Soll ich das wirklich machen? Klappt das? Ich würde ja so gerne mal in Whistler biken. Oder in Patagonien. Oder … ganz egal, wovon wir träumen. Ganz egal, was uns besser stehen oder mehr gut tun würde: Oft bleibt ein Traum eben ein Traum. Oder ein Was-wäre-wenn-Gedankenspiel. Das Problem: Ein Was-wäre-wenn zählt im Leben nicht.
Die neue Ausgabe kannst du ab sofort in unserer Magazin-App runterladen – natürlich wie immer kostenlos! Wer die App noch nicht hat, findet sie hier im App Store (iPhone/iPad) bzw. im Play Store (Android-Smartphones und Tablets) oder auf Amazon (Kindle).
Klar – es ist nicht einfach. Nicht, weil die Möglichkeiten fehlen, sondern weil man sich nicht traut oder keinen Weg sieht, das, was man eigentlich machen will, tatsächlich zu machen. Alltag, Arbeit – überall finden wir Gründe, etwas aufzuschieben. Und irgendwann verbringt man mehr Zeit damit, über Dinge zu sprechen, als sie zu erleben.
Vielleicht ist genau das eines der größten Probleme unserer Zeit. Nicht nur in der Bike-Branche, sondern generell. Wir diskutieren Möglichkeiten, Risiken, Strategien und Konsequenzen so lange, bis sich selbst die besten Ideen irgendwann schwer anfühlen. Aus Abenteuer werden Konzepte. Aus Visionen Meetings. Und aus Neugier zuerst einmal Bedenken.
Dabei entstehen die meisten Antworten nicht am Schreibtisch. Sondern erst dann, wenn man losgeht.
Für diese Ausgabe haben wir extrem viel geplant und genauso viel umgesetzt. Und irgendwann gemerkt: Verdammt, das reicht nicht mehr. Wir müssen neue Wege gehen, sonst drehen wir uns in der Bike-Welt im Kreis. Und das ist nicht nur blöd für die Industrie, sondern vor allem für die meisten Rider und die Bike-Kultur da draußen!
Wir diskutieren technische Details, als ob man ohne diese Diskussionen gar nicht Rad fahren könnte. Wir schätzen nicht, was wir haben, weil es etwas Neueres, Krasseres gibt – und könnten uns schon mal einreden lassen, ohne das Neue hätten wir keinen Spaß mehr. Dabei vergessen wir: Selbst die beste Federgabel ist nur so gut wie ihr Setup.
Gerade als unabhängiges Magazin ist es unser Job, genau hinzuschauen, Technik einzuordnen und Unterschiede sichtbar zu machen – oder keine feststellbaren Unterschiede eben zu benennen. Aber unsere jüngste Leserumfrage hat gezeigt, wie absurd groß die Lücke zwischen Theorie und Realität inzwischen geworden ist: Mehr als die Hälfte aller Käufer und Käuferinnen bekam ihr Bike ohne individuelles Setup übergeben. Fahrwerksparameter, die über Kontrolle, Sicherheit und Fahrspaß entscheiden, wurden bei den meisten Bikes nie angerührt – oder überhaupt erklärt.
Anders gesagt: Wir diskutieren über die letzten drei Prozent Performance neuer Produkte, während die meisten Fahrer:innen nicht einmal 50 Prozent des Potenzials ihres aktuellen Bikes ausschöpfen.
Soll heißen: Wenn das die Realität ist, dann macht es als Magazin keinen Sinn mehr, über marginale Performance-Unterschiede einer neuen Federgabel zu sprechen, solange wir dieses Performance Gap ignorieren.
Für unseren Mega-Vergleichstest mit 30 E-MTBs haben wir mehr getestet denn je, aufwendige Analyse- und Benchmark-Sessions gemacht – aber mehr Aufwand führt nicht automatisch zu besseren Ergebnissen. Als Konsequenz haben wir unsere Testkriterien und deren Gewichtung auf den Prüfstand gestellt, unsere erste Anfängertest-Session zusätzlich durchgeführt und den Bike-Marken zahlreiche Fragen gestellt, die sie in den letzten Jahren wohl noch nie von einem Medium gehört haben.
Dabei ist nicht entscheidend, dass wir noch mehr testen – sondern worauf wir achten. Denn wem und was wir Aufmerksamkeit schenken, bestimmt, worüber gesprochen wird. Wenn eine ganze Branche ständig nur über Details redet und den Blick für das große Ganze verliert, dann muss sich etwas ändern. Und es wäre falsch, Dinge nur zu kritisieren. Deshalb haben wir uns gegen das Was-wäre-wenn entschieden und einfach losgelegt!
Diese Ausgabe bedeutet einen Wendepunkt. Sie ist noch nicht perfekt, sondern der Anfang von tiefgreifenden Veränderungen. Man kann endlos diskutieren, ob Veränderung möglich ist – oder man fängt einfach an.
Denn neue Wege entstehen selten durch Zweifel. Sondern fast immer dadurch, dass jemand mutig genug ist, sie einfach zu gehen – oder zu fahren. Gerne auch im Turbo-Modus!
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Cheers,
Robin Schmitt
Gründer E-MOUNTAINBIKE
Words: Robin Schmitt Photos: Diverse






