From Dirt to Asphalt! Mit diesem Versprechen bringt Mondraker das Chaser X ins SUV E-Bike-Segment – mit glasklarer E-MTB-DNA. Klingt spannend – doch wie gut ist den Spaniern die Umsetzung gelungen? Wir schauen, wie alltagstauglich die Ausstattung ab Werk wirklich ist – und was es mit der Akkulösung auf sich hat.

Einen Überblick über unsere SUV E-Bike-Kaufberatung erhaltet ihr hier:
Das beste E-SUV 2025 – 10 E-Bikes im Vergleichstest

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Mondraker Chaser X | Bosch Performance Line CX/625 Wh | 150/140 mm (v/h)
26,6 kg in Größe L | 4.999 € | Hersteller-Website

Mondraker ist bekannt für performance orientierte Mountainbikes wie das Crafty Carbon oder das ultraleichte Neat RR SL. Doch die spanische Bike-Schmiede will mehr: Mit dem Chaser X und dessen großen Bruder, dem Chaser RX, greifen die Spanier im urbanen – oder, besser gesagt: SUV E-Bike-Segment an. Basis dafür ist das E-Enduro Chaser, dem Mondraker ein alltagstaugliches Kleid übergestreift und dabei den Federweg leicht reduziert hat. Statt 160 mm und 150 mm wie beim Enduro-Zwilling gibt’s beim Mondraker Chaser X 150 mm Federweg vorn und 140 mm am Heck. Damit ist es immer noch äußerst potent – im Testfeld wird es in dieser Federwegsdisziplin nur knapp vom Moustache Clutch 150.7 EQ übertroffen. Doch reichen ein paar Mountainbike-Gene und urbane Anbauteile, um sich in unserem anspruchsvollen Testfeld durchzusetzen?

Das Mondraker Chaser X ist das günstigste SUV E-Bike im Testfeld – mit 600  € Abstand zum CENTURION Lhasa R2000 für 5.599 €. Was allerdings direkt auffällt: Das Chaser X ist das einzige Bike im Test, das ohne Dropper Post ausgeliefert wird. Für uns ein entscheidender Nachteil, besonders bei einem Bike mit sportlichem Anspruch oder einem SUV im Stadtverkehr, sobald man alle 500 m an der Ampel halten muss. Dadurch spart das rund 5.000 € teure Aluminium-Bike allerdings etwas Gewicht und landet mit 26,6 kg knapp hinter dem Specialized Turbo Tero X 6.0.

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Wer bei Mondraker bleibt, sollte aber unbedingt noch den großen Bruder, das Mondraker Chaser RX auf dem Schirm haben: Kostet rund 1.000 € mehr, dafür mit Dropper Post und 750-Wh-Akku – statt dem hier verbauten 625-Wh-Akku, der unseren Erwartungen an ein SUV E-Bike nicht ganz gerecht wird. Wir haben das Chaser X auf Herz und Nieren geprüft und zeigen euch, ob es im Alltag und Gelände überzeugen kann.

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Einzigartig, kein Rein und Raus beim Chaser X. Hier ist noch ein starre Sattelstütze verbaut, eine Rarität, die man im SUV-Segment eigentlich nicht mehr sehen will.

Was macht das Mondraker Chaser X besonders? Alt und neu = Mountainbike für den Asphalt.

Optisch geht das Mondraker Chaser X seinen eigenen Weg: Die Formensprache bleibt sportlich und minimalistisch. Dabei ist der Bosch Performance Line CX Gen5 Smart System-Motor schön ins Bike integriert. Mondraker kombiniert den aktuellen Antrieb mit einem älteren 625-Wh-Akku, der sich dank Smart-System weiterhin nutzen lässt – und für eine schlanke Optik sorgt. Positiv hervorzuheben ist das klare, aufgeräumte Cockpit. Weniger modern fällt hingegen das mittig auf dem Vorbau platzierte Intuvia 100-Display aus, das im Vergleich zum Rest des Textfeldes eher altbacken wirkt. Es zeigt die nötigsten Informationen wie Akkustand, Restreichweite oder Lichtstatus an – in Nintendo 64 Auflösung, nur ohne Farbe.

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Clean und aufgeräumt. Bei dem Mondraker Cockpit ist nicht so viel los wie bei den anderen SUV E-Bikes.
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Das Bosch Intuvia 100-Display: Alt aber funktioniert, per Tastendruck aktiviert sich die Hintergrundbeleuchtung und die Nintendo 64-Auflösung wird auch bei Nacht sichtbar.

Der Akku wird per Schlüssel entriegelt und lässt sich nach oben aus dem Unterrohr entnehmen. Die Umsetzung ist allerdings mehr als fummelig: Wer den finalen Klickverschluss lösen will, der den Akku freigibt, muss mit dem Finger zwischen Rahmen und Abdeckung greifen. Die Abdeckung ist allerdings Teil des Akkus, und der Spalt zum Clip-Lösen so klein, dass man selbst mit einem Multitool Schwierigkeiten bekommt. Da das Akkucover fest mit dem Akku verbunden ist, fehlen auf dem Unterrohr zudem Befestigungsmöglichkeiten für einen Flaschenhalter. Dafür gibt es unter dem Oberrohr Anschraubpunkte für einen Toolmount oder eine Flasche.

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Noch so ein Spruch, Fingerbruch! Die Entnahme ist keine leichte Fehlkonstruktion mehr.
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Feuer frei für Dreckbeschuss at its finest! Der Ladeport ist den Spaniern sprichwörtlich in die Hose gegangen.

Ebenfalls wenig glücklich gelöst ist die Position des Ladeports: Er sitzt nah am Tretlager auf der Unterseite des Unterrohrs und bekommt wie ein Kotflügel den ganzen Kot, äh Dreck, ab. Die Gummikappe hält auch nur bedingt und ist uns beim zweiten Ladevorgang direkt entgegengekommen – hier sollte Mondraker dringend nachbessern.

Tuning-Tipp: Dropper Post nachrüsten – Sattelrohr-Durchmesser: 31,6 mm. Wer viel in der Stadt cruist: Klingel dran!

MTB trifft Stadtverkehr

Schutzbleche, Licht und Seitenständer – viel mehr braucht es nicht, um ein sportliches E-MTB in ein stadtfeines SUV-Bike zu verwandeln. Die Schutzblech-Integration beim Mondraker Chaser X ist filigran, aber sauber gelöst. Der vordere Fender ist lang genug, um Nässe von Hose und Schuhen fernzuhalten, während die Rückleuchte ins hintere Schutzblech integriert wurde – allerdings sitzt sie dort etwas tief und kann im dichten Stadtverkehr leicht übersehen werden.

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Der Gepäckträger wirkt unscheinbar, ist MIK-kompatibel und für bis zu 25 kg Zuladung ausgelegt. Damit landet er – hinter dem massiven Träger des Riese & Müller Delite5 GT pinion – zusammen mit dem Kalkhoff Entice 7+ Excite ABS Wave und dem Hercules NOS FS SUV 4.2 auf Platz zwei im Testfeld, was die Traglast betrifft. Für den Alltag völlig ausreichend. Allerdings fehlt dem Mondraker Chaser X eine Anhängerfreigabe – was bei einem Mountainbike absolut nachvollziehbar ist, bei einem SUV-E-Bike jedoch weniger.

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Mondraker Chaser X

4,999 €

Technische Daten

Motor Bosch Performance Line CX 85 Nm
Akku Bosch PowerTube 625 Wh
Display Bosch Intuvia 100
Gabel RockShox Recon Silver RL 29 150 mm
Dämpfer RockShox Deluxe Select R 140 mm
Sattelstütze ONOFF S3 kein Hub 400 mm
Bremsen SRAM DB8 203 mm
Antrieb SRAM SX Eagle 1×12
Vorbau ONOFF S3 Alu 30 mm
Lenker ONOFF S3 Alu 800 mm
Laufräder MDK-HP1 29″
Reifen MAXXIS IKON EXO 2,6

Rahmengrößen & Gewicht

Größen S M L XL
Gewicht 26,6 kg
Max. Gewicht Fahrer/Equipment 150 kg
Zuladung 123 kg
Anhänger-Freigabe nein
Ständeraufnahme ja

Größe S M L XL
Oberrohr 605 mm 625 mm 650 mm 670 mm
Sattelrohr 380 mm 420 mm 450 mm 490 mm
Steuerrohr 110 mm 110 mm 130 mm 130 mm
Lenkwinkel 65,5° 65,5° 65,5° 65,5°
Sitzwinkel 73,5° 73,5° 73,5° 73,5°
Kettenstrebe 455 mm 455 mm 455 mm 455 mm
BB Drop 25 mm 25 mm 25 mm 25 mm
Radstand 1.225 mm 1.245 mm 1.265 mm 1.285 mm
Reach 450 mm 470 mm 490 mm 510 mm
Stack 622 mm 622 mm 640 mm 640 mm

Was kann das Mondraker Chaser X-SUV E-Bike?

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Hat man die starre Sattelstütze per Schnellspanner einmal auf die passende Höhe eingestellt, nimmt man auf dem Mondraker Chaser X in einer sportlich gestreckten Position Platz – deutlich sportlicher als etwa auf dem Specialized Turbo Tero X 6.0 oder dem Haibike ADVENTR 11 ABS. Der 800 mm breite Lenker – gemeinsam mit dem des Hercules NOS FS SUV 4.2 der breiteste im Test – lässt sich zwar unkompliziert kürzen, trägt aber in Serie zur gestreckten Sitzhaltung bei. Dafür punktet das Cockpit mit hoher Kontrolle und direktem Handling: Lenkimpulse setzt das Bike präzise um, es fährt sich souverän und sicher. Auf langen Touren kann die Sitzhaltung jedoch ermüdend wirken – vor allem für Fahrer, die empfindlich auf etwas mehr Druck auf den Händen reagieren.

Im Alltag überrascht das Chaser X mit einem souveränen Fahrverhalten auf Asphalt und Schotter. Die MAXXIS IKON-Reifen – mit 2,6″ die breitesten im Testfeld – rollen mit ihrem Profil leicht und schnell, egal auf welchem Untergrund. So lässt sich auf befestigten Wegen ordentlich Tempo aufbauen, während der Bosch Performance Line CX-Motor für konstanten Schub sorgt. Hügel verschwinden so quasi unter den leicht profilierten Reifen.

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Wird aus Asphalt plötzlich Trail, zeigt das Chaser X sein zweites Gesicht. Leichte Steinfelder und Wurzelpassagen steckt das RockShox-Fahrwerk mit 150 mm Federweg vorn und 140 mm hinten locker weg. Das Chaser X fährt sich hier wie ein echtes E-MTB – laufruhig, stabil und berechenbar. Was allerdings fehlt, ist die Bewegungsfreiheit: Ohne Dropper Post stößt man im Gelände schnell an Grenzen, was die Trail-Performance trotz guter Geometrie spürbar limitiert. Was sowohl auf dem Trail als auch an der Ampel überzeugt: die SRAM DB8-Bremse mit guter Verzögerung und angenehmer Hebel-Ergonomie. Auf ein ABS wurde allerdings verzichtet – für ein SUV E-Bike dieser Klasse ein klarer Minuspunkt.

Prima dagegen das hauseigene Lichtsystem von Mondraker, das bei der nächtlichen Rückfahrt vom Büro zuverlässig den Weg ausleuchtet. Der Gepäckträger wirkt funktional und stabil – als wäre er fester Bestandteil des Rahmens. Das Intuvia 100-Display liefert die wichtigsten Infos auch bei Dunkelheit gut ablesbar, muss aber per Tastendruck über die Mini Remote aufgeweckt werden. Ein kleiner Wermutstropfen im Detail: Die filigrane Befestigung des Frontfenders zeigt sich auf ruppigem Untergrund als etwas zu instabil und beginnt bei höheren Geschwindigkeiten zu klappern.

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Was die Spanier an Alltagsintegration vernachlässigt haben, holen sie zum Teil durch überzeugende Fahreigenschaften wieder rein.

Für wen ist das Mondraker Chaser X?

Das Mondraker Chaser X ist ein Bike für alle, die sportlich unterwegs sein wollen – egal ob auf Asphalt oder im Gelände. Pendeln, Einkäufe und gelegentliche Trail-Ausflüge meistert es ebenso. Wer allerdings regelmäßig längere Touren plant, sollte den 625-Wh-Akku im Blick behalten: Die begrenzte Kapazität kann für Nervosität sorgen – und schränkt das Tourenpotenzial ein, genau wie der etwas höhere Druck auf den Händen. Auch beim Auf- und Absteigen zeigt sich das Mondraker weniger komfortorientiert. Das hohe Oberrohr und die fehlende Dropper Post machen das Handling im Stand anspruchsvoller – insbesondere für kleinere Personen. Wer dagegen bewusst ein sportliches SUV E-Bike sucht, wird mit dem Chaser X viel Freude haben. Denn wenn es rollt, überzeugt das Mondraker auf jedem Untergrund: laufruhig, stabil und mit Fahrspaß. Ein Bike für aktive Fahrer, die mehr Mountainbike als Stadtrad wollen.

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Fazit zum Mondraker Chaser X-SUV E-Bike

Mondraker kann E-Mountainbikes – keine Frage. Doch in der SUV-Kategorie bleibt das Gesamtkonzept des Chaser X hinter den Erwartungen zurück: Der schwer entnehmbare 625-Wh-Akku und der ungünstig platzierte Ladeport schränken die Alltagstauglichkeit ein. Zwar punktet das Bike mit gutmütigem Fahrverhalten und sportlichem Charakter, doch ohne Dropper Post und mit dem veralteten Intuvia 100-Display kann es sich im starken Testfeld nicht behaupten. Wer dennoch Gefallen am Chaser X findet, sollte unbedingt einen Blick auf das besser ausgestattete Mondraker Chaser RX mit Dropper und größerem Akku werfen.

Tops

  • hoher Fahrspaß
  • solides Fahrwerk unterstützt gutmütiges Fahrverhalten
  • geringes Gewicht

Flops

  • keine Dropper Post
  • Akkuentnahme fummelig
  • veraltetes Display
  • Position des Ladeports
  • kein ABS
  • Keine Anhängerfreigabe

Mehr Information findet ihr unter Mondraker.com .


Das Testfeld

Einen Überblick über diesen Vergleichstest erhaltet ihr hier:
Das beste SUV E-Bike 2025 – Die 10 heißesten SUV E-Bikes im Vergleichstest

Alle Bikes im Test: CENTURION Lhasa R2000, Haibike ADVENTR 11 ABS, Hercules NOS FS SUV 4.2, Kalkhoff Entice 7+ Excite ABS Wave, KETTLER PINNIATO FS SPORT Wave, Mondraker Chaser X, Moustache Clutch 150.7 EQ, Riese & Müller Delite5 GT Pinion, SCOTT Axis eRIDE FS 10, Specialized Turbo Tero X 6.0.

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Words: Robin Ulbrich Photos: Lars Engmann