Die neue Husqvarna Hard Cross-Reihe bildet die von Grund auf erneuerte Federwegsspitze im 2023erLine-up des seit 2019 kaum veränderten HC-Modells. Wir haben einen ersten Blick auf das Alu-Bike geworfen und alle Neuerungen und Hardfacts des Hard Cross zusammengefasst. Stecken noch Motorrad-Gene im Husqvarna E-Bike oder regieren Kurbel und Pedale?

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Husqvarna Hard Cross HC5 | Shimano EP8/720 Wh | 180/170 mm (v/h)
24,6 kg in Größe M | 8.199 € | Hersteller-Website

Was kommt nach Light Cross und Mountain Cross? Genau! Hard Cross – zumindest wenn es nach den Nachfahren von Husqvarna geht, einem der ältesten Motorrad-Produzenten. Die Marke, die eher durch Motocross, Rasenmäher und Kettensägen Bekanntheit erlangt hat, ist schon lange im E-Bike-Segment etabliert und nennt sich selbst einen der Pioniere auf dem Gebiet. Nachdem letztes Jahr die Light Cross (LC)- und Mountain Cross (MC)-Produktpalette erneuert wurde, ist jetzt die sportliche Speerspitze des Portfolios an der Reihe. Laufradgröße, Federweg, Geometrie und Akkugröße sowie das ganze Design sind neu. Das neue Hard Cross steht nun auf einem gemischten Mullet-Setup mit 29”-Vorderrad und 27,5”-Hinterrad und verzichtet am Heck auf 10 mm Federweg. So bleiben dem neuen HC 180 mm an der Front und 170 mm Federwegsreserven am Heck. Der Akku ist dagegen bei den beiden Top-Modellen auf 720 Wh gewachsen. Die scheinbar einzige Konstante? Der Shimano EP8-Motor bleibt, und zwar unverkennbar offen liegend als Design-Element und nicht in den Rahmen integriert. Sondern kühlender Frischluft ausgesetzt und „Schau mich an, ich bin ein E-Bike!“ schreiend. Schluss mit der Heimlichtuerei, wir haben alle wichtigen Infos zum neuen Husqvarna Hard Cross HC 2023.

Das Husqvarna Hard Cross HC5 2023 im Detail

Wenn der Teufel wie bekanntlich im Detail steckt, haben die Designer von Husqvarna viel Teufel ins Bike gepackt. Das Emblem im Steuerrohr ist eine getarnte Belüftungsöffnung für den Akku im Unterrohr und soll eine konstante Leistungsabgabe desselben garantieren. Die Akku-Entnahme erfolgt über eine große Klappe im Unterrohr, die mit einer Rändelschraube gesichert ist. Dazu muss der Akku noch per Schlüssel entriegelt werden. Der Ladeport am Knick der Sitzstrebe folgt dem Motto „doppelt hält besser“ und soll so den Tankvorgang am PKW imitieren: Klappe auf und Deckel abziehen. Das mag für den einen nervig sein, für den anderen wird es zur Zeremonie nach dem Ride – wir sehen uns an der elektrischen Zapfsäule!

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Das Akku-Cover lässt sich werkzeuglos über eine Rändelschraube von unten entfernen. Für den Akku braucht es dann nur noch den passenden Schlüssel.
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Die zweistufige Ladeklappe erinnert an den Tankvorgang am Auto. Dicht und gut geschützt ist der Ladeport so ganz bestimmt.
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Das Emblem im Steuerrohr ist perforiert und dient so gleichzeitig als Belüftungsöffnung für den Akku im Unterrohr. Der Luftstrom soll warme Luft vom Akku abtransportieren und so die gleichmäßige Energieabgabe an den Motor garantieren.

Die Zugverlegung am neuen Husqvarna HC findet komplett durch den Steuersatz statt. Das sorgt für einen cleanen Look und lässt den Rahmen auf jegliche Cable-Ports im vorderen Rahmendreieck verzichten. Der Kettenstrebenschutz ist im Vergleich zum Vorgänger Husqvarna Hard Cross 9.0 keine kurze Neopren-Hülle mehr, sondern fest verklebter Bestandteil des Hinterbaus. Besonders umfangreich fällt der Schutz allerdings immer noch nicht aus.

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Die interne Zugverlegung findet ihren Anfang am Acros-Steuersatz.
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Der Kettenstrebenschutz ist im Vergleich zum Vorgänger schon umfangreicher geworden, aber bedeckt nur die Oberseite.
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Detail- oder eben Präsenzlösung ist die Motor(un)integration. Hier sagt Husqvarna der übertriebenen Integration der Konkurrenz den Kampf an und lässt den Motor, wie bei den anderen Modellen, geradezu freischwebend im Rahmen hängen. Damit bleibt Husqvarna seiner Linie treu.

Die Ausstattung des Husqvarna Hard Cross HC5 2023

Das Husqvarna Hard Cross 5 markiert das Top-Modell der neuen HC-Reihe und geht mit 24,6 kg für 8.199 € über die Ladentheke. Dafür kriegt man einen großen 720-Wh-Akku, kombiniert mit dem Shimano EP8-Motor mit 85 Nm Drehmoment. Als Fahrwerk kommen FOX-Komponenten zum Einsatz, die über die 180 mm Federweg vorn und 170 mm hinten bestimmen. Die FOX 38er Factory-Federgabel mit GRIP2-Dämpfungskartusche sowie der FOX X2 Factory-Dämpfer bieten breite Einstellungsmöglichkeiten für jeden Fahrstil und Untergrund.

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Die FOX 38 Factory-Federgabel stellt 180 mm und eine breite Einstellbarkeit zur Verfügung.
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Der FOX X2-Dämpfer kommt ebenfalls mit Kashima-Beschichtung und vielfältigen Verstellmöglichkeiten.

Abweichend vom gezeigten Bike sorgen in Serie Shimano XT-Vierkolbenbremsen für den Stillstand. Vorn mit einer standfesten 220-mm-Bremsscheibe kombiniert und hinten mit 200 mm Durchmesser. Das Shimano XTR-Schaltwerk ist das leichteste im Shimano MTB Antriebs-Line-up und bietet eine hohe Schalt-Performance, wird allerdings mit einer günstigen und schwereren DEORE-Kassette kombiniert.

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Die Pizzateller-große 220-mm-Bremsscheibe an der Front sollte für Standfestigkeit und Hitzebeständigkeit sorgen.
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Die robusten Super Gravity-Karkassen lassen einen niedrigen Luftdruck zu, ohne Einbußen beim Pannenschutz in Kauf zu nehmen.

Entsprechend dem prognostizierten Einsatzgebiet des Bikes kommen robuste Schwalbe-Reifen auf den gemischten Laufradgrößen mit 29” vorn und 27,5” hinten zum Einsatz: Magic Mary vorn und Hans Dampf hinten, beide mit Soft Gummimischung und robuster Super Gravity-Karkasse. Das lässt einen geringen Luftdruck auf den DT Swiss HX 1700-Laufrädern zu und sollte so für viel Traktion bei gutem Pannenschutz sorgen.

Die Artenvielfalt der neuen Husqvarna HC 2023-Modelle

Wenn das Husqvarna HC5 die Spitze markiert, gibt es nach Adam Riese (und auch in Husqvarnas Nomenklatur) noch 4 darunter angesiedelte Modelle. Die Preise dafür bewegen sich zwischen 8.199 € beim Topmodell und 5.499 € bei der Einstiegsvariante, damit wäre Husqvarna in unserem bisher größten Vergleichstest mit 30 E-MTBs aktuell auch mit dem Top-Modell eines der günstigsten Bikes. Während die ganze Hard CrossLinie ausschließlich mit Aluminium-Rahmen angeboten wird, ist das wohl größte Unterscheidungsmerkmal zwischen den Modellen die variierende Akkugröße. Beim HC4 und 5 bildet der größere 720-Wh-Akku den Energiespeicher, bei den Modellen HC3, 2 und 1 kommt ein kleinerer 630-Wh-Akku zum Einsatz. In Sachen Komponenten zieht sich bei Husqvarna ein wilder Mix durch die Varianten hindurch. Von SRAM G2 RSC-Bremsen beim HC4 bis zu MAGURA MT5 beim HC1 ist fast alles dabei. Ebenso beim Antriebsstrang, wo man je nach Modell von Shimano über SRAM bis TEKTRO alles findet. Größte Abweichung: Das TEKTRO E-Drive RD-M350-Schaltwerk bietet nur 9 Gänge und damit zwangsläufig größere Gangsprünge. Die restlichen Schaltungs-Modelle sind mit 12-Gängen deutlich feiner abgestuft.

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Husqvarna HC4 | 24,9 kg in Größe M (Herstellerangabe) | 7.299 €
Husqvarna Freisteller 1 600x400
Husqvarna HC3 | 24,6 kg in Größe M (Herstellerangabe) | 6.799 €
Husqvarna Freisteller 2 600x400
Husqvarna HC2 | 25,1 kg in Größe M (Herstellerangabe) | 5.999 €
Husqvarna Freisteller 3 600x400
Husqvarna HC1 | 25,4 kg in Größe M (Herstellerangabe) | 5.499 €

Die Geometrie des neuen Husqvarna HC5 2023

Das Husqvarna Hard Cross hat eine moderne Geometrie mit relativ flachem 64,5° Lenkwinkel und 77° steilen Sitzwinkel. Der Stack, also die Höhe der Front, ist mit 674 mm recht hoch. Die E-Mountainbikes der Hard Cross-Reihe sind in den Größen S–XL erhältlich und sollen so Fahrer und Fahrerinnen von 1,55 bis 2 m Körpergröße eine Plattform bieten.

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Größe S M L XL
Oberrohr 574 mm 604 mm 632 mm 661 mm
Sattelrohr 410 mm 435 mm 460 mm 485 mm
Steuerrohr 100 mm 115 mm 130 mm 145 mm
Lenkwinkel 64,5° 64,5° 64,5° 64,5°
Sitzwinkel 77,4° 77,3° 77,2° 77,2°
Kettenstrebe 445 mm 445 mm 445 mm 445 mm
BB Drop 18 mm 18 mm 18 mm 18 mm
Radstand 1.215 mm 1.248 mm 1.277 mm 1.309 mm
Reach 430 mm 455 mm 480 mm 505 mm
Stack 647 mm 661 mm 674 mm 687 mm

Unser Fazit zum neuen Husqvarna Hard Cross HC5 2023

Die Eckdaten des neuen Husqvarna Hard Cross HC5 sind vielversprechend und die exotischen Detaillösungen, wie der ausgefallene Ladeport und die Akku-Belüftung, zeugen von Erfindergeist. Die Ausstattung ist sinnvoll gewählt und der Preispunkt klingt fair – wenn jetzt auch noch der Fahreindruck passt. Wir sind auf die ersten Test-Bikes gespannt!

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Mehr Infos unter husqvarna-bicycles.com


Words: Julian Schwede Photos: Julian Schwede

Wer schreibt hier?

Julian Schwede
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Juli ist es gewohnt, mit großen Kalibern umzugehen. Er schraubt nicht nur gerne an seinem Bike, sondern hat nach seiner Ausbildung zum KFZ-Mechatroniker an der Königsklasse der Kraftfahrzeuge – Omnibussen – getüftelt und gewerkelt. Als ihm die Entwicklung auf Elektroantriebe im Großformat zu langsam ging, hat er technische BWL studiert und nebenher Tische aus Carbon gebaut. Während sein Dirtbike aus dicken Alu Rohren geschweißt ist, besteht sein Fully ebenfalls aus den schwarzen Fasern und hat ihn schon auf einige Gipfel gebracht. Doch auch angeseilt erklimmt er Berge gern über Klettersteige oder senkrecht an der Wand. Mittlerweile fährt er statt seinem eigenen Bike fast nur noch Bikes aus dem Office-Keller und testet sie auf Leib und Lenker. Neben Bike Reviews kümmert Juli sich auch um das tägliche Newsgeschäft und bezeichnet sich selbst als rasenden Reporter “Carlos Columbus”.

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