Dieses Bike ist Teil unseres Mega-Vergleichstests „Das beste E-Mountainbike 2026 mit den 30 spannendsten E-MTBs” – klickt hier, um zur Intro, zu den Erkenntnissen und allen Bikes zu gelangen.

23,8 kg in Größe L | 11.900 € | Hersteller-Website
Mit dem Model One schickt ABUMS wohl eines der ungewöhnlichsten Bikes im gesamten Vergleichstest ins Rennen. Die junge Marke aus Spanien setzt bewusst auf einen eigenständigen Ansatz und hebt sich mit ihrem markanten Stahlrahmen, der radikal kantigen Optik und MAHLE-Antrieb klar vom Rest des Feldes ab. Statt Mainstream-Carbon und gefälligem Design gibt’s hier Charakter, Individualität und ein Konzept, das polarisiert.
Für 11.900 € ist das Model One dabei alles andere als ein Schnäppchen – umso spannender die Frage: Steckt hinter der extravaganten Stahlhülle mit High-Pivot-Hinterbau auch echte Trail-Performance oder bleibt es beim stylischen Außenseiter?
Welche Detaillösungen hat das ABUMS Model One?
Das ABUMS Model One polarisiert schon auf den ersten Blick. Der handgeschweißte Stahlrahmen aus Spanien erinnert mit seiner kantigen, rohen Formsprache fast zwangsläufig an einen Tesla Cybertruck auf zwei Rädern – ein Look, den man entweder liebt oder hasst. Die martialische Optik wirkt extrem eigenständig, gleichzeitig aber hochwertig verarbeitet. Besonders die verschliffenen, goldfarbenen Schweißnähte setzen spannende Akzente und unterstreichen den Manufaktur-Charakter des Bikes. Zum Marktstart wird das Model One übrigens ausschließlich als Custom-Version im markanten Raw-Look angeboten, bei der sogar individuelle Geometriewünsche umgesetzt werden können. Ab September soll das Bike zudem in serienmäßigen Größen und mit lackiertem Rahmen erhältlich sein.
Technisch setzt ABUMS auf einen Eingelenker-Hinterbau mit hohem Drehpunkt und Umlenkrolle für die Kette, der 160 mm Federweg generiert. Das MAHLE Head Unit+-Display sitzt elegant ins Oberrohr integriert und fügt sich dezent ins reduzierte Cockpit ein. Auch die Integration der Leitungen ist gelungen. Die Züge verlaufen sauber durch Ports ins Rahmeninnere und sorgen trotz der rustikalen Formsprache für einen aufgeräumten Gesamteindruck, was im Cockpit dank elektronischer Schaltung und Sattelstütze konsequent fortgeführt wird.
Insgesamt verfolgt das ABUMS einen radikal eigenständigen Ansatz – technisch wie optisch. Genau das macht den Reiz des Bikes aus, wird aber definitiv nicht jedermanns Geschmack treffen. Trotz der massiven Erscheinung fällt das Gewicht dabei geringer aus als erwartet: Mit 23,8 kg bleibt das Model One deutlich unter dem schwersten Bike im Testfeld.

Was kann die Ausstattung des ABUMS Model One?
Auch bei den Komponenten bleibt ABUMS seiner eigenständigen Linie treu und setzt – abgesehen von Schaltung, Reifen und Laufrädern – konsequent auf Komponenten aus den Hayes Performance Systems. Hayes-Bremsen, Manitou-Federelemente und ProTaper-Cockpit-Komponenten unterstreichen dabei den Boutique-Charakter des Bikes und heben es klar vom Mainstream ab. Dazu passt auch das MAHLE M40-Motorsystem, das man bislang nur selten an E-Mountainbikes antrifft. Der Motor liefert bis zu 105 Nm Drehmoment und 850 W Spitzenleistung und zählt damit zu den kraftvollen Systemen im Testfeld.
Beim Fahrwerk setzt ABUMS beim Model One auf echte Exoten: Eine Manitou Mezzer Pro-Federgabel an der Front trifft auf einen Manitou Mara Pro Inline-Dämpfer am Heck. Beide Federelemente überzeugen mit hoher Einstellbarkeit bei gleichzeitig geringem Gewicht.
Für die Verzögerung kommen Hayes Dominion A4-Bremsen zum Einsatz – ein echter Geheimtipp und Testsieger beim Bremsen-Vergleichstest unseres Schwestermagazins ENDURO. Sie punkten mit guter Dosierbarkeit, niedriger Hebelkraft und hoher Standfestigkeit.
Geschaltet wurde unser Testbike über ein SRAM GX AXS-Schaltwerk der klassischen Eagle-Serie, also noch ohne die neuere T-Type-Technologie. Im finalen Serienaufbau soll stattdessen die elektronische ROTOR UNO-Schaltung zum Einsatz kommen – somit geht ABUMS auch hier wieder eigene Wege.
Auch wenn der Stahlrahmen etwas anderes vermuten lässt: Lenker, Kurbeln und Laufräder bestehen aus Carbon. Das trägt zum vergleichsweise moderaten Gesamtgewicht bei. Weniger nachvollziehbar ist dagegen die Reifenwahl unseres Testbikes. Während vorne ein MAXXIS ASSEGAI mit robuster DH-Karkasse montiert ist, rollt ausgerechnet am Hinterrad ein deutlich leichterer MAXXIS Minion mit EXO-Karkasse.


Die elektronische Kind Shock Rage Circuit-Dropper-Post fügt sich ebenfalls ins eigenständige Ausstattungskonzept ein. Der Remote-Hebel ist jedoch etwas gewöhnungsbedürftig und die 180 mm Hub dürften für viele Fahrerinnen und Fahrer gerne noch etwas großzügiger ausfallen.
Hier wird Custom großgeschrieben: Von den Manitou-Federelementen bis zum Stahlrahmen folgt das ABUMS konsequent seiner eigenen Philosophie.

Abums Model One
11.900 €
Ausstattung
Motor MAHLE M40 105 Nm
Akku 800 Wh
Display Mahle Head Unit +
Federgabel Manitou Mezzer Pro 160 mm
Dämpfer Manitou Mara Pro 160 mm
Sattelstütze KIND SHOCK Rage Circuit 180 mm
Bremsen Hayes Dominion A4 203/203 mm
Schaltung SRAM GX EAGLE AXS 1x12
Vorbau ProTaper 45 mm
Lenker ProTaper C 25 800 mm
Laufradsatz Prototype Flash Carbon 29"/27,5"
Reifen MAXXIS ASSEGAI, maxx grip, Dh Casing/ MAXXIS Minio DHR II Exo 2,5"/2,4"
Technische Daten
Größe fehlt
Gewicht 23,8 kg
Tuning-Tipp: Montiert einen stabileren Reifen am Hinterrad.
| Größe | M |
|---|---|
| Sattelrohr | 115 mm |
| Steuerrohr | 115 mm |
| Lenkwinkel | 63,5° |
| Sitzwinkel | 78° |
| Kettenstrebe | 460 mm |
| Tretlagerhöhe | 340 mm |
| Radstand | 1.270 mm |
| Reach | 470 mm |
| Stack | 650 mm |
| Federweg vorne | 160–180 mm |
| Federweg hinten | 160–170 mm |

Wie fährt sich das ABUMS Model One auf dem Trail?
Wie ist die Uphill-Performance des ABUMS Model One?
Bergauf überzeugt das ABUMS Model One mit enorm viel Traktion und hohem Komfort. Das sehr soft abgestimmte Fahrwerk vermittelt ein komfortables Fahrgefühl und bügelt Unebenheiten souverän weg. Dabei fühlt sich das Bike relativ schwer und träge an, gleichzeitig ist das ABUMS Model One dadurch aber angenehm spurtreu und vermittelt viel Sicherheit, selbst auf losem Untergrund oder technischen Uphills.
Auch der Motor hinterließ einen gelungenen Eindruck. Die Unterstützungskurve liegt angenehm zwischen sehr progressiven Systemen wie Bosch oder Avinox und den besonders linearen Charakteren von Maxon oder Pinion. Dadurch wirkt der Support kraftvoll, aber nicht übermäßig aggressiv. Nur bei schnellen, aufeinanderfolgenden Hindernissen kommt es gelegentlich zu kurzen Aussetzern beziehungsweise einem leicht „hängenden” Gefühl im Support. Insgesamt liefert das ABUMS im technischen Uphill aber eine sehr solide Leistung auf Augenhöhe mit dem FOCUS JAM² 6.9 oder Norco Range VLT CX C1.
Wie fährt sich das ABUMS Model One bergab?
Bergab bleibt das ABUMS Model One seinem komfortorientierten Charakter treu. Das sehr soft abgestimmte Fahrwerk generiert viel Traktion und bügelt selbst grobe Schläge souverän weg. Besonders im verblockten Gelände überzeugt das Bike mit viel Laufruhe: Hat das Model One einmal Geschwindigkeit aufgenommen, trägt es viel Tempo stabil über Hindernisse hinweg und lässt sich nur schwer aus der Ruhe bringen. Dazu trägt auch das High-Pivot-Hinterbaukonzept bei, das Schläge effektiv entschärft und dem Bike gerade in ruppigen Passagen zusätzliche Souveränität verleiht.
Allerdings hat das komfortable Setup auch seine Schattenseiten. Der Hinterbau arbeitet sehr weich, sackt tief in den Federweg und bietet nur wenig spürbare Progression im Endbereich. Dadurch fehlt es dem Bike an Gegenhalt und Präzision, besonders bei aktiver Fahrweise. Das Fahrgefühl bleibt insgesamt eher plush und etwas entkoppelt vom Trail.
Auch das Handling passt klar zum Charakter des Bikes: Das ABUMS fährt sich eher träge als verspielt. Schnelle Richtungswechsel – die beispielsweise im Megamo oder Propain fast automatisch umgesetzt werden – verlangen beim Model One deutlichen Kraftaufwand und die auffallend niedrige Front wirkt bergab darüber hinaus etwas gewöhnungsbedürftig. Gleichzeitig sorgt das kurze Heck dafür, dass sich das Bike kompakter anfühlt, als es die massive Erscheinung vermuten lässt.
Akustisch bleibt das Model One angenehm zurückhaltend. Der Motor arbeitet bergab vergleichsweise leise, lediglich leichte Klappergeräusche der Züge machen sich gelegentlich bemerkbar.
Das ABUMS fährt sich wie ein Sofa auf Raupenketten – schwer, satt und komfortabel.
Für wen ist das ABUMS Model One das richtige E-MTB?
Das ABUMS Model One richtet sich an Fahrerinnen und Fahrer, die bewusst etwas anderes suchen als den üblichen Carbon-Mainstream. Der handgeschweißte Stahlrahmen, die kompromisslos eigenständige Optik und der ungewöhnliche Komponentenmix machen das Bike vor allem für Individualisten und Designliebhaber spannend. Wer auf Trails maximalen Komfort, hohe Traktion und ein extrem sattes Fahrgefühl schätzt, findet im ABUMS einen außergewöhnlichen Begleiter. Besonders auf ruppigen Trails und im verblockten Gelände überzeugt das Bike mit seiner Laufruhe.
Gleichzeitig verlangt das hohe Gewicht und das träge Handling nach einem eher ruhigen, weniger verspielten Fahrstil. Wer ein agiles, leichtfüßiges Trail-Bike sucht oder aktiv über den Trail springen und spielen will, wird mit dem ABUMS nicht glücklich.
Das richtige Bike für:
Tesla Cybertruck-Besitzer
Kantig, kompromisslos und maximal eigenständig – das ABUMS polarisiert optisch mindestens genauso stark wie der berühmte Elektro-Pick-up.
Individualisten
Wer keinen Bock auf Carbon-Einheitsbrei hat und ein echtes Manufaktur-Bike mit Charakter sucht, wird hier fündig.
Nicht das richtige Bike für:
Flowtrail-Fahrer
Das hohe Gewicht und das träge Handling machen das ABUMS alles andere als verspielt.
Fazit zum ABUMS Model One
Das ABUMS Model One ist radikal anders – optisch wie fahrdynamisch. Der handgeschweißte Stahlrahmen erzeugt in Verbindung mit dem soften Fahrwerk extrem viel Komfort in jeder Situation. Statt verspieltem E-Mountainbike bekommt man hier einen Dampfhammer für ruppiges Gelände, wo das Model One mit guter Laufruhe und viel Traktion überzeugt. Das träge Handling und das zu wenig progressive Fahrwerk limitieren das Potenzial des außergewöhnlichen Konzepts allerdings spürbar und lassen das Bike im Vergleichstest am Ende der Liste Platz nehmen.
Tops
- hoher Komfort und viel Traktion
- gute Nehmer-Qualitäten bergab
- radikal eigenständiges Stahlrahmen-Design
- hochwertige Manufaktur-Anmutung
Flops
- träges Fahrverhalten
- zu wenig Progression im Fahrwerk
- indirektes, wenig verspieltes Handling
- fragwürdige Reifenkarkassen am Testbike
Weitere Infos findet ihr auf der Website von ABUMS.
Das Testfeld
Einen Überblick über diesen Vergleichstest erhaltet ihr hier:
Das beste E-Mountainbike 2026 – Die 30 spannendsten Bikes im großen Vergleichstest
Alle Bikes im Test: AMFLOW PX Carbon Pro, AMFLOW PR Carbon Pro, AMFLOW PR Carbon, Centurion No Pogo R7000, Thömus Lightrider E-MAX, Aventon Current EXP, Atherton S.170E, Haibike AllMtn CF 11 TRN/IQ 2025, Abums Model One, MEGAMO Reason CRB 01, Santa Cruz Vala AL 70, Specialized Levo R, Specialized S-Works Turbo Levo 4, Specialized Turbo Levo 4 Comp Alloy, Yeti LTE T4.
Words: Lars Engmann Photos: Peter Walker, Lars Engmann


