Das neue Propain Sresh SL 2025 ist das erste Light-E-MTB des Allgäuer-Direktversenders. Angetrieben wird es vom neuen TQ HPR60-Motor und ist mit zwei Akku-Optionen im Konfigurator verfügbar. Zudem bringt es lediglich 19,8 kg auf die Waage. Wir haben das abfahrtsorientierte Trail-Bike mit 160/150 mm Federweg bereits für euch getestet.

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Propain Sresh SL Ultimate 2025 | TQ HPR60/360 Wh | 160/150 mm (v/h) | 29”/27,5” |19,8 kg in Größe L | 8.239 € | Hersteller-Website

Der Direktversender mit Online-Konfigurator aus dem Allgäu ist für seine Bikes mit Gravity-Genen bekannt. Mit dem neuen Propain Sresh SL 2025 bietet er nach dem Full-Power-E-Enduro Ekano 2 CF mit SRAM-Motor und dem Full-Power-E-Trail-Bike Sresh CF mit Shimano-Motor erstmals ein Light-Assist-Trail-Bike an.

Dabei lässt Propain euch im Konfigurator bestimmen, ob ihr lieber mit Full 29”-Setup oder mit Mixed-Wheels – sprich 29” an der Front und 27,5” am Heck – unterwegs sein wollt. Aber auch bei Ausstattungsmerkmalen wie Federungselementen, Bremsen, Antriebsstrang oder Laufrädern und Reifen könnt ihr aus vielen Optionen wählen. Wem das zu viele Entscheidungsmöglichkeiten sind, für den bietet Propain das neue Sresh SL 2025 auch in fertigen Ausstattungsvarianten an – mit einer Preisspanne von 5.994 € für das Base-Modell bis 10.499 € für die Factory-Ausstattung. Unser Testbike in Größe L ist individuell konfiguriert und ähnelt der Ultimate-Variante, wiegt 19,8 kg und kostet 8.734 €.

Ihr müsst schon genau hinsehen, um den Motor am Bike zu erkennen. Mit dem neuen TQ HPR60 sind 60 Nm Drehmoment und 350 W Maximalleistung gut im Bike versteckt. Zwei Akku-Optionen mit 360 Wh und 580 Wh zum Einbau im Unterrohr sowie ein Range Extender mit 160 Wh sind im Konfigurator verfügbar und versorgen das Bike für die Feierabendrunde, aber auch für ausgedehnte Touren mit Energie. Mit einem Federweg von 160 mm an der Gabel und 150 mm am Hinterbau ist das neue Propain Sresh SL 2025 ein abfahrtsorientiertes Trailbike.

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Das Propain Sresh SL 2025 im Detail

Unser Testbike rollt in einer klar lackierten und sehr schicken Carbon-Optik. Bei der Zugführung hat Propain auf das häufig negative Feedback vom Markt zum Internal Cabel Routing (ICR) reagiert, bei dem die Züge, Bremsleitungen und Kabel durch den Steuersatz in den Rahmen eingeführt werden. Das neue Shresh SL 2025 gibt es wieder mit der klassischen internen Zugführung, nämlich mit seitlich am Steuerrohr liegenden Öffnungen, in denen die Leitungen mit Gummistopfen fixiert und abgedichtet werden.

Bei der IRC Variante des Top-Models sind diese Öffnungen auch vorhanden, aber eben ein ICR-Steuersatz und ICR-Vorbau verbaut. Zwischen Hauptrahmen und Hinterbau verlaufen die Kabel und Leitungen über dem Tretlager entlang der PRO10-Hinterbau-Wippe und sind mit geschraubten Kabel-Ports und einem Clip in der Mitte sicher gehalten – da klappert nichts. An dieser Position sind die Kabel vor Beschädigungen gut geschützt, nur Schlamm kann sich in den vielen Nischen hervorragend vor der Reinigung drücken.

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Viele Züge sind dank elektronischer Schaltung und Sattelstütze nicht mehr am Propain Sresh SL 2025 zu sehen. Aber Bremsleitung und Remote-Kabel werden wieder klassisch am Steuerrohr in den Rahmen geführt.
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Vom Hauptrahmen in den Hinterbau geht’s oberhalb vom Tretlager entlang und geschraubte Kabel-Ports und ein Clip in der Mitte sichern die Position der Leitung.

Viele Züge sind dank elektronischer Schaltung und Sattelstütze nicht mehr am Propain Sresh SL 2025 zu sehen. Aber Bremsleitung und Remote-Kabel werden wieder klassisch am Steuerrohr in den Rahmen geführt.
Vom Hauptrahmen in den Hinterbau geht’s oberhalb vom Tretlager entlang und geschraubte Kabel-Ports und ein Clip in der Mitte sichern die Position der Leitung.

Am Oberrohr vor dem Dämpfer gibt’s einen Tool-Mount, der mittelgroße Tools oder einen Schlauch aufnehmen kann. Ein Multitool hat das neue Propain Sresh SL 2025 immer dabei, es ist eingeklipst in die Motorabdeckung, die ihr mit einem Schwenkhebel öffnen und abnehmen könnt. Diese Lösung ist eher eine Sommeredition, denn bei matschigen Verhältnissen ist diese Abdeckung voll unter Beschuss, sodass der Hebel nicht einfach zu finden sein wird, ganz zu schweigen von den schmutzigen Händen. Für solche Tage solltet ihr besser noch ein separates Tool einpacken.

Der Hinterbau hat die Propain-eigene PRO10-Kinematik, die laut Hersteller gutes Ansprechverhalten mit viel Progression und Antriebsneutralität verbindet. Damit die Freude am sanft ansprechenden Hinterbau auch über vielen Bike-Wäschen anhält, sind die Lager mit zusätzlichen Dichtscheiben vor Schmutz und Feuchtigkeit geschützt. Eure Ohren und die Kettenstrebe schützt der dicke und großflächig abdeckende Kettenstrebenschutz aus Elastomer.

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Der kräftige und umlaufende Kettenstrebenschutz schützt eure Ohren vor Lärm und den Hinterbau vor Beschädigungen.

Das TQ HPR60-Motorensystem

Der superkompakte TQ HPR60-Motor ist so klein und unauffällig in das Propain Sresh SL 2025 integriert, dass man das Bike erst auf den zweiten Blick als E-MTB erkennt. Trotz seines geringen Gewichtes von 1,9 kg liefert der Motor mit 60 Nm Drehmoment und bis zu 350 W solide Werte in dieser Kategorie. Lediglich eine Kurzzeit-Boost-Funktion wie bei FAZUA oder Brose Qore ist nicht verfügbar.

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Mit dem kleinen und unauffällig integrierten TQ HPR60-Motor ist das Propain Sresh SL 2025 erst auf der zweiten Blick als E-MTB zu erkennen.

Mit den entnehmbaren, im Unterrohr verbauten Akkus habt ihr die Wahl zwischen einem leichten 1,8-kg-Modell mit 360 Wh Kapazität oder dem 2,7 kg schweren Akku mit 580 Wh Kapazität für einen Aufpreis von 399 €. Dazu gibts einen Range Extender zu kaufen, der 160 Wh und 1,1 kg Gewicht aufbringt und der im Flaschenhalter mit einem Riemen befestigt wird. Das funktioniert zwar, ist aber etwas fummelig und wir mussten den Riemen häufiger nachstraffen, damit der Akku nicht im Flaschenhalter klappert. Hier würden wir uns bei einem solch teuren Bike und hochwertigen System eine bessere Lösung wünschen.

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Im Flaschenhalter kann alternativ zum Getränk auch ein Range Extender befestigt werden. Der Riemen will straff angezogen werden, sonst klapperts hier.

Vom Ladegerät mit 200 W Leistung und 4A-Ladestrom berechneten wir uns Ladezeiten von 2 bis 3 Stunden für den 360-Wh-Akku und gut 3 bis 4 Stunden für den 580-Wh-Akku. Angeschlossen wird der Charger am Ladestecker am Rahmen, der sich auf dem Unterrohr kurz hinter dem Steuerrohr befindet. Der Anschluss ist dort gut vor Schmutz geschützt und wird zusätzlich noch von einer gummierten und leicht bedienbaren Klappe verschlossen.

Am selben Anschluss wird auch der Range Extender angeschlossen, dessen Stecker mit der beschriebenen Verschlusskappe gesichert werden soll. Leider hatten wir bei etwas zu lockerer Befestigung des Range Extenders den Fall, dass der Stecker sich trotz der Sicherungsklappe gelöst hat, also achtet hier etwas genauer darauf.

Als Remote kommt die bereits vom TQ HP50-Motor bekannte 2-Tasten-Einheit zum Einsatz, die minimalistisch, kompakt und robust ist. Die beiden Tasten haben einen starken Druckpunkt, wodurch eine versehentliche Doppelbetätigung nahezu ausgeschlossen ist. Ihr könnt zwischen den Fahrstufen Off, Eco, Mid und High wählen und den Walk Assist Mode aktivieren.

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Die kompakte TQ-Remote (oben) mit zwei soliden Tasten macht genau, was sie soll und hält sich sonst unauffällig zurück.
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Das neue Display ist gut arrangiert und zeigt neben Akkukapazität und Fahrstufe im Zentrum auswählbare Informationen an.

Hübsch und bündig im Oberrohr eingelassen, ist das neue Farbdisplay vom TQ HPR60-Motor-System, das mit nur einer Taste ebenfalls minimalistisch gehalten ist. Diese hat allerdings viele Aufgaben: Zum Einschalten genügt eine kurze Betätigung, zum Ausschalten des Systems müsst ihr sie mehr als 3 Sekunden gedrückt halten, bis das Display ausgeht. Mit je einem Einzelklick könnt ihr durch die Fahrstufen schalten und mit einem Doppelklick zwischen den Anzeige-Seiten des Displays wechseln.

Zwar hat auch diese Taste einen ordentlichen Druckpunkt, allerdings ist es uns häufig passiert, dass ein Klick unterschlagen und damit die Fahrstufe verändert wurde und nicht die Anzeige. Nachdem die Fahrstufen ohnehin an der Remote umgeschaltet werden können und nur bei einer Beschädigung am Display umgeschaltet werden müsste, würden wir diese Funktion gerne mit der Hürde des Doppelklicks vor versehentlicher Bedienung geschützt sehen und stattdessen die Anzeige-Umschaltung mit Einzelklick machen.

Die neue Farb-Anzeige ist klar strukturiert und gut ablesbar. Oben werden als Balken oder Zahlenwert die Akkukapazitäten von Hauptakku und, wenn angeschlossen, auch die des Range Extenders dargestellt. Neu ist die Darstellung der Fahrstufe mittels zwei Balken an den Seitenrändern des Displays, die eine klare Verbesserung zur Anzeige mit einem Punkt aus mehreren Kreisen der vorherigen Generation ist. Im Zentrum werden von euch auswählbare Informationen angezeigt, die über die TQ-E-Bike-App konfigurierbar sind. Jeweils zwei Informationen werden auf einer von bis zu drei einrichtbaren Anzeigeseiten dargestellt: Rest-Reichweite (abhängig von der aktuellen Fahrstufe berechnet), Trittfrequenz, Geschwindigkeit, Motorleistung und Eigenleistung.

In der App können auch alle Fahrstufen individuell getuned werden, indem maximale Leistung, Unterstützung (max. 200 %), Pedalreaktion (langsam bis schnell) und maximale Geschwindigkeit angepasst werden. Die Benennung der Eigenschaften finden wir hier besonders intuitiv und verständlich. Das ist z. B. bei der Bosch eBike Flow App nicht immer so.

Die Ausstattung des Propain Sresh SL 2025

Hier habt ihr die freie Wahl: Der Online-Konfigurator von Propain lässt euch zunächst zwischen den Laufradgrößen Full 29” oder Mixed Wheels entscheiden. In der Ausstattungsvariante „Individual” startet ihr beim Grundpreis von 5.994 € und könnt dann frei zwischen den vielfältigen Upgrade-Option für alle Komponentengruppen wählen. Weniger Entscheidungen müsst ihr bei der Wahl eines der fertig spezifizierten Ausstattungspakete treffen:

Base 5.994 €
Bomber 6.629 €
Swedish Gold 7.939 €
Ultimate 8.239 €
Factory 10.499 €

Als Rahmenfarben stehen beim Propain Sresh SL 2025 Firetruck Red Matt, Moon Shine Gloss und Carbon Raw Gloss zur Wahl, darüber hinaus könnt ihr aus zwölf Optionen für die Decals wählen.

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Propain Sresh SL

8.239 €

Ausstattung

Motor TQ HPR 60 60 Nm
Akku TQ HPR Battery 360 Wh
Display TQ Full Pixel Color Display
Federgabel RockShox Lyrik Ultimate 160 mm
Dämpfer RockShox SuperDeluxe Ultimate 150 mm
Sattelstütze RockShox Reverb AXS 200 mm
Bremsen SRAM MAVEN Silver 200/200 mm
Schaltung SRAM GX AXS Eagle Transmission 1x12
Vorbau Sixpack Millenium 45 mm
Lenker Sixpack Millenium805 805 mm
Laufradsatz NEWMEN Beskar 30 29"/27,5"
Reifen Continental Kryptotal FR Enduro Super Soft, Continental Kryptotal RE Enduro Soft 2,4“

Technische Daten

Größe S M L XL
Gewicht 19,87 kg
Zul. Gesamtgewicht 120 kg

Besonderheiten

Tool Mount
Range Extender
Multitool
Flip Chip

Wir haben das Bike individuell mithilfe des Online-Konfigurators ausgestattet und zum Test gefahren, es ist aber bis auf Antriebsstrang, Lenker und Laufräder identisch mit der Ultimate-Variante. Das Fahrwerk von RockShox in der Ultimate-Variante unterstreicht die Abfahrts-Ambitionen des Sresh SL: Die RockShox Lyrik Ultimate-Gabel mit 160 mm Federweg hat mit der Charger 3.1 die beste Dämpferkartusche aus dem RockShox-Lineup. High- und Lowspeed Compression sowie Rebound sind getrennt einstellbar.

Am Heck sorgt der RockShox Super Deluxe Ultimate-Dämpfer mit 150 mm Federweg für viel Traktion. Auch hier sind, wie an der Gabel, High- und Low-Speed-Compression sowie Rebound getrennt einstellbar, darüber hinaus gibt es noch den Plattform-Hebel zum Verringern des Hinterbau-Wippens. Alle Compression-Einstellungen sind bei den Ultimate-Federelementen schnell und einfach auf dem Trail anpassbar, weil der ganze Einstellbereich mit weniger als einer Umdrehung abgedeckt wird und weil mit einer Skala immer der aktuelle Status erkennbar ist.

Auch die Bremsen untermauern das Potenzial des Propain Sresh SL 2025. Mit den SRAM MAVEN Silver-Bremsen und 200-mm-Bremsscheiben an beiden Rädern bekommt ihr Top-Performance und Dosierbarkeit.

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Gegensätze vereint: Die sanft ansprechende RockShox Lyric Ultimate-Gabel und die bissige SRAM MAVEN Silver-Bremse tragen stark zum Fahrgefühl des Propain Sresh SL 2025 Ultimate bei.

Am Antriebsstrang liefert die elektronische SRAM X0 Eagle Transmission schnelle und sanfte Schaltvorgänge, gerade unter Last, was bei E-MTBs mehr die Norm als die Ausnahme ist. Das Schaltwerk wird beim Sresh SL vom Hauptakku des Bikes mit Energie versorgt, somit müsst ihr euch um den Ladezustand eines Schaltungsakkus nicht kümmern. Mit 520 % Bandbreite der 12-fach-Kassette könnt ihr das Bike aber auch mal mit leerem Akku den Berg hochfahren. Bedient wird die Schaltung mit den SRAM AXS POD-Controllern, die mit der Infinity-Clamp separat am Lenker befestigt sind und euch so maximale Freiheit bei der Positionierung des PODs geben.

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NEWMEN Fade-Hinterradnabe mit dem flüsterleisen Sperrklinken-Freilauf.
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Die Akkuhalterung aka „Kommandobrücke”” der RockShox Reverb AXS-Sattelstütze.

Unser Test-Bike rollt auf NEWMEN Beskar 30 Trail-Alu-Laufrädern, die mit ihrer spezifischen Auswahl von Felgen und Speichen auf den Einsatz als Vorder- und Hinterrad angepasst sind. Für besonders schwere Fahrer oder für einen sehr engagierten Fahrstil stehen im Konfigurator auch robustere Optionen zur Verfügung. Mehr Bodenkontakt stellen Reifen von Continental her: Vorne ist das der Kryptotal FR mit Enduro-Casing und Super-Soft-Gummi, hinten ein Kryptotal RE mit Enduro-Casing und Soft-Gummi. Die Reifen sind sowohl robust als auch griffig und für trockene sowie feste bis nasse und weiche Böden gut geeignet und passen damit gut zum Einsatzzweck des Bikes.

Ebenfalls elektrisch und kabellos ist die Sattelstütze RockShox Reverb AXS mit 200 mm Hub, die schnell auf den Bedienimpuls des POD reagiert und top funktioniert. Optisch ist sie mit dem Akku in der Mitte der Sattelstütze nicht die Schönste, aber das müsst ihr ja beim Fahren nicht ständig sehen.
Im Cockpit ist der Sixpack Millenium-35-mm-Vorbau mit einem OneUp-Carbon-Lenker verbaut, der ebenfalls ein Upgrade ist und dessen 35-mm-Rise zur angenehm zentrierten und integrierten Fahrposition beiträgt. Das Gesamtgewicht des getesteten Propain Sresh SL 2025 beträgt 19,8 kg, was angesichts der soliden Parts, der langen Sattelstütze und der Reifen mit Enduro-Casing ein guter Wert ist.

Weitere Ausstattungsvarianten des Propain Sresh SL 2025

Mit fünf fest spezifizierten Ausstattungsvarianten und der frei konfigurierbaren Individual-Variante bedient Propain nahezu jede Vorliebe und jeden Geldbeutel. Die Namen verweisen direkt auf die verwendeten Federelemente (Abbildungen können von der tatsächlichen Ausstattung abweichen).

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In der Variante Factory für 10.499 € sind eine FOX 36 Factory GRIP X2-Gabel und der FOX FLOAT X-Dämpfer mit der elektronischen 12-fach-Schaltung Shimano XTR DI2 und Shimano XTR-Bremsen kombiniert. Das Bike rollt auf DT Swiss EXC 1200-Carbon-Laufrädern, hat den OneUp-Carbonlenker und für die Freunde des aufgeräumten Cockpits einen ICR-Steuersatz.

PROPAIN Sresh SL MY25 carbon raw gloss Side FalchPhotography psd

Die Ultimate-Variante für 8.239 € weicht von unserem Testbike bei wenigen Teilen ab. Es sind die elektronische SRAM GX Eagle Transmission-Gruppe und die NEWMEN Beskar 30-Laufräder mit gleichen Felgen und Speichen vorn und hinten verbaut. Anstelle des Carbonlenkers kommt diese Ausstattung mit dem Sixpack Millenium 805-Alu-Lenker mit 30 mm Rise.

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Swedish Gold heißt das Modell mit Öhlins RXF 38-Gabel und Öhlins TTX 22 Coil-Dämpfer, das für 7.939 € angeboten wird. Hier gibt es neben der mechanischen SRAM Eagle 70 Transmission-Schaltung SRAM MAVEN Silver-Bremsen, DT Swiss EX1700-Alu-Laufräder und die gute, bekannte, mechanische OneUp V3-Sattelstütze.

PROPAIN Sresh SL MY25 firetruck matt bomber Side FalchPhotography psd

Mit 6.629 € kommt die zweitgünstigste Variante mit Marzocchi Bomber Z1-Gabel und Marzocchi Bomber Air-Dämpfer und heißt – Bomber! Shimano XT-Schaltung, MAGURA MT5-Bremsen und NEWMEN Performance 30-Alu-Laufräder komplettieren das Chassis. Auch hier kommt die OneUp V3-Sattelstütze zum Einsatz gepaart mit Griffen und Lenker von Sixpack .

Die günstigste Variante Base kann für 5.994 € gekauft werden und ist gleichzeitig auch der Startpunkt für die Individual-Konfiguration. Mit der RockShox Psylo Gold RC Gabel, dem RockShox Deluxe Select-Dämpfer und der mechanischen SRAM Eagle 70 Transmission-Schaltgruppe wird der Geldbeutel entlastet, ohne dabei auf ein gut fahrendes Bike zu verzichten. Die SRAM DB8-Bremsen, die NEWMEN Performance 30-Alu-Laufräder und ebenso hier die OneUp V3-Sattelstütze sowie das Cockpit von Sixpack untermauern diese Einschätzung.

Die Geometrie des Propain Sresh SL 2025

Bei der Geometrie des neuen Bikes bleibt Propain bewährten Maßen treu: Das Propain Sresh SL 2025 ist in den Größen S, M, L und XL verfügbar, welche Reach-Werte von 430 mm bis 505 mm umfassen, die in 25-mm-Schritten gestuft sind. Laut Hersteller sind diese Abmessungen für Körpergrößen von 158 cm bis 202 cm passend.

Größe S M L XL
Oberrohr 589 mm 616 mm 642 mm 662 mm
Sattelrohr 390 mm 410 mm 430 mm 460 mm
Steuerrohr 100 mm 110 mm 120 mm 130 mm
Lenkwinkel 64,1° 64,1° 64,1° 64,1°
Sitzwinkel 76° 76° 76° 76°
BB Drop 31 mm 31 mm 31 mm 31 mm
Kettenstrebe 450 mm 450 mm 450 mm 450 mm
Radstand 1210 mm 1239 mm 1269 mm 1298 mm
Reach 425 mm 450 mm 475 mm 500 mm
Stack 618 mm 627 mm 636 mm 645 mm

Passend zum Federweg und Einsatzzweck ist die ausgewogene Trail-Bike-Geometrie mit langem Hinterbau gewählt. Auffällig ist der steile effektive Sitzrohrwinkel, mit dem kleinere Fahrer vergleichsweise weit vorne und große Fahrer dafür aber nicht auf dem Hinterrad sitzen. Der Stack ist für ein Trail-Bike moderat und angenehm hoch. Das dürfte große Fahrer freuen, die sonst eine vergleichsweise tiefe Front haben und direkt zu hohen Lenkern greifen müssten.

Ein Flip Chip wird am Hinterbau verwendet, um den einfachen Wechsel zwischen 29”- und 27,5”-Hinterrädern zu ermöglichen. Er gleicht dabei ca. ⅔ des Laufradgrößen-Unterschieds aus, wodurch das 27,5”-Setup schon 0,3° flacher ist als das 29”-Setup. Wird beim Einbau des kleineren Hinterrads trotzdem die 29”-Position des Flip Chips beibehalten, erhaltet ihr das um 0,9° flachere SHRED-Setting und noch etwas mehr Laufruhe. Sofern man zwei 5-mm-Inbusschlüssel parat hat, ist der Wechsel so einfach, dass er auch auf dem Trail gemacht werden kann. Das hat Propain gut gelöst.

Das Propain Sresh SL 2025 auf dem Trail

Info: Während unseres Tests mit dem Propain Sresh SL hat der TQ HPR60-Motor zwar seine normale Leistung auf den Trail gebracht, dabei allerdings ein unangenehmes Vibrieren verursacht, was an beiden Pedalen deutlich zu spüren war und stark auf ein Problem des Motors hindeutet. Leider ist das nicht das erste Problem, das wir mit dem neuen Motorsystem seit seinem Release hatten und zwei von drei der von uns gefahrenen Motoren mussten getauscht werden. TQ versichert uns – allerdings erst auf unsere Nachfrage – dass es sich bei den Motor-Systemen um Vorserienmodelle handelt, die so nicht auf den Markt kommen.

Um umfangreiche Fahreindrücke zu gewinnen, sind wir das Bike auf den Trails unserer Umgebung selbstverständlich bergauf und bergab gefahren, jeweils von flowig bis ordentlich technisch. Auf den ersten Metern fällt die Sitzposition als angenehm zentral und moderat aufrecht auf. Man ist gut zwischen den Rädern vermittelt und fühlt sich im Bike integriert. Trotz Größe L ist das Bike überraschend kompakt und man tritt eher von vorne auf die Pedale. Der Hinterbau wippt beim Pedalieren nahezu nicht, trotz offenem Dämpfer, also ohne den Plattform-Hebel zu verwenden.

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Ebenso nicht vorhanden: Geräusche vom Bike. Das neue Propain Sresh SL 2025 bewegt sich flüsterleise durch den Wald. Der TQ HPR60 ist nahezu nicht zu hören und der neue Sperrklinkenfreilauf der NEWMEN Fade-Naben ist so angenehm unaufdringlich, dass man sich den für jeden Biker wünscht, der laut knatternd an einem vorbeirollt.
Wird es technischer, zeigt sich das Bike als guter Kletterer. Mit dem feinfühligen Hinterbau und guter Traktion klettert es gut Wurzeln, Steine und Stufen hoch. Die für den Grip wichtige Gewichtsverteilung ist leicht zu finden.

Die Unterstützung ist je nach Fahrstufe und Tuning von sanft bis kräftig wählbar. Der Unterstützungsfaktor ist auf maximal 200 % begrenzt, sodass schon ein gutes Maß an Eigenleistung erforderlich ist, um die höchste Motorleistung zu erhalten. Dafür ist dann aber auch die Gesamtleistung bereits sehr hoch, bevor man die Grenze des Motors erreicht. Das führt dazu, dass man die Leistungsgrenze des Motors kaum wahrnimmt und trägt so zum natürlichen Fahrgefühl bei. Im Ergebnis wird ausreichend Kraft und ein guter Durchzug erzeugt, was auch für steilere Anstiege ausreicht. Wer mehr über das neue TQ HPR60-Motorsystem wissen will, sollte unseren ausführlichen Test dazu lesen.

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Geht es bergab, fährt sich das neue Propain Sresh SL 2025 leichtfüßig und agil, wie man es von einem Trail-Bike erwartet. Für unseren Geschmack ist die Lenkung in der 27,5”-Grundeinstellung etwas zu agil. Mit dem Flip Chip haben wir darum auf Shred-Setting umgebaut. In dieser Einstellung zieht das Bike immer noch gierig in die Kurven und ist dabei immer noch agil genug. Der Lenkwinkel und auch die Sitzposition werden aber abfahrtsorientierter. Leider gibt es diese Option nur für MX-Laufräder. Mit dem 29”-Hinterrad bleibt nur noch der Griff zum AngleSet, für das dank der großen oberen Steuersatzschale genug Platz vorhanden ist. Die Laufruhe ist mit dem flachen Lenkwinkel nun sehr gut. Trotzdem ist das Bike immer noch agil genug, um das Vorderrad um plötzlich auftauchende Hindernisse herumzuzirkeln.

In schnellen Kurven hat uns gefallen, wie einfach mit dem Propain Sresh SL 2025 eine gute Gewichtsverteilung zwischen Vorderrad und Hinterrad zu erreichen ist. Damit war immer gut Grip an beiden Rädern vorhanden. Gegenüber Bikes mit kurzem Hinterbau muss man hier weniger arbeiten, um optimale Gewichtsverteilung zu erhalten.

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Ein Highlight beim Abfahren ist auch das Fahrwerk, das sensibel arbeitet und trotz eher straff gewählten Einstellung mit 18 % bzw. 25 % SAG (v/h) ein wolkiges Fahrgefühl vermittelt. Grip ist immer vorhanden und das Propain gibt viel Vertrauen. Dieses Vertrauen wird auch durch die SRAM MAVEN Silver verstärkt. Die Bremsen zähmen das Bike auch im steilsten Gelände souverän – solange die Reifen greifen.

Das Propain Sresh SL 2025 ist auch bergab ein sehr stilles Bike. Kein Klappern von Kette oder Zügen, wenig Geräusch von den Reifen beim Auftreffen auf Steine und Wurzeln und der Motor ist auch bei höherer Trittfrequenz bergab nicht zu hören. Einzig der Range Extender hat uns anfangs etwas Kummer bereitet. Es brauchte drei Anläufe, bis der Befestigungsriemen so fest gestrafft war, dass der Zusatzakku nicht im Flaschenhalter klapperte.

Für wen ist das Propain Sresh SL 2025 das richtige Bike, für wen nicht?

Das Propain Sresh SL 2025 ist optimal für Fahrer, die im täglichen Trail Riding Unterstützung suchen und bereit sind, beim Ride ihren Eigenanteil zu leisten.
Einsteiger werden mit dem intuitiven Handling und der vermittelten Sitzposition schnell klarkommen. Aber auch erfahrene Fahrer finden sich auf dem Bike wieder und können die großen Potentiale der Geometrie und der Komponenten nutzen. Durch die vielen Akkuoptionen kann das Propain Sresh SL 2025 entweder als leichtes Bike für die Feierabendrunde oder mit großem Hauptakku und Range Extender auch als Bike für längere Touren aufgebaut werden.

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Fazit zum Propain Sresh SL 2025

Beim neuen Propain Sresh SL 2025 paart sich schicke Optik mit guter Trail-Performance. Das Light-Assist-E-MTB fährt sich bergauf leichtfüßig und bergab kurvengierig und vertrauenserweckend. Die Ausstattung ist bis in die Details gut gewählt – mit vielen Optionen je nach Vorlieben und Budget. Das Fahrwerk und die Bremsen beim Ultimate-Modell sind Top Notch. Der unauffällig integrierte und flüsterleise TQ HPR60-Antrieb unterstützt natürlich und ist überraschend durchzugsstark, solange die Pedale bewegt werden.

Tops

  • intuitiv zu fahren, trotzdem potent
  • leise
  • gute Ausstattungsdetails, individuell anpassbar
  • viel Reichweite möglich

Flops

  • Motor-Probleme
  • Range-Extender-Befestigung

Mehr Infos findet ihr unter Propain.com.


Words: Ben Karger Photos: Peter Walker