Après-Ski-Hochburg im Winter, idyllisches Bergdorf im Sommer? Wir sind nach Ischgl gefahren, um herauszufinden, was das Skigebiet für E-Mountainbiker zu bieten hat.

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200 km südwestlich von München liegt Ischgl, ein weltbekannter Ort, den es ohne den Tourismus gar nicht mehr geben dürfte. Im Winter platzt das beschauliche Bergbauerndorf mit über 12.000 Skifahrern und Snowboardern fast aus allen Nähten; im Sommer gleicht die Einwohnerdichte angeblich eher der Finnlands. Und tatsächlich, im Hochsommer wirkt der Ort beinahe ausgestorben! Dabei gibt es in Ischgl einiges zu erleben – denn bei Temperaturen über dem Gefrierpunkt kommt die wunderschöne Natur in der Umgebung erst so richtig zur Geltung.

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Wie lässt sich Natur am besten erfahren, wenn nicht durch Wandern? Natürlich auf dem E-Mountainbike. Von Ischgl aus erklimmt man die Berge auf zwei Arten und Weisen: Entweder man fährt auf eigene Faust hoch oder man steigt mit seinem Rad und die Silvretta Card in eine der vielen Gondeln, die auf die Gipfel rund um Ischgl führen. Je nach Tour und Tagesziel empfiehlt sich eine Kombination aus beiden Varianten. Die Silvretta Card bekommt jeder Übernachtungsgast von einem der Hotels in der Region Paznaun ausgestellt und kann so sämtliche Lifte und Gondeln in der Region benutzen. Der klare Vorteil davon, selbst zu fahren: Man kann die Vielfalt der Natur hautnah erleben. Auf unserer ersten Tour in Richtung Flimspitz geht es durch Wälder mit technischen Wurzeltrails und vorbei an traumhaften Seen und Flüssen, die zu einer kleinen Rast einladen. Folgt man dem Weg Richtung Gipfel, verändert sich die Natur von Kilometer zu Kilometer und ehe man sich versieht, hat man die Baumgrenze hinter sich gelassen und findet sich auf Flowtrails wieder, die die großflächigen Blumenwiesen wie die Adern eines Blattes durchziehen. Seit diesem Jahr schmücken Brücken aus Holz die Wanderwege, die sowohl Wanderern als auch Mountainbikern das Überqueren kleiner Bäche und Wasserläufe erleichtern. Wer den Blick vom Trail abschweifen lässt, entdeckt zahlreiche natürliche Aussichtsplattformen, von denen sich das herrliche Gipfelpanorama genießen lässt.

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  Wochenendausflug oder Mehrtagesurlaub: Ischgl hat definitiv auch im Sommer einiges für E-Mountainbiker zu bieten!

Nach weiteren Kilometern gen Gipfel weicht die Blumen- und Wiesenlandschaft einer schroffen und dramatischen Szenerie. Vegetation? Fehlanzeige! Zumindest auf den ersten Blick zeigt sich nur graues und rotes Gestein. Hat man sich erst mal auf die 2.871 m hohe Greitspitze gekämpft (oder befördern lassen 😉 ), kann man auf dem Grenzkamm zwischen Österreich und der Schweiz fahren. Auf der 20 km langen Schmugglertour sieht man nicht nur ein atemberaubendes Panorama, sondern wandelt auf geschichtsträchtigen Wegen, die schon Jahrhunderte zuvor von Schmugglern und Händlern genutzt wurden. Noch heute nutzen viele Touristen eine ausgiebige Wanderung, um steuerfrei Uhren und Schmuck in der Schweiz zu kaufen.

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  All inclusive: hochalpines Gelände, Schneefelder und Blumenparadies zwischen Kühen und Bienen.

Als weiteres Highlight für E-Mountainbiker öffnet im Sommer 2018 der neue Flimjoch-Trail. Auf insgesamt 2,5 km können sowohl Anfänger als auch fortgeschrittene Fahrer auf dem Flowtrail von der 2.757 m hohen Bergstation Flimjoch zur 440 m tiefer gelegenen Idalp-Hütte surfen. Der Trail führt anfangs durch hochalpines Gelände, kreuzt das ein oder andere Schneefeld und endet im Blumenparadies zwischen Kühen und Bienen. Für uns war der Flimjoch-Trail die Krönung des Tages nach der 20 km langen Schmugglertour. Um den Tag abzuschließen, kehrt man danach noch im Restaurant Vider Alp ein und probiert sich durch die regionalen Spezialitäten.

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Für einen Ausflug mit der ganzen Familie lohnt sich der Weg zum Wildpark in der Nähe von Mathon. Gerade für Kinder bietet er mit Hirschen, Hasen und Enten viel zu entdecken. Damit das E-Mountainbike an dem Tag nicht zu kurz kommt, empfehlen wir wärmstens den Anstieg zur Friedrichshafener Hütte. Die Schutzhütte an einem kristallklaren Bergsee bietet außer Köstlichkeiten aus der Region auch landschaftlich einiges für Hobbyfotografen und Alpengenießer. Allerdings warnen wir euch lieber gleich vor: Es kann gut sein, dass ihr dort überhaupt nicht mehr weg wollt. Müsst ihr auch nicht – wer will, kann auch über Nacht auf der Hütte bleiben. Bergab geht es im Geschwindigkeitsrausch über die Forststraße oder über einen der zahlreichen, teilweise auch sehr anspruchsvollen Trails, die immer wieder vom Schotterweg abzweigen.

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Egal ob für ein Wochenende Auszeit oder für einen Urlaub über mehrere Tage, Ischgl hat definitiv auch im Sommer einiges für E-Mountainbiker und Wanderer zu bieten! Durch die Infrastruktur mit den zahlreichen Gondeln und Einkehrmöglichkeiten kommt hier jeder auf seine Kosten. Zwar ist die Suche nach Après-Ski-Partys vergeblich, auf dem E-Mountainbike geht’s dafür hart ab – wir kommen definitiv zurück!

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Dieser Artikel ist aus E-MOUNTAINBIKE Ausgabe #014

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