Obwohl das Specialized Levo noch immer weggeht wie warme Semmeln, präsentiert Specialized nun einen Nachfolger. Getreu dem Firmenmotto „innovate or die“ stellen die Amerikaner keine Weiterentwicklung mit kleinen Updates vor, sondern haben ein komplett neues E-Mountainbike entwickelt. Wir sind das brandneue Specialized Turbo Levo Expert bereits gefahren und verraten euch, ob es eine neue Ära einleitet.

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Das bisherige Levo S-Works Spitzenmodell wurde von uns zum besten E-Mountainbike 2018 gekürt. Anstatt sich auf ihren Lorbeeren auszuruhen hat Specialized noch eine Schippe draufgelegt und stellt ein komplett neu entworfenes Specialized Levo vor. Mit 150 mm Federweg vorne und hinten, sowie 29” Laufrädern soll es im Gelände deutlich mehr Reserven und Fahrspaß bieten und noch breiter einsetzbar sein als sein Vorgänger. Das günstigste Aluminiummodell ist ab 4.499 € erhältlich. Für das Topmodell S-Works sind satte 10.999 € fällig. Obendrein gibt es zwei Women’s Modelle aus Alu.

Das neue Specialized Tubro Levo 2019

Das Specialized Levo im Detail

Beim neuen Rahmen hat Specialized viele Elemente des neuen Stumpjumper Trailbikes übernommen. Allen voran der asymmetrische Side-Arm im Hauptrahmen, der die Rahmensteifigkeit deutlich erhöhen soll. Zusammen mit dem neuen Brose-Antrieb und einer speziellen Motor-Befestigung sollen etwa 800 g Gewicht eingespart worden sein.
Auf dem Oberrohr prangt das neue Gehirn des neuen Specialized Turbo Levos: die Turbo Connect Unit. Sie zeigt den Ladezustand des Akkus und die Fahrstufe an, ist An- und Ausschalter des Bikes und kommuniziert mit allen elektronischen bluetooth-fähigen Zubehörkomponenten.

Die neue Schaltzentrale: Turbo Connect Unit
Der Akku lässt sich entnehmen…
…oder direkt im Bike laden

Der vollintegrierte Akku ist mit wenigen Handgriffen nach unten entnehmbar (das Bike muss dazu angehoben oder auf den Kopf gestellt werden) und wird mit einer Inbusschraube befestigt. Neben dem Akku ist auch der Geschwindigkeitssensor gewohnt elegant in das Gesamtkonzept des Levos integriert und gut geschützt am Ausfallende befestigt.

Platz für eine Trinkflasche
Der Geschwindigkeitssensor: Gut geschützt und versteckt
Der wellenförmige Kettenstrebenschutz eliminiert Kettenschlagen effizient

Der neue Motor im Specialized Levo

Die Hardware des brandneuen Specialized 2.1 Motors basiert auf dem Brose Drive S Mag und liefert bis zu 410 % Unterstützung. Mit einem maximalen Drehmoment von 90 Nm gehört er zu den durchzugsstärkeren Motoren und zieht dank spezieller Sensoren schon bei niedrigen Trittfrequenzen mit viel Kraft an der Kette. Je nach Ausstattung des Levos ist der neue Turbo M2 Akku mit 500 Wh oder 700 Wh verbaut. Beide sind gleich groß, unterscheiden sich aber im Gewicht und in der Kapazität.

Verbesserte Connectivity und Individualisierung

Herzstück des Integrationskonzepts von Specialized ist die Turbo Connect Unit (TCU) im Oberrohr. Über Bluetooth oder ANT+ kommuniziert die Unit mit externen Geräten wie einem Garmin-Computer und der Mission Control App auf dem Smartphone. Diese wurde ebenfalls neu gestaltet. Neben einem smarten Navigationstool, das den Ladezustand des Akkus berücksichtigt und sogar die Motorleistung automatisch anpassen kann, lassen sich die Unterstützung und die Maximalkraft des Motors in den einzelnen Fahrmodi individuell anpassen. Das gab es auch schon in der “alten” Mission Control App, allerdings wurde die Bedienbarkeit weiter verbessert.

Auch in Sachen Display und Remote überlässt Specialized dem Kunden die Entscheidung. Standardmäßig kommt das neue Specialized Levo mit der bereits vom Vorgänger bekannten Lenker Remote. Mit ihr werden die Fahrmodi gewählt und die Schiebehilfe aktiviert. Wer ein super cleanes Cockpit will, kann sie auch abmontieren und wählt die Unterstützungsstufe an der TCU. Freunde der vollständigen Information können sich zusätzlich das kleine, kabellose Turbo Connect Display an den Lenker schrauben und erhalten alle Werte auf einen Blick. Das ebenfalls neu entwickelte Display ist übrigens auch mit älteren Levo Modellen kompatibel und in wenigen Sekunden mit dem Bike verbunden.

Die Geometrie des Specialized Levo

Größe S M L XL
Sattelrohr 380 mm 410 mm 455 mm 505 mm
Oberrohr (horizontal) 577 mm 600 mm 631 mm 664 mm
Steuerrohr 95 mm 95 mm 125 mm 140 mm
Lenkwinkel 66° 66° 66° 66°
Sitzwinkel 75° 75° 74° 74°
Kettenstrebe 455 mm 455 mm 455 mm 455 mm
Tretlagerabsenkung 27 mm 27 mm 27 mm 27 mm
Radstand 1182 mm 1202 mm 1235 mm 1266 mm
Reach 415 mm 435 mm 455 mm 480 mm
Stack 606 mm 606 mm 634 mm 647 mm

Der neue Motor spielt auch in Sachen Geometrie eine maßgebende Rolle. Die kompaktere Bauweise des Magnesiumgehäuses lässt den Entwicklern mehr Spielraum in der Rahmengestaltung. So sind sich die Kettenstreben um weitere 4 mm auf 455 mm Länge gekürzt. Das neue Levo ist mit einem Reach von 455 mm (in Größe L) zwar länger als sein Vorgänger, aber noch immer eher auf der kompakten, verspielten Seite angesiedelt. Mit einem FlipChip in der Dämpferaufnahme lässt sich die Geometrie des Specialized Levos weiter anpassen. Den größten Einfluss hat der FlipChip auf die Tretlagerhöhe, sowie Sitz- und Lenkwinkel. Wir sind das Levo aber „nur“ in der niedrigen Geometrieeinstellung gefahren.

Auf den nächsten Seiten findet ihr den ersten Test des brandneuen Specialized Turbo Levo Expert 2019 und eine Übersicht aller Modelle

Über den Autor

Felix Stix

Durch meinen technischen Hintergrund habe ich mich zum inoffiziellen Leiter unserer Werkstatt gemausert. Hier bereite ich das Equipment für unsere Tests vor und checke die Bikes auf Herz und Nieren. Meine nerdigen Texte mit unzähligen Erklärungen stützen sich meist darauf, dass ich ein Produkt komplett zerlegt und wieder zusammengebaut habe…
Auf dem E-Mountainbike scheppere ich am liebsten über die richtig harten Downhillstrecken und bringe dabei mich und das Material an die Grenzen – oder darüber hinaus. Bergauf geht es eigentlich immer im "Turbo"-Modus, damit ich für die nächste Abfahrt fit bin.