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Das beste E-SUV 2025 – 10 E-Bikes im Vergleichstest

29,1 kg in Größe M | 6.499 € | Hersteller-Website
Wenn es um Pionierarbeit im E-Mountainbike-Segment geht, führt an Haibike kein Weg vorbei. Bereits im Jahr 2010 präsentierten die Schweinfurter mit dem Haibike eQ XDURO eines der ersten sportlichen E-MTBs überhaupt – und setzten damit einen Meilenstein in der E-Bike-Entwicklung. Von da an fokussierte sich Haibike konsequent auf motorunterstützte Bikes – und ist dieser Linie bis heute treu geblieben.
Mit der ADVENTR-Serie wagt Haibike 2024 den Schritt ins boomende SUV E-Bike-Segment – inzwischen sind gleich mehrere Modelle am Start. Das ADVENTR 9 setzt auf einen Yamaha-Antrieb, das ADVENTR 8.5 (5.199 €) – wie unser Testbike – auf den bewährten Bosch Performance Line CX-Motor. Doch nur ein Modell kombiniert den Bosch-Antrieb mit dem hauseigenen ABS-System: das Haibike ADVENTR 11 ABS – das Topmodell der Serie und unser Testkandidat.
Alle Modelle der Haibike ADVENTR-Serie sind sowohl mit Diamantrahmen (High-Step) als auch als komfortable Tiefeinsteiger (Low-Step) erhältlich. In Sachen Geometrie orientieren sich die SUV E-Bikes stark an der sportlichen E-MTB-Serie AllTrail – sollen aber mehr bieten: Fahrspaß wie ein E-Mountainbike, Sicherheit dank eBike ABS und volle Alltagstauglichkeit durch Schutzbleche, Ständer, Lichtanlage und Gepäckträger. Für ordentlich Unterstützung soll die 5. Generation des Bosch Performance Line CX-Antriebs sorgen, für genug Reichweite der 800 Wh große Akku. Unser Testbike kommt als Tiefeinsteiger und schlägt mit 6.499 € zu Buche. Damit liegt es preislich ziemlich genau im Mittelfeld unseres großen Vergleichstests. Erhältlich ist das Haibike mit ABS nur in einer einzigen Farbe mit der leicht sperrigen Bezeichnung „galvanize grey/metallic acacia haze – glossy“.
Was macht das Haibike ADVENTR 11 ABS besonders? Der sportlichste Tiefeinsteiger auf dem Markt?
Unser Testbike ist nicht der erste sportive Lowrider mit ABS im Haibike-Portfolio – aber der erste mit Vollausstattung. Angelehnt ans E-MTB Haibike AllTrail Low 10.5 ABS, dem wir seine Sportlichkeit bereits in einem eigenen Test attestiert haben, rollt das SUV E-Bike ADVENTR 11 ABS auf der gleichen Rahmenplattform daher.
Das wuchtige Unterrohr beherbergt nicht nur den 800-Wh-Akku, sondern übernimmt durch das fehlende Oberrohr auch eine tragende Rolle in Sachen Rahmenstabilität und Verwindungssteifigkeit. Gut gelungen finden wir die Integration des Bosch-Motors unterhalb der sehr technisch anmutenden Dämpferanlenkung. Letztere trägt allerdings dazu bei, dass der Durchstieg etwas höher ausfällt als bei anderen SUV-Tiefeinsteigern im Test – etwa dem KETTLER PINNIATO FS SPORT Wave oder dem Kalkhoff Entice 7+ Excite ABS Wave.

Haibike setzt beim Antrieb auf den Bosch Performance Line CX Gen5 – ein kraftvoller, gut dosierbarer und erfreulich leiser Motor. Warum die Schweinfurter allerdings das gut ablesbare, übersichtliche Kiox 300-Display mit der recht klobigen LED Remote kombinieren, bleibt uns ein Rätsel. Das zentrale Display zeigt alles an, was man während der Fahrt wissen muss. Die LED Remote ist mit Knöpfen überfrachtet und verleitet damit zu Fehlbedienungen. Die Mini Remote wäre aus unserer Sicht optisch wie technisch die bessere Wahl gewesen. Nichts zu meckern gibt es an der Entnahme des Akkus: Das Batterie-Cover lässt sich bequem mittels Drehknopf abnehmen, der Akku selbst muss dann per Schlüssel entriegelt werden. Das geht schnell und problemlos. Die Gummiklappe, die den Ladeport vor Dreck und Wasser schützt, verlangt allerdings etwas Nachdruck, damit sie bündig schließt. Alle, die noch mehr Reichweite brauchen, können den Bosch PowerMore Range Extender mit 250 Wh zusätzlicher Kapazität anschließen.


Konzeptionell positioniert sich das Haibike ADVENTR 11 ABS zwischen dem mehr auf Alltagstauglichkeit ausgerichteten CENTURION Lhasa R2000 und dem noch sportlicheren Mondraker Chaser X. Die Balance aus sportlichem E-MTB und Daily Driver ist dem E-Bike-Pionier dabei insgesamt gut gelungen. Ebenso wie die Integration der TRELOCK-Lichtanlage mit der Frontleuchte direkt unter dem Display und einem am hinteren Schutzblech angebrachten Rücklicht, das leider keine Bremslichtfunktion mitbringt. Die Positionierung ist dabei auch eher unpraktisch – denn so weit unten am Schutzblech kann das Rücklicht im hektischen Stadtverkehr schnell übersehen werden. Weniger gelungen ist das Kabelmanagement am Cockpit: Chaos pur. Ein absolutes No-Go: die am Rahmen schleifende Kette. Hier hätte ein weiter nach oben gezogener Kettenstrebenschutz leicht Abhilfe schaffen können – zumal sich schon während unseres Tests erste Kratzer im Alu-Rahmen zeigten. Tipp: Rahmenschutzfolie anbringen.


Mit einem zulässigen Gesamtgewicht von 150 kg zeigt sich das Haibike ADVENTR 11 ABS erfreulich belastbar und eignet sich damit auch für große und schwere Fahrer. Der für maximal 15 kg freigegebene Gepäckträger unterstützt sowohl das MIK- als auch das MIK-Side-System, was das schnelle und bequeme Anbringen von Fahrradtaschen erleichtert. Positiv hervorzuheben ist zudem die Anhängerfreigabe seitens Haibike.
Tuning-Tipp:
– Winkelverstellbarer Vorbau für ein höheres Cockpit im Alltag.
– Klingel, wenn man viel in der Stadt unterwegs ist.
Mehr Sicherheit durch ABS – auf der Straße und im Gelände?

ABS – aus dem Automobil- und Motorradbereich nicht mehr wegzudenken – fristet im E-Bike-Segment noch immer ein Schattendasein. Völlig zu Unrecht! Gerade bei SUV E-Bikes, die über alle Altersklassen und Skill-Level hinweg genutzt werden, bringt ABS einen signifikanten Sicherheitsgewinn. Ob bei abrupten Bremsmanövern im Stadtverkehr, auf rutschigen Gullydeckeln oder nassem Kopfsteinpflaster – ABS entschärft gefährliche Situationen spürbar. Doch nicht nur im urbanen Raum überzeugt das System: Auch abseits der Straße – etwa auf Schotterwegen oder bei feuchtem Laub auf Waldböden – sorgt ABS für kontrollierte Bremsvorgänge und verhindert ungewollte Rutscher. Besonders bei voll beladenen Bikes, wie sie im SUV-Segment üblich sind, ist das ein echter Mehrwert in Sachen Fahrsicherheit. Beim Haibike ADVENTR 11 ABS habt ihr die Wahl zwischen den beiden ABS-Modi Trail und Allroad. Letzterer greift recht früh ein und verhindert jegliches Blockieren des Vorderrads – perfekt für den Alltag. Soll es sportlicher zu Werke gehen, bremst der Allroad-Modus den Biker allerdings im wahrsten Sinne des Wortes aus. Hier schlägt die Stunde des Trail-Modus. Der greift spürbar später ein, lässt sogar minimales Rutschen am Vorderrad zu und ermöglicht dadurch auch sportlichen Bikern eine gehörige Portion Fahrspaß, ohne dass die Sicherheit zu kurz kommt. Unterm Strich ist der Sicherheitsgewinn durch ABS jederzeit spürbar und unterbewusst stets präsent. Wir sind der Meinung: ABS sollte an meinem modernen SUV E-Bike nicht fehlen!
Haibike ADVENTR 11 ABS
6.499 €
Ausstattung
Motor Bosch Performance Line CX 85 Nm
Akku Bosch PowerTube 800 Wh
Display Bosch Kiox 300
Federgabel SR Suntour MOBIE36 140 mm
Dämpfer SR Suntour EDGE R 130 130 mm
Sattelstütze LIMOTEC S1 150 mm
Bremsen MAGURA MT C ABS 203 mm
Schaltung Shimano DEORE 1×12
Vorbau XLC FlowBy 45 mm
Lenker XLC MTB 780 mm
Laufradsatz
Schurmann Yak25 27,5″”
Reifen Schwalbe Johnny Watts 2,35
Technische Daten
Größe S M L
Gewicht 29,1 kg
Zul. Gesamtgewicht 150 kg
Anhänger-Freigabe ja
Ständeraufnahme ja
Besonderheiten
Range Extender kompatibel
ABS
| Größe | S | M | L | XL |
|---|---|---|---|---|
| Oberrohr | 575 mm | 590 mm | 610 mm | 630 mm |
| Sattelrohr | 405 mm | 435 mm | 465 mm | 485 mm |
| Steuerrohr | 140 mm | 155 mm | 170 mm | 185 mm |
| Lenkwinkel | 66° | 66° | 66° | 66° |
| Sitzwinkel | 75° | 75° | 75° | 75° |
| Kettenstrebe | 465 mm | 465 mm | 465 mm | 465 mm |
| BB Drop | 25 mm | 25 mm | 25 mm | 25 mm |
| Radstand | 1204 mm | 1221 mm | 1244 mm | 1266 mm |
| Reach | 421 mm | 433 mm | 449 mm | 465 mm |
| Stack | 632 mm | 645 mm | 659 mm | 673 mm |
Mit dem Tiefeinsteiger in den Bikepark? Why not …
Normalerweise sind Tiefeinsteiger eher was für Komfortfans – bequem beim Aufsteigen, praktisch im Alltag, aber alles andere als sportlich. Genau deswegen hat uns das Haibike ADVENTR 11 ABS so überrascht. Denn der Einstieg ist nicht nur tief, sondern auch der Einstieg in eine ganz neue Liga von Tiefeinsteiger-Bikes. Die Sitzposition auf dem Haibike ADVENTR 11 ABS ist sportlich geprägt, vor allem durch das tief angesetzte und das recht breite Cockpit. Gemeinsam mit dem Moustache Clutch und dem Specialized Turbo Tero X 6.0 zählt das Haibike zu den sportlichsten Bikes im Testfeld. Was wir aber auch auf längeren Strecken nicht als unbequem empfunden haben. Das Bike fühlt sich sehr ausbalanciert an und lässt einen jederzeit die MTB-Gene spüren. Sogar Wheelies und Manuals sind mit dem Tiefeinsteiger keine große Herausforderung und sorgen für staunende Gesichter bei umstehenden Passanten.
Die Lenkung gibt sich direkt, aber nicht nervös. Zum souveränen Fahrverhalten tragen auch das zwar straffe, aber schluckfreudige SR Suntour-Fahrwerk und die sehr guten Vierkolbenbremsen von MAGURA bei, die dank ABS auch das Sicherheitsempfinden deutlich erhöhen. Alltagssituation meistert das Haibike ebenfalls problemlos, mit vollen Packtaschen und Anhänger samt Hund fährt sich das Bike fast so, als wäre kein extra Gepäck dran.
Auch wenn das Haibike ADVENTR 11 ABS auf jedem Terrain eine gute Figur macht, ist sein Revier klar abseits der Straße. Im Gelände, gerne auch in steileren Gefilden, spielt es seine Stärken dank der sportlichen Geometrie und des satten Fahrwerks voll aus. Ein richtiges Spaß-Bike, das auch den Weg zur Eisdiele nicht scheut. Einziger Wermutstropfen auf dem Trail: Die Schutzbleche und der Ständer neigen zum Klappern. Wie man’s besser macht, zeigen Riese & Müller und Kalkhoff. Letzterer Hersteller positioniert den Ständer sogar bewusst näher am Tretlager – so werden Erschütterungen minimiert und nerviges Klappern vermieden.
Für wen ist das Haibike ADVENTR 11 ABS?
Das Haibike ADVENTR 11 ABS ist die richtige Wahl für alle, die ein vielseitiges SUV E-Bike suchen, das im Alltag wie im Gelände gleichermaßen überzeugt. Komfortorientierte Fahrer werden den tiefen Einstieg zu schätzen wissen, könnten sich aber an der sportlich geprägten Sitzposition stören. Wer hingegen gerne aktiv unterwegs ist, wird die ausgewogene Geometrie und das sensibel ansprechende Fahrwerk lieben. Gerade sportlich ambitionierte Fahrer fühlen sich mit und auf dem Haibike SUV E-Bike wegen der ausbalancierten Geometrie und dem schluckfreudigen Fahrwerk sofort zu Hause. Auch im Alltag macht der dynamische Tiefeinsteiger eine gute Figur: Für die Wochenendtour oder den Einkauf – sofern die 15-kg-Gepäckträgergrenze beachtet wird – ist das Bike bestens geeignet. Vorausgesetzt, man legt keinen Wert auf eine betont aufrechte Sitzhaltung. Hier spielt Haibike in einer Liga mit Mondraker, Specialized und Moustache.
Fazit zum Haibike ADVENTR 11 ABS SUV E-Bike
Haibike gelingt mit dem ADVENTR 11 ABS ein überzeugender Spagat zwischen E-MTB-Dynamik und Tiefeinsteiger-Komfort. Kaum ein anderes SUV E-Bike mit kompletter Ausstattung fährt sich so agil und sportlich – ohne dabei auf Alltagstauglichkeit zu verzichten. Besonders das ABS überzeugt im Stadtverkehr ebenso wie auf dem Trail und rundet das stimmige Gesamtkonzept ab. Einen Wermutstropfen gibt’s dennoch: das unaufgeräumte Cockpit und der zu kurze Kettenstrebenschutz. Am knappen Testsieg für das Haibike ADVENTR 11 ABS ändert das jedoch nichts!
Tops
- sportlich und komfortabel als Tiefeinsteiger
- sehr sicheres Fahrverhalten
- kraftvoller, gut dosierbarer Antrieb
- Fahrwerk mit guter Rückmeldung vom Untergrund
Flops
- zu kurzer Kettenstrebenschutz
- Ständer und Schutzbleche klappern auf dem Trail
- unaufgeräumtes Cockpit
Mehr Information findet ihr unter haibike.com .
Das Testfeld
Einen Überblick über diesen Vergleichstest erhaltet ihr hier:
Das beste SUV E-Bike 2025 – Die 10 heißesten SUV E-Bikes im Vergleichstest
Alle Bikes im Test: CENTURION Lhasa R2000, Haibike ADVENTR 11 ABS, Hercules NOS FS SUV 4.2, Kalkhoff Entice 7+ Excite ABS Wave, KETTLER PINNIATO FS SPORT Wave, Mondraker Chaser X, Moustache Clutch 150.7 EQ, Riese & Müller Delite5 GT Pinion, SCOTT Axis eRIDE FS 10, Specialized Turbo Tero X 6.0.
Words: Patrick Gruber Photos: Lars Engmann, Robin Schmitt


