Das Moustache Samedi Trail rollt 2021 auf 29”-Laufrädern. Wir hatten bereits die Möglichkeit, das Samedi 29 Trail 8 für euch zu testen. Doch auch der große Bruder Samedi Game bekommt 2021 ebenso wie viele weitere Modelle einige interessante Updates. Wir haben einen ersten Test und alle Infos für euch.

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Bereits letztes Jahr hat der E-Bike Spezialist Moustache nahezu seiner kompletten Produktpalette ein Update verpasst und mit der neuesten Generation des Bosch Performance Line CX-Motors ausgestattet. Wir hatten sowohl das Samedi 29 Game als auch das Samedi 27 Trail für euch bereits im Test. Während das langhubige Game dieses Jahr vor allem Updates in einigen Details und der Ausstattung bekommen hat, steckt die größte Änderung im Line-up 2021 von Moustache im Samedi 29 Trail. Wie der Name bereits vermuten lässt, rollt es in diesem Jahr auf 29”- statt wie zuvor auf breiten 27,5”-Reifen. Auch beim Motor hat sich was getan, denn dank des jüngsten Software-Updates liefert der Bosch CX 85 Nm und hat einen überarbeiteten eMTB-Modus.

Moustache Samedi 29 Trail 8 | Bosch Performance Line CX/625 Wh | 150/150 mm (v/h)
Gewicht n/a | 5.999 € | Hersteller-Website

Das neue Moustache Samedi 29 Trail im Detail

Auf den ersten Blick wirkt das 2021er Moustache Samedi 29 Trail wie ein Carbon-Bike. Die Linienführung und die verschliffenen Schweißnähte verpassen dem Aluminium-Rahmen einen sehr hochwertigen Look. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich am Rahmen jedoch kaum etwas geändert. Einzig die Umlenkwippe des Hinterbaus wurde überarbeitet und soll leichter geworden sein. Der Bosch Performance Line CX-Motor wird bei allen Samedi-Modellen von einem internen 625-Wh-Akku versorgt, der dank einer speziellen Aufnahme besonders tief im Unterrohr sitzt. Nicht nur der gekonnt ins Ausfallende integrierte Bosch-Geschwindigkeitssensor zeugt von der Detailverliebtheit, mit der Moustache versucht, das Bosch-System in ihr Bikes zu integrieren. So haben die Ingenieure beispielsweise auch einen Adapter für die Lenkerklemmung des Purion-Displays entwickelt, was eine bessere Kompatibilität mit den aktuellen Shimano-Bremsgriffen herstellt.

Ausstattung, Gewicht und technische Daten des Moustache Samedi 29 Trail 8

Das 5.999 € teure Samedi 29 Trail 8 ist nicht das Topmodell des neuen Samedi Trail. Dennoch setzt Moustache bereits hier auf die FOX 36 Factory GRIP2-Federgabel mit 150 mm Federweg, wie sie auch im Topmodell zum Einsatz kommt. Hier kam letztes Jahr noch eine FOX 34 zum Einsatz, die mit dem Potenzial des Hinterbaus nicht mithalten konnte. Die 150 mm Federweg am Heck werden – typisch Moustache – vom hauseigenen Magic Grip Control-Dämpfer bereitgestellt. Gebremst wird mit der standfesten Shimano XT-Vierkolbenbremse, die vorne und hinten mit 200-mm Scheiben-kombiniert wird. Geschaltet wird mit einem Mix aus einer Shimano 12-fach XT- und SLX-Schaltung. Hier hat Moustache aber leider ein XT-Schaltwerk mit dem SLX-Trigger kombiniert, der nicht über die Multi-Release-Funktion (2 Gänge auf einmal runterschalten) verfügt. Bei den Laufrädern setzt Moustache auf asymmetrische Alu-Felgen, die in der neuen Moustache-Fabrik in Frankreich auf XT-Naben gespeicht werden. Letztere entwickeln – nicht nur auf unserer Testfahrt – immer wieder störende Geräusche am Freilauf. Bei den Reifen setzt Moustache bei allen Samedi auf MAXXIS ASSEGAI, die mit Ausnahme vom Topmodell allerdings nur in der härteren Dual-Compound-Gummimischung verbaut werden.

Moustache Samedi 29 Trail 8

5.999 €

Ausstattung

Motor Bosch Performance Line CX 85 Nm
Akku Bosch PowerTube 625 Wh
Display Bosch Purion
Federgabel FOX 36 Factory GRIP 2 150 mm
Dämpfer Moustache Magic Grip 150 mm
Sattelstütze KS Rage 100 - 170 mm
Bremsen Shimano XT 4-Kolben 200/200 mm
Schaltung Shimano XT/SLX 1x12
Vorbau Moustache Alloy 60 mm
Lenker Moustache Just_Carbon 760 mm
Laufradsatz Moustache assymetric Alloy 29"
Reifen MAXXIS ASSEGAI Dual 2,5"

Technische Daten

Größe S M L XL
Gewicht n/a
Zul. Gesamtgewicht 150 kg
Max. Gewicht Fahrer/Equipment n/a
Anhänger-Freigabe ja
Ständeraufnahme ja

Die weiteren Moustache Samedi 29 Trail-Modelle

Das Samedi 29 Trail gibt es in fünf Ausstattungsvarianten von 4.599 € bis 7.399 €. Den Einstieg macht das Trail 2, das sich mit seiner 11-fach-Schaltung, einer abgespeckten Bremse und RockShox 35-Federgabel an Einsteiger und Tourenfahrer richtet. Einen sinnvollen Einstieg für den sportiven Einsatz auf dem Trail bietet das 5.499 € teure Samedi 29 Trail 6 mit FOX 36 Performance-Federgabel und sinnvollen Bremsen. Das 7.399 € Topmodell Samedi 29 Trail 10 rollt auf Carbon-Felgen und setzt bei Schaltung und Bremsen auf einen Mix aus Shimano XT und XTR. Während alle anderen Modelle mit dem Purion-Display kommen, wird hier das Kiox-Display mit einem speziell entwickelten Lenkerhalter eingesetzt.

Moustache Samedi 29 Trail 6 | Bosch Performance Line CX/625 Wh | 150/150 mm (v/h)
Gewicht n/a | 5.499 € | Hersteller-Website
Moustache Samedi 29 Trail 10 | Bosch Performance Line CX/625 Wh | 150/150 mm (v/h)
Gewicht n/a | 7.399 € | Hersteller-Website

Die Geometrie des Samedi 29 Trail

Das neue Samedi 29 Trail gibt es wie auch seinen Vorgänger in vier Rahmengrößen von S bis XL. Denn mithilfe eines Flip-Chips konnte Moustache den bestehenden Rahmen problemlos auf die größeren Laufräder anpassen. Mit einem Reach von 452 mm (Größe L) ist das Bike kurz, wird aber – aufgrund des größeren Laufrads – mit einer höheren Front (638-mm-Stack) kombiniert. Auffallend lang sind die 460-mm-Kettenstreben aller Rahmengrößen. Wie sich das auf die Balance und das Handling des Samedi 29 Trail auswirkt, erfahrt ihr im folgenden Fahreindruck. Mit 74,7° ist auch der Sitzwinkel zumindest in der Theorie auf der konservativen und flachen Seite. Dennoch kann das Bike bergauf überzeugen.

Größe S M L XL
Sattelrohr 380 mm 420 mm 460 mm 500 mm
Oberrohr 571 mm 600 mm 626 mm 651 mm
Steuerrohr 100 mm 110 mm 130 mm 140 mm
Lenkwinkel 66,2° 66,2° 66,2° 66,2°
Sitzwinkel 74,7° 74,7° 74,7° 74,7°
Kettenstrebe 460 mm 460 mm 460 mm 460 mm
Tretlager Höhe 353 mm 353 mm 353 mm 353 mm
Radstand 1173 mm 1205 mm 1233 mm 1260 mm
Reach 404 mm 432 mm 452 mm 475 mm
Stack 608 mm 618 mm 636 mm 645 mm

Das Moustache Samedi 29 Trail 8 im ersten Test

Auf dem Moustache Samedi 29 Trail 8 geht es sowohl in der Ebene als auch auf Schotterstraßen bergauf super komfortabel voran. Die Sitzposition ist kompakt und aufrecht und der hauseigene Moustache Magic Grip Control-Dämpfer arbeitet sehr sensibel und filtert Unebenheiten – auch mit der für 2021 überarbeiten Abstimmung der Dämpfung – ohne Probleme weg. Obwohl die Front deutlich höher geworden ist, windet sich das 29er E-Mountainbike noch immer mit Leichtigkeit steile Trails hinauf. Der Dämpfer steht in Steilstücken hoch im Federweg, wodurch der Sitzwinkel sich nicht weiter abflacht, sodass in Kombination mit den langen Kettenstreben genug Druck am Vorderrad lastet. Der MAXXIS ASSEGAI ist zwar deutlich schmaler als sein 2,8” breiter Vorgänger, liefert aber dank des ausgeprägten Profils mehr als genug Grip, um auch auf losem Schotter trotz des gesteigerten Motordrehmoments nicht durchzudrehen. Auch der von Bosch neu abgestimmte eMTB-Modus erleichtert dank Extended-Boost das Klettern im verblockten und anspruchsvollen Gelände.

Unsere Kritik am Vorgänger hat sich Moustache zu Herzen genommen. Das neue Samedi 29 Trail liefert mehr Laufruhe und Reserven, ohne seinen verspielten und gutmütigen Charakter zu verlieren.

Geht es bergab, zeigt sich das Samedi 29 Trail 8 von seiner gutmütigen Seite. Das relativ kurze Bike is vor allem in der Ebene und auf flachen Trails sehr ausgewogen, sodass es sich intuitiv und spielerisch durch Kurven lenken lässt. Dabei liefert die Kombination aus FOX 36 Factory an der Front und dem speziell für den Hinterbau entwickelten Dämpfer im Zusammenspiel mit den MAXXIS ASSEGAI-Reifen immer ausreichend viel Traktion. Wird es steiler, kommen dank der ausreichend hohen Front keine Überschlagsgefühle auf und das Samedi bleibt bei kontrolliertem Tempo stets gutmütig. Auch bei höheren Geschwindigkeiten und verblockteren Trails ist das 2021er Samedi viel sicherer und laufruhiger unterwegs als sein Vorgänger mit 27,5”-Bereifung und FOX 34-Federgabel. Obwohl der Dämpfer so abgestimmt wurde, um perfekt mit der FOX 36 an Front zu harmonieren, haben wir ihn nach einigen Test-Runs für mehr Gegenhalt straffer als empfohlen abgestimmt. Dann macht das neue Samedi 29 Trail 8 auf dem Trail so einige wilde Fahrmanöver mit, die sonst für deutlich aggressivere Bikes vorenthalten sind.

Unser Fazit zum neuen Samedi 29 Trail

Obwohl fast alle Moustache Bikes für 2021 in vielen Details überarbeitet und verbessert worden, ist das Samedi 29 Trail der Star des neuen Modelljahres. Durch die größeren Laufräder und die abfahrtsorientierte Ausstattung gewinnt es an Reserven, wird noch direkter im Handling und ist obendrein noch immer gutmütig und intuitiv zu beherrschen. Deshalb ist das Moustache Samedi 29 Trail 8 ein top Allrounder, der sowohl bei entspannten Touren als auch auf dem Trail mit seinem Handling besticht.


Mehr Federweg für das Moustache Samedi 29 Game 2021

Das Samedi 29 Game ist der große Bruder des Samedi Trail für noch härtere Trails und höhere Geschwindigkeiten. Es basiert auf derselben Rahmen-Plattform, liefert aber 160 mm Federweg am Heck und ab 2021 170 mm Federweg in Front. Bereits letztes Jahr setzte Moustache beim Game auf 29”-Laufräder, verbaut aber, mit Ausnahme des günstigsten Game 4, die neue FOX 38-Federgabel mit 170 mm. Natürlich profitiert auch das Samedi 29 Game vom Bosch-Software-Update. Die vier Ausstattungsoptionen von 4.999 € bis 7.599 € ähneln dem Samedi 29 Trail. Mit Carbon-Laufrädern und Kiox-Display beim Topmodell, während auch das 6.199 € teure Samedi 29 Game 8 das Top-Fahrwerk verpasst bekommt – das macht es zumindest auf dem Papier zu unserer ersten Wahl. Eine Besonderheit stellt das Samedi 29 Game 4 mit seiner RockShox 35 Gold-Federgabel, die wie im Modelljahr 2020 160 mm Federweg bietet. Vor allem in Sachen Geometrie bildet es so die Brücke zwischen dem Samedi 29 Trail und Game.

Moustache Samedi 29 Game 10 | Bosch Performance Line CX/625 Wh | 170/160 mm (v/h)
Gewicht n/a | 7.599 € | Hersteller-Website

Wir hatten bereits kurz die Möglichkeit, das Topmodell Samedi 29 Game 10 zu testen. Dabei hinterließ das E-Mountainbike einen positiven ersten Eindruck. Die FOX 38 Factory-Federgabel ist wie gemacht für potente E-Mountainbikes. Bei den Geschwindigkeiten, die mit dem Samedi 29 Game möglich sind, hätten wir uns aber einen pannensicheren und stabileren Hinterreifen (z. B. MAXXIS ASSEGAI in Doubledown) gewünscht, um die empfindliche Carbon-Felge zu schützen. Wir sind bereits gespannt, wie das Samedi 29 Game bei einem ausführlicheren Test abschneidet.

Auf einem kurzen Test-Ride hinterließ auch das Moustache Samedi 29 Game 10 einen vielversprechenden ersten Eindruck

Noch mehr Sicherheit und Komfort mit dem Moustache Samedi 27 Wide 2021

Mit dem komfortablen Samedi 27 Wide richtet sich Moustache vor allem an Tourenfahrer, die auf kleinere Trail-Abenteuer nicht verzichten wollen. Für noch mehr Komfort und vor allem Sicherheit in Steilpassagen kommen für 2021 Federgabeln mit 130 mm Federweg, statt wie bisher 120 mm, und 203-mm-Bremsscheiben vorne wie hinten zum Einsatz. Das 3.999 € teure Einstiegsmodell Samedi 27 Wide 2 kommt mit einem kleineren 500-Wh-Akku, aber bereits mit einer absenkbaren Sattelstütze – nice! Alle Bikes setzen auf den 2,8” breiten MAXXIS Rekon bzw. Rekon+ Reifen, der viel Traktion und Komfort generieren soll.

Moustache Samedi 27 Wide 4 | Bosch Performance Line CX/625 Wh | 130/120 mm (v/h)
Gewicht n/a | 4.499 € | Hersteller-Website

Mehr Infos zu den neuen Moustache Modellen 2021 findet ihr unter moustachebikes.com


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Text: Felix Stix Fotos: Thibault Linossier

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Über den Autor

Felix Stix

Felix ist Testchef und unbestritten einer der besten Testfahrer der Welt. Mit seinem abgeschlossenen Sports-Engineering-Studium, exzellenten MTB-Skills, einer Bike-Guide-Ausbildung und seiner Liebe zur Technik hat Felix alles, was es für eine umfassende und faire Beurteilung von Bikes braucht. Seine legendären Vergleichstests sind international bekannt und gefürchtet, werden aber aufgrund der ausführlichen Erläuterungen und technischen Erklärungen gerne mal ein bisschen länger. Pro Jahr testet er rund 100 Bikes, seine Spezialgebiete sind Reifen, Motoren, Fahrwerke – und im Winter auch Ski! Sein Know-how fließt in jeden unserer Tests mit ein und trägt so zur hohen redaktionellen Qualität bei.