Die FOX 38 Factory GRIP X2 geht den nächsten Schritt – mit frischem Innenleben und brandneuem Chassis. Doch wie groß ist das Update wirklich? Wir haben die neue FOX 38 für euch getestet und herausgefunden, ob sie ihren Testsieg unseres aktuellen Federgabel-Vergleichstests verteidigen kann.

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FOX 38 Factory GRIP X2 2027 | 170 mm | 2.412 g | 29” | 1.499 € | Hersteller-Website

Mit der neuen FOX 38 Factory GRIP X2-Federgabel geht der US-Hersteller den nächsten großen Schritt – oder handelt es sich dabei eher um einen Feinschliff? Mit der GRIP X2-Dämpfungskartusche hat FOX bereits 2024 das Herzstück seiner High-End-Gabeln komplett überarbeitet und ist vom VVC-System zurück zum klassischen Shim-Stack gewechselt. Das Chassis der 38 blieb zunächst unangetastet. Mit der aktuellen Generation folgt nun die umfassende Überarbeitung der gesamten Gabel. Neben einem neu entwickelten Chassis wurde auch die GRIP X2-Dämpfung weiter verfeinert – ohne Änderung am grundlegenden Konzept.

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Schon die bisherige FOX 38 mit GRIP X2-Kartusche sicherte sich im großen Federgabel-Vergleichstest unseres Schwestermagazins ENDURO den Testsieg. Gleichzeitig hat FOX mit der radikalen FOX Podium Upside-Down-Gabel im letzten Frühjahr den Markt aufgemischt und gezeigt, dass noch längst nicht alles ausgereizt ist – selbstbewusst stellten sie das klassische Right-Side-Up-Konzept infrage. Dennoch wird die wesentlich beliebtere 38-Plattform jetzt nicht einfach vom Markt verschwinden. Vielmehr hat man die Erkenntnisse der letzten Entwicklungen genutzt und in der neuen FOX 38 implementiert. Doch macht sie das tatsächlich zur noch besseren Gabel – oder ist FOX einen Schritt zu weit gegangen?

Die neue FOX 38 Factory GRIP X2-Federgabel im Detail

Die Eckdaten der neuen FOX 38 im Überblick

Die neue FOX 38 Factory GRIP X2 bleibt selbstverständlich in ihrem Element und deckt – wie auch die Podium-USD-Gabel – mit einem Federweg von 160, 170 oder 180 mm das Enduro- und Gravity-Segment im FOX Line-up ab. So habt hier weiterhin zwei High-End-Konzepte zur Auswahl. Verfügbar ist die neue Gabel sowohl für 29”- als auch 27,5”-Laufräder und mit 37 oder 44 mm Offset. Beim Casting fährt FOX einen klar modernen Ansatz: 200-mm-Post-Mount und Freigabe für Bremsscheiben bis 230 mm– alles darunter ist an Bikes dieser Kategorie eigentlich keine Option. Die bewährte 15-mm-Steckachse mit 110-mm-Einbaubreite bleibt unverändert.

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Mit einem Gewicht von 2.412 g (bei 170 mm Federweg, 19 cm Schaftlänge und Kabolt-Steckachse) liegt die neue FOX 38 Factory GRIP X2 exakt auf dem Niveau ihres Vorgängers. Auch preislich bewegt sich das Factory-Modell mit 1.499 € klar im High-End-Segment, auch wenn der UVP im Vergleich zum Vorgänger um 200 € gesunken ist. Neben dem Factory-Modell mit Kashima-Beschichtung – welches es im klassischen FOX-Orange oder Schwarz gibt – wird es auch ein Performance-Modell mit schwarzen Stand- und Tauchrohren geben. Die neue Performance Elite-Version setzt ebenfalls auf die hochwertige GRIP X2-Dämpfungskartusche, wodurch sie die gleiche Performance wie das Factory-Modell aufzeigt, denn der Unterschied der Beschichtungen ist quasi nicht zu spüren. Euro-Preise für dieses Modell gibt es bislang noch nicht. In den USA fällt der Aufpreis mit lediglich 110 USD allerdings vergleichsweise gering aus.

Das überarbeitete Chassis

Beim neuen Chassis hat FOX die Steifigkeit gezielt angepasst: Mit 8,8 % mehr Fore-Aft-Steifigkeit – also die Steifigkeit in Fahrtrichtung – soll die Gabel präziser auf Schläge reagieren, während die um 6,8 % reduzierte Torsionssteifigkeit (Verwindungssteifigkeit) für mehr Grip sorgen soll. Zusätzlich wurden die Standrohre etwas verlängert, was den Bushing-Overlap von 120 auf 140 mm erhöht. Die größere Überlappung mit den Buchsen soll die Verwindung reduzieren und damit die Reibung minimieren.

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Neue GlideCore-Lufteinheit und überarbeitete Details

Ein weiteres Update ist die neue NA3-GlideCore-Lufteinheit, die bereits mit der neuen FOX 36 im vergangenen Jahr eingeführt wurde. Ihr Ziel: Reibung reduzieren, indem sie minimale Verformungen des Chassis aktiv ausgleicht. Die Luftfeder kann sich dabei leicht in mehrere Richtungen bewegen und bleibt so auch unter Belastung sensibel. Im Gegensatz zur FOX 36 ist die neue GlideCore-Lufteinheit beim 38er-Modell – wegen den etwas längeren Standrohren – nicht rückwärtskompatibel.

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Auch in anderen Details hat FOX nachgeschärft: Die Entlüftungsventile wurden leicht optimiert und die Gabel ist nun kompatibel mit den neuen Mud-Fendern der aktuellen 36er. Diese sitzen deutlich dichter am Casting und so kann kein Dreck mehr zwischen Fender und Casting durchrutschen, wie es noch an der alten Gabel der Fall war. Der Fender wird jetzt auch über vier kleine Linsenkopfschrauben anstatt den Entlüftungsventilen befestigt – die Montage bleibt allerdings weiterhin fummelig und die Schrauben sind schnell rundgedreht, wenn man nicht aufpasst.

Feintuning an der GRIP X2-Dämpfung

Das Herzstück ist weiterhin die GRIP X2-Dämpfungskartusche – und auch sie bleibt nicht unangetastet. FOX hat den Mid-Valve-Kolben sowie den Shim-Stack überarbeitet. Besonders die neue Form der Shims soll den Ölfluss innerhalb der Kartusche verbessern und so für ein besseres Losbrechmoment sorgen. Die so überarbeitete Kartusche kam bereits in der neuen Podium USD-Gabel zum Einsatz – dort allerdings mit einem anderen Shim-Tune, angepasst an das spezifische Fahrverhalten einer Upside-Down-Gabel. Die neue 38er übernimmt nun die Technik, abgestimmt auf das klassische Single-Crown-Design.

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Unveränderte Einstellmöglichkeiten:
Low-Speed-Compression (LSC): 18 Klicks
High-Speed-Compression (HSC): 8 Klicks

Low-Speed-Rebound (LSR): 16 Klicks
High-Speed-Rebound (HSR): 8 Klicks

Design und Verarbeitung

Optisch bleibt die FOX 38 ihrem cleanen und eher zurückhaltenden Look treu. Im Vergleich zu manch kantiger Konkurrenz wirkt sie weiterhin rund und aufgeräumt. Aus der Vogelperspektive unterscheidet sie sich kaum vom Vorgänger. Von vorne betrachtet ist sie aber an der neuen Gabelbrücke als Neuauflage zu erkennen, die nun die bekannten Aussparungen der neuen 36 übernimmt.

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Das Verstellrädchen der Low-Speed-Compression und die Aircap fallen weiterhin recht scharfkantig aus. Die überarbeitete Aircap ist zwar etwas tiefer geworden und lässt sich dadurch etwas leichter öffnen, aber teilweise benötigt es dennoch viel Kraft. Die wenigsten Rider werden hier aber häufig Hand anlegen. Auch die Top-Cap der Luftseite wurde etwas erhöht, um das Abrutschen mit Werkzeugen zu verhindern. Allerdings benötigt es weiterhin eine 32-mm-Sechskant-Nuss oder eine Zange, um die Luftkammer zu öffnen, damit ihr z. B. Tokens einbauen könnt. Im Gegensatz zur FOX 36 oder den RockShox-Gabeln lässt sich hier jedoch kein Kassetten-Tool verwenden.

Die neue FOX 38 Factory GRIP X2-Federgabel im ersten Test

Beim ersten Setup zeigt sich die neue FOX 38 erfreulich unkompliziert. Der Druck in der etwas größeren Luftkammer hat sich im Vergleich zum Vorgänger nicht drastisch verändert – in der Praxis fahren wir etwa 15–20 PSI weniger als bei der bisherigen FOX 38. Die an der Gabel angegebenen Empfehlungen dienen dabei als solider Ausgangspunkt und haben bei allen unseren Testern gut gepasst. Auch die Grundeinstellungen für Low- und High-Speed Zug- und Druckstufe passen erstaunlich gut und ermöglichen einen schnellen Einstieg ohne langes Herumprobieren. Verbesserungspotenzial gibt es allerdings bei der Bedienung: Während die Low-Speed-Compression angenehm knackig einrastet, wirkt das High-Speed-Compression-Rädchen weiterhin etwas schwammig. Zudem fehlt eine klare Beschriftung der Klicks – ihr müsst also mitzählen und euch entweder gute Notizen machen oder beim späteren Verstellen wieder erneut zählen. Bei den Rebound-Verstellern sind die Klicks klar definiert und gut hörbar, aber auch hier müsst ihr selbst mitzählen.

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Auf dem Trail steht die neue FOX 38 spürbar hoch in ihrem Federweg, was vor allem in steilem Gelände für ein Plus an Sicherheit sorgt und eine aktive Fahrweise unterstützt. Allerdings lässt sich der Federweg – im Vergleich zum Vorgängermodell – deutlich einfacher nutzen, ohne dass harte Durchschläge drohen. Auch ihrem Charakter bleibt sie treu und die neue FOX 38 Factory GRIP X2-Federgabel gibt sich weiterhin auf der sehr traktionsstarken Seite. Verglichen mit manch anderer Federgabel fühlt sie sich weniger „lebendig“ an, sondern eher satt und kontrolliert. Wer mehr Pop oder ein spritzigeres Fahrgefühl sucht, muss über den Rebound-Speed gegensteuern – erkauft sich das aber mit einem nervöseren Fahrverhalten. Dafür spielt die FOX 38 ihre Stärken beim Ansprechverhalten voll aus. Sie reagiert extrem sensibel auf kleine Schläge und auch die geringere Reibung zum Vorgängermodell ist durchaus zu spüren. Weiteres Plus: Das Problem, dass die Gabel im Wiegetritt etwas steckenbleiben kann – eine Schwäche der bisherigen 38er – gehört nun der Vergangenheit an. Positiv fällt auch die Geräuschkulisse auf: Die neue FOX 38 arbeitet äußerst leise und selbst bei extremen Rebound- oder Compression-Settings ist kein Schlürfen oder Saugen zu hören. Zudem harmoniert das sehr satte, gedämpfte Fahrgefühl sehr gut mit den aktuellen FOX FLOAT X2- und DHX2-Dämpfern.

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Beim Tuning zeigt sich die neue FOX 38 differenziert. Der Rebound bietet eine eher kompakte Einstellbandbreite, die dafür sehr fein abgestuft ist. So habt ihr oft gleich mehrere Settings, die gut funktionieren und zudem die Möglichkeit, die Gabel äußerst präzise einzustellen. Auch schwerere Fahrer finden noch ausreichend Spielraum, um den Rebound sinnvoll anzupassen. Ähnlich verhält es sich bei der Compression: Der Einstellbereich ist nicht riesig, dafür aber präzise abgestuft. Veränderungen an der High-Speed-Compression sind deutlich spürbar und sorgen schnell für mehr Support. Die Low-Speed-Compression benötigt hingegen etwas mehr Klicks, bis sich ein deutlicher Unterschied beim Pushen oder in Anliegern bemerkbar macht. Allerdings habt ihr hier auch doppelt so viele Klicks zur Auswahl.

Das Fazit zur neue FOX 38 Factory GRIP X2-Federgabel

Die neue FOX 38 Factory GRIP X2 legt auf einen ohnehin schon sehr guten Vorgänger noch eine Schippe drauf. Mehr Sensibilität, spürbar weniger Reibung und ein noch traktionsstärkeres Fahrverhalten heben die Performance, während die Gabel absolut leise ihre Arbeit verrichtet. Gleichzeitig bleibt sie ihrem eher satten, kontrollierten Charakter treu, vermisst aber dafür etwas an Lebendigkeit, die andere Gabeln aufweisen. Wenn man auf sehr hohem Niveau Kritik üben möchte, bleibt auch noch etwas Verbesserungspotenzial bei der Bedienung – und je nach persönlicher Vorliebe dürften die Einstellbereiche etwas größer ausfallen.

Tops

  • hohe Traktion und Kontrolle
  • präzise einzustellen
  • sehr leise

Flops

  • Einstellrädchen nicht beschriftet und Teils undefiniert

Alle weiteren Infos findet ihr auf der Website von FOX.

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Words: Peter Walker Photos: Peter Walker, FOX

Wer schreibt hier?

Peter Walker
Chefredakteur

Peter Walker leitet die Chefredaktion von ENDURO bei 41 Publishing. Seine methodische Herangehensweise basiert auf der Ausbildung zum Notfallsanitäter und langjähriger Erfahrung in der Kaufberatung im Fachhandel. Das prägt seine sachliche Analyse komplexer Technik ebenso wie seine klare Orientierungshilfe für Leser und Leserinnen in großen Vergleichstests. Mit seiner Rennerfahrung aus der Enduro World Series und intensiven Testphasen in internationalen Bikeparks wie Whistler verantwortet er die operative Leitung von großen Produkttests. Sein Fokus liegt auf der technischen Performance-Analyse und der fundierten Kaufberatung im Gravity-Segment.

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