Das beste E-Mountainbike ist nur so gut wie es eingestellt und genutzt wird. Damit ihr nach der anfänglichen „Ich-hab-ein-neues-Spielzeug-Euphorie“ keine langen Gesichter zieht, geben wir euch wichtige Tipps in Sachen Equipment, Bike-Abstimmung, Fahrkomfort und Fahrsicherheit

1. Die richtige Fahrwerkseinstellung

Nachdem die Grundeinstellung des Fahrwerks vom Händler beim Kauf vorgenommen wurde, kann es sein, dass ihr nach einigen Touren am Fahrwerk experimentieren möchtet. Glücklicherweise muss man heutzutage kein Ingenieurstudium mehr abgeschlossen haben, um die Einstellknöpfe zu verstehen: Einerseits findet man immer mehr Infos für das Setup auf den Federelementen, andererseits bieten Premium-Hersteller wie FOX oder RockShox hilfreiche Online-Tutorials an, um Schritt für Schritt das korrekte Setup zu finden. Falls ihr euch damit nicht beschäftigen möchtet, hilft euch bestimmt gerne der kompetente Rad-Händler vor Ort weiter.

Spaß beim E-Biken

2. Weniger Plattfüße dank Tubeless-Reifen

Die Tubeless-Technologie ist bei Autoreifen nicht mehr wegzudenken – das Gleiche gilt für moderne Mountainbikes. Die meisten Reifen-Laufrad-Kombinationen an modernen Serienbikes sind tubeless-ready, sie lassen sich also durch Zugabe von Dichtmilch ohne Schlauch fahren, was die Pannenanfälligkeit deutlich reduziert. Zudem besitzen sie ein niedrigeres Gesamtgewicht und können mit weniger Luftdruck gefahren werden. Das ermöglicht mehr Traktion auf Schotterwegen bei gleichzeitig geringerem Rollwiderstand.

3. So erhöht ihr euren Fahrkomfort

Ein guter Händler stellt beim Bike-Kauf das Rad auf euch ein. Dennoch kann es sein, dass nach den ersten Ausfahrten Beschwerden auftreten. Hier können ein passender Sattel, ergonomische Griffe oder ein individualisiertes Cockpit (Lenkerbreite und -biegung sowie Vorbaulänge) den Fahrkomfort verbessern. Falls das nicht helfen sollte, empfehlen wir ein professionelles Bike-Fitting, das die meisten Top100-Händler anbieten. Glaubt uns, das kann Wunder bewirken und eure kostbare Zeit auf dem Rad noch toller machen.

4. Die Qual der Wahl: Plattform- oder Klickpedale?

Plattformpedale sind die beste Wahl für 90 % der E-Mountainbiker. Sie bieten viel Grip und Sicherheit und auch ungewollte Abstiege sorgen nicht für übermäßige Probleme. Beim Kauf solltet ihr darauf achten, dass die Standfläche des Pedals im Bereich des Fußballens nicht über die Schuhe hinaussteht. Je länger die Pins sind, desto mehr Pedalhalterung habt ihr bei schlammigen Bedingungen. Klickpedale findet man vor allem im Mountainbike-Leistungssport, da sie durch ihre fixe Verbindung mit dem Schuh für maximale Kraftübertragung und Effizienz sorgen – im Falle eines Sturzes muss man jedoch die richtige Technik beherrschen, um sich rechtzeitig auszuklicken.

5. Das solltet ihr unbedingt mit auf Tour nehmen

Keine Sorge, ihr müsst kein MacGyver sein, um eine Panne auf der E-Mountainbike-Tour zu reparieren – zumindest, wenn ihr ein paar essenzielle Dinge als Pannen-Set mitnehmt. Zur Mindestausstattung gehören ein Multitool mit Kettennieter, ein Kettenschloss, ein Ersatzschlauch, Kabelbinder und eine Luftpumpe. Super wichtig für alle, die Bosch und Co fahren: ein Ersatz-Speichenmagnet – der geht gerne mal verloren und ohne ihn muss man unter Umständen ohne Unterstützung heimtreten. MacGyver-Reparaturtipps findet ihr auf unserer Website.

6. Was ist die ideale Bekleidung auf Tour?

Kennt ihr diese Typen, die beim Après-Ski trotz übermäßiger Alkoholbetäubung über ihre Skischuhe klagen? Falls ja, sollte euch klar sein, dass eure Bike-Bekleidung nicht nur stilsicher, sondern auch funktional sein muss. Zur Grundausstattung sollten ein Funktionsoberteil und eine gepolsterte Radhose gehören, da man beim E-Mountainbiken im Durchschnitt häufiger im Sattel sitzt. Außerdem empfehlen wir, im Rucksack je nach Wetterbedingungen immer eine Regenjacke oder Wärmeres dabeizuhaben – damit seid ihr für alles gerüstet, egal ob Pendeln, Trailsurfen oder Après-Ride-Bier.

7. Jugendschutz für alle Altersklassen

Eigentlich versucht doch jeder, sein Alter zu vertuschen und sich dem jüngeren Teil der Gesellschaft zuzuordnen. Wege dahin gibt es viele, sei es der Gang zum Schönheitschirurgen, der Griff zu Anti-Aging-Cremes oder eben die entsprechende Bekleidung. Letztere ist wohl das einfachste Mittel. Helme als unschönes Accessoire? Das war einmal. Heute gibt es viele stilsichere Helme, die sehr gut sitzen, gute Belüftung bieten und dank Schweißpads an heißen Tagen tropfenden Schweiß von den Augen fernhalten. Auch die Finger solltet ihr mit Langfinger-Mountainbike-Handschuhen schützen. Im Falle eines Sturzes erspart oder reduziert man dadurch die Verletzungsgefahr deutlich. Denn wie überall im Leben gilt: Safety first! Man will ja doch irgendwie alt werden.

8. Die richtige Fahrtechnik für mehr Spaß und Sicherheit auf Tour

Man braucht in jeder neuen Beziehung etwas Eingewöhnungszeit, um die Eigenheiten des Partners kennenzulernen. Und so ist es auch beim neuen Bike. Die Besonderheiten beim E-Mountainbike: das höhere Gesamtgewicht des Rades, die schnellere E-Beschleunigung und die Kraft, deutlich steilere Anstiege hinaufzufahren oder neue Wege zu erkunden. Diese vielfältigen Möglichkeiten können einen schnell in Grenzbereiche bringen. Damit diese Grenzen verschoben werden, helfen Fahrtechnikkurse speziell für E-Mountainbiker. Hier wird unter professioneller Leitung gezeigt, wie man bestimmte Situationen leichter und entspannter bewältigt und dadurch noch mehr Spaß am E-Mountainbiken bekommt.

9. Die richtige Unterstützungsstufe wählen

Viel hilft viel: Diese Einstellung ist beim E-Mountainbiken meist kontraproduktiv. Bei einer hohen Unterstützungsstufe geht dem Akku schneller der Saft aus. Ungeübte Fahrer werden in manchen Situationen von dem starken Vorwärtsdrang der höchsten Unterstützungsstufe überrascht, das Bike droht außer Kontrolle zu geraten. Wir empfehlen, den Großteil der Tour mit mittlerer sowie niedriger Unterstützungsstufe zu fahren – kombiniert mit einer hohen Trittfrequenz erhöht es die Akkureichweite. Zusätzlich sorgt es für mehr Entspannung auf Tour, man genießt die Landschaft dadurch intensiver und stößt nicht so schnell und unangenehm an die 25-km/h-Grenze. Außerdem liegt Entschleunigung voll im Trend!

10. Individualisiere deinen Motor per Handy-App

Radmarken wie Specialized oder Motorenhersteller wie Shimano ermöglichen es dem Fahrer, mittels App auf die Motorsteuerung zuzugreifen. So kann man Beschleunigungssensibilität, Motorstromzufuhr oder die Charakteristik einzelner Unterstützungsstufen individualisieren. Je nach Einstellung kann man die Reichweite seines Bikes damit erhöhen. Abhängig von der Software gibt es auch die Möglichkeit, seine Tour zu planen und den Akkuverbrauch darauf anzupassen – künstliche Intelligenz am Bike!

11. Bonus-Tipp

Take it easy. Probiere aus, tüftle herum und finde heraus, was für dich passt. Spaß haben lautet die Devise!


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Text: Andy Rieger, Robin Schmitt Fotos: Christoph Bayer