Elektronische Antriebe für jedermann? SRAM hat nun auch der GX-Schaltgruppe die kabellose AXS-Schaltungstechnologie verpasst. Wie schlägt sich die neue Schaltung im harten Einsatz auf dem E-Mountainbike? Die GX AXS soll an allen Eagle-Antrieben nachrüstbar sein – doch funktioniert das ohne Weiteres? Wir haben die Antworten auf eure Fragen!

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Die neue SRAM GX Eagle AXS-Schaltgruppe – neben der Komplettgruppe gibt es ein Upgrade-Kit mit Schaltwerk und Trigger.

Die SRAM GX Eagle-Schaltgruppe ist der eigentliche Star im Schaltungs-Line-up von SRAM. In Sachen Schalt-Performance steht sie den High-End Varianten von SRAM in nichts nach. Mit einer Ausnahme: Auf eine elektronische und kabellose AXS-Version muss man bei ihr verzichten … bis jetzt! Denn nun hat SRAM der beliebten 12-fach-Schaltgruppe die AXS-Schaltungstechnologie verpasst. Herzstück dieser Technologie ist SRAMs AXS-Standard zur kabellosen Datenübertragung. Über ihn kommunizieren das neue GX-Schaltwerk und der Schalthebel miteinander. Auch andere Komponenten wie die hydraulische Sattelstütze aus dem Hause RockShox, die Reverb AXS, nutzen diesen Kommunikationsstandard.

Die eigentlichen Neuheiten der GX Eagle AXS sind das neue Schaltwerk und der Schalthebel, die auch in einem Upgrade-Kit erhältlich sind. Kassette, Kette, Kurbel und Co. sind mit der mechanischen GX Eagle-Schaltung identisch und haben sich im harten Einsatz mit kraftvollen E-Mountainbike-Motoren, wie dem Bosch Performance Line CX oder dem Brose Drive S Mag, bereits bewährt. Wie für SRAM üblich, sind die Komponenten des Eagle Ecosystems miteinander kompatibel. Wer will, kann seine bestehende mechanische Schaltgruppe also auch mit einem GX AXS Upgrade-Kit für 620 € pimpen.

Die elektronische SRAM AXS im Detail

Alle SRAM AXS-Komponenten kommunizieren über den eigens entwickelten AXS-Standard, und zwar kabellos: So kommunizieren die Komponenten der AXS-Schaltung ebenso miteinander wie die RockShox Reverb-Sattelstütze. Für die Verbindung außerhalb der AXS-Umgebung nutzt die GX Eagle ANT+ und Bluetooth, ohne ein Dongle zu benötigen. So stehen euch alle Daten und Infos auch auf Geräten, wie einem Radcomputer von z. B. Garmin oder eurem Smartphone, zur Verfügung. In Kombination mit der AXS-APP lassen sich die AXS-Komponenten auf eure eigenen Wünsche personalisieren, unter anderem lässt sich die Tastenbelegung des Controllers einstellen. Es existiert zwar auch die Funktion „Multishift“, d. h. mehrere Gänge gleichzeitig zu schalten. Jedoch raten wir euch beim E-Mountainbike ganz klar davon ab. Der Verschleiß und die Gefahr eines Kettenrisses ist bei den hier herrschenden Kräften zu groß. Zusätzlich kann in der App jederzeit der Akkuladestand abgerufen werden. Keine Sorge! Mit der AXS-App könnt ihr das gesamte AXS-System an eurem Bike perfekt einstellen, müsst es aber nicht. Auch ohne Smartphone lässt sich dieser Antrieb auf dem Trail nutzen.

SRAM verwendet das eigens entwickelte Kommunikationssystem für die AXS-Komponenten.
Mit der App lässt sich die GX Eagle AXS an eure persönlichen Vorlieben anpassen.

Das neue SRAM GX Eagle Schaltwerk im Detail

Neben dem Upgrade-Kit ist das neue SRAM GX Eagle-Schaltwerk auch separat für 385 € erhältlich, kommt aber ohne AXS-Akku, der für 55 € erhältlich ist. Der kompakte Akku sitzt direkt am Schaltwerk und sorgte in unserem Test für etwa 20 Stunden Trail-Spaß, bevor er wieder aufgeladen werden musste. Über das USB-Ladegerät ist das innerhalb einer Stunde erledigt. Der Akkustand lässt sich an einer kleinen LED oder in der AXS-App ablesen. Komplett neu entwickelt wurde das Schutzcover: Passend für alle AXS-Schaltwerke soll es den Akku vor bösen Kontakten mit Steinen oder Ästen schützen.

Das SRAM GX Eagle-Schaltwerk wiegt 462 g und ist kompatibel mit allen Eagle-Kassetten.

Ja, mit der neuen GX AXS müsst ihr euch um einen zusätzlichen Akku an euerem E-Mountainbike kümmern, dafür profitiert ihr von schnellen Schaltvorgängen und einem aufgeräumten Cockpit. SRAM und Bosch arbeiten gerade an einer Lösung des Problems.

Das neue GX AXS-Schaltwerk verfügt nun über zwei Kupplungs-Mechanismen. Die Overload-Clutch ist dabei die Lebensversicherung des elektronischen Schaltwerks. Sie erlaubt es dem GX-Schaltwerk, im Falle eines Schlages, z. B. bei Steinkontakt, nach innen auszuweichen. Kurz darauf stellt der Elektromotor das Schaltwerk wieder präzise auf den eigentlichen Gang ein. Wie bei allen Eagle-Schaltwerken setzt auch das neue GX Eagle AXS auf die Roller Bearing-Clutch, die die Kette unter Spannung setzt. Sie verhindert zwar lautes Kettenschlagen, lässt sich aber nicht in ihrer Stärke einstellen. Schade, denn einige Bikes benötigen hier etwas mehr Spannung, um wirklich leise zu sein. In Sachen Kompatibilität ist das GX Eagle AXS-Schaltwerk vorbildlich und mit allen Eagle-Kassetten kompatibel. Egal, ob ihr auf Kassetten mit 52er- oder 50er-Ritzel setzt.

GX Eagle AXS ganz ohne Zusatzakku

SRAM und Bosch arbeiten derzeit an einer Lösung, den Akku des E-Bikes auch für das Schaltwerk zu verwenden. Das Bosch/AXS Extension-Cord soll die AXS-Schaltwerke direkt aus dem großen Bosch-Akku mit Strom versorgen. Zwar wird dann eine Verbindung via Kabel vom Akku zu Schaltwerk notwendig, doch dafür müsst ihr euch in Zukunft nur noch um einen Akku kümmern. Die cleane Optik des aufgeräumten Cockpits bleibt dabei zum Glück erhalten, da zwischen Schaltwerk und Controller weiterhin auf die AXS-Kommunikation gesetzt wird. Leider lässt sich das vorerst nur vom Bike-Hersteller realisieren und nicht nachrüsten.
Wir sind allerdings sehr gespannt, welche Hersteller in Kürze ihre neuen E-Mountainbikes mit der SRAM GX AXS ausstatten und eventuell schon auf den AXS-Akku am Schaltwerk verzichten können.

Das neue AXS Batterie-Cover soll den Akku vor Beschädigungen schützen und lässt sich auch bei den X01- und XX1-AXS Schaltwerken nachrüsten.
Der kompakte Akku hält in etwa 20–25 Stunden. Für alle, die auf Nummer sicher gehen wollen: Der Ersatzakku ist für 55 € erhältlich.

Der neue SRAM GX Eagle-Controller

Der 77 g leichte SRAM AXS-Controller ist für 155 € erhältlich und mit allen AXS-Komponenten kombinierbar. Er verfügt über eine Knopfzelle, welche ihn für etwa 2 Jahre mit Energie versorgen soll. Wir mussten an unseren Test-Bikes tatsächlich noch nie eine Knopfzelle an einem AXS-Controller wechseln und können die lange Haltbarkeit nur bestätigen.

Der SRAM GX Eagle AXS-Controller ist mit 77 g rund 45 g leichter als ein herkömmlicher GX-Schalthebel.

Mit dem Controller wurde ein guter Kompromiss zwischen Ergonomie, simpler Funktion und haptischem Feedback beim Schalten gefunden. Wem die Ergonomie des Controllers nicht zusagt, kann hier auch den AXS Rocker-Controller verbauen, welcher über eine komplett andere Haptik verfügt. Typisch SRAM lässt sich der GX AXS-Controller problemlos an der Matchmaker-Klemmschelle einer SRAM-Bremse befestigen. So kommen Trigger und Bremse mit nur einer Schelle aus und sorgen – ganz ohne Schaltzug – für ein super aufgeräumtes Cockpit. Die Tastenbelegung ist in der AXS-APP frei wählbar und der Controller mit allen AXS-Komponenten kompatibel. Wer will, kann mit ihm also auch seine Reverb AXS bedienen.

Der Controller verfügt über eine gute Erreichbarkeit und lässt sich beidseitig betätigen.
Dank Matchmaker X reicht eine Klemmschelle für Bremse und Schaltung und sorgt so für einen cleanen Look – Top!

Die SRAM GX Eagle-Komponenten im Detail

„Never change a winning team“, das ist SRAMs Motto bei der neuen GX AXS. Während die Leitung zwischen Schaltwerk und Trigger gekappt und durch den AXS-Funkstandard ersetzt wurde, gehen die anderen Komponenten unverändert in ihre kabellose Zukunft.

Das SRAM Eagle-Kettenblatt sorgt mit der X-SYNC 2-Technologie für optimalen Sitz der Kette. Es ist mit Direct-Mount für Bosch-Motoren oder der herkömmlichen Vierloch-Aufnahme erhältlich.

Das SRAM Eagle-Kettenblatt verfügt durch X-SYNC 2 über eine optimale Führung der Kette. Optimiert für die Bedürfnisse von E-Mountainbikes und mit einer Aufnahme für Bosch-Motoren kommt dieses Kettenblatt mit 16, 34 und 38 Zähnen und ist für 20 € erhältlich.

Die GX Eagle-Kassette ist mit 10–52 und 10–52 Zähnen erhältlich.

Bei der Kassette kann zwischen 10–50 Zähnen und der neueren 10–52-Variante gewählt werden. Der Preis und das Gewicht unterscheiden sich nur minimal.

Ist die SRAM GX Eagle AXS das ultimative Upgrade für euer E-Mountainbike?

Wenn euer E-Mountainbike bereits über einen kompletten SRAM Eagle-Antrieb verfügt und das Schaltwerk langsam den Geist aufgibt und nur selten ein knackiges Schaltgefühl vermittelt, dann ist das Upgrade-Kit genau das Richtige für euch. Ihr könnt euren mechanischen Antrieb im Handumdrehen zu einem aktuellen elektronischen Antrieb umwandeln. Alles, was ihr dafür braucht – außer vielleicht einen frühen Feierabend am Freitag –, könnt ihr im Upgrade-Kit für 620 € erwerben. Dieses beinhaltet: Schaltwerk, Akku, Controller mit Klemme, Ladekabel und Schablone. Dagegen könnte ihr Kassette, Kette, Kurbel und das Kettenblatt verbaut lassen, sofern diese noch ein einem guten Zustand sind.

Das Upgrade ist sinnvoll, vor allem, wenn ihr sowieso schon hochwertige Eagle-Komponenten am E-Mountainbike verbaut habt und nicht sündhaft viel Geld für Aufrüstung von AXS X01/XX1-Komponenten auf den Tresen legen möchtet, oder wenn ihr einfach schon immer einmal eine elektronische Schaltung ausprobieren wollt. Wir raten euch aber eher davon ab, eure günstigen Antriebe, wie NX oder SX, auf GX AXS umzurüsten. Unserer Ansicht nach wäre hier eine hochwertige Kassette und Kette aufgrund der Schalt-Performance deutlich sinnvoller, zumal aufgrund des Kassettenwechsels auch ein Freilauf-Wechsel anstehen wird.
Die folgende Tabelle erläutert euch die Unterschiede zwischen der herkömmlichen mechanischen GX Eagle, der neuen GX AXS und der High-End-Variante X01 AXS

GX Eagle

Upgrade Kit: 165 €
Komplettgruppe: ab 567 € |  ab 1.836 g
Schaltwerk: 124 € | 452 g
Trigger/Controller: 41 € | 122 g
Kassette (52T): 220 € | 451 g
Kurbel inkl. Kettenblatt: 150 € | 632 g
Carbon-Kurbel inkl. Kettenblatt: 290 € | 567 g
Kette: 32 € | 244 g

GX AXS

Upgrade Kit: 620 €
Komplettgruppe: ab 997 € | ab 1.801 g
Schaltwerk: 385 € ohne Akku, (+ 55 €) | 462 g
Trigger/Controller: 155 € | 77 g
Kassette (52T): 220 € | 451 g
Kurbel inkl. Kettenblatt: 150 € | 632 g
Carbon-Kurbel inkl. Kettenblatt: 290 € | 567 g
Kette: 32 € | 244 g

X01 AXS

Upgrade Kit: 830 €
Komplettgruppe: 1.944 € | 1.546 g
Schaltwerk: 750 € | 387 g
Trigger/Controller: 200 € | 71 g
Kassette (52T): 391 € | 353 g
Kurbel inkl. Kettenblatt: 538 € | 471 g
Kette: 65 € | 264 g

How-to: So gelingt euch das Upgrade auf die neue SRAM GX AXS

Das Umrüsten eures Eagle-Antriebs ist mithilfe des GX AXS Upgrade-Kits in etwa 30 Minuten gut machbar. Für jeden, der bereits ein mechanisches Schaltwerk verbaut hat, ein Kinderspiel. Pairing und Justierung sind in wenigen Minuten erledigt und die Montage dank der wegfallenden Züge bzw. Kabel deutlich entspannter wie bei einem herkömmlichen Schaltwerk!

Im Upgrade-Kit ist alles enthalten, was ihr für ein erfolgreiches Upgrade auf GX AXS benötigt.

Benötigt wird:

  • UpgradeKit
  • Werkzeug:
    • Inbus 3 mm
    • Inbus 5 mm
    • T25
    • Kettenglied-Zange
    • Seitenschneider
    • kaltes Bier 😉

Schritt 1 – Vorbereitung

Bike waschen, Akku herausnehmen und ggf. laden, Werkzeug bereitlegen, AXS Akku laden, Bier in den Kühlschrank ..! Wichtig! Schaltet den Motor eures Bikes komplett aus um Verletzungen Vorzubeugen.

Schritt 2 – Demontage

Zuerst müsst ihr euren bisherigen Antrieb rückbauen. Öffnet dazu die Kette und legt sie beiseite. Anschließend sollte der Schaltzug entfernt werden. Nun könnt ihr den Trigger vom Lenker demontieren und das Schaltwerk abschrauben. Da bei einem elektronischen Schaltwerk keine Züge oder Kabel benötigt werden, könnt ihr nun die Außenhülle aus dem Rahmen ziehen – das Klappern hat ein Ende! Wenn bei eurem Bike Cable-Ports ohne Öffnung mitgeliefert wurden, empfehlen wir euch, diese zu verschließen. Ansonsten besteht die Möglichkeit, dass Dreck in den Rahmen gelangen könnte. Falls ihr keine geschlossenen Cable-Ports habt, tut es hier auch etwas gekonnt geformtes Isolierband.

Schritt 3 – Montage

Zuerst den geladenen Akku ins Schaltwerk einsetzen. Nun geht es schon wieder an die Montage der neuen Komponenten: Schraubt hierzu einfach den Controller, wenn vorhanden, an eure Matchmaker-Schelle. Andernfalls könnt ihr ihn per mitgelieferte Schelle am Lenker montieren.

Schritt 4 – Pairing und Justierung

Nun könnt ihr Schaltwerk und Controller per Knopfdruck pairen – das gelingt einfacher wie bei einem Handy mit einer Bluetooth-Box … garantiert!
Drückt den kleinen Knopf des Schaltwerks, bis dieser blinkt, anschließend wiederholt ihr dasselbe am Controller, bis dieser schnell blinkt. Fertig!

Schritt 5 – Montage des Schaltwerks

Schaltwerk auf die äußerste Position schalten, anschließend kann das Schaltwerk mit etwas Fett an der Befestigungsschraube direkt an das Schaltauge des Bikes geschraubt werden.

Schritt 6 – Kette anbringen

Zum Ermitteln der Kettenlänge muss der Hinterbau komplett eingefedert werden, dazu kann die Luft des Dämpfers vollständig abgelassen werden oder der Dämpfer demontiert werden. Anschließend wird die Kette durch das Schaltwerk gefädelt und auf das Kettenblatt sowie das größte Ritzel aufgelegt. Um die richtige Länge zu ermitteln, sollte die Kette per Hand auf Spannung gebracht werden und ab dem überschneidenden Punkt sollte nun ein äußeres und ein inneres Glied überlappen. Bei Bedarf kürzen. Anschließend mit einem Power-Lock verschließen.

Schritt 7 – Chain Gap/Umschlingung

Um das Einstellen der Umschlingung möglichst einfach zu gestalten, wird euch mit dem Upgrade-Kit eine Schablone mitgeliefert. Hierzu einfach in den vorletzten Gang schalten und die Schablone auf das größte Ritzel aufsetzen. Hier solltet ihr eventuell den Luftdruck des Dämpfers anpassen, denn ihr müsst die Umschlingung im Sag einstellen. Die andere Option wäre, das Ganze im Sag einzustellen, am besten mithilfe einer zweiten Person. Anschließend die Umschlingung einstellen, bis der Pfeil auf die Mitte der Schraube zeigt.

Die Schablone macht die Justierung deutlich einfacher!

Schritt 8 – Micro Adjust

Das Schaltwerk wird von Werk aus auf eine Eagle-Kassette abgestimmt und so müssen nur selten die Anschläge justiert werden. Dies geschieht wie bei einem herkömmlichen Schaltwerk. Super easy macht es euch hier der Micro Adjust, mit ihm gehört fummeliges Einstellen der Zugspannung der Vergangenheit an. Mithilfe des Controllers könnt ihr hier in den Micro Adjust switchen und damit die Position der Schaltröllchen mit den Positionen der Ritzel angleichen.

Schritt 9 – App Features

Anschließend könnt ihr, wie schon erwähnt, zusätzliche Features mit der App programmieren, unter anderem die Schaltreihenfolge, Begrenzung der Gänge, Belegung des Controllers uvm. Dies ist allerdings nicht unbedingt nötig. Theoretisch könnt ihr direkt auf den Trail – Ride on! PS: Vergesst nicht, spätestens jetzt das Bier kaltzustellen 😉

Die neue GX AXS auf dem Trail

Auf den ersten Metern benötigt die neue SRAM GX Eagle AXS-Schaltung eine kurze Eingewöhnungsphase. Der GX AXS-Controller ist mit seiner speziellen Form, in die der Daumen gelegt wird, zunächst etwas ungewohnt, wenn man zuvor nur mit mechanischen Schaltungen unterwegs war. Doch bereits nach kurzer Zeit gelingt das Schalten mit der neuen GX AXS intuitiv, problemlos und verdammt schnell. Im Vergleich mit seinem mechanischen Pendant erfordert die elektronische Schaltung weniger Fingerkraft und kürzere Hebelwege. Dadurch klickt man blitzschnell durch die Gänge. Das Schaltwerk quittiert den Tastendruck mit einem kurzen elektronischen Geräusch und legt die Kette in ungeahntem Tempo auf das richtige Ritzel. In Sachen Schaltgeschwindigkeit und Präzision ist die GX Eagle AXS den mechanischen Schaltungen überlegen und auf demselben Niveau wie die teureren X01- und XX1 Eagle AXS-Schaltgruppen. Einzig das Schalten im Turbo-Modus unter Volllast quittieren Kette und Kassette mit einem Knacken. Wir empfehlen euch definitiv, in der APP die Einstellung „Multishift“ zu deaktivieren, weil sonst Schäden vorprogrammiert sind.

Wir haben die neue GX Eagle AXS-Schaltgruppe bereits mehrere Wochen auf dem Trail für euch getestet.

Shit happens: Vor allem beim harten Einsatz am E-Mountainbike ist das Schaltwerk so einigen Gefahren ausgesetzt. Über unseren Testzeitraum hat das neue GX Eagle AXS-Schaltwerk mehrmals Bekanntschaft mit Steinen machen müssen. Außer einiger kosmetischer Kratzer ist die Funktion des robusten Schaltwerks dank der Overload-Clutch weiterhin tadellos. Die Roller Bearing-Clutch kann hingegen nicht alle Geräusche von schlagenden Ketten verhindern. Hier wünschen wir uns eine stärkere Dämpfung.
Den ein oder anderen undurchdachten Schaltvorgang unter Volllast hat der Antrieb ohne Weiteres überstanden.

Fazit

AXS für alle! Mit der brandneuen SRAM GX Eagle AXS bringen die Schaltungs-Experten ihre kabellose Technologie auf ein bezahlbares Level. Die Schalt-Performance liegt deutlich über der mechanischen GX und ist auf dem Niveau der kabellosen Top-Gruppen von SRAM. Auch der super cleane Look und die volle Kompatibilität mit allen Eagle-Komponenten, die ihr schon an eurem E-Mountainbike habt, sprechen für das 620 € teure Upgrade. Wir sind auch gespannt, an welchen Bikes die Hersteller in Zukunft die neue GX Eagle AXS verbauen werden, vor allem in Kombination mit dem BOSCH/AXS Extension Cord.

Mehr Informationen findet ihr unter sram.com


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Text & Fotos: Nils Mai