Ihr wollt euch für ca. 4.000 € ein E-MTB gönnen? Ihr schwankt zwischen einem hochwertig ausgestatteten E-Bike Hardtail und einem Einsteiger-Fully? Wir sagen euch, auf was ihr achten solltet, damit ihr kein Geld zum Fenster rausschmeißt, und für wen sich das Hardtail lohnen kann. Außerdem haben wir einige Tipps, die ihr beim Kauf beachten solltet.

Bevor wir in den Testbericht einsteigen, möchten wir dich noch kurz auf unsere frisch erschienene Jahresausgabe hinweisen. Die E-MOUNTAINBIKE Print-Edition 2021 ist der ultimative Leitfaden für deine Suche nach dem perfekten E-Mountainbike. Auf 270 Seiten bieten wir dir eine umfassende Kaufberatung sowie Tests und Infos zu 35 Bikes und einen Vergleich der 8 spannendsten Motoren. Außerdem gibt es jede Menge Know-how, Tipps und die aufregendsten E-MTB-Trends. Hier klicken für mehr Infos oder direkt in unserem Shop bestellen!

Ihr habt euer Geld mühsam angespart und könnt euch nicht entscheiden, ob ihr euch besser ein E-MTB Hardtail oder Fully kaufen sollt? Dann seid ihr hier genau richtig. Wir erklären euch, auf was es ankommt und auf was nicht. Hardtails können wahre Allrounder sein, besitzen aber keine Federung am Heck und sind dadurch meist unkomfortabler als vollgefederte E-Mountainbikes. Beim gemäßigten Geländeeinsatz spricht oft nur der günstigere Kaufpreis für den Kauf eines Hardtails, wer richtige Trails meistern will, sollte ohnehin zum Fully greifen. Aber für wen lohnt sich dann ein Hardtail? Und wie viel Bike bekommt man für 4.000 €? Wir haben Das FOCUS THRON² 6.7 und FOCUS JARIFA² 6.9 beide für ca. 4.000 € gegeneinander antreten lassen und sagen euch, welches das bessere E-MTB ist.

Das Battle – FOCUS JARIFA² 6.9 NINE vs. FOCUS THRON² 6.7

Für einen direkten Vergleich haben wir uns für das Hardtail FOCUS JARIFA² 6.9 NINE und das Fully FOCUS THRON² 6.7 entschieden. Beide kosten in etwa gleich viel, sind mit dem Bosch Performance Line CX-Motor mit 85 Nm, einer 12-fach-Schaltung, Vierkolbenbremsen und 29”-Rädern ausgestattet und ermöglichen einen fairen Vergleich. Mit Blick auf Details gibt es bei der Ausstattung aber auch Unterschiede, die letztendlich den Preis beeinflussen. Das JARIFA² 6.9 NINE kommt mit dem größeren 630-Wh-Akku und verfügt mit dem Bosch SmartphoneHub über ein Display-System, das euer Handy zum Bordcomputer und Navigationsgerät macht. Die Schalt-Performance der XT/SLX-Schaltgruppe ist der SRAM SX-Eagle-Schaltung am THRON² überlegen. Bei der Bandbreite liegen sie aber in etwa gleich auf. Das vollgefederte FOCUS THRON² 6.7 hat 130 mm Federweg an der Front und damit 30 mm mehr als das JARIFA2. Der Dämpfer am Heck stellt ebenfalls 130 mm Federweg zur Verfügung. Beide Federgabeln lassen sich über den Luftdruck an das Fahrergewicht anpassen, markieren aber den Einstieg in die Welt der Mountainbike-Gabeln.

Der Bosch-Motor wird am Fully mit der minimalistischen Purion-Einheit bedient, die gleichzeitig Display und Remote ist. Nicht luxuriös aber praktisch, außerdem vergleichsweise günstig. Die Energie erhält der Motor von einem 500-Wh-Akku, was sich auch in einen günstigen Preis niederschlägt. Während das Fully auf super breite und komfortable 29″ x 2,6” Schwalbe Nobby Nic-Reifen rollt, sind auf dem Hardtail 29″ x 2.25″ Schwalbe Smart Sam aufgezogen, die für weniger Rollwiderstand sorgen sollen. Leider kommen beide Bikes ohne Vario-Sattelstütze, die sich auf Knopfdruck an der Ampel oder für die Abfahrt absenken lässt. Egal mit welchem der beiden FOCUS-Modellen ihr liebäugelt, hier würden wir auf jedenden Fall nachrüsten. Empfehlenswerte Modelle findet ihr im Vergleichstest mit 8 Dropper-Posts in unserem Schwestermagazin ENDURO. Den Kampf auf der Waage gewinnt wenig überraschend das JARIFA² 6.9 NINE. Es wiegt mit 22,58 kg trotz größerem Akku 1,16 kg weniger als das vollgefederte THRON² 6.7. Die Gewichtsdifferenz spürt man vor allem im Alltag beim Manövrieren der Bikes durchs Treppenhaus oder beim Verladen auf dem Radelträger. Für den Alltagseinsatz sind beide vorbereitet. Eine Aufnahme für Schutzbleche ist vorhanden und beide kommen mit Ständeraufnahme, aber ohne Anhängerfreigabe. Für faire 100 € Aufpreis gibt es das THRON² 6.7 auch als EQ-Version mit Schutzblechen, Lichtanlage, Gepäckträger und Seitenständer ab Werk.

Das FOCUS JARIFA² 6.9 NINE im Detail

FOCUS JARIFA² 6.9 NINE | Bosch Performance Line CX / 625Wh | 100mm (v)
22,58kg (in Größe L) | 3.999 € | Hersteller Website
Die Shimano XT/SLX-Schaltung gewinnt das Duell der Schalt-Performance.
Der Schwalbe Smart Sam fällt bezüglich Komfort, Traktion und abseits von befestigten Wegen deutlich hinter dem Schwalbe Nobby Nic auf dem Fully zurück.
Mit dem Bosch SmartphoneHub wird euer Handy zum Bordcomputer und Navigationsgerät. Das passt super zum Einsatzgebiet des Hardtails.

FOCUS JARIFA² 6.9 NINE

3.999 €

Ausstattung

Motor Bosch Performance Line CX 85Nm
Akku Bosch PowerTube 625Wh
Display Bosch Smartphone Hub
Federgabel SR Suntour Raidon 100 mm
Dämpfer
Sattelstütze FOCUS Aluminium
Bremsen Shimano MT420 203/180 mm
Schaltung Shimano SLX/XT 1x12 11-51
Vorbau FOCUS Aluminium 70 mm
Lenker FOCUS Aluminium 720 mm
Laufradsatz Shimano MT501 29"
Reifen Schwalbe Smart Sam 29"x2,25"

Technische Daten

Größe S M L XL
Gewicht 22,58 kg
Zul. Gesamtgewicht 150 kg
Max. Gewicht Fahrer/Equipment 127 kg
Anhänger-Freigabe nein
Ständeraufnahme ja

Besonderheiten


Die Shimano MT420-Vierkolbenbremsen kommen mit 203-mm-Bremsscheiben vorne. Bei einem zGG von 150 kg wäre auch hinten eine große Scheibe wünschenswert.
Angetrieben wird das Hardtail von einem Bosch Performance Line CX-Motor mit 85 Nm Drehmoment. Die Energie kommt aus einem internen Akku mit 625 Wh.
Die Reifen haben ein geringes Volumen und die starre Sattelstütze gibt Schläge direkt an den Hintern weiter. Eine gefederte Sattelstütze, oder noch besser eine gefederte und absenkbare Sattelstütze würde den Komfort deutlich erhöhen.
Größe S M L XL
Sattelrohr 400 mm 440 mm 480 mm 520 mm
Oberrohr 597 mm 615 mm 634 mm 655 mm
Steuerrohr 120 mm 130 mm 140 mm 160 mm
Lenkwinkel 68,0° 68,0° 69,0° 69,0°
Sitzwinkel 73,5° 73,5° 73,5° 73,5°
Kettenstrebe 470 mm 470 mm 470 mm 470 mm
Tretlagerabsenkung 62 mm 62 mm 62 mm 62 mm
Radstand 1.162 mm 1.181 mm 1.189 mm 1.211 mm
Reach 410 mm 425 mm 440 mm 455 mm
Stack 632 mm 641 mm 656 mm 675 mm

Das FOCUS THRON² 6.7 im Detail

FOCUS THRON² 6.7 | Bosch Performance Line CX / 500Wh | 130/130mm (v/h)
23,74kg (in Größe L) | 3.899 € | Hersteller Website
Er erhöht Komfort, Sicherheitsempfinden und den Fahrspaß des Fullys deutlich.
Für die 100 €, die ihr im Vergleich zum Hardtail spart, solltet ihr euch eine Vario-Sattelstütze nachrüsten. Starre Sattelstützen sollten am E-MTB der Vergangenheit angehören.
Die 2,6“ breiten Schwalbe Nobby Nic-Reifen sind eine gute Wahl für den sportlichen Trail-Einsatz und punkten bezüglich Komfort, Profil und Langlebigkeit. In Hinblick auf Grip bei Nässe und Pannensicherheit auf dem Trail muss man allerdings Abstriche machen.

FOCUS THRON² 6.7

3.899 €

Ausstattung

Motor Bosch Performance Line CX 85Nm
Akku Bosch PowerTube 500Wh
Display Bosch Purion
Federgabel Rock Shox Recon RL 130 mm
Dämpfer SR Suntour Edge LOR 130 mm
Sattelstütze FOCUS Aluminium
Bremsen Shimano MT420 180/180 mm
Schaltung SRAM SX Eagle 1x12 10-50
Vorbau FOCUS Aluminium 60 mm
Lenker FOCUS Aluminium 760 mm
Laufradsatz Rodi Tryp 30/ Novatec D162/D041 29"
Reifen Schwalbe Nobby Nic 29"x2,6"

Technische Daten

Größe S M L XL
Gewicht 23,74 kg
Zul. Gesamtgewicht 120 kg
Max. Gewicht Fahrer/Equipment 96 kg
Anhänger-Freigabe nein
Ständeraufnahme ja

Besonderheiten

als EQ Version mit Alltagssausstattung erhältlich


Das minimalistische BOSCH Purion vereint Display und Motor-Remote in einem und ist eine gute Wahl für Puristen.
Die RockShox Recon RL markiert den Einstieg ins Federgabel-Segment. Wer mehr Performance möchte, muss tiefer in die Tasche greifen.
Die 12-fach SRAM SX Eagle-Schaltung und ein kleinerer Akku drücken den Preis des Fullys auf das Niveau des Hardtails.
Größe S M L XL
Sattelrohr 400 mm 440 mm 470 mm 500 mm
Oberrohr 584 mm 603 mm 627 mm 651 mm
Steuerrohr 115 mm 130 mm 147 mm 163 mm
Lenkwinkel 66,8° 66,8° 66,8° 66,8°
Sitzwinkel 74,5° 74,5° 74,5° 74,5°
Kettenstrebe 455 mm 455 mm 455 mm 455 mm
Tretlagerabsenkung 25 mm 25 mm 25 mm 25 mm
Radstand 1.175 mm 1.196 mm 1.223 mm 1.249 mm
Reach 415 mm 430 mm 450 mm 470 mm
Stack 610 mm 624 mm 639 mm 654 mm

FOCUS JARIFA² und FOCUS THRON² im Test

Nimmt man auf dem FOCUS JARIFA² 6.9 NINE und dem FOCUS THRON² 6.7 Platz, bemerkt sofort den Unterschied in der Sitzposition. Auf dem THRON² 6.7 sitzt man deutlich gestreckter als auf seinem Konkurrenten. Auf dem JARIFA² -Hardtail hat man aufgrund der aufrechten und entspannten Sitzposition weniger Druck auf den Händen und den besseren Überblick – Bonuspunkte beim Sightseeing. Zusammen mit seinem direkten und leichtfüßigen Handling hat es in verwinkelten Gassen und im Stadtverkehr die Nase vorne. Hier spielt das Hardtail sein geringeres Gewicht, den steileren Lenkwinkel und die geringere Lenkerbreite aus. Der am JARIFA² verbaute Bosch SmartphoneHub wird in Kombination mit eurem Smartphone und der COBI.Bike-App zur intelligenten Steuerzentrale für Navigation, Musik und Fitnessdaten. Möchte man ohne Smartphone fahren, werden auf einem kleinen, etwas rudimentären Display die wichtigsten Fahrdaten wie am Purion angezeigt. Auch wenn die Navigation der COBI.Bike-App etwas langsam reagiert, auf ausgedehnten Touren und im Stadtverkehr ist der SmartphoneHub ein echtes Plus.

Auch wenn die Einsatzgebiete auf dem Papier verschwimmen, so unterscheiden sich das FOCUS JARIFA² 6.9 NINE und das FOCUS THRON² 6.7 doch in ihren speziellen Fähigkeiten.

Bereits auf Kopfsteinpflaster und schlechten Straßen fällt der fehlende Komfort des FOCUS JARIFA² 6.9 NINE im Vergleich zum FOCUS THRON² 6.7 auf. Schuld daran ist nicht nur der fehlende Dämpfer, sondern auch die 29″ x 2.25″ schmale Schwalbe Smart Sam-Bereifung. Mit einem voluminöseren Pneu lässt sich das Komfortlevel auch am Hardtail mit einfachen Mitteln deutlich erhöhen. Bei Nässe muss man mit beiden Reifen Abstriche im Gelände machen, denn aufgrund der langlebigen, aber harten Gummimischung haben beide im Vergleich zu Performance E-Mountainbike-Reifen zu wenig Traktion. Unebenheiten auf Schotter und Waldwegen werden vom Fahrwerk des FOCUS THRON² 6.7 einfach geschluckt, während sie beim JARIFA² am Heck unangenehm an den Fahrer weitergegeben werden. Hier spielt das THRON2-Fully seine Vorteile bezüglich Bremsverhalten, Traktion, Grip und Sicherheit aus. Biegt man auf Trails, wird der Unterschied im Komfort noch deutlicher. Hier kommt mit dem Fully auch deutlich mehr Fahrspaß auf als mit dem Hardtail und auch das Sicherheitsempfinden ist aufgrund der zusätzlichen Traktion auf einem anderen Niveau.

Welches Bike solltest du kaufen?

Geht es um Offroad-Tauglichkeit, ist das FOCUS THRON² 6.7 klar der Sieger des Vergleichs E-MTB Hardtail vs. E-MTB Fully. Durch die bessere Traktion, das höhere Sicherheitsempfinden und den höheren Komfort zieht es am FOCUS JARIFA² 6.9 NINE abseits von befestigten Wegen vorbei. Das Hardtail kann mit seinem Bosch SmartphoneHub, dem größeren Akku und der damit verbunden größeren Reichweite und seiner entspannten Sitzposition besonders in der City und auf Touren Boden gutmachen. Hier ist das FOCUS THRON² 6.7 aber alles andere als schlecht und punktet auf Touren mit Komfort, der dem Hardtail fehlt. Müssten wir uns für ein E-MTB entscheiden, wäre es klar das FOCUS THRON² 6.7. Es ist das vielseitigere Bike und leistet sich in diesem Battle keine wirkliche Schwäche. Die 100 €, die man mit dem FOCUS THRON² 6.7 spart, würden wir sofort in eine absenkbare Sattelstütze investieren, um auf dem Trail noch mehr Spaß und mehr Bewegungsfreiraum zu haben.

Brauchst du ein E-MTB Fully oder reicht auch ein Hardtail?

Wichtig ist, dass euer E-MTB zu eurem Einsatzgebiet passt. Wenn ihr am liebsten entspannt radelt, Touren fahrt und dabei hauptsächlich auf befestigten Straßen und Wegen unterwegs seid, kann ein Hardtail eine gute Wahl sein. Die aufrechte Sitzposition und hochwertige und zu euch passende Kontaktpunkte sorgen für einen entspannten Rücken und guten Überblick. Aufgrund des fehlenden Dämpfers und der wenigen Lager ist der Wartungsaufwand deutlich geringer als bei einem E-MTB Fully. Auch zum Pendeln können Hardtails von Vorteil sein, da Gepäckträger und Schutzbleche einfach montiert werden können. Wer nicht nur auf befestigten Wegen, sondern auch regelmäßig auf Schotter-, Wald- und Wiesenwegen unterwegs ist, muss genau abwägen, ob er sein Geld in ein E-Hardtail oder in ein vollgefedertes E-MTB investiert. In Sachen Traktion und Komfort hat das Fully klar die Nase vorn, verfügt aber bei gleichem Preis meist über die günstigere Ausstattung oder den kleineren Akku. Wer hingegen gerne auf Trails unterwegs ist, kommt um ein vollgefedertes E-MTB nicht herum. Aber auch Einsteiger ohne reichlich Trail-Erfahrung profitieren selbst in der City von einem Fully. Nicht nur Komfort und Traktion sind deutlich besser als bei einem Hardtail, auch das subjektive Sicherheitsempfinden ist in der Regel höher. Kleine Unebenheiten werden vorne sowie hinten ausgeglichen, dadurch fällt es einfacher, das E-Bike in jeder Fahrsituation unter Kontrolle zu haben. Seid ihr sportlich unterwegs, vor allem auf anspruchsvolleren Trails, und ist euch Trail-Performance wichtig, lohnt es sich, mehr Geld auszugeben. Gerade beim Fahrwerk sind die Unterschiede zwischen den Einstiegsmodellen und den Performance-orientierten Federgabeln und Dämpfern enorm. Spannende Bikes findet ihr bei unserem Budget Vergleichstest (zum Test), bei dem wir das beste E-Mountainbike bis 5.500 € gesucht und gefunden haben.

Vor dem Kauf solltet ihr darauf achten, dass euer neuer Liebling zu euch persönlich passt. Was bringt euch die Akku-Kapazität, wenn ihr im Winter mit dem E-MTB pendeln wollt und keine Schutzbleche montieren könnt? Daher sind Faktoren wie die richtige Rahmengröße und das Gesamtkonzept des Bikes wichtiger als einzelne Komponenten. Es ist nicht wichtig, ob das E-Bike mit SRAM oder Shimano-Schaltung ausgestattet ist, wichtig ist die Bandbreite der Schaltung. Es ist auch weniger wichtig, ob ihr mit einem Bosch-, Shimano- oder Brose- Motor unterwegs seid und wie groß der Akku ist. Die Antriebssysteme sind alle auf einem sehr hohen Niveau und auch „nur“ 500 Wh reichen meist völlig aus. Am Ende zählt das Fahrverhalten und die Integration der Anbauteile in das Gesamtkonzept des Bikes und nicht die Tatsache, ob ein Bike nun mit Bosch-Motor kommt oder gemischte Laufräder, 27,5” oder 29” besitzt! Macht euch also bewusst, was ihr persönlich braucht und was euch wichtig ist am Konzept des Bikes, anstatt auf einzelne Komponenten zu achten.

Achtet vor dem Kauf auf folgende Dos and Don’ts

Dos

  • Macht eine Probefahrt und entscheidet selbst, wie wichtig euch der Komfort, das Sicherheitsempfinden und das Fahrgefühl eines Fullys ist.
  • Kauft euch ein E-MTB mit Vario-Sattelstütze oder rüstet sie nach. Das sorgt nicht nur auf dem Trail für mehr Bewegungsfreiheit, sondern auch im Alltag. So muss man selbst an der Ampel nicht mehr absteigen, sondern man senkt einfach den Sattel ab, um mit dem Fuß auf dem Boden zu kommen – egal ob beim Hardtail oder Fully.
  • Es gibt nicht viele, die ihr Geld wert sind, aber es gibt sie: absenkbare und gleichzeitig gefederte Sattelstützen – das Nonplusultra am Hardtail! Ein empfehlenswertes Modell ist die MERIDA TEAM TK gefedert.
  • Reifen sind schwarzes Gold. Sie sorgen für Grip und können gleichzeitig den Komfort erhöhen. Wir empfehlen 2,4–2,6” breite Pneus für mehr Komfort und Bremstraktion.
  • Individuell passende Kontaktpunkte erhöhen den Komfort deutlich. Hier hat jeder unterschiedliche Vorlieben. Hier geht probieren über studieren.

Don´ts

  • Akku-Kapazität solltet ihr nicht überbewerten, 500–630 Wh reichen meist völlig aus. Erst bei sehr langen Tagestouren mit vielen Höhenmetern werden größere Akkus und Doppelakku-Lösungen spannend. Wer den Akku nicht leer fährt, schleppt nur unnötig Gewicht mit. Das zusätzliche Gewicht beeinflusst das Handling des Bikes meist negativ. Modulare Systeme mit Range-Extendern geben euch den besten Kompromiss zwischen Reichweite und Handling
  • Lasst euch nicht von der Hightech-Ausstattung und technischen Features blenden. Sie können zwar den entscheidenden Unterschied machen, aber nicht jeder braucht sie für seine Zwecke. Es kann sich lohnen, die günstigere Ausstattungsvariante zu wählen und einzelne Komponenten und Anbauteile beim Händler eures Vertrauens nachrüsten zu lassen.
  • An den Bremsen sparen ist ein No-Go. Wir empfehlen an einem E-MTB Vierkolbenbremsen mit 200-mm-Bremsscheiben, egal ob Hardtail oder Fully, ob Bierbauch oder Fliegengewicht.
  • Ignoriert euer Fahrwerk nicht. Die Einstellungen von Federgabel und Dämpfer sollten an euch angepasst sein, sonst bringt das beste Fahrwerk nichts. Und nicht vergessen: Dämpfer und Federgabel brauchen in regelmäßigen Abständen Pflege und Wartung, sonst leidet die Funktion.

Weitere Tipps findet ihr in unserer Kaufberatung.

Helm Bell Sixer MIPS | Hemd Zimtstern Timbaz | Shorts Zimtstern Trailstar Evo | Schuhe ION Scrub Amp


Hat dir dieser Artikel gefallen? Dann würde es uns sehr freuen, wenn auch du uns als Supporter mit einem monatlichen Beitrag unterstützt. Als E-MOUNTAINBIKE-Supporter sicherst du dem hochwertigen Bike-Journalismus eine nachhaltige Zukunft und sorgst dafür, dass der E-Mountainbike-Sport auch weiter ein kostenloses und frei zugängliches Leitmedium hat! Jetzt Supporter werden!

Text: Jonas Müssig Fotos: Robin Schmitt

Über den Autor

Jonas Müssig

Eigentlich müsste es Dr. Müssig heißen – immerhin hat Jonas, kurz bevor er die Arbeit bei uns begonnen hat, seinen Doktortitel in der Chemie verliehen bekommen. Am Ende siegte aber Leidenschaft vor Wissenschaft. Das bedeutet natürlich nicht, dass Chemie keine Rolle mehr spielt. Schließlich lassen sich sein wissenschaftliches Know-how und seine langjährige Leidenschaft fürs (E-)Biken perfekt kombinieren. Auf der Jagd nach der perfekten Ride-Life-Balance findet man Jonas im Sommer auf den Trails und im Winter ganz gerne mal mit dem Backpack in Asien oder im Camper in Südeuropa.