Porsche zieht den Stecker: Porsche eBike Performance wird eingestellt
Porsche beendet seine E-Bike-Antriebspläne: Im Zuge einer umfassenden strategischen Neuausrichtung stellt Porsche AG die Aktivitäten der Porsche eBike Performance GmbH ein. Betroffen sind rund 360 Mitarbeitende an den Standorten Ottobrunn und Zagreb. Insgesamt fallen im Rahmen der Maßnahmen konzernweit mehr als 500 Stellen weg.
Noch vor wenigen Jahren klang alles nach einer klaren Ansage an die Fahrradbranche: Mit der Übernahme von Fazua, ambitionierten Entwicklungsplänen und einer eigenen E-Bike-Performance-Sparte wollte Porsche den Markt für Premium-E-Bike-Antriebe aufmischen. Jetzt folgt die Kehrtwende.
Fokus zurück aufs Kerngeschäft
Laut offizieller Mitteilung begründet Porsche den Schritt mit „grundlegend veränderten Marktbedingungen“ im Bereich der E-Bike-Antriebssysteme. Gleichzeitig wolle man sich wieder stärker auf das eigene Kerngeschäft konzentrieren.
Dr. Michael Leiters, Vorstandsvorsitzender von Porsche, erklärt:
„Wir müssen uns wieder auf unser Kerngeschäft fokussieren. Das ist die unverzichtbare Grundlage für eine erfolgreiche strategische Neuausrichtung.“
Neben Porsche eBike Performance sollen auch die Cellforce Group GmbH sowie die Cetitec GmbH eingestellt werden.
Was bedeutet das für den E-Bike-Markt?
Die Nachricht kommt für uns nicht überraschend – trotz der großen Ambitionen, die Porsche in den vergangenen Jahren im E-Bike-Sektor gezeigt hatte. Mit Fazua verfügte Porsche bereits über einen etablierten Light-Assist-Antrieb im Markt, parallel arbeitete das Unternehmen an leistungsstärkeren Systemen und einem eigenen High-Performance-Ökosystem.
Doch der E-Bike-Markt hat sich massiv verändert: Nach den Boomjahren kämpfen viele Hersteller mit rückläufiger Nachfrage, hohen Lagerbeständen und enormem Preisdruck. Gleichzeitig wird der Markt für Antriebssysteme zunehmend von wenigen großen Playern dominiert.
Dass selbst ein finanzstarker Konzern wie Porsche nun den Rückzug antritt, zeigt, wie schwierig und kapitalintensiv der Aufbau eines konkurrenzfähigen E-Bike-Drive-Systems geworden ist.
Wie geht es mit FAZUA weiter?
Bislang bleibt offen, welche Folgen die Entscheidung konkret für Fazua haben wird. Porsche äußert sich in der Mitteilung nicht explizit zur Zukunft der Marke oder bestehender Produkte und Services.
Für bestehende FAZUA-Kunden dürfte nun vor allem eine Frage entscheidend sein: Wie langfristig bleiben Software, Service und Ersatzteilversorgung gesichert?
Wir beobachten die Entwicklungen und halten euch auf dem Laufenden
Words & Photos: Redaktion


