Wie würde ein Bike aussehen, wenn es nicht für einen Markt gebaut wird, sondern für ein Erlebnis?

Wer heute ein neues E-MTB kauft, vergleicht meist Motoren, Akkus und Ausstattungsvarianten. Kein Wunder, denn bei den meisten Herstellern werden diese Features bewusst als Verkaufsargumente für den Handel eingeplant. Das kommt nicht von ungefähr: Hersteller müssen unzählige Anforderungen unter einen Hut bringen: Preisgrenzen einhalten, unterschiedliche Zielgruppen ansprechen, das Produkt sinnvoll ins bestehende Portfolio einfügen und zuletzt auch noch passend vermarkten. Das Ergebnis ist fast immer ein Kompromiss.

Doch was passiert, wenn all diese Zwänge plötzlich wegfallen und wir die Entwicklungsperspektive umdrehen? Gemeinsam mit MAHLE hatten wir die Möglichkeit, genau dieses Gedankenexperiment wahr werden zu lassen. Statt uns zu fragen, welche Komponenten sich möglichst gut verkaufen oder einen gewissen Preispunkt erreichen, stellten wir uns nur eine grundlegende Frage:

Welches Erlebnis wollen wir erschaffen?

Aus genau dieser Frage entstanden zwei Bikes auf der MAHLE M40-Plattform – mit identischem Rahmen und identischem Motorsystem, aber völlig unterschiedlicher Mission.

Das Projekt HOT LAP jagt ein möglichst natürliches, spielerisches Fahrgefühl. Das Projekt WEEKEND ESCAPE wurde für Abenteuer gebaut, bei denen der Trail nur ein Teil der Reise ist. Ein Rahmen, ein Motor – zwei völlig unterschiedliche Welten. Willkommen zum Auftakt einer Serie, die nicht nur zwei Bikes entstehen lässt, sondern die Frage stellt, ob wir E-MTBs vielleicht viel zu oft über Features definieren, statt über das, was wir mit ihnen erleben wollen.

Eine Plattform. Unendliche Möglichkeiten.

Ein Bike beginnt nicht erst mit Reifen, Laufrädern oder Fahrwerk. Schon das Motorsystem entscheidet maßgeblich darüber, wie sich ein E-MTB anfühlt. Umso wichtiger war für unser Projekt eine Plattform, die sich nicht nur über ihre Hardware definiert, sondern sich an das gewünschte Fahrerlebnis anpassen lässt.

Genau hier spielt die MAHLE M40-Plattform ihre größte Stärke aus. Über das individuelle Motor-Mapping lässt sich die Charakteristik des Antriebs gezielt verändern – von einer direkten, dynamischen Leistungsentfaltung bis hin zu einer harmonischen, natürlichen Unterstützung. Das Motorsystem bildet damit keine starre Vorgabe, sondern einen anpassbaren Baustein innerhalb des Gesamtkonzepts.

Dazu kommt eine zweite Eigenschaft: Trotz Full-Power-Unterstützung bringt die M40-Plattform ein sehr überzeugendes Verhältnis aus Gewicht, Leistung und Effizienz mit. In unserem großen Motorenvergleichstest überzeugt der M40 mit feinfühligem Ansprechverhalten, hervorragender Dosierbarkeit auf technischen Uphills und kräftigem Durchzug. Gleichzeitig ist das System leicht genug für einen konsequenten Lightweight-Build und leistungsfähig genug für ein voll ausgestattetes Adventure-Bike.

Diese technische Vielseitigkeit kommt nicht von ungefähr: MAHLE entwickelt seit Jahren Antriebssysteme und sammelte wertvolle Erfahrung unter anderem als Technologiepartner der ersten Specialized Turbo SL-Plattform.

Außerdem unterscheidet sich MAHLE aktuell von vielen etablierten Systemanbietern. Wer heute ein Bike mit Bosch Performance Line CX kauft, verbindet damit meist sofort bestimmte Eigenschaften: ein kräftiges Fahrgefühl, Zuverlässigkeit und den Einsatz in klassischen Full-Power-Konzepten. Avinox steht für enorme Leistungsreserven und eine konsequent performanceorientierte Ausrichtung. Auch Motorsysteme folgen häufig einer klar definierten Charakteristik.

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Die MAHLE M40-Plattform befindet sich dagegen noch an einem anderen Punkt. Statt einer bereits fest definierten Interpretation eines E-MTBs bietet sie Herstellern die Möglichkeit, den Charakter eines Bikes wesentlich stärker selbst zu formen. Das individuell abstimmbare Motor-Mapping spielt dabei eine Schlüsselrolle: Es erlaubt, nicht einfach nur wie der Endkunde in der App die Leistungsentfaltung, das Unterstützungsverhalten oder den Nachlauf einzustellen, sondern noch tiefer und grundlegender einzugreifen und das gewünschte Fahrerlebnis gezielt abzustimmen und nicht umgekehrt. Genau diese Freiheit wollten wir nutzen. Nicht, um den stärksten oder leichtesten Build zu entwickeln, sondern zwei Bikes mit einer völlig unterschiedlichen Persönlichkeit.

Eine Plattform. Zwei Missionen.

Die Antwort auf die Frage nach dem gewünschten Erlebnis führte zu zwei völlig unterschiedlichen Konzepten auf identischer Basis:

Der HOT LAP-Aufbau verfolgt einen kompromisslosen Fokus auf geringes Gewicht, Agilität und ein möglichst natürliches Fahrgefühl. Es soll sich so nah wie möglich an einem klassischen Mountainbike bewegen, ohne auf die Vorteile eines modernen E-MTBs zu verzichten. Weniger Gewicht ist hier kein Selbstzweck, sondern das Mittel für mehr Flow, mehr Dynamik und direkte Rückmeldung auf dem Trail.

Der WEEKEND ESCAPE-Aufbau wählt einen anderen Ansatz. Hier geht es nicht um Grammfeilschen, sondern um maximale Möglichkeiten: mehr Gepäck, mehr Komfort, mehr Reichweite und ungebundene Freiheit. Ein Bike, das die tägliche Pendelstrecke genauso souverän meistert wie Mehrtagestouren, Schotterpässe oder spontane Trail-Abstecher.

Dass beide Aufbauten trotz identischem Rahmen und Antrieb kaum unterschiedlicher sein könnten, ist das Kernstatement dieses Projekts.

HOT LAP: Der Performance-Light-Build

Wie erzeugen wir ein natürliches Handling, ohne dabei Sicherheit oder Zuverlässigkeit zu opfern?

Mit dem HOT LAP-Aufbau haben wir uns die Beantwortung dieses Kompromisses zum Ziel gesetzt.

Das leichteste E-Mountainbike zu bauen, wäre auf dem Papier eine deutlich einfachere Aufgabe gewesen: Mit dünnen Reifenkarkassen oder kleinen Bremsscheiben hätten wir problemlos noch ein weiteres Kilogramm einsparen können. Doch Gewicht ist eben kein Selbstzweck. Ein leichteres Bike erzeugt nicht automatisch ein besseres Handling oder mehr Fahrspaß, spätestens dann, wenn der Gewichtsrekord mit einem Platten endet oder auf langen Abfahrten die Bremsleistung als Erstes schlapp macht. Entscheidend ist also nicht, wo man Gewicht spart, sondern wo man es bewusst nicht spart.

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Die Ausgangsbasis

Den Grundstein für den HOT LAP-Aufbau legt der unlackierte Raw-Carbon-Rahmen von MAHLE. Viele wissen nicht, dass der Verzicht auf eine mehrschichtige Lackierung rund 100 bis 150 g einspart. Zudem haben wir uns beim HOT LAP-Projekt für den kleineren 600-Wh-Akku entschieden, der ideal ins Konzept passt. Er spart wertvolles Gewicht, bietet aber gleichzeitig noch genau die richtige Energiemenge für alle alltäglichen Ausfahrten.

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Bei der Fahrwerksabstimmung geht der HOT LAP-Aufbau keine Kompromisse beim Federweg ein: Statt auf ein kurzhubiges, noch leichteres Fahrwerkssetup zu setzen, steht volle, langhubige Trail-Performance im Fokus. An der Front arbeitet deshalb eine FOX 36 Factory mit 160 mm Federweg. Ausgerüstet ist sie mit der leichten, aber extrem leistungsfähigen GRIP X-Kartusche. Im Vergleich zur noch kompromissloseren, reinen Abfahrtskartusche GRIP X2 spart sie knapp 120 g ein, bietet aber weiterhin genügend Einstellmöglichkeiten, satten Gegenhalt und entscheidende Trail-Performance. Komplettiert wird das Set-up durch den passenden FOX FLOAT X Factory-Dämpfer am Heck, der auch auf langen, fordernden Trail-Abfahrten nicht ins Schwitzen gerät und die 150 mm Federweg des Rahmens kontrolliert.

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Ein erstes echtes Highlight beim HOT LAP-Aufbau ist der Laufradsatz: Die NEWMEN Phase 30 VONOA Trail-Laufräder bringen zusammen gerade einmal 1.250 g auf die Waage. Hauptverantwortlich für dieses Rekordgewicht sind die nur 2,8 g leichten VONOA-Carbonspeichen im Straight-Pull-Design, von denen lediglich 24 Speichen pro Laufrad ausreichen. Trotz der minimalen Masse bescheinigt NEWMEN dem Laufradsatz eine Freigabe nach Einsatzkategorie 4 sowie ein zugelassenes Systemgewicht von 150 kg. Für die perfekte Mischung aus Gewicht und Stabilität sorgt der gezielte Mix der Felgen: Vorne spart die besonders leichte Phase 30-Light-Felge einige Gramm, während hinten die etwas schwerere, aber robustere Base-Variante härteren Belastungen standhält.

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Grip und Bremskraft schlagen Grammfeilschen

Bei Reifen und Bremsen wäre rechnerisch viel Gewichtseinsparung möglich gewesen, allerdings geht das an diesen Stellen voll auf Kosten der Trail-Performance. Wir haben uns daher bewusst für kompromissbereitere Optionen entschieden: Vorne sorgt der MAXXIS ASSEGAI mit EXO+-Karkasse und MaxxGrip-Gummimischung für maximale Kurvenführung, hinten garantiert der Minion DHR II mit robuster Doubledown-Karkasse und MaxxTerra-Gummimischung genügend Pannenschutz und sorgt für effizientes Rollverhalten.

Auch beim Thema Verzögerung steht Performance an erster Stelle. Die Trickstuff PICCOLA HD mit ihren C42-Vierkolbensätteln gehört zu den leichtesten Vierkolbenbremsen auf dem Markt und ist mit ihren 3D-gedruckten Titanbremshebeln sowie dem silbernen Finish optisch wie technisch ein Aushängeschild. Die hauseigenen Dächle UL-Bremsscheiben sparen wertvolle Gramm ein, doch beim Durchmesser gehen wir keine faulen Kompromisse ein: 203 mm vorne wie hinten sichern volle Standfestigkeit auf langen Abfahrten.

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High-End-Tuning im Detail

Niedriges Gewicht entsteht nicht nur durch große Hauptkomponenten, sondern durch konsequentes Optimieren im kleinsten Detail. Genau hier kommen die Custom-Teile von HOPP Carbon Parts aus Berlin ins Spiel. Gründer Christoph Hopp fertigt in präzisester Handarbeit Carbon-Komponenten für Bereiche, die Großserienhersteller aus Kostengründen nicht aus Carbon fertigen.

Das Paradebeispiel ist das DIY-Upgrade-Kit für SRAM Transmission-Schaltwerke: Indem tragende Parallelogramm-Bauteile, Gelenke und Abdeckungen durch Carbon-Pendants ersetzt werden, speckt ein reguläres GX-Transmission-Schaltwerk mal eben um satte 130 g ab – eine Gewichtsersparnis von fast 30 %.

Doch das Tuning geht noch weiter: An der FOX 36 ersetzen Ventilkappen und Druckstufen-Einstellregler von HOPP die serienmäßigen Alubauteile – absolut gesehen sind das zwar geringe Gewichtseinsparungen, optisch liefern sie aber ein großes Plus an Exklusivität, die einem Costum-Aufbau gerecht wird. Das gilt auch für die Adapter zur direkten Befestigung von SRAM AXS-Schalthebel und Dropper-Post-Remote an den Trickstuff-Bremshebeln, die ebenfalls aus der Berliner Manufaktur stammen und ein cleanes Cockpit bescheren.

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Apropos Cockpit: An der Front übernimmt die integrierte GEMINI KÄSTOR-Lenker-Vorbau-Einheit aus Spanien das Kommando. Trotz ihres verschwindend geringen Gesamtgewichts von unter 250 g besitzt die Carboneinheit eine kompromisslose Enduro-Freigabe. Möglich macht das der konsequente Einsatz von Titanschrauben sowie Mitsubishi MR70-Carbonfasern – einer der hochwertigsten Fasern auf dem Markt, die extrem hohe Zugfestigkeit mit enormer Steifigkeit kombinieren und für ein messerscharfes Lenkgefühl sorgen. Dass die Schmiede aus Barcelona auch optisch ein Meisterwerk abgeliefert hat, unterstreicht die Prämierung mit dem renommierten Design & Innovation Award. Aus den frei wählbaren Finish-Optionen haben wir uns für die Variante in UD-Gloss entschieden.

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Komplettiert wird das Cockpit von den Griffen: Die ESI Chunky-Schaumstoffgriffe drücken das Gewicht mit gerade einmal rund 60 g pro Paar ordentlich nach unten. Dass das keineswegs nach schmerzhaftem XC-Spartanertum schreit, hat bereits unser Test des Thömus Lightrider E_MAX eindrucksvoll bewiesen: Die Chunky-Griffe dämpfen hochfrequente Vibrationen spürbar besser als viele Gummimischungen, schonen damit die Unterarme auf langen Abfahrten und bieten selbst bei Nässe noch überraschend viel Grip.

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Auch die Dropper Post ist ein Feature, bei dem gerne Gewicht auf Kosten von Abfahrtsperformance oder Komfort gespart wird. Mit 180 mm Hub bei Rahmengröße M haben wir uns für einen guten Kompromiss aus niedrigem Gewicht und uneingeschränkter Beweglichkeit entschieden. Zum Einsatz kommt die OneUp V3-Dropper-Post. Sie ist nach wie vor eine absolute Referenz auf dem Markt: Präzise steuerbar, extrem leicht gebaut und zeitgleich mit einer sehr niedrigen Stack-Höhe. Das erlaubt es, maximalen Hub im Rahmen zu versenken – für uneingeschränkte Bewegungsfreiheit im technischen Terrain, ohne unnötigen Ballast im Sitzrohr mitzuschleppen.

Auf der OneUp-Stütze thront der SIXPACK Evo Rail Ultra-Sattel. Durch seine clevere One-Piece-Konstruktion aus faserverstärktem Polyamid erzielt er eine hervorragende Balance aus minimalem Gewicht und spürbarem Sitzkomfort. Ein durchdachtes Werkstatt-Detail sticht dabei sofort ins Auge: Die Montage gelingt extrem leicht und komplett ohne die übliche Fummelei an den Klemmbolzen, da der Sattel dank seines Aufbaus einfach und direkt in die Stützenaufnahme eingeschoben werden kann.

Um die Kraft des MAHLE M40 sauber auf den Trail zu bringen, kommen die Race Face Era-E-MTB-Carbonkurbeln zum Einsatz. Sie wurden speziell für die höheren Drehmomente und Belastungen an E-Bikes entwickelt. Eine fest integrierte Edelstahl-Schutzplatte schützt die Kurbelarme dauerhaft vor einem Abrieb durch Schuhe. Mit weit unter 400 g gehört sie zu den leichtesten E-MTB-fähigen Carbonkurbeln am Markt.

WEEKEND ESCAPE: Welches Bike würde ich einpacken, wenn ich morgen einfach losfahre, ohne zu wissen, wann ich zurückkomme?

Während das Projekt HOT LAP fragt, wie wenig ein modernes E-MTB wiegen kann, ohne seine Trail-DNA zu verlieren, stellt das Projekt WEEKEND ESCAPE hingegen eine ganz andere Frage: Wie viele Möglichkeiten kann ein einziges Bike eröffnen?

Leichter, schneller, extremer? Genau darum geht es bei diesem Build bewusst nicht. Statt maximaler Spezialisierung steht ein Konzept im Fokus, das die morgendliche Pendelstrecke genauso souverän meistert wie den Feierabend-Trail oder die Mehrtagestour mit Gepäck. Projekt WEEKEND ESCAPE entstand nicht aus dem Wunsch nach maximaler Performance in einem einzelnen Einsatzbereich, sondern nach maximalen Möglichkeiten. Ein Bike für Fahrer, die ihre Tour nicht am Parkplatz beenden, sondern dort, wo die Neugier sie hinführt.

Welche Komponenten machen ein Bike im Alltag und auf langen Touren wirklich besser?

Während beim HOT LAP-Build jedes Gramm zählt, stehen beim WEEKEND ESCAPE-Aufbau Robustheit, Belastbarkeit und eine hohe Reichweite an erster Stelle. Die Wahl fiel deshalb bewusst auf den großen 800-Wh-Akku der MAHLE M40-Plattform. Das Plus an Energie liefert die nötigen Reserven für ganztägige Touren mit Gepäck, steile Anstiege, Dunkelheit und mehrtägige Abenteuer, ohne dass man ständig die verbleibende Restreichweite im Blick behalten muss.

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Langlebigkeit und Funktion vor Prestige

Das Fundament dafür bildet der bewährte DT Swiss HX 1700-Aluminium-Laufradsatz, der speziell für E-MTB-Belastungen entwickelt wurde und mit 150 kg maximalem Systemgewicht bei Einsatzkategorie 4 genügend Reserven für Gepäck und raues Gelände bietet. Auch die Race Face Aeffect R-E-MTB-Kurbeln bestehen aus geschmiedetem 6066er-Aluminium.

Bei der Schaltung fiel die Entscheidung bewusst gegen eine teure und filigrane High-End-Gruppe und für die neue mechanische Shimano DEORE-Serie. Auf Touren und Reisen zählen unkomplizierte, günstige Ersatzteilversorgung und maximale Langlebigkeit mehr als Prestige. Das mechanische RD-M7200-Schaltwerk übernimmt dabei die kompakte Shadow ES-Bauform der elektrischen Di2-Antriebe: Ihre besonders abgerundete Kontur verhindert auf schmalen Trails effektiv das Hängenbleiben an Felsen oder Ästen und schützt so vor teuren Defekten. Der verbaute SL-M6210-Schalthebel ist speziell auf den E-Bike-Einsatz abgestimmt – er beschränkt jeden Hebeldruck bewusst auf jeweils einen einzelnen Gangwechsel, um die Kassette vor zu hohen Kräften beim Schalten unter Motorlast zu schonen. Passend dazu sorgt die neue Shimano BR-M6220-Vierkolben-Bremse mit 200-mm-Bremsscheiben vorne und hinten für hohe Standfestigkeit und sichere Verzögerung – selbst bei voller Beladung auf langen Passabfahrten.

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Beim Fahrwerk setzt sich die Philosophie fort: Statt auf eine teure Kashima-Beschichtung zu setzen, vertrauen wir an der Front auf die FOX 36 Performance Elite mit der vielseitigen GRIP X-Kartusche. Sie bietet technisch dieselbe hervorragende Dämpfungsperformance und Einstellbarkeit wie das Factory-Topmodell, verzichtet aber auf optischen Schnickschnack. Am Heck arbeitet der passende FOX FLOAT X Performance Elite-Dämpfer, der auch mit vollem Gepäck auf langen Trail-Abfahrten für ein definiertes, feinfühliges Ansprechverhalten sorgt und dieselben Einstellungen wie das Factory-Pendant besitzt.

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Für den Fall der Fälle gewappnet

Das Cockpit stammt komplett von OneUp Components. Der Aluminiumlenker passt mit seiner gezielten Nachgiebigkeit und der spürbaren Eigendämpfung in Kombination mit weichen Griffen perfekt zum Langstrecken-Charakter des Bikes und beugt Ermüdung in den Unterarmen vor. Das eigentliche Highlight versteckt sich jedoch unauffällig im Steuerrohr: Dank des OneUp EDC Threadless Carrier Kits reist das EDC V2 Tool – inklusive vollwertigem Multitool, Reifenheber, Kettennieter und zusätzlichem Stauraum – stets griffbereit und klapperfrei im Rahmen mit. Alternativ lässt sich das Werkzeug auch in der am Flaschenhalter montierten OneUp 100 cc EDC Pump verstauen. Sämtliche Notfall-Hardware ist somit immer direkt am Bike verbaut – ganz ohne Rucksack.

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Bei den Reifen erwies sich der MAXXIS DISSECTOR als idealer Allrounder: Er rollt effizienter als reine Gravity-Reifen, bietet aber noch genügend Traktion für Trail-Abstecher. Vorne sorgt die Kombination aus EXO+-Karkasse und MaxxGrip-Gummimischung für Führung, hinten garantiert die robustere Doubledown-Karkasse mit MaxxTerra-Mischung hohen Pannenschutz und mehr Reichweite.

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Den letzten Schliff zur Abenteuer-Maschine liefert das modulare Gepäckträger-System von Aeroe. Es lässt sich werkzeuglos sowie flexibel montieren und verwandelt das sportliche E-MTB innerhalb weniger Minuten in ein reisetaugliches Bikepacking-Rigid. Das an den Sitzstreben des Hinterbaus fixierte Spider Rear Rack nimmt zwei wasserdichte 12-l-Taschen auf, während das Spider Handlebar Cradle am Lenker zusätzlichen Platz für eine 8-l-Tasche schafft. Mit diesem durchdachten Setup stehen insgesamt 32 l Stauraum für mehrtägige Touren bereit, ohne dass der tiefe Schwerpunkt sowie die Fahrstabilität spürbar beeinträchtigt werden.

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Abgerundet wird das Gesamtpaket durch die TRELOCK LS 990 Lighthammer Pro 250-Beleuchtung. Ihr kompaktes CNC-Aluminiumgehäuse nutzt den Fahrtwind aktiv als Kühlkörper, um die volle Performance dauerhaft abzurufen. Per Taster am Lenker entfesselt der Scheinwerfer bis zu 250 Lux im Fernlicht. Ein integrierter Helligkeitssensor wechselt auf der Tour vollautomatisch zwischen Tagfahrlicht und blendfreiem Abblendlicht, während seitliche Lichtfenster für zusätzliche 360-Grad-Sichtbarkeit im Straßenverkehr sorgen.

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Die Hardware steht, die Komponenten sind ausgewählt und die beiden Grundkonzepte von Projekt HOT LAP und Projekt WEEKEND ESCAPE sind geplant. Doch die Hardware ist nur die halbe Miete. Im zweiten Teil unserer Serie richten wir den Fokus deshalb auf das Herz der MAHLE M40-Plattform: das individuelle Motor-Mapping. Wie viel Charakter steckt in der Software? Kann das Motor-Mapping die Eigenschaften eines Bikes ebenso deutlich verändern wie gezielt ausgewählte Komponenten?

Teil 2: Motor-Mapping – Hardware trifft Software: Warum auch die Software den Charakter eines Bikes formen kann.
Teil 3: Beyond the Build– Wie schlagen sich die fertigen Bikes im echten Leben?


Words: Lars Engmann, Benedikt Schmidt Photos: Lars Engmann

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