
Was verspricht der SQlab Griff 710 2.0?
Der 710 2.0 ist Teil der neuen SQlab-Griffserie 2026. Herzstück des Konzepts ist das sogenannte „dreidimensionale Mitwachsen“: Griffumfang, Grifflänge und Flügelgröße variieren je nach Handgröße (S, M, L). So passt sich der Griff nahezu maßgeschneidert an und entlastet gezielt den Ulnarisnerv und den Karpaltunnel.
Laut Hersteller vereint der 710 2.0 die Vorteile eines klassischen Flügelgriffs mit der Bewegungsfreiheit eines Trailgriffs. Er soll Taubheitsgefühle und Druckstellen reduzieren – ohne den Flow auf technischen Abfahrten auszubremsen. Ein echter Allrounder also: für Pendelnde, Touren-Fans und Trail-Liebhaber gleichermaßen.
- Preis: 34,95 €
- Farben: Schwarz
- Klemmung: innenliegend (Lock-on)
- Endkappen: Kunststoffscheiben statt klassischer Stopfen
Optisch wirkt der SQlab Griff 710 2.0 funktional, nicht flashy – das Design folgt klar dem Motto: Ergonomie statt Race-Look.


Unser Testeindruck: Individuelle Passform – fast wie maßgeschneidert
Schon beim ersten Griff an den Lenker wird klar: Der 710 2.0 ist kein Standardgriff, sondern fühlt sich an wie ein maßgeschneiderter Handschuh. In drei Größen (S, M, L) erhältlich, passt er sich perfekt an unterschiedliche Handproportionen an. Wer bisher mit einschlafenden Fingern oder druckempfindlichen Handkanten zu kämpfen hatte, spürt sofort die Entlastung – und gewinnt an Kontrolle, Komfort und Ausdauer.



Trail-Test des SQlab 710 2.0 – überraschend dynamisch
Die größte Überraschung: Der Flügel stört beim aktiven Fahren kein bisschen. Im Sitzen bietet er spürbare Unterstützung für Handballen und Handgelenke, während er in sportlicher Fahrhaltung nahezu aus dem Kontaktbereich verschwindet. Der vordere Teil des Griffs sorgt dabei für sicheren Halt und erlaubt es, gezielt Druck aufs Vorderrad zu bringen.
Auf ruppigen Wurzelteppichen und in schnellen Anliegern bleibt die Kontrolle stets hoch – deutlich besser, als man es von klassischen Komfortgriffen kennt. Für kompromisslose Enduro-Einsätze wirkt die weiche Gummimischung jedoch etwas zu nachgiebig – hier sind sportlichere Modelle im Vorteil.


Tourenfahrer, die gelegentliche Ausritte auf Trails unternehmen, werden mit dem SQlab Griff 710 2.0 glücklich werden.
Vergleich: 710 2.0 vs. 711
Im direkten Vergleich mit dem sportlicheren SQlab 711 zeigt sich schnell: Der 711 liefert ein präziseres, direkteres Feedback – perfekt für ambitionierte Trail- und Enduro-Fahrer. Der 710 2.0 hingegen punktet mit spürbar mehr Komfort, besserer Dämpfung und einer natürlichen Handhaltung. Auf langen Touren und entspannten Trailrides ist er klar die angenehmere Wahl, während der 711 bei maximaler Kontrolle und Präzision die Nase vorn hat.
Tops
- Top-Ergonomie: spürbare Entlastung von Händen und Handgelenken
- Trail-tauglich trotz Flügel
- drei Größen – dadurch nahezu maßgeschneiderte Passform
- weiche, dämpfende Mischung ohne Präzisionsverlust
Flops
- optisch funktional statt „Race-Style”
- nicht ganz so direkt wie sportlichere Modelle (z. B. 711)
- einklebbare Lenkerendstopfen
Fazit
Der SQlab Griff 710 2.0 ist kein Showpiece für World Cup-Stars, sondern ein Griff für alle, die Wert auf Komfort, Ergonomie und gesundes Fahren legen. Auf langen Touren überzeugt er mit spürbarer Entlastung, auf Trails überrascht er mit Grip und Kontrolle. Wer bereit ist, ein bisschen Race-Optik gegen echten Fahrkomfort einzutauschen, wird hier doppelt belohnt – mit entspannten Händen und mehr Spaß auf dem Bike.
- Tester: Erik Bötzle (Specialized Levo) & Manne Schmitt (Haibike ADVENTR 11 ABS)
- Testdauer: 4 Monate
- Gefahrene Kilometer: ~1.000 km
Words: Manne Schmitt, Erik Bötzle Photos: Manne Schmitt


