
Gleich vorweg: Das Orbea Rallon RS 2026 ist kein Bike für jedermann – und das will es auch nicht sein. Es wird nicht in großen Stückzahlen die Shops fluten und man wirdt es wohl kaum in jedem zweiten Trail-Center sehen. Stattdessen folgt es einem bislang einzigartigen Konzept. Es ist ein Bike, das zeigt, was technologisch möglich ist und wie viel Mühe sich vor allem Orbea, aber auch die Entwicklungspartner TQ und FOX-Suspension machen, um zukünftige E-Mountainbikes voranzubringen. Dabei stellt Orbea – anders als viele andere Hersteller – nicht einfach das Motorsystem in den Mittelpunkt, sondern legt den Fokus auf die bislang einzigartige Kooperation der Hersteller und die Verknüpfung unterschiedlicher Komponenten. Das neu entwickelte RS-System dient dabei als Connector, um alle elektronischen Komponenten zu verbinden: So lässt sich alles zentral steuern, die Daten aller elektronischen Systeme sind verfügbar und können miteinander kommunizieren, während die Energie gebündelt aus dem Hauptakku gezogen wird. Die Entwicklungskosten für so ein Projekt sind hoch, die Zielgruppe dagegen recht klein. Aber dieses Projekt soll eben zeigen, wo die Reise hingeht und den Grundstein für zukünftige Entwicklungen legen. Denn für den richtigen Fahrertyp kann das neue Rallon RS ein verdammt cooles Bike sein.
Im Rallon RS arbeitet der sehr unauffällig integrierte TQ-HPR40-Motor – der erste in einem E-Mountainbike verbaute HPR40 – mit 40 Nm Drehmoment und bis zu 200 W Maximalleistung. Gefüttert wird er von einem fest verbauten 290-Wh-Akku, der sich mit einem 160-Wh-Range Extender kombinieren lässt. Dazu kommt der neue elektronische FOX X2 NEO-Dämpfer, eine elektronische Shimano XTR Di2-Schaltung und die hauseigene elektronische Dropper Post von Orbea. All diese Komponenten sind über das frisch entwickelte RS-System verbunden. Mit der neuen kabelgebundenen RS-Remote am Lenker könnt ihr dann nicht nur wie gewohnt das Motorsystem, sondern auch die Dropper und das Fahrwerk steuern. Dank dem RS-Modul weiß euer Motor beispielsweise, in welchem Gang ihr unterwegs seid, ob die Dropper ausgefahren oder der Dämpfer gelockt ist. Zwar werden noch nicht alle verfügbaren Daten aktiv verarbeitet oder direkt mit einer Aktion verknüpft, aber die technische Basis ist vorhanden und das System ermöglicht durch Software-Updates viel Spielraum nach oben.
Klar, dass dieses neue System dann auch seinen Preis aufruft. Das von uns gefahrene Orbea Rallon RS-LTD kostet stolze 14.999 € – und ist damit das bisher teuerste Bike aus dem Hause Orbea. Wie gewohnt steht euch aber der hauseigene MyO-Konfigurator zur Verfügung, mit dem ihr euer Bike sowohl optisch als auch technisch auf eure Wünsche und Preisvorstellung anpassen könnt.
Words: Peter Walker Photos: Jeremie Reuiller, Roo Fowler



