Die amerikanische Edel-Marke Pivot hat ihr E-Mountainbike Shuttle für das Modelljahr 2020 überarbeitet und ihm mehr Federweg, größere Laufräder und weitere clevere Features verpasst. Dabei ist der hochwertige Vollcarbon-Rahmen der gleiche geblieben und das Bike mit 20,9 kg weiterhin sehr leicht. Was bedeuten all diese Änderungen auf dem Trail?

Bevor wir in den Testbericht einsteigen, möchten wir dich noch kurz auf unsere frisch erschienene Jahresausgabe hinweisen. Die E-MOUNTAINBIKE Print-Edition 2020 ist die ultimative Testbibel, mit der wir dir helfen das perfekte E-Mountainbike zu finden. Auf 250 Seiten im hochwertigen Print-Format findest du eine umfassende Kaufberatung und Tests von 35 Bikes sowie der 7 wichtigsten Motoren. Außerdem gibt es jede Menge Know-how, Tipps und die aufregendsten E-MTB-Trends. Hier klicken für mehr Infos oder direkt in unserem Shop bestellen!

Hier findet ihr alles über den Test des besten E-MTB 2020.

Pivot Shuttle 29 Team XTR | Shimano STEPS E8000/504 Wh | 160/140 mm (v/h) | 20,90 kg in Größe L | 10.490 € | Hersteller-Website

Pivot hat beim Design kaum etwas verändert und so erscheint das 10.499 € teure Shuttle 29 Team XTR auch 2020 mit organisch geschwungenen Formen, bauchigem Unterrohr und einem geraden Oberrohr, was den Rahmen nicht wie aus einem Guss wirken lässt. Bezüglich der Akkukapazität verspricht der Name mehr, als das Pivot halten kann. Von einem „Shuttle“ erwarten wir ein ausgeklügeltes Akku-System, das den ganzen Tag lang Trail-Spaß ermöglicht. Doch dafür ist das System mit 504-Wh-Akku allerdings nicht der Beste auf dem Markt. Als das Shuttle entwickelt wurde, war der damals verfügbare, klobige interne BT-E8020 Shimano-Akku für Performance-Bikes keine Option. Deshalb integrierten die Amis den externen BT-E8010-Akku im bauchigen Unterrohr. Um Klapper-Geräuschen vorzubeugen und die nötige Steifigkeit zu erreichen, ist der Akku mit acht Schrauben befestigt – dafür dauert das Ausbauen etwas länger.

Ausstattung, Gewicht und technische Daten des Pivot Shuttle 29 Team XTR

Die EXO+ Karkasse beider Reifen passt zum Charakter des Bikes. Das FOX Factory-Fahrwerk hat an der Front 10 mm mehr Federweg spendiert bekommen, statt der hervorragenden GRIP2-Dämpfungskartusche verfügt die im Pivot verbaute Federgabel lediglich über die einfachere FIT-4-Dämpfung. Dank smarter Kabel-Führung und Klemmung sowie einem hochwertigen Kettenstrebenschutz ist das Shuttle auf dem Trail angenehm leise. Die sonstige Ausstattung ist, bis auf die 180-mm-Bremsscheiben am Heck und eine 150-mm-Teleskopsattelstütze in Größe L/XL, hochwertig und durchdacht.

Einzigartig
Pivot integriert einen externen 504-Wh-Akku von Shimano im Unterrohr und spart dadurch ca. 400 g Gewicht.
Zeit fressend
Zur Entnahme des 504-Wh-Akkus müssen acht Schrauben gelöst werden, was mit einem relativ großen Zeitaufwand verbunden ist.
Spaßbremse
Die 180-mm-Bremsscheibe ist an einem E-Mountainbike zu wenig! Auch an einem leichten E-MTB, denn dieses wiegt immer noch 20,9 kg.

Pivot Shuttle 29

10.499 €

Ausstattung

Motor Shimano STEPS E8000 70Nm
Akku Shimano STEPS BT-E8010 504Wh
Display Shimano STEPS E8000
Federgabel FOX 36 FIT4 Factory 160 mm
Dämpfer FOX FLOAT DPX2 Factory 140 mm
Sattelstütze FOX Transfer 125 - 150 mm
Bremsen Shimano XT 4-Kolben 200/180 mm
Schaltung Shimano XTR 1x12
Vorbau Phoenix Team Enduro/Trail 45 mm
Lenker Phoenix Team Low Rise 780 mm
Laufradsatz DT Swiss EB1535 29"

Technische Daten

Größe S M L XL
Gewicht 20,9 kg
Zul. Gesamtgewicht 151 kg
Max. Gewicht Fahrer/Equipment 130 kg
Anhänger-Freigabe nein
Ständeraufnahme nein


Hängebauchschwein wäre zu viel des Guten …
… durch das bauchige Unterrohr polarisiert die Optik jedoch. Diese Unterrohr-Bauweise ist allerdings notwendig, um den Akku unterzubringen.
Schlechte Karkasse
Der Minion sorgt zwar für guten Grip, allerdings ist die EXO+ Karkasse pannenanfällig.
Einfach leise
Der Kettenstrebenschutz macht, was er soll – und das hervorragend. Zudem ist der Rahmen durch ein Metallblech vor Kettenreißern geschützt.
Top Kabelmanagement
Die Kabel sind am Hauptrahmen super geklemmt. Nichts klappert, nichts nervt.

Geometrie und Größe des Pivot

Das Pivot Shuttle wurde ursprünglich als E-Mountainbike mit extra breiten Reifen à 27,5” x 2,8” konzipiert. Das 2020-Modell rollt ausschließlich auf 29”-Reifen. Der Rahmen blieb allerdings weitestgehend unberührt, wodurch das Tretlager deutlich nach oben gewandert ist. Was das auf dem Trail bedeutet, erfahrt ihr später.

Größe S M L XL
Sattelrohr 396 mm 427 mm 458 mm 496 mm
Oberrohr 600 mm 619 mm 641 mm 667 mm
Steuerrohr 110 mm 120 mm 130 mm 140 mm
Lenkwinkel 65,2° 65,2° 65,2° 65,3°
Sitzwinkel 74,0° 74,0° 74,0° 74,0°
Kettenstrebe 438 mm 438 mm 438 mm 438 mm
Tretlager Höhe 363 mm 363 mm 363 mm 363 mm
Radstand 1.182 mm 1.206 mm 1.230 mm 1.260 mm
Reach 419 mm 439 mm 459 mm 484 mm
Stack 607 mm 616 mm 625 mm 635 mm
Helm iXS Trigger Am | Brille 100% Speedcraft | Rucksack EVOC FR TRAIL E-RIDE | Shirt iXS VIBE 8.1 CAMO | Hose iXS FLOW Short Graphite | Knieschoner iXS FLOW EVO | Schuhe ION Raid Amp II

Das Pivot Shuttle 29 Team XTR im Test

Die Sitzposition auf dem Pivot ist in der Ebene dank flachem Sitzwinkel und hoher Front komfortabel und langstreckentauglich. Wird das Terrain steiler, sollte man den Sattel nach vorne schieben, um einen effektiveren Sitzwinkel zu generieren und mehr Druck auf die Front zu bekommen, denn diese steigt in steilem Terrain bergauf recht früh. Das Handling ist direkt und die 29”-Räder überrollen kleine Hindernisse tadellos. An größeren Stufen und in größeren Löchern bleibt man im Uphill allerdings hängen.

Auf flowigen Trails macht das Pivot richtig Spaß. Es ist wendig und schnelle Richtungswechsel sind mit ihm kein Problem.

Das Pivot besitzt eine hohe Front und ein ebenfalls hohes Tretlager, sodass man eher auf dem Bike steht als in ihm integriert zu sein, wodurch in richtig steilem Terrain Überschlagsgefühle entstehen. Durch das geringe Sicherheitsempfinden und den kurzen Hauptrahmen, der die Bewegungsfreiheit einschränkt, erweist sich das Shuttle nicht als Baller-Bike im Downhill. Auch größere Sprünge sind nicht die Paradedisziplin des Shuttle. Die 180-mm-Bremsscheibe am Heck mindert zudem die Eignung für lange steile Abfahrten oder schwere Fahrer. Der poppige Hinterbau generiert guten Gegenhalt und hilft dem Shuttle seinen Gewichtsvorteil auf flachen, flowigen sowie verwinkelten Trails auszuspielen. Es ist wendig und verspielt und ermöglicht schnelle und präzise Richtungswechsel ohne großen Kraftaufwand. Mit einem Bunny Hop die Linie wechseln? Mit dem Pivot kein Problem. Auch Manuals gelingen spielerisch. Sein direktes Handling kann es am besten auf flowigen Singletrails ausspielen, die einen nicht allzu hohen Grund-Speed erfordern.

In steilem Gelände bietet es zu wenig Sicherheit, Ballern geht damit nicht! Außerdem sollten bei diesem Preis mindestens 200-mm-Bremsscheiben verbaut sein.

Tuning Tipp: 200-mm-Bremsscheibe hinten | Sattelstütze mit mehr Hub

Fahreigenschaften

7

Agilität

  1. träge
  2. verspielt

Laufruhe

  1. nervös
  2. laufruhig

Handling

  1. fordernd
  2. ausgewogen

Fahrspaß

  1. langweilig
  2. lebendig

Motor-Feeling

  1. digital
  2. natürlich

Motor-Power

  1. schwach
  2. stark

Preis-Leistung

  1. schlecht
  2. top

Einsatzbereich

Forstweg

1

Flowtrail bergauf

2

Flowtrail bergab

3

Technischer Singletrail bergauf

4

Technischer Singletrail bergab

5

Downhill-Strecken

6

Fazit

Der Name Shuttle verspricht mehr als das Bike halten kann: Bergab vermittelt es im steilen Gelände zu wenig Sicherheit und zu wenig Baller-Qualitäten im Vergleich zu den besten Bikes im Test. Das überrascht, da Pivot eigentlich bekannt für seine geilen Enduro-, Freeride- und DH-Mountainbikes ist. Zudem ist das Akku-Konzept veraltet, was in Anbetracht des hohen Preises von 10.499 € nicht mehr in Relation steht. Wer auf der Suche nach einem leichten, tourentauglichen E-Mountainbike mit komfortabler Sitzposition für Flowtrails und gemäßigteres Gelände bergauf wie bergab ist, der findet mit dem Pivot einen teuren, aber dafür gut geeigneten Gefährten.

Tops

  • leicht
  • direktes Handling
  • super leise: kein Kettenschlagen oder Kabelklappern

Flops

  • 180-mm-Bremsscheibe hinten
  • Hub der Dropper-Post
  • veraltetes Akku-Konzept
  • überteuerter Preis

Mehr Informationen zum Pivot Shuttle 29 Team XTR findet ihr auf pivotcycles.com.

Das Testfeld

Hier findet ihr alles, was ihr über den Test des besten E-Mountainbike 2020 wissen müsst.

Alles Bikes im Vergleichstest: BULLS SONIC EVO AM 6 | Cannondale Moterra 1 | Canyon Spectral:ON 9.0 | COMMENCAL META POWER 29 TEAM 2020 | CONWAY XYRON 927 Carbon | CUBE Stereo Hybrid 160 HPC | FANTIC XF1 180 Race | FOCUS JAM² 9.9 DRIFTER | Giant Reign E+ 0 Pro | Haibike XDURO Nduro 10.0 | Liteville 301 CE MK1 | MERIDA eONE-SIXTY 10K | Moustache Samedi 27 Trail | Norco Range VLT C1 | NOX Hybrid Enduro 7.1 | Orbea WILD FS M-LTD | Pivot Shuttle 29 | Rocky Mountain Altitude Powerplay Carbon 90 Rally Edition | ROTWILD R.X750 ULTRA | SIMPLON Rapcon Pmax | Specialized Turbo Kenevo Expert | Specialized S-Works Turbo Levo | Trek Rail 9.9 | Whyte E-180 RS V1 | YT DECOY CF Pro Race


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Text: Felix Stix, Robin Schmitt, Jonas Müssig Fotos: Finlay Anderson, Robin Schmitt, Felix Stix, Markus Frühmann

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Hersteller-Website
www.pivotcycles.com