräder Syncros MD30 29″
Reifen Schwalbe Advancer 2,35

Fahrzeugspezifische Daten

Größen S M L XL
Gewicht 28,82 kg
Zul. Gesamtgewicht 130 kg
Anhänger-Freigabe nein
Ständeraufnahme ja

Besondere Merkmale

Range Extender kompatibel
ABS

Größe S M L XL
Oberrohr 578 mm 604 mm 625 mm 655 mm
Sattelrohr 405 mm 435 mm 470 mm 500 mm
Steuerrohr 120 mm 125 mm 135 mm 145 mm
Lenkwinkel 65,4° 65,4° 65,3° 65,3°
Sitzwinkel 77,6° 77,4° 77,3° 77,3°
Kettenstrebe 453 mm 453 mm 453 mm 453 mm
BB Drop 37 mm 37 mm 37 mm 37 mm
Radstand 1.218 mm 1.240 mm 1.270 mm 1.304 mm
Reach 440 mm 460 mm 485 mm 515 mm
Stack 641 mm 646 mm 654 mm 663 mm

We rock this City! Was kann das SCOTT Axis eRIDE FS 10 E-SUV?

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Ein Tiefeinsteiger ist das SCOTT Axis eRide FS 10 zwar nicht – durch das stark abfallende Oberrohr ergibt sich dennoch ein angenehm tiefer Durchstieg, was das Auf- und Absteigen spürbar erleichtert. Man nimmt recht bequem Platz mit wenig Druck auf den Händen, ähnlich dem Riese & Müller Delite5 GT pinion. Das Syncros One-Piece-Cockpit fällt jedoch recht schmal aus, was die Front nervös macht und ein gewisses Sicherheitsempfinden vermissen lässt. Hier ist etwas Eingewöhnung vonnöten. Zwar sieht das One-Piece-Cockpit schick aus, doch es schränkt die individuelle Einstellbarkeit von Lenker und Vorbau deutlich ein – gerade bei einem SUV E-Bike, das vielleicht von mehreren Familienmitgliedern genutzt wird, ein unnötiger Nachteil. Vor allem bei beladenem Gepäckträger macht sich die leichte und schmale Front negativ bemerkbar und es neigt bei flotter Fahrt ein wenig zum Flattern. Insbesondere im Gelände und bergab fühlt man sich dadurch unsicherer als auf Bikes wie etwa dem Specialized Turbo Tero X 6.0 oder dem Haibike ADVENTR 11 ABS. Das ist doppelt schade, denn SCOTT stattet das Axis eRIDE mit reichlich Federweg aus, was es für Geländefahrten – zumindest auf dem Papier – prädestiniert.

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Als Topmodell der SCOTT Axis eRIDE-Serie ist unser Testbike auch mit dem Bosch eBike ABS ausgestattet – für ein alltagstaugliches SUV E-Bike ein echter Mehrwert. Daran sollten sich andere Hersteller – auch jene, die keinen Bosch-Antrieb verbauen – unbedingt ein Beispiel nehmen. Die Funktion des ABS ist absolut einwandfrei und erhöht die Fahrsicherheit vor allem auf losem und feuchtem Untergrund signifikant. Gerade im Stadtverkehr mit häufig unvorhersehbaren Bremsmanövern oder auf glatten Schienen kann das ABS für ein „Das war knapp!“ sorgen, einem Sturz mit etwaigen Verletzungen aber vorbeugen. Auch im Gelände bringt ABS zusätzliche Sicherheit, zumal mit den 203 mm großen Bremsscheiben ordentlich Bremspower zur Verfügung steht. Beim Thema Fahrspaß hinterlässt das SCOTT-SUV E-Bike im Gelände einen indifferenten Eindruck. Das sehr gut abgestimmte, schluckfreudige FOX-Fahrwerk verleitet fast schon zur Trail-Hatz. Das schmale Cockpit bremst die Euphorie dann aber wieder ein wenig. Beim Pendeln wiederum zeigt es sich sehr fahrstabil und dennoch wendig genug auch für enge Kurven. Dass das vordere Schutzblech schon bei geringen Erschütterungen leicht klappert, mag man dem SCOTT-SUV E-Bike da gerne mal nachsehen.

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Für wen ist das SCOTT Axis eRIDE FS 10?

Das SCOTT Axis eRIDE FS 10 ist das richtige Bike für alle, die ein komfortables, wendiges Bike für die Stadt und das Umland suchen. Auch ein kleiner Einkauf oder der Ausflug an den Badesee lassen sich damit bewältigen. Dabei sollte man aber stets das zulässige Gesamtgewicht von 130 kg im Blick behalten, das selbst angesichts des nur für 15 kg freigegebenen Gepäckträgers ziemlich wenig ist und die Vielseitigkeit des Rades damit einschränkt. Trotz der vielen Technik und des langhubigen Fahrwerks kommt vor allem im Gelände nicht der ganz große Fahrspaß auf. Abenteurer sind hier also nicht an der richtigen Adresse. City-Bummler und Pendler hingegen schon.

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Helm Fox SPEEDFRAME Pro

Fazit zum SCOTT Axis eRIDE FS 10 SUV E-Bike

SCOTT hat sich bei der Entwicklung des Axis eRIDE FS 10 viele Gedanken gemacht. Und das sieht man dem Fahrrad auch an: starker Antrieb, schluckfreudiges Fahrwerk und standhafte Bremsen samt ABS – nice. Zum Abenteurer taugt das Bike aufgrund der geringen Zuladung und des etwas nervösen Fahrverhaltens dennoch nicht. Und für den eher schmalen Einsatzbereich ist es auch ganz schön teuer. Dafür ist der niedrige Durchstieg komfortabel und das Bike im städtischen Alltag sehr sicher zu fahren.

Tops

  • ABS für mehr Sicherheit
  • Dämpfer vor Dreckbeschuss geschützt
  • angenehm niedriger Durchstieg
  • stabiles Fahrverhalten

Flops

  • geringes ZGG von nur 130 kg
  • Schnellspanner ziehen Langfinger an
  • fehlende Einstellbarkeit der Lenkerposition durch One-Piece-Cockpit
  • keine Anhängerfreigabe

Mehr Information findet ihr unter scott-sports.com.


Das Testfeld

Einen Überblick über diesen Vergleichstest erhaltet ihr hier:
Das beste SUV E-Bike 2025 – Die 10 heißesten SUV E-Bikes im Vergleichstest

Alle Bikes im Test: CENTURION Lhasa R2000, Haibike ADVENTR 11 ABS, Hercules NOS FS SUV 4.2, Kalkhoff Entice 7+ Excite ABS Wave, KETTLER PINNIATO FS SPORT Wave, Mondraker Chaser X, Moustache Clutch 150.7 EQ, Riese & Müller Delite5 GT Pinion, SCOTT Axis eRIDE FS 10, Specialized Turbo Tero X 6.0.

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Words: Patrick Gruber Photos: Lars Engmann, Robin Schmitt