POC steht seit über 20 Jahren für Sicherheit und Performance im Rad- und Wintersport. Mit dem neuen POC-Helm Cularis Pure wollen die Schweden beste Schutzwirkung mit Komfort und der Wahl zwischen Belüftung und Wetterschutz verknüpfen. Wir haben für euch ausführlich getestet, ob dieser Spagat gelingt und welche Stärken der 180 € teure Helm sonst noch hat.

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POC Cularis Pure | 398 g in Größe M | 180 € | zwei Visiere im Lieferumfang | Hersteller-Website

Pure – das deutet auf Basic oder nur das Nötigste hin. Doch genau das Gegenteil ist beim neuen MTB-Helm POC Cularis Pure der Fall. Der schwedische Spezialist für Rad- und Wintersport-Zubehör will euch bei seinem neuesten Helm nämlich die Wahl lassen: luftig und kühl oder trocken und warm. Dafür legt POC dem Helm zwei Visierschilde bei – eines mit Lüftungsschlitzen und ein vollständig geschlossenes. Und natürlich soll auch die Schutzwirkung des Helms nicht zu kurz kommen. Ob das in der Praxis alles so hinhaut? Das haben wir auf Hunderten von Trail- und Gravel-Kilometern für euch herausgefunden.

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Der neue POC-Helm Cularis Pure im Detail – Zwei Visiere für ein Hallelujah?

Superlative sucht man beim POC Cularis Pure vergeblich. Der neueste Trail-Helm der Schweden ist weder extrem leicht noch bringt er besondere Verstellmöglichkeiten oder viele Features wie etwa einen magnetischen Verschluss mit – außer die beiden serienmäßig mitgelieferten Visiere. Bauartbedingt sind diese nicht höhenverstellbar. Dazu aber gleich mehr. Der optisch sehr kompakte Helm ist in 6 verschiedenen Farbkombis erhältlich, 5 davon sind eher schlicht gehalten, eine dafür umso knalliger. Allein der Farbname verrät schon, dass es hier etwas bunter zugeht: Rhos Red Matt/Citrine Yellow Matt. Unsere Testmodelle kamen unter anderem in einer klassischen Schwarzweiß-Lackerung, was dem eher unauffälligen Helm gut zu Gesicht steht. Ebenso wie die Kombination aus Weiß und Mineralgrau.

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In der Größe M (55–58 cm) bringt der POC-Helm Cularis Pure mit dem normalen Visier 398 g auf die Waage. Das geschlossene Visier wiegt gerade mal 8 g mehr als die Variante mit Lüftungsschlitzen. Zum Vergleich: Beim iXS Carve 1.0 MIPS bleibt der Zeiger in Größe M bei 457 g stehen, beim MET Terrae sind es in M 397 g. Damit liegt der POC-Helm eher auf der leichteren Seite moderner MTB- und E-Bike-Helme. Preislich rangiert er mit 180 € im mittleren Segment. Angesichts des zweiten Visiers fair. Verfügbar ist der leichte Halbschalen-Helm aus Schweden in den drei Größen S, M und L, die Kopfumfänge von 51 bis 62 cm abdecken sollen. Für die Abmilderung von bei Stürzen häufig auftretenden Rotationskräften soll das MIPS Evolve-System sorgen, das zwischen der äußeren Helmschale und der Polsterung sitzt. Der Zusatz „Evolve“ beschreibt dabei das klassische MIPS-System und ist nicht etwa eine Weiterentwicklung. Vielmehr gibt es mit „Essential“ noch eine Stufe darunter mit nur grundlegenden Belüftungs-, Komfort- und Anpassungseigenschaften.

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MIPS Evolve hört sich toll an, ist aber die Ursprungs-Variante des Schutzsystems – nur mit neuer Bezeichnung.

Für zusätzlichen mechanischen Schutz sollen weit heruntergezogene Schutzzonen der EPS-Schale an den Schläfen und am Hinterkopf sorgen. Und auch dem Helmvisier kommt eine Schutzaufgabe zu: Es ist nicht nur wechsel- und abnehmbar, sondern soll bei einem Aufprall auch vom Helm abreißen, sodass es keine unnötigen Kräfte auf den Kopf bzw. den Nacken des Riders ausübt. Gute Idee!

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An den Schläfen und im Nacken ist die EPS-Schale weit heruntergezogen für zusätzlichen Schutz.
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Einfach, aber funktionell: der Verschluss. Es geht auch ohne Magnetsystem.

Wie schlägt sich der neue POC Cularis Pure MTB Helm auf dem Trail?

Der Hersteller ordnet den POC-Helm Cularis Pure als passend für Trail- und Enduro-Einsätze ein. Wir finden, ohne Visier eignet er sich auch perfekt zum Graveln oder fürs City-Bike. Denn der schlanke Helm wirkt weder martialisch noch trägt er sehr auf. Und obendrein fühlt er sich auf dem Kopf leicht und bequem an. Racer werden aber sicher zu einem aerodynamischeren Modell greifen. Wir sind den Helm unter verschiedensten Bedingungen gefahren – von sonnig warm bis regnerisch kühl, auf ruppigen Trails, gemütlichen Touren und typischen Gravel-Pisten. Selbst auf langen Rides hat der POC Cularis Pure stets mit Komfort und perfektem Sitz gepunktet. Unser Tester Patrick kam mit Größe M sehr gut zurecht, obwohl er einen eher kleinen, runden Kopf hat. Bei anderen Herstellern ist ihm M teils schon zu groß, da oft der Verstellbereich nicht ausreicht.

Das ist eine der Stärken des POC Cularis Pure. Ebenso wie die gute Belüftung, wenn er mit dem offenen Schild oder ganz ohne gefahren wird. Das geschlossene Visierschild verändert das Kopfklima allerdings deutlich. Die fehlende Belüftung ist vor allem bei kalten, aber auch bei windigen Bedingungen ein echter Segen. Und der geschlossene Deckel hält Regen zuverlässig ab. Bei Temperaturen oberhalb von 15 Grad können wir aber das geschlossene Visier selbst bei Regen nicht mehr empfehlen. Denn da fängt es regelrecht an zu dampfen, und es wird innen schnell feuchter als außen. Da das Visier ohne Belüftungsschlitze je nach Größe nur 60–70 g wiegt und es insgesamt sehr flach ist, lässt es sich auch easy im Rucksack verstauen, sodass man es im Falle eines Regenschauers auch nur vorübergehend montieren kann.

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Das geschlossene Helm-Shield hält den Kopf trocken und warm.
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Im Falle eines Sturzes kann das Visier-Schild einfach abreißen, ohne Kräfte auf den Kopf auszuüben.

Und trotz des Wechselvisiers hat POC nicht auf eine Brillengarage verzichtet. Die sitzt zwar bauartbedingt oberhalb des Visiers, hält die Brille aber dennoch zuverlässig und ist leicht zu treffen.

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Dank einer Silikonschicht an der Lüftungsöffnung sitzt die Brille absolut wackelfrei und sicher in der Brillengarage.

Unsere Tester Manne und Patrick kamen mit dem POC Cularis Pure unter allen Bedingungen und auf allen Untergründen gut zurecht. Trotz des leichten und luftigen Tragegefühls vermittelt der MTB-Helm jederzeit ausreichend Sicherheit durch seinen perfekten Sitz. Auch ruppigere Trail-Passagen brachten den Helm nicht zum Wackeln oder Verrutschen. Echte Downlights sind im Test keine aufgefallen.

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Fazit zum POC-Helm Cularis Pure

Pure klingt nach Kassengestell und Verzicht. Das trifft auf den POC Cularis Pure jedoch in keiner Weise zu. Der neue Helm der Schweden kombiniert leichtes Tragegefühl mit hervorragender Anpassbarkeit und guter Belüftung. Hinzu kommen die beiden serienmäßig mitgelieferten Helmvisiere, die einen echten Mehrwert liefern. Das geschlossene Schild sorgt für Wärme und Regenschutz an nasskalten Tagen, was einen spürbaren Unterschied macht. Zudem lassen sich die Visiere im Handumdrehen wechseln, und im Falle eines Sturzes reißen sie einfach ab, ohne zusätzliche Kräfte auf den Kopf wirken zu lassen. Unterm Strich ist der POC Cularis Pure ein leichter, bequemer Helm mit pfiffigen Details, den wir auf dem Trail ebenso sehen wie auf Gravel- und entspannten Familientouren.

Tops

  • leichtes und luftiges Tragegefühl
  • sehr gute Anpassbarkeit
  • geschlossenes Visier für Wärme und Regenschutz
  • bei Aufprall abreißendes Visier
  • tief gezogene Schutzzonen an Schläfen und Hinterkopf

Flops

  • keine

Mehr Infos unter poc.com

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Tester: Patrick Gruber / Manne Schmitt
Testdauer: 6 Wochen
Einsatzbereich: Trail, Enduro, Gravel, City-Bike


Words: Patrick Gruber Photos: Tim Eckermann

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