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Das beste E-SUV 2025 – 10 E-Bikes im Vergleichstest

29,62 kg in Größe 47 | 5.999 € | Hersteller-Website
Bei der Beschreibung seines neuesten SUV E-Bikes wirft Hercules mit starken Schlagwörtern nur so um sich. Das Hercules NOS FS SUV 4.2 soll herausragende Qualität mit innovativer Technologie und unvergleichlichem Fahrspaß vereinen. Ein ganz schön hoher Anspruch. Hercules bezeichnet eine ganze Reihe seiner E-Bikes als SUV. Vollgefedert, und damit nach unserer Definition zur Gattung der SUVs gehörend, sind allerdings nur 5, die allesamt zur NOS FS-Serie zählen. Unser Testbike, das Hercules NOS FS SUV 4.2, ist mit 5.999 € die zweitteuerste Variante – in unserem Vergleichstest aber eines der günstigeren Bikes und neben dem getesteten Diamantrahmen-Modell auch als Tiefeinsteiger zu haben. Ebenso wie die Modelle Hercules NOS FS SUV 4.1 für 6.499 € und Hercules NOS FS SUV 4.3 für 5.499 €. Die beiden NOS-Bikes der 3er-Serie gibt es dagegen nur als Diamantrahmen.
Wer bei Hercules ein E-SUV als Tiefeinsteiger fahren will, bekommt automatisch für den Bosch Performance Line CX-Antrieb der 5. Generation, gepaart mit dem großen Bosch PowerTube 800-Akku. Denn damit sind alle Bikes der NOS FS 4er-Serie ausgestattet. Die beiden 3er-Bikes basieren auf einem Panasonic Antrieb.
Was macht das Hercules NOS FS SUV 4.2 besonders? Seine Vielseitigkeit?
Ein SUV E-Bike ist ein Bike für fast alles. Und wer ein Hansdampf in allen Gassen sein will, braucht viele Talente. Die soll das Hercules NOS FS SUV 4.2 mitbringen – zumindest wenn es nach dem Hersteller geht. Aber der Reihe nach. Das Hercules SUV E-Bike kommt mit einer klaren Linienführung in zeitlosem Schwarz daher. In der klassischen Diamantrahmen-Form macht es einen sehr stabilen, ja fast wuchtigen Eindruck, der durch die dicken Schweißnähten noch untermauert wird.
Bei den Details offenbart das Hercules NOS FS SUV 4.2 Stärken und Schwächen. So ist etwa die Motorabdeckung etwas unsauber gefertigt, wodurch eine Ecke des Kunststoffs fast bis zum Kettenblatt ragt. Hinzu kommt ein recht kurzes vorderes Schutzblech. Das verhindert zwar Dreck- und Wasserüberschuss, wer aber auch seine Schuhe sicher vor Gischt schützen will, ist beim Riese & Müller Delite5 beispielsweise besser aufgehoben. Optisch schön gelöst ist hingegen die Kabelführung durch den Steuersatz. So wirkt das Cockpit einfach aufgeräumter. Der Nachteil: Das Wechseln von Zügen und Leitungen wird dadurch erheblich erschwert. Richtig gut finden wir das Bosch Purion 200, das Remote und Display in einer kompakten Einheit kombiniert. Und es schafft Platz auf dem winkelverstellbaren Vorbau für eine SP Connect-Halterung, die ein Smartphone oder GPS-Gerät aufnehmen kann, auf Wunsch sogar zusammen mit einer Powerbank. Mehr Flexibilität geht kaum.


Der gut erreichbare Ladeport sitzt unten am Sitzrohr auf der Nichtantriebsseite und wird von einem soliden Hartplastikdeckel geschützt. Weniger solide ist der Drehknopf ausgefallen, der das Akkucover sichert. Direkt beim ersten Öffnungsversuch haben wir ihn abgebrochen. Der Akku selbst muss mithilfe eines Schlüssels entriegelt werden.
Bis zu 25 kg Zuladung verträgt der Gepäckträger, der mit dem MonkeyLoad-System kompatibel ist. Entsprechende Taschen und Körbe lassen sich sehr bequem und meist einhändig auf dem Gepäckträger durch Einrasten befestigen. Zum Abnehmen muss lediglich ein Knopf am Zubehör gezogen werden, der die Arretierung wieder löst. Und wem das noch nicht reicht, der findet am Steuerrohr Anschraubpunkte für einen Frontgepäckträger, der weitere 5 kg verträgt. Klasse! Bei voller Beladung sollte man aber stets das zulässige Gesamtgewicht von 150 kg im Auge behalten. Da bleiben für den Fahrer in voller Montur nur 90 kg über. Mit einem Anhänger wird es dann hinsichtlich des zulässigen Gesamtgewichts noch enger. Die Freigabe erteilt Hercules aber ausdrücklich.
Tuning-Tipp: Lenker kürzen für weniger sportliche Sitzposition.


Gutes Licht, aber kein ABS! Warum?
Hercules wirbt beim NOS FS 4.2 unter anderem mit dem hellen Frontscheinwerfer mit 100 Lux Lichtleistung und Fernlicht dass per dedizierten Button rechts am Lenker aktiviert wird. Für die Sicherheit ein sehr wichtiger Faktor. Ebenso wie das immer öfter verbaute eBike ABS von Bosch. Das gibt es aber bei der NOS FS-Serie von Hercules nur im Topmodell – zusammen mit einer 11-fach-Schaltung und einer 150-Lux-Frontlampe. Und das für 500 € Aufpreis. Ob das nicht der bessere Deal ist? Die 10-fach-CUES-Schaltung von Shimano ist für ein SUV E-Bike aus unserer Sicht völlig ausreichend und sorgt im Verschleißfall für geringere Kosten. Ein noch helleres Licht ist zwar begrüßenswert, aber nicht unbedingt erforderlich, zumal unser Testbike dahingehend sehr gut bestückt ist. Auch die Rückleuchte hat Hercules nicht nur optisch ansprechend als LED-Streifen ausgeführt. Es ist aus seitlichen Blickwinkeln sehr gut erkennbar und erhöht damit deutlich die Sichtbarkeit. Der Verzicht auf ABS aber schmerzt, ist der Sicherheitsgewinn im Alltag doch enorm. Nasses Laub, Schotterwege oder die Notbremsung im Stadtverkehr – überall dort verhindert das ABS Stürze und Verletzungen. Aus unserer Sicht sind die 500 € Mehrpreis für das Hercules NOS FS 4.1 allein wegen des ABS gut investiert.

Für einen gewissen Diebstahlschutz kann das Bosch ConnectModule sorgen, das jedoch erst nachgerüstet werden muss. Ein echtes Schloss ersetzt es natürlich nicht, dennoch ist das Modul eine lohnende Investition – vor allem, wenn man sein Bike regelmäßig in der Stadt abstellt. Dank GPS-Tracking über die Flow+ App von Bosch behält man den Standort jederzeit im Blick. Das Abo kostet monatlich 4,99 € oder 39,99 € im Jahr – der erste Monat ist kostenlos.
Hercules NOS FS SUV 4.2
5.999 €
Ausstattung
Motor Bosch Performance Line CX 85 Nm
Akku Bosch PowerTube 800 Wh
Display Bosch Purion 200
Federgabel SR Suntour AION36 130 mm
Dämpfer SR Suntour EDGE Comp 2 CR 120 mm
Sattelstütze Hercules A1Z 150 mm
Bremsen Shimano DEORE 203 mm
Schaltung Shimano CUES LINKGLIDE 1×10
Vorbau Zecure Python 75 mm
Lenker Hercules MTB 800 mm
Laufradsatz Radiale X30-29 29″
Reifen Schwalbe Smart Sam K-Guard 2,25
Technische Daten
Größe 42 44 47 50
Gewicht 29,62 kg
Zul. Gesamtgewicht 150 kg
Anhänger-Freigabe ja
Ständeraufnahme ja
Besonderheiten
optionaler Frontgepäckträger
Range Extender kompatibel
winkelverstellbarer Vorbau
| Größe | 42 | 44 | 47 | 50 |
|---|---|---|---|---|
| Oberrohr | 605 mm | 617 mm | 637 mm | 651 mm |
| Sattelrohr | – | – | – | – |
| Steuerrohr | 120 mm | 120 mm | 125 mm | 135 mm |
| Lenkwinkel | 69° | 67° | 69° | 67° |
| Sitzwinkel | 76° | 75° | 76° | 75° |
| Kettenstrebe | 480 mm | 517 mm | 480 mm | 517 mm |
| Tretlagerabsenkung | 44 mm | 40 mm | 44 mm | 40 mm |
| Radstand | 1200 mm | 1269 mm | 1232 mm | 1305 mm |
| Reach | 443 mm | 450 mm | 473 mm | 480 mm |
| Stack | 652 mm | 643 mm | 656 mm | 657 mm |
Was kann das Hercules NOS FS SUV 4.2 E-SUV? Auf Touren spuren!
Das optisch große Bike fühlt sich auch im Sitzen groß an. Doch die Dropper Post mit 150 mm Hub erleichtert das Aufsitzen spürbar. Der recht lange Reach und der breite Lenker führen zu einer eher sportlichen Sitzposition, die aber moderater ausfällt als bei Haibike und Mondraker. Der winkelverstellbare Vorbau entschärft die Geometrie bei Bedarf mit wenigen Handgriffen, was aber nichts am mit 69° recht steilen Lenkwinkel ändert. Dadurch sitzt man gut über dem Vorderrad positioniert. In steilem Gelände bergab begrenzt diese Position allerdings Fahrspaß und Handling. In dieser Disziplin haben die anderen sportlichen Vertreter von Haibike, Specialized, Mondraker und Moustache klar die Nase vorn. Doch das Hercules NOS FS SUV 4.2 will in erster Linie nicht das sportive Spaß-Bike sein, sondern vielmehr ein Generalist.
Dazu passt dann auch das direkte, aber noch nicht nervöse Fahrverhalten ebenso gut wie das straffe SR Suntour-Fahrwerk, das viel Rückmeldung über den Untergrund gibt. Zwar fährt sich das Hercules-Bike nicht wie eine Sänfte, dafür bleibt das Fahrverhalten auch in beladenem Zustand erstaunlich stabil. Super zum Einkaufen oder für längere Touren mit Gepäck. Überhaupt erweist sich das Hercules-Bike als wahrer Allrounder: fahrstabil und durchzugsstark beim Pendeln, straff, aber komfortabel auf der Biergarten-Tour, stabil und belastbar beim Einkauf oder dem Zeltausflug mit Gepäck. Und dank der bissigen, gut dosierbaren Shimano DEORE-Vierkolbenbremsen mit 203 mm großen Bremsscheiben, vorne und hinten, kommt man auch schnell wieder zum Stillstand – nur eben ohne die zusätzliche Sicherheit von ABS – schade!
Für wen ist das Hercules NOS FS SUV 4.2?
Wer auf der Suche nach einem vielseitig einsetzbaren SUV E-Bike ist, wird beim Hercules NOS FS SUV 4.2 fündig. Das Bike eignet sich sehr gut zum Transportieren von Einkäufen oder Gepäck und fühlt sich auf allen Untergründen wohl. Auch zum Pendeln ist das Hercules SUV E-Bike ein super Begleiter, nicht zuletzt aufgrund seines moderaten Gewichts. Sehr komfort-orientierte Fahrer werden indes mit dem eher straff abgestimmten und auf der sportiven Seite angesiedelten Bike nicht ganz glücklich werden. Die sind etwa beim CENTURION Lhasa R2000 besser aufgehoben. Und die ganz Sportlichen schielen eher zu Mondraker, Specialized, Moustache und Haibike.

Hose Troy Lee Designs Flowline-Shorts Shell | Schuhe Crankbrothers Stamp BOA Flat
Fazit zum Hercules NOS FS SUV 4.2 SUV E-Bike
Vielseitigkeit steht beim Hercules NOS FS SUV 4.2 ganz oben im Pflichtenheft – und das erfüllt es überzeugend. Winkelverstellbarer Vorbau, Fernlicht, hohe Fahrstabilität und bis zu 30 kg Zuladung machen es zu einem sicheren Begleiter im Alltag und auf Abenteuern. Allerdings ist das fehlende ABS ein klarer Minuspunkt. In Summe punktet Hercules dafür mit seinem moderaten Preis.
Tops
- stabiles Fahrverhalten
- MonkeyLoad-Gepäckträger mit bis zu 25 kg Zuladung
- Option für Frontgepäckträger
Flops
- Motor-Cover nicht sehr passgenau
- filigraner Drehknopf am Akku-Cover
- kein ABS
Mehr Information findet ihr unter hercules-bikes.de.
Das Testfeld
Einen Überblick über diesen Vergleichstest erhaltet ihr hier:
Das beste SUV E-Bike 2025 – Die 10 heißesten SUV E-Bikes im Vergleichstest
Alle Bikes im Test: CENTURION Lhasa R2000, Haibike ADVENTR 11 ABS, Hercules NOS FS SUV 4.2, Kalkhoff Entice 7+ Excite ABS Wave, KETTLER PINNIATO FS SPORT Wave, Mondraker Chaser X, Moustache Clutch 150.7 EQ, Riese & Müller Delite5 GT Pinion, SCOTT Axis eRIDE FS 10, Specialized Turbo Tero X 6.0.
Words: Patrick Gruber Photos: Lars Engmann, Robin Schmitt


