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23,3 kg in Größe L | 14.500 € | Hersteller-Website
Schon auf den ersten Blick verrät das Yeti LTE T4 seine Herkunft aus Colorado. Während andere Hersteller ihre Bikes mit riesigen Logos markieren müssen, reicht bei Yeti seit Jahrzehnten oft schon die ikonische Lackierung, um Fans ins Schwärmen zu bringen. Dennoch wirkt das LTE optisch deutlich massiver als viele andere E-MTBs. Das voluminöse Unterrohr macht keinen Hehl daraus, dass hier ein 800-Wh-Akku untergebracht wird. Unter dem edlen Carbon-Rahmen arbeitet der markentypische Sixfinity-Hinterbau mit 160 mm Federweg am Heck, kombiniert mit einer FOX Podium-Gabel mit 170 mm an der Front und dem Bosch Performance Line CX-R-Motor.
Mit 23,3 kg in Größe L liegt das Yeti LTE knapp unter dem Durchschnitt unseres Testfelds. Der Preis von satten 14.500 € hingegen katapultiert das Bike direkt auf Platz zwei der teuersten E-MTBs im Vergleichstest. Bleibt die entscheidende Frage: Kann das Full-Power-E-MTB der Kultmarke den hohen Erwartungen gerecht werden?
Welche Detaillösungen hat das Yeti LTE T4?
Schon das ikonische Yeti-Badge am Steuerrohr macht klar: Beim LTE T4 wurde viel Wert auf Details gelegt. Und dieser hochwertige Eindruck zieht sich konsequent durch das gesamte Bike. Die Verarbeitung gehört zu den besten im Testfeld und viele Lösungen wirken bis ins letzte Detail durchdacht.
Besonders spannend ist der Einsatz von Vectran-Fasern innerhalb des Carbon-Rahmens. Das Hochleistungsmaterial kommt gezielt in stark belasteten Bereichen wie Unterrohr und Kettenstreben zum Einsatz und soll die Widerstandsfähigkeit des Rahmens erhöhen, ohne unnötig Gewicht hinzuzufügen. Auch beim Schutz des Rahmens hat Yeti mitgedacht. Der großzügig dimensionierte Kettenstrebenschutz reicht bis an Teile der Sitzstrebe und hält zusammen mit der montierten Kettenführung störendes Kettenschlagen effektiv in Schach. Die Leitungen verschwinden über verschraubte Cable Ports im Rahmen und sind sauber geführt.
Ein Highlight ist die Ladeport-Abdeckung. Klingt unspektakulär, ist es aber nicht. Während viele Hersteller hier auf einfache Gummilaschen setzen, verbaut Yeti eine Lösung, die sich hochwertig anfühlt, zuverlässig abdichtet und selbst nach vielen Öffnungszyklen satt in Position bleibt. Die Haptik, Verarbeitung und Funktion gehören für uns zur besten Ladeport-Lösung im gesamten Vergleichstest. Zusätzlich lässt sich das LTE umfangreich an den persönlichen Fahrstil anpassen. Über einen Flip-Chip kann das Bike sowohl als Mullet mit 29″-Vorderrad und 27,5″-Hinterrad als auch als Full-29er gefahren werden. Ein zweiter Progression-Flip-Chip ermöglicht es, die Progression des Hinterbaus gezielt an Fahrstil und Vorlieben anzupassen.

Was kann die Ausstattung des Yeti LTE T4?
Yeti bedient sich beim Motorsystem im Bosch-Portfolio und greift zum Bosch Performance Line CX-R, der den Racing-Anspruch ihres Full-Power-Bikes untermauern soll. Der Motor liefert nach dem neusten Update bis zu 120 Nm maximales Drehmoment und 750 Watt Peak Power. Die Energie liefert ein fest integrierter 800-Wh-Akku im Unterrohr. Geladen wird dieser allerdings nur über das herkömmliche 4A-Ladegerät, das im Vergleich zu den Schnellladesystemen von Avinox oder Specialized mittlerweile etwas aus der Zeit gefallen ist. Wer hier Bedarf hat, kann – sobald verfügbar – zum schnelleren 12A-Lader upgraden.
Die Steuerung übernimmt die Kombination aus Bosch Mini Remote und das elegant ins Oberrohr integrierte Kiox 400C-Display. Das System liefert einen hohen Informationsumfang, ist intuitiv bedienbar und fügt sich optisch gut ins Cockpit ein. Auch die Bosch eBike Flow-App überzeugt mit einfacher Bedienung und zahlreichen Individualisierungsmöglichkeiten. In Sachen Konnektivität, Funktionsumfang und Systemintegration kommt sie aktuell aber nicht an Avinox und Specialized ran.


Beim Fahrwerk greift Yeti tief ins FOX-Regal. An der Front arbeitet die FOX Podium Factory mit GRIP X2-Dämpfung und 170 mm Federweg, während am Heck ein FOX FLOAT X2 Factory die 160 mm Federweg des Sixfinity-Hinterbaus verwaltet. Beide Federelemente bieten enorme Einstellmöglichkeiten und hohe Trail-Performance. Die Podium verlangt mit ihrer Vielzahl an Einstelloptionen allerdings etwas Erfahrung und richtet sich klar an ambitionierte Fahrer, die sich intensiv mit ihrem Setup beschäftigen.
Auch der Rest der Ausstattung bewegt sich auf absolutem Top-Niveau. Die SRAM MAVEN Ultimate A1-Bremsen greifen vorne wie hinten auf 200-mm-Scheiben zu und liefern die bekannte brachiale Bremskraft. Zwar handelt es sich noch um die Vorgängerversion ohne den neuen SwingLink-Hebel und die überarbeitete Kolbengröße, auf dem Trail fällt der Unterschied jedoch gering aus, die Verzögerung bleibt beeindruckend.
Die elektronische SRAM XX Eagle AXS Transmission-Schaltung erledigt Gangwechsel gewohnt präzise und butterweich, verlangt aber weiterhin nach einem separat zu ladenden AXS-Akku. Dazu gesellt sich eine RockShox Reverb AXS-Sattelstütze mit 200 mm Hub, die ausreichend Bewegungsfreiheit schafft und im Test zuverlässig funktionierte, deren Akku aber ebenfalls regelmäßig geladen werden möchte.
Yeti beweist, dass Premiumqualität in den Details steckt.

Abgerundet wird das Paket von DT Swiss HXC 1700-Carbon-Laufrädern im Full-29er-Setup. Darauf montiert Yeti die Schwalbe Radial-Reifen mit einer durchdachten Kombination: Vorne sorgt ein Magic Mary in Trail-Karkasse und griffiger Ultra Soft-Gummimischung für Kontrolle, während am Heck ein schneller rollender Albert mit robuster Gravity-Karkasse und haltbarer Soft-Mischung den Vortrieb unterstützt. Das passt!
Yeti LTE T4
14.500 €
Ausstattung
Motor Bosch Performance Line CX-R 100 Nm
Akku Bosch PowerTube 800 Wh
Display Bosch Kiox 400C
Federgabel FOX Podium GRIP X2 170 mm
Dämpfer FOX FLOAT X2 Factory 160 mm
Sattelstütze RockShox Reverb AXS 200 mm
Bremsen SRAM MAVEN Ultimate A1 200/200 mm
Schaltung SRAM XX Eagle AXS Transmission 1x12
Vorbau Burgtec Enduro MK3 50 mm
Lenker Yeti Carbon Handlebar 800 mm
Laufradsatz DT Swiss HXC1700 29"
Reifen Schwalbe Magic Mary Trail, Ultra Soft, Radial/ Schwalbe Albert Gravity, Soft, Radial 2,5/2,5
Technische Daten
Größe S, M, L, XL
Gewicht 23,3 kg
Besonderheiten
Progression-Chip
Tuning-Tipp: keinen
| Größe | S | M | L | XL |
|---|---|---|---|---|
| Oberrohr | 566 mm | 598 mm | 620 mm | 647 mm |
| Sattelrohr | 390 mm | 420 mm | 440 mm | 460 mm |
| Steuerrohr | 92 mm | 100 mm | 111 mm | 122 mm |
| Lenkwinkel | 64° | 64° | 64° | 64° |
| Sitzwinkel | 78° | 78° | 78° | 78° |
| Kettenstrebe | 449 mm | 449 mm | 449 mm | 449 mm |
| Offset | 44 mm | 44 mm | 44 mm | 44 mm |
| Radstand | 1.223 mm | 1.257 mm | 1.282 mm | 1.312 mm |
| Reach | 435 mm | 465 mm | 485 mm | 510 mm |
| Stack | 618 mm | 625 mm | 635 mm | 645 mm |

Wie fährt sich das Yeti LTE T4 auf dem Trail?
Wie ist die Uphill-Performance des Yeti LTE T4?
Trotz seiner üppigen 170/160 mm Federweg fühlt sich das Yeti LTE T4 bergauf überraschend effizient an. Bereits auf den ersten Metern fällt auf, wie ausgewogen man im Bike sitzt. Die Sitzposition ist angenehm zentral, verteilt den Druck gleichmäßig auf Vorder- und Hinterrad und sorgt dafür, dass man selbst in steilen Anstiegen viel Kontrolle behält.
Besonders auf technischen Uphills spielt das LTE seine Stärken aus. Der Sixfinity-Hinterbau generiert enorme Traktion und klebt selbst auf losem oder verblocktem Untergrund förmlich am Trail. Gleichzeitig arbeitet das Fahrwerk ruhig und sackt beim Pedalieren kaum weg. Das Ergebnis ist ein sehr kontrolliertes Fahrgefühl, bei dem man sich voll auf die Linienwahl konzentrieren kann.
Auch wenn es steil wird, lässt sich das LTE präzise dirigieren und meistert selbst anspruchsvolle Kletterpassagen mit beeindruckender Gelassenheit. Der Bosch Performance Line CX-R liefert dazu kraftvolle Unterstützung und bringt das LTE zügig auf Geschwindigkeit. Im direkten Vergleich zu den stärksten Systemen im Testfeld, etwa dem Avinox M2(S)-Antrieb oder dem Specialized 3.1-Motor des S-Works Turbo Levo 4, fehlt ihm bei hohen Geschwindigkeiten jedoch die letzten Leistungsreserven.
Auch der Race-Modus konnte uns nicht überzeugen und ist für wenig erfahrene Rider sogar gefährlich. Die sehr direkte Leistungsabgabe ist sehr aggressiv und bringt auf dem Trail kaum einen Vorteil. So bleibt der Mehrwert des CX-R gegenüber dem regulären Bosch CX in der Praxis überschaubar. Unterm Strich gehört das Yeti LTE zu den besten Kletterern unter den langhubigen E-MTBs im Test und liegt auf einem Level mit dem MERIDA Lithos 10K.
Wie fährt sich das Yeti LTE T4 bergab?
Sobald der Trail nach unten zeigt, offenbart das Yeti LTE T4 seine wahre Stärke. Es gehört zu den Bikes, die vom ersten Meter an Vertrauen schaffen und es ihren Fahrern erstaunlich leicht machen, hohe Geschwindigkeiten zu fahren. Statt ständig aktiv korrigieren oder gegen das Bike arbeiten zu müssen, kann man das LTE mit viel Selbstvertrauen einfach laufen lassen.
Besonders beeindruckend ist dabei die Laufruhe, die nur knapp unter dem Atherton S.170E liegt und zusammen mit dem Pivot Shuttle LT eine der besten im Vergleichstest ist. Selbst in ruppigen Steinfeldern bleibt das Yeti stoisch auf Kurs und vermittelt enorme Sicherheit. Wo andere Bikes beginnen unruhig zu werden, hält das LTE konsequent seine Linie und motiviert dazu, die Bremse länger offen zu lassen.
Dazu kommt ein Fahrgefühl, das gleichzeitig einen Sweet Spot zwischen Laufruhe und Agilität trifft. Das LTE ist weder extrem lang noch übermäßig flach und bleibt dadurch überraschend handlich. Auch Richtungswechsel gelingen intuitiv und enge Kurven lassen sich präzise anvisieren. Der tiefe Stand im Bike und die stark ausbalancierte Gewichtsverteilung zwischen Vorder- und Hinterrad sorgen dabei für ein sicheres Fahrgefühl, bei gleichzeitig hohem Tempo und sehr hohem Fahrspaß auf fast allen Trails.
Einen großen Anteil daran hat die gelungene Fahrwerksabstimmung. Die FOX Podium spricht angenehm sensibel an, bietet aber gleichzeitig ausreichend Gegenhalt, um Druck auf dem Vorderrad aufzubauen. Gerade auf schnellen und verblockten Trails verzeiht das Bike dadurch viele Fahrfehler. Auch der Hinterbau schluckt große Schläge souverän weg. Durch den starken Gegenhalt im mittleren Federwegsbereich generiert man Tempo aus Anliegern und kann über Wellen und Kanten pushen.
Das Yeti LTE T4 macht aus Geschwindigkeit keine Mutprobe, sondern eine Selbstverständlichkeit.
Für wen ist das Yeti LTE T4 das richtige E-MTB?
Das Yeti LTE T4 richtet sich an ambitionierte Trailfahrer, die auf der Suche nach einem kompromisslos schnellen, gleichzeitig aber erstaunlich ausgewogenen E-MTB sind. Dank seiner starken Uphill-Performance, dem antriebsneutralen Sixfinity-Hinterbau und der souveränen Geometrie fühlt es sich auf langen Touren genauso zuhause wie auf ruppigen Enduro-Trails.
Das richtige Bike für:
Trail-Jäger
Ob schnelle Naturtrails, alpine Abfahrten oder verblockte Singletrails: Das Yeti LTE spielt seine ausgewogene Performance auf einer Vielzahl von Trails aus.
Highspeed-Piloten
Schnelle Linien, ruppige Steinfelder und hohe Geschwindigkeiten fühlen sich dank der enormen Laufruhe und des intuitiven Handlings überraschend selbstverständlich an.
Nicht das richtige Bike für:
Sparfüchse
Mit 14.500 € ist das Yeti LTE eines der teuersten Bikes im gesamten Vergleichstest – Spitzenleistung hat hier seinen Preis.
Fazit zum Yeti LTE T4
Das Yeti LTE T4 zählt zu den ausgewogensten und besten E-MTBs im gesamten Vergleichstest. Mit exzellentem Fahrwerk, gelungenem Mix aus Laufruhe und Agilität, intuitivem Handling und starker Uphill-Performance liefert es auf nahezu jedem Trail ab und macht mit jeder gefahrenen Kurve Lust auf die nächste. Der Bosch Performance Line CX-R passt zum sportlichen Charakter, bietet gegenüber dem regulären CX aber nur wenig Mehrwert. Der Preis ist selbstbewusst – die Trail-Performance allerdings auch. Wer ein ausgewogenes Performance-E-MTB sucht, wird am LTE kaum vorbeikommen.
Tops
- extrem starker Sixfinity-Hinterbau
- hohe Agilität trifft auf laufruhigen Fahrcharakter
- starke Traktion und souveräne Uphill-Performance
- hochwertige Detaillösungen
Flops
- kaum Mehrwert des Bosch Performance Line CX-R
- hoher Preis
Weitere Infos zum Yeti LTE T4 findet ihr bei Yeti Cycles.
Das Testfeld
Einen Überblick über diesen Vergleichstest erhaltet ihr hier:
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Words: Benedikt Schmidt Photos: Peter Walker, Benedikt Schmidt


