Ausgabe #014 Know How Special

E-MOUNTAINBIKE Fahrtechnik Special Teil 1 – Basics für die Geradeausfahrt

Geradeaus fahren hört sich so einfach an – doch gerade hier machen viele Biker Fehler. Wer es richtig angeht, spart Kraft, schont seine Gelenke, fährt sicherer und bewältigt Hindernisse deutlich leichter. Wir bringen euch nicht nur die zentrale Position auf dem Rad bei, sondern geben auch Tipps zur Balance und dazu, wie man auf Tour entspannt und sicher über Äste oder Bordsteinkanten kommt.

Basis-Technik – die zentrale Grundposition

Die Grundposition ist bei einem E-Mountainbike genauso wichtig wie der Motor. Fehlt eines von beiden, wird eine Tour schnell sehr anstrengend. Die Grundposition bildet die Basis aller Fahrtechniken und wird vor allem von Fortgeschrittenen oft vernachlässigt. Daraus resultiert eine falsche Position auf dem Rad, die man im Nachhinein wieder aufwendig abtrainieren muss.

Trail

Sobald die Räder durch ein leichtes Gefälle oder einen starken Antritt von selbst rollen, verlässt du die sitzende Position auf dem Rad und stellst dich auf die Pedale. Um zentral im Rad zu stehen, nimmst du die Kurbeln waagerecht und das Körpergewicht ist somit zu fast 100 % auf die Pedale verteilt. Die Hände umfassen die Griffe und tragen so gut wie keine Last.

Wichtig: Die Knie nie durchgestreckt, sondern…
… immer leicht gebeugt sein

Schwere Füße

Bei längeren Rollpassagen kannst du die Fersen absenken, um deine Beinmuskulatur zu entspannen. Die Knie- sowie Ellenbogengelenke sind minimal gebeugt – nicht durchgestreckt und somit locker. Bei Stufen- oder Wurzelfahrten bewegen sie sich wie eine Federgabel mit deutlich mehr Federweg als euer Bike. Das hilft dir, in der Balance zu bleiben.

Locker

Mit den Händen umschließt du die Griffe, um das Cockpit stets unter Kontrolle zu halten. Es ist nahezu kein Druck auf den Griffen, da du mit deinem gesamten Gewicht fest auf den Pedalen stehst. Leichte Hände – schwere Füße!


Basistechnik – Bike-Balance verbessern im Schneckenrennen

Nicht nur ein schneller Biker ist ein guter Biker. Gerade in engen und verwinkelten Passagen, aber auch im Straßenverkehr setzt man ohne die nötige Balance schnell das Bein auf den Boden. Üben kann man die Balance, sobald man auf das Rad steigt: beim Warten auf seine Kumpels, auf der täglichen Fahrt zur Arbeit an der Ampel oder vor der Eisdiele!

Schnecke

Bei der langsamen Schneckenfahrt versucht man, in maximaler Zeit die geringste Distanz mit dem E-Mountainbike zurückzulegen. Beginne in der zentralen Grundposition. Tipp: Übe auf einem leicht ansteigenden Weg, das erleichtert das Erlernen der Technik. Nutze die kleinste Unterstützungsstufe und lege einen leichten Gang ein.

Kick

Den Kick führst du aus, indem du das hintere Pedal ein wenig nach hinten unten senkst und es durch einen kleinen Kick wieder in die waagerechte Position zurückholst. Versuche, mit leichten Pedal-Kicks so langsam wie möglich nach vorne zu tippeln. Du bist dadurch weiterhin zentral und kannst von Neuem mit einem zusätzlichen Pedal-Kick ein kleines Stück weiter rollen.

Freeze

Nach einigen Durchgängen bekommst du immer mehr Feingefühl. Die Krönung ist der Trackstand: Die Räder drehen sich nicht mehr. Du bleibst auf der Stelle stehen und tarierst das Bike aus. Das ist die eingefrorene Position (FREEZE). Tipp: Wenn du jetzt das Oberrohr an die Innenseite des Oberschenkels anlegst und das Vorderrad leicht einschlägst, stabilisiert du die Position auf dem Bike und das Wackeln wird weniger.


Basistechnik – Vorderrad anheben

Man muss kein Wheelie-Experte sein, um das Vorderrad über ein Hindernis zu bekommen. Egal ob über einen Bordstein in der Stadt oder einen kleinen Baumstamm auf dem Trail – diese Technik hilft dir, im Fahrfluss zu bleiben und das Vorderrad vor einem Durchschlag zu bewahren.

Tief

Rolle mit gewohnter Geschwindigkeit in der zentralen Position an das Hindernis heran. Locker und lässig sein ist angesagt. Registriere das Hindernis, aber fixiere einen Punkt in der Verlängerung des Trails. Kurz vor dem Bordstein oder dem flach liegenden Ast beugst du die Ellenbogen, senkst dadurch den Oberkörper ab und baust Körperspannung auf. Die Knie werden leicht gebeugt.

Hoch

Mit einem strecksprungartigen Impuls gehst du nach oben, die Arme werden lang und das Vorderrad hebt vom Boden ab. Mach dich leicht! Das Vorderrad schwebt über das Hindernis.

Weich

Nachdem du mit dem Vorderrad das Hindernis überwunden hast, sollte es so sanft wie möglich auf dem Untergrund aufgesetzt werden. Hierfür fungieren die Ellenbogen als eine Art Stoßdämpfer und federn den Aufprall durch Beugen ab. Wenn du deine Kurbeln weiterhin waagerecht und deine Beine leicht gebeugt hast, läuft das Hinterrad von selbst über das Hindernis.

Nächste Woche folgt der zweite Teil unserer E-Mountainbike-Fahrtechnik-Serie.


Dieser Artikel ist aus E-MOUNTAINBIKE Ausgabe #014

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Text: Andy Rieger Fotos: Christoph Bayer