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21,49 kg in Größe S4 | 13.999 € | Hersteller-Website
Zwischen Trail-Tool und Spaßmaschine will das neue Specialized S-Works Levo R die goldene Mitte treffen. Als kurzhubiges E-MTB soll es technische Uphills leichtfüßig entschärfen und bergab mit viel Agilität und Fahrspaß glänzen. Im Specialized-Portfolio rückt es damit unter das allroundige Levo 4 und unter das gravity-orientiertere Levo EVO.
Schon optisch macht das Levo R klar, dass es nicht einfach nur ein weiteres E-MTB sein will. Der S-Works-Schriftzug auf dem Unterrohr trägt den Premium-Anspruch selbstbewusst nach außen, und auch die grüne Lackierung wirkt hochwertig und edel. Die organische Formsprache gefällt, nur ganz perfekt ausbalanciert wirkt das Chassis nicht: Die eher kleinen Lager am Rocker-Link treffen auf ein sehr wuchtiges Unterrohr, was die Proportionen etwas aus dem Gleichgewicht bringt.
Mit 13.999 € in unserer S-Works-Ausstattung gehört das Levo R zu den teuersten Bikes im gesamten Vergleichstest. Gleichzeitig spielt es mit 21,49 kg in Größe S4 auch klar im Feld der leichtesten Bikes ganz vorne mit. Bleibt die spannende Frage: Kann das Levo R seinen Premium-Anspruch auf dem Trail auch wirklich in außergewöhnliche Performance übersetzen?
Welche Detaillösungen hat das Specialized S-Works Levo R?
Bei den Detaillösungen spielt das Specialized S-Works Levo R klar auf sehr hohem Niveau. Sitz- und Kettenstrebe werden von aufgeklebten Protektoren zuverlässig geschützt und hinterlassen einen soliden Eindruck. Auch die kleine Abdeckung zwischen Hauptrahmen und Hinterbau sitzt sauber, ist mit dem Rahmen verschraubt und deutlich hochwertiger als viele aufgeklebte Abdeckungen aus Gummi.
Ebenso ordentlich fällt die Zugverlegung aus. Alle Leitungen, inklusive des Kabels der Motor-Remote, verschwinden sauber geführt über Cable-Ports im Rahmen, tragen so zu dem sehr aufgeräumten Gesamteindruck bei und sind auf dem Trail klapperfrei. Auch die Ladeport-Abdeckung ist gelungen: Sie ist gefedert, schließt magnetisch und fügt sich funktional wie optisch sehr stimmig ins Gesamtbild ein.

Was kann die Ausstattung des Specialized S-Works Levo R?
Beim Antrieb setzt Specialized auf ein zusammen mit Brose entwickeltes Motorsystem, das die Kalifornier mit viel eigenem Feinschliff versehen haben. Die nach wie vor recht voluminöse Drive Unit liefert nach ihrem neuesten Power-Update 111 Nm maximales Drehmoment und 850 Watt Peak Power und gehört damit klar zu den kräftigsten Motorsystemen im Testfeld und auch im aktuellen Marktumfeld. Dazu kommt eine üppige 840-Wh-Batterie, die sich seitlich mit dem im Steuersatz integrierten Multitool einfach entnehmen lässt und das System durch den alternativen, kleineren 600-Wh-Akku oder den zusätzlichen Range Extender extrem modular macht. So lässt sich das Levo R gezielt an unterschiedliche Einsatzzwecke anpassen. Ein kleines Staufach über dem Akku im Unterrohr ist dazu ein praktisches Detail, was unter E-Mountainbikes eine Seltenheit ist.


Auch in Sachen Bedienung und Laden bleibt das Levo R wie das normale Levo 4 auf hohem Niveau. Das MasterMind TCU-Display im Oberrohr punktet mit hoher Auflösung, klarer Darstellung und umfangreichen Individualisierungsmöglichkeiten. Die starke Specialized-App ergänzt das System mit hohem Funktionsumfang, klarer Bedienung und vielen sinnvollen Einstellmöglichkeiten auf sehr hohem Niveau. Beim mitgelieferten 12A-Ladegerät gibt es dagegen Licht und Schatten: Es ist groß, schwer und alles andere als elegant, dafür aber extrem leistungsstark, einstellbar und noch vor dem Avinox-Charger das stärkste Ladegerät im gesamten Vergleichstest.
Beim Fahrwerk greift Specialized auf bewährte FOX-Komponenten zurück. Vorne arbeitet eine FOX 36 SL Factory mit GRIP X-Kartusche und 140 mm Federweg, am Heck übernimmt ein FOX FLOAT Genie Factory-Dämpfer die Kontrolle über die 130 mm Federweg. Beide Federelemente bieten viel Einstellbarkeit und liefern eine starke Trail-Performance. Die Schaltarbeit übernimmt ein SRAM XX Eagle Transmission-Schaltwerk, das direkt vom Hauptakku gespeist wird. Auch die Dropper stammt von SRAM: Die elektronische SRAM Reverb AXS bietet 200 mm Hub, schränkt durch ihren recht hohen Stack und die geringe Einstecktiefe bei Fahrern mit kürzeren Beinen die Bewegungsfreiheit aber etwas ein.
Das Levo R setzt auf einen sinnvollen Spec, dem der schwierige Spagat aus geringem Gewicht und robuster, trailtauglicher Ausstattung gelingt.
Überraschend stark präsentierten sich im Test auch die SRAM Motive Ultimate-Bremsen, die mit 200 mm großen HS2-Scheiben kombiniert werden. Sie verzögern kraftvoll und packen deutlich überzeugender zu, als man es im Vorfeld vielleicht erwarten würde.
Der Rest der Anbauteile stammt aus dem eigenen Haus. Das Levo R rollt auf robusten Roval Traverse SL-Carbon-Laufrädern, die mit Specialized Purgatory-Reifen in GRID Trail-Karkasse am Hinterrad und GRID-Karkasse am Vorderrad bestückt sind – vorne in der weicheren T9-Mischung, hinten in der härteren T7-Variante. Für ein Bike dieser Klasse ist das ein stimmiges Setup, auch wenn es sich lohnt, die dünne GRID-Karkasse am Vorderrad gegen einen Reifen mit dickerer GRID-Trail upzugraden. Abgerundet wird das Ganze vom Roval Control SL Rise-Cockpit, das optisch ausgesprochen clean wirkt, bei der individuellen Anpassbarkeit aber etwas einschränkender ausfällt als die klassische Lenker-Vorbau-Kombi.

Specialized S-Works Turbo Levo R
13.999 €
Ausstattung
Motor S-Works 3.1 111 Nm
Akku Specialized 840 Wh
Display Spcialized MasterMind T3 Display System
Federgabel FOX 36 SL Factory GRIP X 140 mm
Dämpfer FOX FLOAT X GENIE 130 mm
Sattelstütze RockShox Reverb AXS 200 mm
Bremsen SRAM MOTIVE Ultimate 200/200 mm
Schaltung SRAM XX Eagle AXS Transmission 1x12
Vorbau Roval Control SL RISE Integrated cockpit 50 mm
Lenker Roval Control SL RISE Integrated cockpit 780 mm
Laufradsatz Roval Traverse SL II 29"
Reifen Specialized Purgatory Grid T9 / Specialized Prugatory Grid Trail T7 2,4"
Technische Daten
Größe S2 S3 S4 S5 S6
Gewicht 21,49 kg
Besonderheiten
Schnellladen
entnehmbarer Akku
Tuning-Tipp: Auf klassische Vorbau-Lenker-Kombi setzen, für mehr Individualisierbarkeit am Cockpit.
| Größe | S1 | S2 | S3 | S4 | S5 | S6 |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Oberrohr | 539 mm | 560 mm | 592 mm | 620 mm | 649 mm | 677 mm |
| Sattelrohr | 375 mm | 385 mm | 405 mm | 425 mm | 445 mm | 465 mm |
| Steuerrohr | 95 mm | 100 mm | 110 mm | 125 mm | 140 mm | 155 mm |
| Lenkwinkel | 64,8° | 65° | 65° | 65° | 65° | 65° |
| Sitzwinkel | 77° | 77° | 77° | 77° | 77° | 77° |
| Kettenstrebe | 447 mm | 447 mm | 447 mm | 447 mm | 447 mm | 447 mm |
| Tretlagerabsenkung | 36 mm | 36 mm | 36 mm | 36 mm | 36 mm | 36 mm |
| Radstand | 1.160 mm | 1.181 mm | 1.215 mm | 1.246 mm | 1.277 mm | 1.309 mm |
| Reach | 400 mm | 420 mm | 450 mm | 475 mm | 500 mm | 525 mm |
| Stack | 602 mm | 607 mm | 616 mm | 630 mm | 644 mm | 657 mm |

Wie fährt sich das Specialized S-Works Levo R auf dem Trail?
Wie ist die Uphill-Performance des Specialized S-Works Levo R?
Mit dem S-Works Levo R kommt man bergauf extrem schnell zurecht. Ähnlich wie schon beim normalen Levo 4 wirkt das Bike vom ersten Meter an vertraut, das Levo R fühlt sich dabei aber noch etwas direkter an. Vor allem die etwas niedrigere Front sorgt bergauf für mehr Druck auf dem Vorderrad und schafft eine sehr aktive Sitzposition. Dadurch klettert das Bike ausgesprochen gut und vermittelt früh das Gefühl, genau da zu stehen, wo man sein will. Einen großen Anteil daran hat natürlich auch der S-Works 3.1-Motor. Das System liefert viel Leistung, spricht dabei aber fein, präzise und sehr natürlich an. Die Unterstützung kommt genau dann, wenn man sie braucht. Gerade bergauf überzeugt die Abstimmung mit einer sehr gelungenen Mischung aus Kraft, Dosierbarkeit und viel Traktion.
Auch der Hinterbau passt gut zu diesem Charakter. Er arbeitet effizient, wippt bergauf kaum und setzt die Pedalkraft sauber in Vortrieb um, ohne dabei unnötig Traktion zu verschenken.
Vor allem in technischen Sektionen gehört das Bike zu den besten Kletterern im Testfeld. Die Traktion ist insgesamt auf einem hohen Niveau, auch wenn die kurzen, eher stoppligen Reifen in sehr steilem Gelände und beim schnellen Abruf hoher Motorleistung an ihre Grenzen stoßen können. Dann verliert das Hinterrad etwas früher Grip, als es der Motor eigentlich zulassen würde.
Wie fährt sich das Specialized S-Works Levo R bergab?
Bergab steht man sehr gut integriert im Rad, das Handling wirkt vom ersten Meter an intuitiv, agil und schlüssig. Das Levo R lässt sich mühelos auf unterschiedliche Linien legen, reagiert direkt auf Input und vermittelt dabei ein Fahrgefühl, das stark an das Thömus Lightrider E_MAX erinnert: wendig, lebendig und mit einer ähnlich niedrigen Front, die dem Bike viel Direktheit verleiht. Im Vergleich zum normalen Levo 4 fährt sich das R leichtfüßiger, agiler und verspielter, ohne dabei seinen souveränen Grundcharakter komplett aufzugeben.
Seine größte Bühne findet das Levo R ganz klar auf dem Flowtrail. Hier ist das Bike in seinem Element und liefert Fahrspaß auf allerhöchstem Niveau. Es lässt sich schön tief von unten heraus pushen, mit viel Druck durch Anlieger jagen und animiert geradezu dazu, jede Welle, jede Kante und jeden Absprung mitzunehmen. Airtime sammeln gehört mit dem Levo R fast automatisch zum Programm. Dazu tragen auch die schnell rollenden Reifen bei, die das Bike zusätzlich spritzig wirken lassen. Der Fahrspaß liegt hier auf einem Niveau mit Bikes wie dem MERIDA Lithos oder Megamo REASON und auf dem Flowtrail kann nur Propain Sresh SL im Thema Agilität überhaupt mithalten.
Unterstützt wird dieser Charakter von einem eher straffen Fahrwerk, das angenehm viel Feedback liefert, ohne dabei harsch zu wirken. Das Setup spricht sensibel genug an, arbeitet noch ausreichend fehlerverzeihend und passt damit sehr gut zur sportlich-verspielten Grundausrichtung des Bikes.
Gleichzeitig schafft es das Levo R trotz seines verspielten Handlings auch im ruppigen Gelände und im Steinfeld, sich sicher zu bewegen. Es vermittelt viel Kontrolle und bringt für seine Federwegsklasse ausreichend Fahrwerksreserven für härtere Schläge mit. Laufruhe ist im Vergleich zu den massiveren, klar abfahrtsorientierten Bikes zwar nicht seine absolute Paradedisziplin, fällt aber mehr als solide aus. So verbindet das Levo R eine sehr starke Portion Agilität mit ausreichend Ruhe und Reserven, um auch in anspruchsvollem Gelände zu überzeugen.
Auf dem Flowtrail ist das Levo R eine absolute Spaßmaschine: Es lässt sich einfach pushen, spielerisch umlegen und mit einer Leichtigkeit von Welle zu Welle feuern.
Für wen ist das Specialized S-Works Levo R das richtige E-MTB?
Das Levo R richtet sich vor allem an Fahrer, die ein extrem agiles, intuitives und verspieltes E-MTB suchen, das bergab enorm viel Spaß macht und bergauf gleichzeitig zu den stärkeren Kletterern im Testfeld zählt. Es ist kein Bike mit bedingungsloser Laufruhe, sondern mit starkem Trail-Fokus, das sich vor allem dort zuhause fühlt, wo aktiver Fahrstil, Spielfreude und viel Dynamik gefragt sind.
Das richtige Bike für:
Flowtrail-Liebhaber
Wer auf dem Trail vor allem spielen, pushen, pumpen und Airtime sammeln will, wird mit dem Levo R extrem schnell warm. Kein Bike im Testfeld verbindet so viel Agilität mit so viel Fahrspaß.
Technische Trail-Kletterer
Wer bergauf ein sehr starkes, fein dosierbares und gleichzeitig leichtfüßiges E-MTB sucht, bekommt mit dem Levo R einen richtig starken Kletterer. Gerade im technischen Uphill punktet das Bike mit viel Traktion, effizientem Hinterbau und einer sehr gelungenen Motorabstimmung.
Nicht das richtige Bike für:
Understatement-Sucher
Wer ein Bike will, das seine Leichtfüßigkeit auch optisch maximal dezent und elegant ausstellt, wird beim Levo R nicht sofort abgeholt. Auf dem Trail fährt es sich deutlich leichter, als es seine eher kräftige Full-Power-Optik zunächst vermuten lässt.
Highspeed-Pflüger
Wer bergab vor allem ein maximal laufruhiges Bike für brutalen Geradeauslauf und kompromisslosen Groundspeed sucht, findet im Testfeld passendere Alternativen. Das Levo R ist souverän, setzt seinen Schwerpunkt aber stärker auf Agilität und Verspieltheit.
Fazit zum Specialized S-Works Levo R
Das Specialized S-Works Levo R ist kein abgespecktes Levo 4, sondern ein eigenständiges E-MTB mit enorm viel Fahrspaß. Bergauf punktet es mit kraftvollem, fein dosierbarem Motor und sehr starker technischer Uphill-Performance. Bergab begeistert es mit extrem agilem, intuitivem Handling und viel Spielfreude, ohne im ruppigen Gelände nervös zu werden. Vor allem auf dem Flowtrail zählt es zu den besten Bikes im Testfeld. Das flexible Akku-Konzept und der Spec sind top, nur Dropper und Cockpit kosten Punkte. Insgesamt zählt das Levo R zu den besten Bikes im gesamten Testfeld – allerdings auch zu einem selbstbewussten Preis.
Tops
- extrem agiles und präzises Handling
- sehr hoher Fahrspaß auf dem Flowtrail
- starke technische Uphill-Performance
- kraftvoller, fein dosierbarer Motor
- sehr starke App und hohe Systemflexibilität
Flops
- geringe Einstecktiefe der Sattelstütze
Weitere Infos zum Specialized S-Work Levo R findet ihr bei Specialized.
Das Testfeld
Einen Überblick über diesen Vergleichstest erhaltet ihr hier:
Das beste E-Mountainbike 2026 – Die 30 spannendsten Bikes im großen Vergleichstest
Alle Bikes im Test: AMFLOW PX Carbon Pro, AMFLOW PR Carbon Pro, AMFLOW PR Carbon, Centurion No Pogo R7000, Thömus Lightrider E-MAX, Aventon Current EXP, Atherton S.170E, Haibike AllMtn CF 11 TRN/IQ 2025, Abums Model One, MEGAMO Reason CRB 01, Santa Cruz Vala AL 70, Specialized Levo R, Specialized S-Works Turbo Levo 4, Specialized Turbo Levo 4 Comp Alloy, Yeti LTE T4.

Words: Benedikt Schmidt Photos: Peter Walker, Lars Engmann


