„Der Weg ist das Ziel“, kaum ein Satz steht auf so vielen Motivationsplakaten vor kitschigen Sonnenaufgängen wie dieser. Aber so abgedroschen er ist, manchmal passt er einfach wahnsinnig gut, z. B. zum brandneuen SCOTT Axis eRIDE Evo.

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SCOTT Axis eRIDE Evo | 25,50 kg | 4.799 €

Das SCOTT Axis eRIDE Evo lässt sich in keine Kategorie stecken. Auf den ersten Blick sieht es aus wie ein Trekkingbike, dann erkennt man jedoch den vollgefederten Rahmen und die breiten Reifen. Die 120 mm Federweg an Front und Heck lassen sich mithilfe eines Verstellhebels am Lenker in drei Stufen verhärten. TwinLoc nennt SCOTT diese Technologie. Das Bike wird von einem Shimano STEPS E8000-Motor mit integriertem 500-Wh-Akku angetrieben und rollt auf 2,25” breiten Schwalbe G-One-Reifen in 29”. Es ist mit allem ausgestattet, was man sich für den Bike-Alltag wünscht.

Gepäckträger? Check! Lichtanlage? Check! Schutzbleche? Double-Check! Das einzige, was wir schon beim Aufsteigen vermisst haben, ist eine Teleskopsattelstütze. Sie erhöht nicht nur den Komfort und den Fahrspaß, sondern auch die Fahrsicherheit. Abgerundet wird die Ausstattung des 4.799 € teuren Bikes von einer SRAM NX-Eagle-Schaltung und günstigen, aber kraftvollen Shimano BR-MT520-Vierkolbenbremsen.

Das SCOTT Axis eRIDE Evo im Detail

Federgabel SR Suntour XCR34 Air
Dämpfer X-Fusion Nude Trunnion
Schaltung SRAM NX Eagle
Motor Shimano Steps E8000
Akku Shimano 500 Wh
Bremsen Shimano MT520 4-Kolben 203/203 mm
Lenker Syncros FL2.0 720 mm
Vorbau Syncros FL2.0
Sattekstütze Syncros FL2.
Reifen Schwalbe G-One Allround Performance 2,25″
Naben Formula
Felgen Syncros
Gewicht 25,50 kg
Preis 4.799 €

Aufwendig
Zum Aktivieren des Lichts muss man sich erst eine Weile durch das Menü des Shimano-Antriebs klicken. Wir empfehlen, den 600 Lm starken Scheinwerfer einfach auch tagsüber aktiviert zu lassen, das erhöht die Sichtbarkeit und so die eigene Sicherheit.
Kraftvoll
Die günstigen Shimano-Bremsen mit vier Kolben greifen ordentlich zu und sind dank 200 mm großer Bremsscheiben auch auf längeren Abfahrten sehr gut zu kontrollieren.
Überflüssig
Die TwinLoc-Technologie ist eines von SCOTTs Markenzeichen. Beim Axis eRIDE EVO haben wir das System aber so gut wie nie genutzt, da es den Fahrkomfort unnötig reduziert und das Rad mit seinen 120 mm Federweg auch im offenen Modus effizient bergauf klettert.
Extra Stauraum
Ein Rucksack ist auf langen Touren nicht nur unbequem, man schwitzt auch unnötig darunter. Auf dem Gepäckträger des Axis eRIDE Evo lassen sich bis zu 15 kg schwere Gepäcktaschen anbringen.

Die Geometrie des SCOTT Axis eRIDE Evo

Größe S M L XL
Oberrohr 582 mm 607 mm 632 mm 652 mm
Lenkwinkel 65,0° 65,4° 65,4° 65,4°
Sitzwinkel 73,8° 73,9° 73,9° 73,9°
Kettenstreben 462 mm 462 mm 462 mm 462 mm
Radstand 1.195 mm 1.216 mm 1.242 mm 1.264 mm
Reach 406 mm 431 mm 453 mm 471 mm
Stack 607 mm 610 mm 619 mm 628 mm

Das SCOTT Axis eRIDE Evo in der Praxis

Bei Autofahrern sind SUVs total beliebt, sie schätzen speziell die hohe Sitzposition und das große Gefühl von Sicherheit. Mit beiden Attributen punktet auch das SCOTT Axis eRIDE Evo. Bereits nach den ersten Metern fühlt man sich pudelwohl. Aufrecht sitzt man auf dem Rad, die Hände werden von den ergonomischen Griffen gut gestützt. Die vielen Verstellhebel am Lenker sind jedoch alles andere als intuitiv zu bedienen und es braucht ein paar Blicke, bis man die schlanke Klingel mit dem Daumen findet, um einen Fußgänger auf sich aufmerksam zu machen.

  Schnell auf Asphalt, sicher auf Schotter – das SCOTT begeistert mit gutmütigem Handling

Auf Asphalt rollt das Rad sehr leichtfüßig dahin und der Motor unterstützt im Trail-Modus sehr angenehm und feinfühlig. Erreicht man die Schwelle von 25 km/h, kann man zwar darüber hinaus pedalieren, braucht in der Ebene aber etwas Kraft. Geht es leicht bergab, beschleunigt das Rad auch über 25 km/h leichtfüßig.
Auch wenn man das Fahrwerk mithilfe des Verstellhebels theoretisch verhärten kann, haben wir es nach einigen Versuchen nicht mehr getan. Das Plus an Komfort ist auch auf befestigten Wegen mit Kanaldeckeln und kleinen Schlaglöchern immens und der Verlust an Effizienz ist zu vernachlässigen.

Helm Bontrager Rally | Rucksack Shimano Tokyo | Brille Adidas Whipstart | Schuhe Afton Keegan

Die SR-Suntour-Federgabel und der X-Fusion-Dämpfer sind zwar beide eher günstig, arbeiten aber ausreichend feinfühlig und kontrolliert. Auf groben Schotterwegen filtern sie gemeinsam mit den großvolumigen Reifen und den sehr komfortablen Griffen Unebenheiten souverän weg und als Fahrer gleitet man förmlich dahin. Der Grip der Schwalbe G-One-Reifen ist auf Teer und Schotter sehr gut, bei Matsch und feuchter Wiese geraten sie jedoch schnell an ihr Limit. Vermisst haben wir sowohl bergab als auch beim Aufsteigen einzig eine Teleskopsattelstütze. In der Abfahrt bleibt das Axis eRIDE Evo auch bei höheren Geschwindigkeiten und trotz seines agilen Handlings sehr stabil und stets gut kontrollierbar. Die Gewichtsverteilung ist sehr gut, was zu der exzellenten Balance des Bikes beiträgt.

Fazit

Das SCOTT Axis eRIDE Evo macht nicht nur im Alltag eine gute Figur, sondern auch auf ausgedehnten Touren. Es überzeugt mit einem sehr gutmütigen Handling, einer sinnvollen Ausstattung und einem hohen Fahrkomfort. Auf das TwinLoc-System könnten wir bei diesem 120-mm-Bike allerdings verzichten und würden stattdessen lieber eine Teleskopstütze vom Lenker aus bedienen.

Stärken

– gutmütiges, ausgewogenes Handling
– perfekte Alltagsausstattung
– hoher Fahrkomfort

Schwächen

– fehlende Teleskopsattelstütze
– Licht lässt sich nur aufwendig über das Display-Menü aktivieren


Mehr Infos findet ihr unter: scott-sports.com


Dieser Artikel ist aus E-MOUNTAINBIKE Ausgabe #014

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Text & Fotos: Christoph Bayer

Über den Autor

Christoph Bayer

Wenn sich Arbeit nicht nach Arbeit anfühlt, dann hat man alles richtig gemacht – und das hat Christoph geschafft! Er liebt das Biken, ist ein Fan von Tech-Talk (zum Leid seiner Freundin Toni), hat super viel Spaß an der Fotografie und bereist gerne die Welt. Er ist fast seit Anfang an bei ENDURO dabei und als Chefredakteur dafür verantwortlich, dass ENDURO das progressivste und aufregendste Magazin der Branche ist. Natürlich schreibt er noch jede Menge Content selbst, testet knapp 100 Bikes im Jahr und sitzt nahezu täglich auf dem Rad. Die alpinen Trails rund um seinen Heimatort dienen dabei als perfektes Testgelände. Den klassischen Arbeitstag gibt es für ihn nicht, mal ist er im Office, mal mit dem Laptop im Garten oder er arbeitet direkt vom Van aus in den Top-Bikespots dieser Welt – für Christoph sind die Grenzen fließend und genau das weiß er so zu schätzen.