Mit dem neuen Pole Hiisi feiert Pole Bicycles ihr Comeback im E-MTB-Markt: Ein CNC-gefräster Aluminium-Rahmen mit variablen Federwegsoptionen, wahlweise als 29er oder Mullet-Setup, trifft auf den maxon Air S-Motor mit 90 Nm sowie einen 400- oder 600-Wh-Akku. In Riva hat uns Pole-Gründer Leo Kokkonen das Bike persönlich vorgestellt.

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Pole Hiisi | maxon Air S mit 90 Nm | 600 Wh | 22,8 kg in Gravity-Ausstattung (Herstellerangaben) | ab 15.239 € | Hersteller-Website

Die 2013 von Leo Kokkonen in Finnland gegründete Marke Pole Bicycles steht für radikale Innovation in der Bike-Szene. Mit ihrer außergewöhnlichen Geometrie – flacher, länger und auf maximale Laufruhe ausgelegt – erlangten die Bikes schnell Kultstatus. Einen echten Meilenstein setzte das Enduro-Modell Pole MACHINE, dessen CNC-gefräster Aluminium-Rahmen den Markt revolutionierte. Nach der Vorstellung des ersten E-Mountainbikes Pole Voima im Jahr 2022 und der zwei Jahre später folgenden Insolvenz startet der Gründer nun erneut durch: Mit dem neuen Pole Hiisi feiert Leo Kokkonen sein Comeback. Beim Hiisi ist uns kein Finger auf der “i”-Taste hängengeblieben. Hiisi bedeutet in der finnischen Mythologie ursprünglich einen heiligen Ort mit unberührtem Wald, später eine unvorhersehbare Kraft – laut der Website des Herstellers.

Statt Carbon: CNC-gefräster Rahmen aus massivem Aluminium

Pole Bicycles verfolgt beim Hiisi konsequent einen anderen Ansatz in der Rahmenfertigung.
Statt einen Carbonrahmen aus Asien zu beziehen oder auf klassische Rohrkonstruktionen mit Schweißnähten zu setzen, werden die einzelnen Rahmenelemente in Finnland aus massiven Aluminiumblöcken CNC-gefräst und anschließend mechanisch fixiert sowie mit einem Spezialkleber dauerhaft verbunden. Dadurch findet sich am gesamten Rahmen keine einzige Schweißnaht.

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Während das von Leo am Gardasee gezeigte Hiisi in der Gravity-Variante 22,8 kg (ohne Range Extender) wiegt, soll laut Pole der leichteste Aufbau auf 18,5 kg kommen – dann mit weniger Federweg, Trail-Reifen und 400-Wh-Akku.
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Die Frässpuren im Steuerrohrbereich sind ein optisches Highlight.

Dieses Verfahren ermöglicht einen hohen Automatisierungsgrad in der Produktion und sorgt gleichzeitig für eine sehr präzise Fertigung. Produziert wird vollständig im finnischen Jyväskylä, wo Pole über einen eigenen Konfigurator auch individuelle Ausstattungsoptionen anbietet. Das Hiisi ist in drei Rahmengrößen erhältlich und soll Fahrergrößen von 155 bis 198 cm abdecken. Durch eine kleine Änderung an der Dämpferaufnahme sind beim Hiisi Federwege von 152 bis 200 mm am Hinterbau möglich.

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Durch Auswechseln der Federbeinaufnahme lassen sich im Hinterbau Federwege von 152 bis 200 mm realisieren.

Pole wird den Alu-Rahmen in den drei Farben Raw Silver, True Gold und Hero Bronze anbieten.

Spannende Infos zum Polse Hiisi

Key Facts

  • CNC-gefräster Aluminium-Rahmen
  • drei Rahmengrößen: K1–K3 (155 bis 198 cm)
  • maxon Air S-Motor
  • 600-Wh- oder 400 Wh-Akkuoption (jeweils fest verbaut)
  • 160–200 mm Federweg vorne / 152–200 mm hinten
  • 29″ oder Mullet (29″ vorne / 27,5″ hinten)
  • Besonderheit: ein Rahmen mit 12 möglichen Konfigurationen, Manual Converter Kit separat erhältlich
  • sofort verfügbar, wird auf Bestellung gefertigt

Pole Hiisi – Ein Rahmen für mehrere Bike-Kategorien?

Die meisten Bikes werden anhand ihres Federwegs einer bestimmten Kategorie zugeordnet. Nicht so bei Pole: Mit dem Hiisi geht der Hersteller einen anderen Weg. Der Rahmen ist so ausgelegt, dass sich das Bike unterschiedlichen Einsatzbereichen und Anforderungen anpassen lässt. Leo erklärt uns, dass man zunächst eine Trail-Ausstattung konfigurieren und bei Bedarf – ohne Rahmenwechsel – vorne und hinten auf 200 mm Federweg umrüsten kann. Hinzu kommt die Wahl zwischen einem 29er-Setup oder einer Mullet-Konfiguration (29″ vorne und 27,5″ hinten).
Wie sich die Geometrie durch die drei verschiedenen Rahmengrößen, die unterschiedlichen Federwege (152 mm, 173 mm, 180 mm und 200 mm) und die Laufradgrößen verändert, könnt ihr auf der Pole-Website im Konfigurator nachvollziehen.

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Der Alurahmen wird im Bereich des Motors durch ein Cover aus Kunststoff geschützt.
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Das Emblem am Steuerrohr lässt keine Fragen offen. Pole Bicycles ist Made in Finnland.

Welchen Motor hat das Pole Hiisi?

Wir haben Leo Kokkonen gefragt, warum er beim neuen E-Mountainbike nicht auf einen Motor von Avinox, Bosch oder einem anderen etablierten Hersteller setzt, sondern auf den Schweizer Newcomer maxon Air S:

„Beim Motor waren uns Zuverlässigkeit und ein authentisches Fahrgefühl wichtig. Der maxon ist sehr leicht und fühlt sich natürlich an, ist aber dennoch leistungsstark und kompakt. Wir wollen mit dem Hiisi so nah wie möglich am puren Mountainbike sein!“

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Nur das minimalistische Display auf dem Oberrohr gibt einen sichtbaren Hinweis auf den verbauten Motor: maxon.

Der maxon AIR S (S steht für „Made in Switzerland“) ist mit 2,03 kg ein sehr leichter Full-Power-Motor mit 90 Nm und 620 W Maximalleistung, der sich von Größe und Gewicht in die Riege der Light-Motoren einreihen lässt. Zum Vergleich: Ein FAZUA Ride 60 hat 60 Nm, 450 W Maximalleistung und wiegt 2,04 kg, während der TQ-HPR60 mit ebenfalls 60 Nm und 350 W Maximalleistung ein Gewicht von 1,94 kg hat. Weitere Infos zum Schweizer E-Antriebsspezialisten findet ihr im Artikel über unseren Firmenbesuch bzw. unserem Test des maxon AIR S.

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Sehr dezent, aber haptisch hochwertig und wirklich minimalistisch zeigst sich die Ring-Remote von maxon.
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Das Unterrohr nimmt einen fest verbauten 400- bzw. 600-Wh-Akku mit 1,8 kg bzw. 2,8 kg Gewicht auf. Zusätzlich kann ein 250-Wh-Range Extender (1,6 kg) die Reichweite vergrößern.

Dank des Konfigurators lässt sich das Hiisi nahezu frei auf den jeweiligen Einsatzzweck abstimmen.

Wie Leo sein Bike aufgebaut hat, seht ihr in den nachfolgenden Fotos:

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Leo hat mit dem EXT Arma V4 die aktuellste Dämpfer-Version des italienischen Premium-Herstellers für den Gravity Bereich verbaut.
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Die RockShox ZEB Ultimate-Federgabel mit 180 mm Federweg und Hayes Dominion-Bremsen mit 203 mm Scheibe vorne …
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… und 203 mm hinten.
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Die Schwalbe Gravity Pro Magic Mary Ultra Soft Radial-Reifen sind auf NEWMEN Phase 30 Base-Carbon-Felgen (vorne u. hinten) aufgezogen.

Pole Hiisi fährt auch ohne Motor

Motor ausgebaut, Akku entfernt, den Manual Converter Kit eingebaut – und fertig ist das Enduro-Bike. Okay, Leo hat dafür allerdings noch einige weitere Anpassungen vorgenommen, bevor er von Finnland aus auf die Atlantikinsel Madeira geflogen ist, um mit seinem motorlosen Hiisi am 6-tägigen Enduro-Rennen teilzunehmen.

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Ohne Motor und Akku, dafür mit einem Manual Converter Kit versehen, nahm Leo mit seinem Pole Hiisi am Trans Madeira Rennen teil. Nach 6 Renntagen hat er in der Kategorie M 40 den dritten Platz erobert.
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Motor und Akku raus und das Manual Converter Kit eingebaut – fertig ist die Maschine ohne Nm-Maschine.
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Leo hat uns in Riva stolz sein Pole Hiisi vorgestellt, von dem er eine Produktion von 50 Stück für 2026 geplant hat.

Fazit zum neuen Pole Hiisi

Mit seinem CNC-gefrästen Aluminium-Rahmen, dem flexiblen Konzept und dem leichten maxon-Antrieb hebt sich das Hiisi klar von der Masse aktueller E-MTBs ab. Statt maximaler Motorleistung oder möglichst großer Akkus setzt Pole auf Individualität, Fertigungsqualität und einen eigenständigen Charakter. Gerade deshalb dürfte das Hiisi vor allem Fahrer ansprechen, die bewusst nach Alternativen zum etablierten E-MTB-Mainstream suchen.

Mehr Information findet ihr auf der Website von Pole Bicycles.


Words & Photos: Manne Schmitt

Wer schreibt hier?

Manne Schmitt
Prokurist

Manne Schmitt ist Prokurist bei 41 Publishing und bringt methodische Expertise aus seiner Laufbahn als Chef-Analyst einer Landesbehörde ein. Dieser Hintergrund prägt die journalistische Substanz seiner Recherchen und hilft dabei, exklusive News für E-MOUNTAINBIKE, ENDURO, GRAN FONDO und DOWNTOWN zu erschließen. Seit 1989 im Radsport aktiv, unterstützt er Tests operativ und übernimmt gleichzeitig administrative Verantwortung. So stärkt er die methodische Qualität der Redaktionsprozesse. Das Thema Racing verfolgt ihn noch immer, niemand im Team kennt die EWS-Profis besser als Manne.

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