Mehr Federweg = mehr Spaß? Mit dem neuen Specialized Turbo Levo 4 EVO erweitert der US-Hersteller die Levo-Familie um ihre bislang abfahrtsorientierteste Variante. Mehr Reserven, mehr Fokus auf steiles und raues Terrain, mehr Bike für harte Trails – wir haben das neue Levo EVO für euch über die Trails gejagt.

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Specialized Turbo Levo 4 EVO Pro | Specialized 3.1-Motor/840 Wh | 180/170 mm (v/h)
24,4 kg in Größe S4 | 10.999 € | Hersteller-Website

Levo 4, Levo R und jetzt Levo EVO: Specialized baut die Levo-Familie weiter aus und schärft die Rollen innerhalb der Plattform nach. Wenn das Levo R als „Electric Rally” für Präzision, Agilität und starke Uphill-Performance steht und das Levo 4 den vielseitigen „Electric Trail”-Allrounder gibt, dann kommt das neue Levo 4 EVO als die bislang abfahrtsorientierteste Interpretation der Reihe daher – laut Specialized so etwas wie ein „Electric Enduro”.

Doch was unterscheidet das Levo 4 EVO konkret vom Levo 4? Obwohl beide auf demselben Vollcarbon-Rahmen basieren, verfolgt das EVO einen deutlich radikaleren Ansatz. An der Front wächst der Federweg auf 180 mm, am Heck auf 170 mm – also 20 mm mehr Reserve an beiden Enden. Statt auf den zusammen mit FOX entwickelten GENIE-Dämpfer setzt Specialized in unserer getesteten Pro-Variante auf den neuen RockShox Vivid Air Ultimate-Dämpfer. Dazu kommt der verbaute Specialized 3.1-Motor, der dank des jüngsten Software-Updates nun kräftige 810 W Spitzenleistung sowie 105 Nm Drehmoment liefert.

Spannende Infos zum neuen Specialized Levo 4 EVO

Highs

  • mehr Federweg durch einfache EVO-Dämpferaufnahme im gleichen Rahmen
  • Conversion-Kit ermöglicht Aufrüstung bestehender Levo-4-Bikes
  • sehr leiser und fein dosierbarer Specialized 3.1-Motor
  • stark integriertes System mit MasterMind TCU und App-Anbindung
  • robustes Gesamt-Setup statt kompromisslosen Leichtbaus

Lows

  • kein Schnelllader im Lieferumfang trotz Premium-Preis

Key Facts

  • Vollcarbon-Rahmen
  • 180/170 mm Federweg (v/h)
  • Specialized 3.1-Motorsystem
  • entnehmbarer Akku
  • 24,4 kg in Größe S4
  • Mullet-Setup (29″/27,5″)
  • vier Größen: S2–S6
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Trotz dieser klaren Verschiebung in Richtung Downhill-Performance hält sich das Mehrgewicht in Grenzen: Mit 24,4 kg in Größe S4 bringt das Levo 4 EVO nur etwas mehr auf die Waage als das Levo 4 in der S-Works-Version. Preislich markiert die getestete Pro-Variante mit 10.999 € klar die Premiumklasse und stellt gleichzeitig das Topmodell der Reihe dar. Wer den EVO-Charakter günstiger haben will, bekommt mit dem Turbo Levo 4 EVO Comp für 7.499 € einen deutlich günstigeren Einstieg in die EVO-Welt. Oder mit einem Aluminium-Rahmen ab 6.499 €.

Das neue Specialized Turbo Levo 4 EVO Pro im Detail

Mehr Federweg im gleichen Rahmen – klingt spannend, vor allem auch für Besitzer eines „normalen” Specialized Turbo Levo 4. Denn anders als beim Levo R steckt hinter dem EVO kein komplett neues Bike, sondern eine konsequente Zuspitzung des bekannten Levo-4-Konzepts in Richtung Enduro. Die, wenn man es komplett runterbricht, auf ein kleines Bauteil zurückzuführen ist.

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Basis bleibt der Vollcarbon-Rahmen des Levo 4, kombiniert mit einer kürzeren Dämpferaufnahme, die einen Dämpfer mit mehr Hub verwaltet und so den Federweg am Heck auf 170 mm wachsen lässt.

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Also aufpasst, liebe Levo-Fahrer! Specialized bietet das Conversion-Kit für 95 € im Aftermarket an. Wer seinem Levo 4 also mehr Reserven für härteres Gelände verpassen will, braucht dafür lediglich einen Dämpfer im Format 230 x 62,5 mm sowie eine Federgabel mit 180 mm Federweg. Weitere spezielle Parts sind für den Umbau nicht nötig. Der bekannte Levo-4-Rahmen bleibt erhalten, der Einsatzbereich verschiebt sich aber deutlich. Dazu später mehr.

Übrigens: Wenn ihr ein Levo 4 EVO kauft und später wieder weniger Federweg fahren wollt, müsst ihr euch die Standard-Dämpferaufnahme als Ersatzteil über euren Händler besorgen.

Und weil die Plattform dieselbe bleibt, übernimmt auch das EVO die bekannten Details des Levo 4. Der bewährte SWAT-Downtube-Storage beherbergt eine wasserdichte Tasche, in der Schlauch und Multitool sicher verstaut werden können.

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Wer sich die kleinere 600-Wh-Batterie leistet, gewinnt zusätzlichen Stauraum im Unterrohr, der zudem dank seitlicher Akku-Entnahme leicht zugänglich ist. Das obligatorische SWAT-Tool sitzt wie gewohnt sauber im Steuerrohr integriert. Löst man die Headcup-Schraube unten im Steuerrohr mit dem SWAT-Tool und zerlegt den Einsatz, kommt zusätzlich ein Kettennieter zum Vorschein. Zusammen mit dem dahinter sitzenden Kettenschloss ist so beides für den Notfall direkt am Bike dabei.

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Der großzügige Kettenstrebenschutz hält das Bike leise, während die Kettenführung die Kette wirkungsvoll in Schach hält und das stabile Motor-Cover bei Aufsetzern schützt. Praktisch für Shuttle-Tage: Ein zusätzlicher Shuttle Guard bewahrt den Rahmen beim Verladen auf dem Pick-up vor Kratzern. Auch die Zugführung überzeugt auf ganzer Linie: Die Leitungen verschwinden sauber hinter hochwertigen Aluminium-Eingängen im Steuerrohr und sind nur an Ein- und Austritt sichtbar.

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Der Antrieb des neuen Specialized Turbo Levo 4 EVO

Im Turbo Levo 4 EVO arbeitet der Specialized 3.1-Antrieb. Der liefert seit dem jüngsten Software-Update kräftige 105 Nm Drehmoment und 810 W Spitzenleistung. Damit liegt er zwar etwas unter dem S-Works 3.1-Motor, soll dafür aber rund 10 % weniger Strom verbrauchen. Entwickelt wurde das System in Kooperation mit Zulieferer Brose, der mittlerweile zur Yamaha-Gruppe gehört. Im Inneren setzt Specialized auf Vollmetall-Zahnräder, die langlebiger und unempfindlicher gegenüber Wärmeausdehnung sein sollen und so eine konstantere Leistungsabgabe ermöglichen.

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Bei den Akkus stehen wie gehabt zwei Optionen zur Wahl: ein 840-Wh-Akku oder eine leichtere 600-Wh-Batterie. Zusätzlich lässt sich der 280 Wh große Range Extender nutzen. Das Bike kann sogar ausschließlich mit diesem betrieben werden, liefert dann jedoch nur 50 % der maximalen Leistung. Den 280 Wh großen Range Extender und die leichtere 600-Wh-Batterie müsst ihr allerdings nachträglich dazukaufen.

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Etwas schade: Bei einem Preis von 10.999 € hätten wir uns an der getesteten Pro-Variante den Schnelllader gewünscht. Der ist zwar groß und alles andere als rucksacktauglich, lädt den Akku dafür aber in rekordverdächtigen 2 h vollständig auf. Stattdessen liegt dem EVO Pro nur das kompaktere 4-A-Ladegerät bei.

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Das Brain hinter dem System: Die MasterMind TCU erinnert weniger an einen klassischen E-Bike-Tacho als vielmehr an eine High-End-Smartwatch, die bündig im Oberrohr versenkt wurde. Mit 368 x 448 Pixeln liefert das 1,78-Zoll-Panel eine Schärfe, die man sonst nur vom Handgelenk kennt.

Wo das Display kompakt bleibt, fährt die Specialized-App ganz groß auf. Sie setzt in Sachen User-Experience Maßstäbe:

  • Intuitive Steuerung: Motor-Setup und Display-Layout lassen sich blitzschnell und ohne langes Suchen individualisieren.
  • Smart & Sicher: Dank der Integration von Apple Find My liefert Specialized ein echtes Sicherheitsplus direkt ab Werk.
  • Werkstatt-Besuch adé: Software-Optimierungen kommen bequem per Over-the-Air-Update auf das Bike – lästige Wege zum Händler für reine Systempflege gehören damit der Vergangenheit an.

Was kann die Ausstattung des neuen Specialized Turbo Levo 4 EVO Pro?

Steigen wir direkt mit den bereits erwähnten größten Änderungen ein. Beim Fahrwerk setzt das neue Specialized Turbo Levo 4 EVO auf die neuesten Komponenten aus dem Hause RockShox. An der Front arbeitet eine RockShox ZEB-Federgabel, die bereits mit der neuen Charger-3.2-Kartusche ausgestattet ist. Am Heck übernimmt ein RockShox Vivid Air die Dämpfungsarbeit. Das soll für einen spürbar komfortableren Hinterbau im Vergleich zum Levo 4, viel Traktion und reichlich Reserven im harten Gelände sorgen. Gleichzeitig verspricht der Hersteller am Ende des Hubs genug Gegenhalt, damit der Dämpfer auch bei harten Einschlägen nicht vorschnell durchrauscht.

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Den Anker werfen am Specialized Turbo Levo EVO, SRAM MAVEN A1 Silver-Bremsen. In Kombination mit den dicken HS2-Bremsscheiben mit satten 220 mm Durchmesser bleibt die Bremspower auch auf langen Abfahrten konstant. Ab Werk kommt am Heck allerdings nur eine 200-mm-Scheibe zum Einsatz.

Geschaltet wird über die SRAM X0 Eagle Transmission-Gruppe. Das elektronische Schaltwerk wird direkt vom Haupt-Akku des E-MTBs gespeist, wodurch der separate AXS-Akku entfällt. Bei der Kurbel setzt Specialized auf eine GX-Aluminium-Kurbel – ein klares Zeichen dafür, dass hier nicht maximaler Leichtbau, sondern ein robuster Ansatz für harte Trail-Einsätze im Vordergrund steht. Am Cockpit verbaut Specialized einen DEITY Carbon Speedway-Lenker in Kombination mit einem DEITY-Vorbau mit 35 mm Länge.

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In Sachen Laufräder rollt das EVO auf robusten Carbon Roval Traverse HD-Felgen mit DT Swiss 350-Naben. Das Laufrad-Paket des EVO Pro folgt also klar dem robusten Ansatz des Bikes: Traverse HD-Felgen und DT Swiss 350-Naben bringen keine Leichtbau-Schlagzeilen, dafür aber viel Stabilität, hohe Zuverlässigkeit und wenig Stress im harten Einsatz.

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Auch bei den Reifen ist die Marschrichtung klar: Vorne kommt ein Specialized Butcher mit robuster GRID Gravity-Karkasse und weicher T9-Gummimischung zum Einsatz, hinten ein Specialized Cannibal mit GRID Gravity-Karkasse und ebenfalls der T9-Gummimischung. Das passt zum Charakter des Bikes und liefert viel Grip vorne wie am Heck.

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In Größe S4 spendiert Specialized dem Levo 4 EVO eine BikeYoke-Dropper-Post mit 185 mm Hub. Für unseren Geschmack hätten 200 mm perfekt gepasst, die Stütze arbeitet dafür aber schnell und zuverlässig.

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Specialized Turbo Levo Evo

11.999 €

Ausstattung

Motor Specialized 3.1 105 Nm
Akku Specialized 840 Wh
Display Specialized MasterMind TCU
Federgabel RockShox ZEB Ultimate Charger 3.2 180 mm
Dämpfer RockShox Vivid Ultimate 170 mm
Sattelstütze BikeYoke REVIVE 185 mm
Bremsen SRAM MAVEN Silver 220/220 mm
Schaltung SRAM X0 Eagle AXS Transmission 1x12
Vorbau DEITY 35 mm
Lenker DEITY Speedway Carbon 810 mm
Laufradsatz Roval Traverse HD 29"/27,5"
Reifen Specialized Butcher, GRID Gravity, T9 / Specialized Cannibal, GRID Gravity, T9 2.4"/2.4"

Technische Daten

Größe S2 S3 S4 S5 S6
Gewicht 24,4 kg

Besonderheiten

SWAT-Bag & Tool
Range Extender
Flip Chip

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Das Specialized Turbo Levo EVO im Geometrie-Check

Weil der Rahmen gleich bleibt, steckt die Veränderung vor allem in den kleinen Details: Der Reach fällt in Größe S4 von 480 mm auf 470 mm kürzer aus, der Stack wächst von 638 mm auf 646 mm, der Lenkwinkel wird mit 63,6° statt 64,5° deutlich flacher und auch der Sitzwinkel fällt mit 76° etwas flacher aus als beim Levo 4. Genau diese Verschiebung macht aus dem vielseitigen Trail-Bike ein deutlich abfahrtslastigeres Paket mit mehr Kontrolle und Reserven im steilen Gelände.

Größe S2 S3 S4 S5 S6
Oberrohr 580 mm 602 mm 630 mm 658 mm 691 mm
Sattelrohr 390 mm 405 mm 425 mm 445 mm 465 mm
Steuerrohr 95 mm 103 mm 117 mm 132 mm 149 mm
Lenkwinkel 63,6° 63,6° 63,6° 63,6° 63,7°
Sitzwinkel 76,0° 76,0° 76,0° 76,0° 76,0°
Kettenstrebe 435 mm 435 mm 435 mm 435 mm 435 mm
Tretlagerabsenkung 24 mm 24 mm 24 mm 24 mm 24 mm
Radstand 1.208 mm 1.232 mm 1.263 mm 1.294 mm 1.331 mm
Reach 425 mm 445 mm 470 mm 495 mm 525 mm
Stack 625 mm 633 mm 646 mm 659 mm 675 mm

Ausgehend vom Basis-Setting mit 63,6° könnt ihr den Lenkwinkel per mitgelieferten Einsätzen um +/-1° verstellen, dazu lässt sich auch die Kettenstrebenlänge um 9 mm verlängern. In der Praxis geht das erfreulich einfach und sogar direkt auf dem Trail mit dem Multitool aus dem Steuersatz. Spezialwerkzeug? Braucht’s nicht. Weniger gelungen: An den Bauteilen selbst fehlen die Drehmomentangaben.

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Wie fährt sich das neue Specialized Turbo Levo 4 EVO auf dem Trail?

Wir haben nicht lange gefackelt und sind direkt vom Office auf die Trails gerollt. Schon auf den ersten Metern merkt man: Das Levo 4 EVO bringt nicht nur auf dem Papier mehr von allem mit, sondern auch auf dem Trail und dem Weg dorthin. Man sitzt zentral im Bike, fühlt sich gut integriert und spürt sofort, wohin die Reise geht: Dieses Bike will bergab. Nicht als Allrounder, der alles gleich gern macht, sondern wie ein Hund, der die Leine Richtung Tal straff zieht.

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Ganz abschreiben darf man das EVO bergauf aber keinesfalls. Es kommt technische Uphills hoch, nur eben mit einer anderen Haltung. Durch den etwas flacheren Sitzwinkel sitzt ihr minimal weiter hinten über dem Bike und tretet in steilen Passagen etwas mehr von hinten ins Pedal. Wird es richtig steil, verliert die Front hin und wieder etwas Ruhe und beginnt leicht zu tänzeln, statt stoisch auf Linie zu bleiben. Der Specialized 3.1-Motor schiebt dennoch kraftvoll nach oben und lässt sich genauso fein dosieren wie das S-Works-Pendant. Erst wenn man beide Motoren direkt hintereinander fährt, merkt man, dass hier etwas weniger Punch anliegt. Gerade in verblockten Uphills, in denen man mit einem kurzen Schub über Kanten und Stufen ziehen will, fehlt an manchen Stellen ein kleiner Nachschlag. Das ist aber kein himmelweiter Unterschied, sondern eher die Art von Detail, die im direkten Vergleich auffällt – nicht im normalen Trail-Alltag. Und genau der bestätigt schnell: Das Levo 4 EVO schießt lieber einfachere und flowige Uphill-Trails hoch, um sich danach wieder und wieder ins Tal zu stürzen.

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Auf der Forststraße tritt sich das EVO angenehm, der Hinterbau spricht sehr sensibel an, neigt nur in Kombination mit dem RockShox Vivid Air-Dämpfer etwas zum Wippen. Das ist auf einem E-MTB mit ordentlich Power aber weniger dramatisch als auf einem analogen Bike. Wenn wir bewusst Körner sparen wollten – bei uns selbst oder im Akku –, haben wir deshalb hin und wieder zum Lockout-Hebel gegriffen.

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Dafür liefern die Reifen viel Traktion, und auch der Cannibal am Heck trifft einen guten Sweet Spot aus Grip und akzeptablem Rollwiderstand. Sehr positiv aufgefallen ist uns außerdem, was der Specialized 3.1-Motor nicht macht: Geräusche. Selbst im Turbo-Modus bleibt das System angenehm leise und hält sich so weit im Hintergrund, dass man eher die Reifen auf dem Schotter und die Vögel im Wald hört als den Antrieb.

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Am Gipfel angekommen und vor allem in dem, was danach kommt, fühlt sich das EVO dann komplett zuhause. Oder besser gesagt: wie im siebten Himmel. Geht’s ins Tal, geht’s ab. Klar, das Gewicht des Bikes spürt man – Full-Power-E-MTB, viel Federweg, viele Reserven. Beim Pushen über Roller und in kleine Anlieger braucht das EVO deshalb etwas mehr Nachdruck als seine kurzhubigeren Levo-Brüder. Es will nicht ganz so spielerisch aus jeder kleinen Welle Tempo ziehen wie ein leichteres, kompakteres Bike. Doch sobald Geschwindigkeit anliegt, kippt das Bild klar zugunsten des EVO.

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Wird es steil, gewinnt das Levo 4 EVO massiv an Ruhe und Selbstvertrauen. Der leicht gewachsene Stack macht sich hier klar bemerkbar: Man fühlt sich sicher ins Bike integriert, selbst wenn der Trail plötzlich so einschüchternd steil abkippt wie die Streif. Das Fahrwerk spricht schon auf kleine Schläge sensibel an, generiert massig Grip und klebt das Bike förmlich an den Untergrund. Der Butcher an der Front macht seinem Namen alle Ehre und pflügt mit seiner klebrigen Gummimischung durch Steinfelder und lose Passagen. Das EVO fährt sich dabei nie nervös oder hektisch, nur etwas träger als seine Brüder, um dann in der nächsten ruppigen Sektion aber wieder zu glänzen.

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Das Specialized Turbo Levo 4 EVO ist zwar etwas schwerer als seine Brüder, belohnt im Gegenzug aber mit satten Reserven und einer Extraportion Fahrspaß bergab.

Wenn man mit Tempo ins Steinfeld rauscht, zuckt das EVO kaum mit der Wimper. Es hält die Linie auch dann, wenn dicke Stufen und fette Wurzeln sich querstellen, und vermittelt eine Laufruhe, die eher an ein Downhill-Bike erinnert als an ein klassisches E-MTB. Hier arbeiten Gewicht und Fahrwerk ganz klar für das Bike. Wo andere Konzepte anfangen, unruhig zu werden oder permanent kleine Korrekturen verlangen, bleibt das EVO satt, ruhig und berechenbar.

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Trotzdem wird aus dem EVO kein stumpfer Geradeaus-Bomber. Mit genügend Tempo und aktivem Input lässt es sich immer noch sauber durch Kurven drücken und bleibt ein Bike, das auch auf verwinkelten Trails funktioniert. Es fährt sich nur nicht wie ein flinkes Kurvenskalpell, sondern eher wie ein kraftvoller Boxhandschuh: mit massivem Punch, viel Ruhe und jeder Menge Vertrauen, wenn’s richtig zur Sache geht.

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Für wen ist das neue Specialized Turbo Levo 4 EVO das richtige E-MTB?

Das Turbo Levo 4 EVO richtet sich an alle, die bergab den Ton angeben wollen oder einfach Spaß dabei haben, bergab zu fahren. Wer ein E-MTB sucht, das vor allem in steilen, verblockten und schnellen Trails Ruhe, viel Vertrauen und ordentlich Reserven liefert, ist hier genau richtig. Das EVO fühlt sich immer dann am wohlsten, wenn der Trail nach unten zeigt – je rougher, desto besser.

Im Vergleich zum Levo 4 verliert es etwas von seiner Vielseitigkeit, gewinnt dafür aber deutlich an Souveränität im anspruchsvollen Gelände. Gegenüber dem Levo R spielt es weniger die Karte des präzisen Kletterers, sondern setzt klar auf Stabilität und Fehlertoleranz bergab. Technische Uphills sind zwar möglich, stehen aber nicht im Fokus – das EVO will hoch, um wieder runterzufahren.

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Wer mit diesem E-Bike richtig liegt:
Der Downhill-Lover
Wer vor allem bergab abliefern will, bekommt mit dem Specialized Turbo Levo 4 EVO das passende Werkzeug. Viel Laufruhe, massig Reserven und ein sattes Fahrgefühl machen das Bike vor allem in steilen, verblockten und schnellen Trails extrem stark.

Der Bikepark-Ballerer
Das EVO fühlt sich immer dann am wohlsten, wenn es rough wird. Wer gerne shuttelt, Bikepark-Tage sammelt oder auf harten Hometrails mit viel Tempo unterwegs ist, profitiert vom robusten Setup, dem potenten Fahrwerk und der hohen Fehlertoleranz.

Der Rider mit Sinn für robuste Parts
Traverse HD-Laufräder, DT Swiss 350-Naben, MAVEN-Bremsen und das generell robuste Gesamt-Setup machen das EVO spannend für alle, die lieber fahren als schrauben. Hier wurde nicht auf Show-Leichtbau, sondern auf Belastbarkeit und Haltbarkeit gesetzt.

Wer mit diesem Bike weniger harmoniert:
Der Tech-Climber
Wer technische Uphills liebt und maximale Präzision bergauf sucht, wird mit dem Levo 4 oder vor allem dem Levo R glücklicher. Das EVO kommt zwar ordentlich hoch, will aber lieber Forststraßen hochschießen, um danach wieder ins Tal zu stürzen.

Der verspielte Trail-Surfer
Wer ein besonders leichtfüßiges, superagiles Bike für flacheres Terrain, viele Richtungswechsel und maximalen Pop sucht, wird das Mehrgewicht und das sattere Fahrverhalten des EVO spüren. Es fährt sich bergab extrem souverän, aber nicht ganz so spritzig wie seine kurzhubigeren Brüder.

Der preisbewusste Fast-Charger-Fan
Wer bei knapp 11.000 € ein rundum sorgloses Premium-Paket erwartet, dürfte sich am fehlenden Schnelllader stören. Gerade bei einem Bike mit diesem Anspruch hätte der eigentlich serienmäßig dabei sein müssen.

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Helm MET Terrae | Brille 100% S3 | Shirt 7Mesh Sight Shirt LS | Schuhe Giro Chamber III

Fazit zum neuen Specialized Turbo Levo EVO

Mehr Federweg = mehr Spaß? Beim Specialized Turbo Levo 4 EVO lautet die Antwort ganz klar: ja – zumindest dann, wenn der Trail nach unten zeigt. Bergab macht das Bike mit seiner satten Laufruhe und den massigen Reserven richtig Laune und zaubert euch vor allem in den ruppigsten Sektionen ein breites Grinsen ins Gesicht. Bergauf kommt das EVO zwar ordentlich voran, doch das höhere Gewicht, der zusätzliche Federweg und die etwas aggressive Geometrie machen deutlich, wo die Prioritäten liegen. Wer maximale Downhill-Performance innerhalb der Levo-Familie will, bekommt mit dem Turbo Levo 4 EVO ein starkes Paket.

Tops

  • enorme Laufruhe und viel Vertrauen im steilen Gelände
  • bergab ein echtes Brett
  • viel Grip und hohe Fehlertoleranz
  • leiser, fein dosierbarer Motor

Flops

  • Uphill eher Mittel zum Zweck
  • träger als die kurzhubigen Levo-Brüder
  • Dämpfer wippt im Anstieg spürbar
  • kein Schnelllader trotz Premium-Preis

Mehr Infos findet ihr unter specialized.com


Words: Robin Ulbrich Photos: Lars Engmann

Wer schreibt hier?

Robin Ulbrich
Junior Editor

Robin Ulbrich ist bei 41 Publishing Spezialist für urbane Mobilität und technisches Produktmanagement. Als gelernter Meister im Fahrzeuginnenausstatter-Handwerk bringt er eine fundierte Werkstoffkenntnis in die Redaktion ein, mit besonderem Fokus auf ergonomische Schnittstellen, Materialeigenschaften und eine Verarbeitung bis ins Detail. Für die Magazine DOWNTOWN und E-MOUNTAINBIKE analysiert der leidenschaftliche Radfahrer aktuelle City- und Offroad-Trends. Neben seiner redaktionellen Tätigkeit nutzt er sein handwerkliches Know-how vor allem für tiefgehende Materialanalysen und praxisnahe Produkttests.

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