Ausgabe #019 Test

RevGrips Pro Series Half-Waffle-Griffe im Test – eine kleine Revolution für 99 €

Griffe sind Griffe, oder? Falsch! Die innovativen Revolution Suspension Grips sind die ersten „schwebenden“ Griffe, die mit einer speziellen, abfedernden Technik eure Hände vor Vibrationen des Lenkers schützen – bei gleichzeitig verbessertem Kontakt. Mit einem Preis von 99 € sind die RevGrips nicht gerade günstig, doch falls ihr unter Arm-Pump oder schmerzenden Handballen leidet, dann könnten sie sich als unbezahlbar erweisen.

Die in den USA gefertigten RevGrips zielen auf MTB-, ATV- und BMX-Fahrer ab, und verfolgen einen neuen Ansatz, was Stoßdämpfung angeht. Die Technik, die hinter den Griffen steht, ist elegant und einfach zugleich: Die äußere Griffschale wird nicht direkt auf dem Lenker montiert, sondern ist schwebend auf einer Gummi-Einlage gelagert, die wiederum von maßgefertigten Aluminium-Klemmen sicher gehalten wird. Diese Konstruktion erlaubt es den Griffen, zu „schweben“ und um einige Grad zu rotieren. Dadurch ist die Griffschale vom Lenker isoliert, wodurch die Vibrationen, die an die Hände weitergegeben werden, reduziert werden. Die RevGrips sind in den Größen Small, Medium und Large, jeweils mit einem Außendurchmesser von 31, 32,5 und 34 mm, erhältlich und sowohl in Half-Waffle als auch in einer ultra soften Gummimischung. Die Klemmen sind mit jeder Griffschale kompatibel. Sobald ihr euch das System zugelegt habt, könnt ihr die Größe der Griffschalen wechseln und seid für die Zukunft gewappnet. RevGrip bietet außerdem je nach Einsatz drei verschiedene Klemmen-Optionen an, die euch unterschiedliche Level an Beweglichkeit am Lenker gewähren: Race, Pro und Eliminator.

Sollte die Griff-Oberfläche einmal abgenutzt sein, sind sämtliche Ersatzteile separat erhältlich, sodass ihr euch kein neues Komplettsystem zulegen müsst
Nachdem schon einige Griffe das Zeitliche gesegnet haben, weil sie nicht über Lenker-Endstopfen verfügten, ist es erfreulich, dass die RevGrips kräftige Aluminium-Endkappen bieten, um die Griffschalen und Klemmen zu schützen.
Die Griffschale der RevGrips wird von Gummi-Einsätzen gedämpft und von Aluminium-Klemmen sicher gehalten.

Um herauszufinden, ob es sich bei den RevGrips um mehr als nur ein Quacksalber-Produkt handelt, testete unser UK-Redakteur Trev einen RevGrip parallel zu einem Standard-Griff (einem dünnen DMR Deathgrip Waffle-Griff). Das Resultat fiel ziemlich überraschend aus: Mit Handschuhen kaum ein Unterschied spürbar, doch am Ende einer langen Fahrt fühlten sich Hand und Unterarm auf der RevGrip-Seite weniger erschöpft und frischer an. Trev fiel außerdem auf, dass sich die RevGrips bei schnell aufeinanderfolgenden Bodenunebenheiten und felsigem Untergrund gedämpfter und komfortabler anfühlen. Wenn man mit Standard-Griffen fährt, rotieren die Hände bei Schlägen und Verlagerungen der Körperposition naturgemäß um den Lenker. Mit den RevGrips jedoch hielt Trev während dieser Bewegungen mehr Kontakt zu den Griffen, da die Griffe den Handbewegungen folgen können. Durch den erhöhten Kontakt und die reduzierten Bewegungen unter den Handinnenflächen fällt es leichter, einen lockeren Griff beizubehalten, was natürlich enorme Auswirkungen auf die Reduktion von Arm-Pump hat.

Der Grad der Beweglichkeit der Griffe ist anpassbar und fürs Feintuning lassen sich Unterlegscheiben hinzufügen, um die Rotationsbewegung zu erhöhen. Für 69,99 € bzw. 99,99 € gehen die Race- und Pro-Modelle über den Ladentisch und sind damit nicht gerade günstig. Dafür erhält man aber in den USA gefertigten Griffe einer hohen Verarbeitungsqualität. Bei einem derartigen Preis ist es außerdem erfreulich, dass alle Teile der RevGrips auswechselbar sind – Endkappen und Klemmen können alle separat nachgekauft werden. Und sollte der Waffle-Grip einmal abgenutzt sein, könnt ihr euch für ca. 35 € eine neue Griffschale zulegen. Das einzige Problem, das uns aufgefallen ist: Die 2,5-mm-Schraube der Klemme dreht sich leicht rund, falls ihr sie überdreht. Daher raten wir euch, den empfohlenen Drehmoment-Einstellungen sorgfältig zu folgen. Die Jungs von RevGrip sind sich ihrer Sache übrigens so sicher, dass sie sogar eine 30-tägige Geld-zurück-Garantie anbieten, solltet ihr keinen Vorteil verspüren.

Man könnte sie leicht als überteuerten Quacksalber abschreiben, doch nach unserem Test kommen wir zu dem Schluss, dass die RevGrips nützliche Performance-Vorteile mit sich bringen – speziell für Fahrer, die unter Schmerzen an der Hand oder Arm-Pump leiden. Die Auswahl der Griffe ist stets subjektiv, doch in unseren Augen bieten die RevGrips mehr Grip, besseren Komfort und reduzieren noch dazu Arm-Pump. Zusammengefasst: Sie funktionieren wirklich.

Tops

  • verbesserter Grip
  • hochwertige Verarbeitung
  • weniger Arm-Pump

Flops

  • teuer
  • 2,5-mm-Schraube der Klemmung ist zu weich

Tester: Trev
Dauer: 2 Monate
Preis: 69–99 €

Gewicht: 67 g pro Griff bei den 31-mm-Modellen
Mehr Info: revgrips.com


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Text & Fotos: Trev Worsey