Das brandneue MERIDA eONE-FORTY sieht dem erst kürzlich vorgestellten eONE-SIXTY fast zum Verwechseln ähnlich. Dennoch bietet es auf dem Trail ein völlig anderes Fahrgefühl. Wir haben das Rad für euch einem ersten, exklusiven Test unterzogen.

MERIDA eONE-FORTY 2020 – was kann der kleine Bruder des Klassikers?
MERIDA eONE-FORTY | Shimano E8000/504 Wh | 140 mm/133 mm (v/h) | 21,92 kg | 7.199 €

Erst vor wenigen Wochen hat MERIDA mit dem neuen eONE-SIXTY ein echtes Highlight präsentiert und rundet jetzt mit dem eONE-FORTY das eigene Portfolio nach unten ab. Wie auch sein großer Bruder verfügt das neueste Modell im Line-up über einen Carbon-Rahmen mit den markanten Kühlrippen am Steuerrohr, einen Shimano STEPS E8000-Antrieb mit integriertem, aber herausnehmbaren 504 Wh-Akku und rollt auf einem 29”-Vorder- und 27,5”-Hinterrad. Das Bike verfügt über 140 mm Federweg an der Federgabel und 133 mm am Heck.

Das neue MERIDA eONE-FORTY besitzt das gleiche markante Steuerohr wie sein großer Bruder
Gestartet wird das Rad über einen schicken Knopf im Oberrohr
Im Unterrohr integriert sitzt der kompakte Shimano BT-E8035-Akku mit 504 Wh Kapazität
Praktisch: Im Rahmendreieck ist genug Platz für einen Flaschenhalter

Außerdem kommen auch beim eONE-FORTY all die schicken Details zum Einsatz, die MERIDA bereits beim eONE-SIXTY präsentiert hat. Sei es das Akku-Cover und der Kettenstrebenschutz, welche beide Geräusche effektiv minimieren, der schicke Startknopf am Oberrohr oder die Ladebuchse am Unterrohr. Ein spezieller Steuersatz limitiert den Lenkeinschlag und verhindert so, dass die Federgabel an den Rahmen schlagen kann. Auf dem Trail spürt man davon nichts, doch beim Verladen im Auto kann das für manchen störend sein.

Angetrieben wird das eONE-FORTY von einem Shimano STEPS E8000-Motor
Das speziell entwickelte Akku-Cover …
… soll gemeinsam mit dem Kettenstrebenschutz die nervigen Fahrgeräusche effektiv unterdrücken
MERIDA hat ein eigenes Schutzblech für das eONE-FORTY und eONE-SIXTY entwickelt
Die Ladebuchse sitzt auf dem Unterrohr, der Akku lässt sich entweder im oder außerhalb des Bikes laden

Die Geometrie des MERDIA eONE-FORTY

Die enorme Ähnlichkeit zwischen dem eONE-FORTY und eONE-SIXTY kommt nicht von ungefähr. Beide Bikes teilen sich den gleichen Rahmen, erreicht wird der unterschiedliche Federweg in erster Linie über einen reduzierten Dämpferhub beim eONE-FORTY. Wer aber glaubt, das wäre alles, was MERIDA unternommen hat, der irrt. Das Entwicklungsteam hat sich viele Gedanken zum Einsatzzweck und den Fahrern der verschiedenen Bikes gemacht.

Herausgekommen ist ein Konzept, bei dem das eONE-FORTY bei gleicher offizieller Größe immer über einen eine Nummer kleineren Rahmen verfügt. Als Beispiel: Das eONE-FORTY in Größe Large besitzt den gleichen Hauptrahmen wie das eONE-SIXTY in Medium. Das klingt erstmal seltsam, macht aber absolut Sinn. Durch die kürzere Federgabel und den damit verbundenen steileren Lenkwinkel wird nämlich bei gleicher Rahmengröße der Reach, also die Entfernung des Lenkers zum Körper, länger. Da das eOne-Forty aber agiler und verspielter sein soll als sein großer Bruder, ist das kontraproduktiv. Vergleicht man die Geometriedaten, fällt auf, dass das eONE-FORTY in Large mit einem Reach von 449,5 mm z. B. genau zwischen dem Medium-Modell (440 mm) und dem Large-Modell (460 mm) des eONE-Sixty liegt.

Deutlich zu sehen: Das eONE-FORTY ist bei gleicher Größer kürzer und der Lenk- und Sitzwinkel sind steiler.

Auch die weiteren Geometriedaten sind auf ein agileres Handling und bessere Klettereigenschaften ausgelegt. So ist der Sitzwinkel verglichen mit dem 160-mm-Modell um 0,9° steiler und der Radstand bzw. das Front-Center um 34 mm kürzer.

Hier alle Geometriedaten des MERIDA eONE-FORTY auf einen Blick:

Größe S M L XL XXL
Sattelrohr 405 mm 420 mm 440 mm 470 mm 500 mm
Oberrohr 561 mm 582 mm 603 mm 626 mm 648 mm
Steuerrohr 110 mm 115 mm 120 mm 135 mm 150 mm
Lenkwinkel 66,4° 66,4° 66,4° 66,4° 66,4°
Sitzwinkel 76,4° 76,4° 76,4° 76,4° 76,4°
Kettenstrebe 440 mm 440 mm 440 mm 440 mm 440 mm
BB Drop 24,4 mm 24,4 mm 24,4 mm 24,4 mm 24,4 mm
Radstand 1.160 mm 1.182 mm 1.204 mm 1.231 mm 1.257 mm
Reach 410 mm 430 mm 450 mm 470 mm 490 mm
Stack 622 mm 627 mm 631 mm 645 mm 658 mm

Kein Kompromisse – die Ausstattung des eONE-FORTY

Die Zeiten, in denen die Ausstattung von E-Mountainbikes derjenigen von unmotorisierten Pendants ohne E-Unterstützen glichen, sind zum Glück vorbei. Auch MERIDA weiß von der Bedeutung von robusten und für die Nutzung am E-MTB geeigneter Komponenten. Aus diesem Grund besitzen alle Modelle große Bremsscheiben mit 200 mm Durchmesser, steife Federgabeln und stark profilierte Reifen. Insgesamt bietet MERIDA das eONE-FORTY in vier Ausstattungsvarianten von 4.599 € für das eONE-FORTY 4000 bis zu 7.199 € für das hier zu sehende eONE-FORTY 9000 an. Alle weiteren Ausstattungen findet ihr auf der offiziellen Merida-Website.

Federgabel DT Swiss F535 ONE 140 mm
Dämpfer FOX FLOAT DPS Factory 133 mm
Motor/Akku Shimano E8000/504 Wh
Schaltung Shimano XT 12-Fach
Bremsen Shimano XT 4-Kolben 200/200 mm
Sattelstütze MERIDA COMP TR
Vorbau MERIDA EXPERT eTR 50 mm
Lenker MERIDA EXPERT eTR 780 mm
Laufradsatz DT Swiss HX1501 Spline 27,5″
Reifen MAXXIS Minion DHF/DHRII EXO 2,6″
Gewicht 21,92 kg
Preis 7.199 €

Beim MERIDA eONE-FORTY 9000 kommt eine schicke DT-Swiss F535 ONE-Federgabel zum Einsatz
An Front- und Heck kommen Bremsscheiben mit 200 mm Durchmesser zum Einsatz
Perfekte Ergonomie: Die Kombination aus E7000-Remote für den Antrieb und einem klassischen Sattelstützenhebel kann überzeugen.
Bei den Reifen setzt MERIDA auf einen 2,5” breiten MAXXIS Minion DHF am Vorder- und einen MAXXIS Minion DHR mit 2,6” am Hinterrad. Beide Reifen verfügen über eine EXO-Karkasse.
Das Heck verfügt über 133 mm Federweg. Anders als er es vermuten lässt, nutzt der Dämpfer hierfür nicht seinen vollen Hub, sondern ist intern begrenzt.

So fährt sich das neue MERIDA eONE-FORTY auf dem Trail

Der Fahrspaß mit dem neuen MERIDA eONE-FORTY beginnt schon vor dem Aufsteigen. Und zwar beim Betätigen des schicken Start-Buttons auf dem Oberrohr. Mit einer Körpergröße von 180 cm entschieden wir uns für das Rad in Größe Large. Steigt man dann auf, sitzt man aufrecht, zentral und sehr komfortabel. Die Sitzposition ist absolut langstreckentauglich und selbst bei den steilsten Anstiegen hatten wir nicht den Eindruck, zu sehr über dem Hinterrad zu sitzen – perfekt. Typisch Shimano verfügt auch das eONE-FORTY über drei Unterstützungsmodi, wobei der Trail-Mode für die meiste Zeit ideal ist, da er die Motorleistung automatisch an den Input des Fahrers anpasst. Nur wer Akku sparen will, wählt den Eco-Mode.

So fährt sich das neue MERIDA eONE-FORTY auf dem Trail
Bergauf überzeugt das neue MERIDA eONE-FORTY mit sehr guten Klettereigenschaften! Steigendes Vorderrad? Fehlanzeige!

Auf der Forststraße rollt das Rad entspannt dahin und begeistert mit einem natürlichen, intuitiven und sicheren Handling. Das Fahrwerk arbeitet feinfühlig und filtert gemeinsam mit den voluminösen Reifen Unebenheiten gut weg. Biegt man auf einen technischen Uphill-Trail ab, sorgt die zentrale und aufrechte Sitzposition dafür, das man stets genug Druck auf dem Vorderrad hat. Speziell in engen, verwinkelten Sektionen ist das genial. Die Traktion am Heck ist gut, aber nicht überragend, gleichzeitig sackt der Hinterbau aber nicht weg und bleibt auch in Löchern oder an Wurzeln kaum hängen.

Das neue eONE-FORTY E-Mountainbike in freier Wildbahn
Bergab steht man zentral auf dem Rad, der kurze Reach verleiht dem Rad eine hohe Agilität
Manuals gelingen mit dem eONE-FORTY sehr leicht und auch in die Luft lässt sich das Rad bereitwillig ziehen

Geht es bergab, begeistert das MERIDA eONE-FORTY mit seinem sehr lebendigen und verspielten Handling. Es lässt sich schon mit leichten Input in die Luft bewegen und auch Manuals fallen mit dem Rad sehr leicht. Bei Richtungswechseln zeigt sich das Rad als sehr agil und präzise. Fährt man schneller, merkt man dem Fahrwerk an, dass man mit lediglich 140 mm Federweg unterwegs ist. Es wird dann spürbar straffer und reicht auch einige Schläge an den Fahrer weiter. Allerdings wird das Rad nie unsicher, es zeigt seinem Fahrer vielmehr, wann es an der Zeit ist, etwas an Tempo zu reduzieren. Das tiefgezogene Oberrohr gibt einem im steilen Gelände viel Bewegungsfreiheit und vermittelt dadurch viel Fahrsicherheit.

Daumen hoch! Das neue MERIDA eONE-FORTY sorgt auf jeden Fall für ein richtig dickes Grinsen im Gesicht!

Unser erstes Fazit zum neuen MERIDA eONE-FORTY

Das neue MERIDA eONE-FORTY ist eine gelungene Erweiterung des Portfolios und begeistert mit seinem hohen Fahrkomfort auf langen Touren und seinem sehr agilen und verspielten Charakter auf dem Trail. Es besitzt die gleichen smarten Features und das gleiche stimmige Design wie sein großer Bruder. Wie sich beide Räder im direkten Vergleich fahren, erfahrt ihr in der nächsten Ausgabe unseres App-Magazins. Dort haben wir beide Räder zum direkten Duell gebeten.

MERIDA eONE-FORTY vs. eONE-SIXTY – in unserer nächsten Magazin-Ausgabe findet ihr das spannende Duell. Natürlich wie immer kostenlos!


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Text: Christoph Bayer Fotos: Christoph Bayer, Reynaldo Ilgana

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Hersteller-Website
merida-bikes.com

Über den Autor

Christoph Bayer

Abwechslung – das ist für Christoph das Wichtigste. Sowohl auf dem Bike als auch bei seiner Tätigkeit für das E-MOUNTAINBIKE Magazin. Er koordiniert das Magazin und ist dort gleichzeitig Fotograf und Redakteur. Auf dem Rad trifft man ihn vor allem im alpinen Terrain an, wo er neben flowigen Trails auch gerne mal eng verwinkelte oder verblockte Strecken in Angriff nimmt.